Jonathan Franklin

 4.1 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von 33 Männer, lebendig begraben, 438 Tage und weiteren Büchern.
Jonathan Franklin

Lebenslauf von Jonathan Franklin

Jonathan Franklin wurde 1964 in Manchester geboren. Er arbeitet als investigativer Journalist. Seine Reportagen werden gewöhnlich in The Guardian, Washington Post, Dagbladet, Jerusalem Post, Sydney Morning Herald, Rolling Stone und im Spiegel veröffentlicht. Seit 16 Jahren lebt Franklin mittlerweile als Korrespondent in Chile und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Alle Bücher von Jonathan Franklin

Jonathan Franklin33 Männer, lebendig begraben
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
33 Männer, lebendig begraben
33 Männer, lebendig begraben
 (6)
Erschienen am 17.02.2011
Jonathan Franklin438 Tage
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
438 Tage
438 Tage
 (4)
Erschienen am 01.08.2017
Jonathan Franklin33
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
33
33
 (0)
Erschienen am 03.02.2011
Jonathan FranklinThe 33
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The 33
The 33
 (0)
Erschienen am 30.09.2011
Jonathan Franklin33 Men
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
33 Men
33 Men
 (0)
Erschienen am 27.10.2011
Jonathan FranklinLos 33 / The 33
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Los 33 / The 33
Los 33 / The 33
 (0)
Erschienen am 30.04.2011
Jonathan FranklinDon't Wake the Baby
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Don't Wake the Baby
Don't Wake the Baby
 (0)
Erschienen am 01.04.1991
Jonathan FranklinThe 33
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The 33
The 33
 (0)
Erschienen am 01.05.2011

Neue Rezensionen zu Jonathan Franklin

Neu
anushkas avatar

Rezension zu "438 Tage" von Jonathan Franklin

Packend
anushkavor 3 Jahren

Der Fischer José Salvador Alvarenga und sein Aushilfsmaat Ezequiel Córdoba befinden sich 30 Kilometer vor der mexikanischen Küste als während eines Sturms der Motor ihres Fischerboots ausfällt. Als der Sturm nach 6 Tagen endlich nachlässt, ist das Boot bereits 450 Kilometer nach Westen abgetrieben und treibt auf dem offenen Pazifik ohne Land weit und breit. Die beiden Fischer sind der Strömung, der Sonne und allen Wetterlagen hilflos ausgeliefert. Für einen der beiden endet die Fahrt tödlich, der andere treibt über ein Jahr auf dem Meer, bevor die Medien weltweit seine Rettung verkünden.

"438 Tage" ist ein überaus spannendes Buch und besticht durch seine Naturbeschreibungen und die Beschreibungen von Alvarengas Alltag auf See. Ergänzt werden die Schilderungen Alvarengas durch Aussagen von Experten (z.B. Klimaforscher, Mediziner, Survival-Experten) und vereinzelte Karten. Das, was Alvarenga erlebt hat, ist so packend, dass es über die schrifstellerischen Schwächen des Journalisten, der dieses Buch letztlich geschrieben hat, hinwegtrösten kann. Denn der Autor spart nicht mit Superlativen und Übertreibungen. Er greift eher zu den reißerischen Formulierungen als zu den neutralen, bspw. heißt es auf einer der Karten "tosendes Meer" statt "offenes Meer" oder "offene See". Zudem werden gerade am Anfang permanent Haie erwähnt und erklärt, man würde kene zwei Minuten im Wasser überleben, ohne von Haien "zerrissen" oder "zerfleischt" zu werden. Zwischendurch wird dann tatsächlich einmal erklärt, dass sich Haie von Fischerbooten angezogen fühlen und sich um sie herum sammeln. An manchen Stellen ist dies auch passend, aber gerade am Anfang wirkt es, als glaubte der Autor, zusätzlich Spannung aufbauen zu müssen. Hinzu kommt eine ziemliche Überhebung Alvarengas, der man die Bewunderung des Autors deutlich anmerkt und Alvarenga schon beinahe wie einen Superhelden wirken lässt. Manche Szenen dagegen wirken schöngefärbt, gerade die mit dem Begleiter, als er noch lebt. Ich könnte mir vorstellen, dass man in manchen Situationen mit jemandem auf so engem Raum auch mal so richtig ausflippt, aber davon ist eigentlich nie die Rede bzw. wird es nicht weiter ausgeführt. Auch hätte ich mir an manchen Stellen eine Auflösung gewünscht. So blieb z.B. für mich unklar, ob die ein oder andere Sichtung eine Halluzination Alvarengas war oder tatsächlich stattfand.

Trotzdem lässt dieses Buch (und letztlich ja auch der Autor) tolle Szenen im Kopf entstehen von einer unglaublichen Lebensvielfalt in den Kalmen, von unheimlichen Tiefseeungeheuern, die die alten Legenden nachvollziehbar machen und auch der inneren Landschaft Alvarengas während dieser Tortur. Thematisiert wird auch die Umweltverschmutzung, die Alvarenga erst dadurch bewusst wird, dass ihm fernab jeglicher menschlichen Siedlung auf dem offenen Ozean ganze Müllteppiche begegnen. Für mich war das Buch so spannend, dass ich tatsächlich etwas enttäuscht war, als Alvarenga endlich gerettet wurde. Mich haben Handlung und Schiffbrüchiger sehr beeindruckt.

Kommentieren0
19
Teilen
sabatayn76s avatar

Rezension zu "438 Tage" von Jonathan Franklin

'Und das war sein letzter Kontakt mit der Küste.'
sabatayn76vor 3 Jahren

Inhalt:
José Salvador Alvarenga flieht aus seiner Heimat El Salvador und lässt sich nach einem langen und beschwerlichen Fußmarsch im mexikanischen Dorf Costa Azul nieder. Hier arbeitet er als Fischer und erlangt in den nächsten Jahren viel Wissen über das Meer und seine Bewohner.

Eines Tages fährt Alvarenga mit dem jungen und unerfahrenen Ezequiel Córdoba ins offene Meer, um dort zu fischen, und wird von einem gewaltigen Sturm überrascht. Das Fischerboot und die beiden Männer werden immer weiter ins Meer getrieben, doch den beiden gelingt es, wieder näher an die Küste zu gelangen. Dort versagt der Bootsmotor, und Alvarenga ruft über sein Funkgerät um Hilfe. Doch da sein GPS-Gerät kaputt ist und er seine Position nicht angeben kann, kommt die erhoffte Hilfe nicht. Stattdessen werden die beiden Männer weiter und weiter von der Küste getrieben und müssen sich schließlich von rohen Schildkröten, Fischen und Vögeln ernähren, ihren Urin trinken und darauf hoffen, irgendwann von vorbeiziehenden Schiffen entdeckt oder an einer Küste angespült zu werden.

Mein Eindruck:
Ich fand das Buch von Anfang bis Ende großartig: von der schönen Vorsatz-Gestaltung und den vielen Karten mit der Lage des Bootes und verschiedenen Landmarks über die Angabe der jeweiligen Mondphasen und der Entfernung von der Küste Mexikos bis zum spannenden Inhalt des Buches, dem gelungenen Nachwort des Autors und den vielen Farbfotos.

Die Handlungsorte (Costa Azul, das Schiff etc.) und die Protagonisten wurden vom Autor genau beobachtet (bzw. in etlichen Interviews erfragt) und so sehr authentisch und überzeugend beschrieben. Überlebenskampf und Depression, Hunger und Durst, Angst und Verzweiflung, Halluzinationen und Suizidgedanken, Stille und Einsamkeit, Freundschaft und Verlust wurden vom Autor in anspruchsvoller Sprache, detailreich und lebendig geschildert.

Mich hat die Geschichte von Alvarenga unglaublich beeindruckt und bewegt. Das Buch liest sich durchweg wie ein Krimi und ist so spannend, dass man es fast nicht aus der Hand legen kann. Dabei steckt es zudem voller Informationen über Mexiko, den Ozean, den menschlichen Körper und voller Weisheit, was im Leben wirklich wichtig ist.

Mein Resümee:
Liest sich spannend wie ein Krimi und ist lehrreich wie ein Sachbuch. Eines meiner Lesehighlights 2016.

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten, was jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

Kommentieren0
4
Teilen
Gospelsingers avatar

Rezension zu "33 Männer, lebendig begraben" von Jonathan Franklin

Rezension zu "33 Männer, lebendig begraben" von Jonathan Franklin
Gospelsingervor 7 Jahren

Heute vor einem Jahr ereignete sich in der chilenischen Kupfer- und Goldmine San Jose ein Bergschlag, der 33 Bergleute verschüttete. In einem kleinen Schutzraum saßen sie fest, zunächst ohne Licht und Essen. Über der Erde lief eine gigantische internationale Rettungsaktion an. Am 13. Oktober 2010 wurden die Bergleute nach 69 Tagen vor den Augen der Weltöffentlichkeit aus der Mine befreit.
Der Journalist Jonathan Franklin kam so nah an den Ort des Geschehens wie kein anderer und berichtet daher kompetent aus dem Innern der Katastrophe. Dieses Sachbuch liest sich so spannend wie ein Thriller, obwohl das Ende ja bekannt ist.
Denn obgleich wir alle die Fernsehberichte verfolgt haben, hatten wir keine Ahnung, was in der Mine, was unter den Eingeschlossenen wirklich passiert ist. Diese Lücken werden im Buch geschlossen.
Die Eingeschlossenen haben sich zunächst selbst organisiert und wurden durch die existenzbedrohende Lage als Gruppe zusammengeschweißt. Erst als der Kontakt mit den Rettern hergestellt war, änderte sich das. Die nach unten übertragenen Fernsehsendungen zerstörten die Kommunikation der Bergleute untereinander. Streit gab es auch wegen der Zensur der Angehörigenbriefe durch die Psychologen. Besonders die herablassende Haltung des Chefpsychologen sorgte für wütende Proteste.
Ein wichtiger Faktor war die starke Religiosität der Menschen, egal, ob unter oder über der Erde. Die eingeschlossenen Bergleute hielten Gottesdienste ab, und der Bohrer wurde mit einem Rosenkranz in die Tiefe geschickt. Es gab einen 34. Bergmann: Jesus.
Ebenso wichtig für die erfolgreiche Rettung was das Verhalten der Regierung, die an Stelle der unfähigen Betreiberfirma die Verantwortung für die Rettungsarbeiten übernahm und auch sofort um internationale Unterstützung bat.
Helfer und technisches Material kamen aus der ganzen Welt. Von überall her wurden die besten Spezialisten herbeigeholt, und alle Beteiligten arbeiteten ohne Freizeit durch. Nur so waren die ungeheure Logistik und die vorher von Experten als unmöglich eingestufte Rettung durchführbar.
In dieser Zeit waren wir alle Weltbürger im besten Sinne. Daran sollten wir uns öfter mal erinnern.

Kommentieren0
12
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Jonathan Franklin im Netz:

Community-Statistik

in 12 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks