Jonathan Gash Gold from Gemini (Lovejoy 2)

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Inhaltsangabe zu „Gold from Gemini (Lovejoy 2)“ von Jonathan Gash

Lovejoy discovers how the lure of gold brings out the worst kind of treasure seeker when, broke as usual and earning a crust as an unlikely babysitter, he stumbles across the diaries of a painter that appear to point to the whereabouts of a fabled hoard of Roman gold coins. Lovejoy is tempted to dismiss the whole thing as a hoax, but vile threats and violent intimidation have a way of changing his mind. He sets out to unravel the clues in the diaries, with some particularly nasty characters dogging his every move.
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  • Die gefährliche Welt der Antiquitäten

    Gold from Gemini (Lovejoy 2)

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. December 2014 um 02:44

    Fangen wir bei diesem Buch einmal mit der Widmung an: Die erzählt von K’uei Hsing, einer chinesische Gottheit, die für Literatur zuständig ist. K’uei Hsing wird von zwei drachenköpfigen Wesen bewacht, die ihn vor der Gier gewissenloser Steuereintreiber schützen. Und just diesen beiden Biestern widmet Lovejoy die Geschichte vom Gemini-Gold. Diese Idee dürfte sich aus seiner aktuellen finanziellen Situation ergeben, denn die sieht reichlich mau aus. Das Auto ist weg und es gibt auch kein Geld, um interessante Ankäufe zu machen. Der Kühlschrank ist leer und Lovejoy kann froh sein, dass seine derzeitige Geliebte Janie sich ein bisschen um solche Defizite kümmert. Inzwischen übernimmt Lovejoy sogar kleine Jobs in der Nachbarschaft, um ein bisschen zu verdienen, inklusive Babysitting. Der berufliche Jagdsinn wird gleich zu Beginn geweckt. Lovejoy fällt auf einer seiner Touren zur Antiquitätensuche eine ausgezeichnete Fälschung an einer Wohnzimmerwand auf. Der Fälscher Bexon, erfährt er, ist offensichtlich jüngst verstorben, sein Nachlass bereits versteigert. Wer so gut fälscht, muss mehr auf dem Kasten haben, überlegt Lovejoy und hört sich ein wenig bei den Kollegen und seinem Helfer Tinker um. Unerwartet begegnet er dem Namen kurz darauf ein zweites Mal. In einem Schlossmuseum wurden römische Münzen gestohlen, von eben jenem Bexon gestiftet und angeblich von ihm selbst auf der Isle of Man gefunden. Lovejoy steht nun vor dem großen Rätsel, ob Bexons Angaben aus irgendwelchen Gründen falsch sind oder ob die Römer entgegen aller bekannten Hinweise nicht doch irgendwann auf der Isle of Man waren. Lovejoys Instinkt sagt deutlich, dass sich jede Nachforschung zu Bexon lohnen wird. Doch das größte Problem ist nicht dieses Rätsel. Es sind die Erben Bexons, die übermäßig viel Interesse an Einzelstücken aus dem ansonsten wertlosen Nachlass zeigen und ganz offensichtlich mit dem Tod eines Antiquitätenhändlers zu tun haben, der auf offener Straße von einem Auto umgefahren wurde. Lovejoy kann kaum einen Schritt ohne Beobachtung tun, seit er sich Bexons Notizbücher besorgt hat, und mit dem wenigen Geld in seinen Taschen sind kaum raffinierte Täuschungsmanöver möglich. Lovejoy ist kein besonders liebenswerter Zeitgenosse, daran ändert auch der Name nichts. Janie muss parat stehen, wenn er ein Auto benötigt; als Dreingabe wird sie angepampt, wenn sie fünf Minuten zu lange gebraucht hat oder nicht stundenlang auf ihn gewartet hat. Obendrein weiß sie ziemlich genau, dass Lovejoy hin und wieder auch in anderen Betten zu finden ist. Aber sie steht ihm das ganze Buch über unerschüttert zur Seite. Vermutlich hat sie nicht nur ein sonniges Gemüt, sondern ist Lovejoy in dieser Hinsicht ziemlich ähnlich: Von ihrem Ehemann ist selten die Rede und von einigen Pflichtanwesenheiten daheim abgesehen, ist sie lieber mit Lovejoy auf der Jagd nach einem Abenteuer. Verwundert hat mich, dass das Geschehen des vorigen Bandes keine Rolle spielt. Weder der Mord an seiner damaligen Freundin Sheila wird mit einem einzigen Wort erwähnt noch der Brand in Lovejoys Haus, das infolgedessen gar nicht so hübsch und adrett in diesem zweiten Band stehen dürfte. Vielleicht ist ein derart autarker Aufbau aber dem Geschmack der Zeit geschuldet - jedenfalls wäre das eine Erklärung („Gold from Gemini“ stammt aus dem Jahre 1978). Es hat klar den Vorteil, dass sich das Buch ohne Kenntnis des Vorgängers lesen lässt. Die Lektüre der kommenden Bände wird in Sachen Remineszenzen an frühere Bände also auf alle Fälle interessant. Lovejoys zweiter Fall nimmt ebenso wie sein erster recht langsam Fahrt auf und fasziniert zunächst mit dem Wissensfundus zu Antiquitäten und vor allem der Welt der Händler und Sammler. Lovejoy hat einen untrüglichen Sinn für die Echtheit alter Stücke, kann hervorragend Epochen und Preise zuordnen. Dieser Instinkt alarmiert ihn eben auch, wenn so offensichtlich harmlose Nachlässe wie die des alten Bexons interessanter sind als es erscheint. Die Einblicke in das Antiquitätengeschäft zeigen einen Blick auf eine raffinierte Branche, in der Täuschungen ein integraler Bestandteil des Geschäfts sind. Und damit gemeint sind keinesfalls nur Fälscher, die Sammler oder Händler über’s Ohr hauen wollen, sondern auch die Händler selbst, die die Tricks nicht nur kennen, sondern offensichtlich selber bestens anwenden können. Im letzten Drittel wird das Buch rasant und endet mit einem filmreifen Showdown, der viele Register zieht. Zu Lovejoy und dem bis dato ruhigen Buch ist diese Form der Problemlösung ein ganz ordentlicher Kontrast. Aber, wie gesagt, ein filmreifer und spannender, denn da wird es interessant, wie Lovejoy aus seinen Miseren entkommt. Die Wiederentdeckung der Lovejoy-Serie gefällt der Krimifreundin und hat nur ein Manko: Es sieht so aus, als seien die alten Bücher eingescannt worden und ein etwas besseres Lektorat hätte den Ebooks ganz gut getan. Denn trotz der guten Scanqualität finden sich Kommata, die wie eine kleine 1 aussehen, y-Buchstaben, die als v ausgelesen wurden oder rätselhafte Artefakte, die zum Semikolon wurden. Trotzdem: Nicht davon abhalten lassen und Lovejoy lesen. Es lohnt sich.

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