Alice im Düsterland von Jonathan Green ist kein typischer Roman, sondern ein Spielbuch, in dem man selbst entscheidet, wie es weitergeht. Man begibt sich wieder in die Rolle von Alice, die in ein verändertes, dunkles Wunderland gerufen wird, und trifft Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte bestimmen. Dabei trifft man auf bekannte Figuren wie das weiße Kaninchen, die Grinsekatze oder die Herzkönigin – aber alles wirkt hier deutlich düsterer und gefährlicher als im klassischen Original.
Was mir besonders gefallen hat, ist dieser Mitmach-Charakter: Man muss lesen, nachdenken, würfeln oder Karten benutzen und so die Begegnungen, Kämpfe oder Rätsel durchspielen. Das macht die Lektüre interaktiv und spannend, weil man selbst für den Ausgang verantwortlich ist. Die Illustrationen verstärken die Atmosphäre und geben dem Ganzen noch mehr Tiefe.
Ein paar Stellen waren für mich herausfordernd und ich bin mehrfach in Situationen zurückgekehrt, in denen ich festhing oder neu denken musste. Das kann frustrierend sein, aber gleichzeitig macht es auch den großen Reiz aus, man probiert neue Wege, löst Rätsel und erlebt jedes Mal ein kleines Abenteuer. Insgesamt hat mir dieser Ansatz sehr gefallen, auch wenn er etwas ungewöhnlich ist, wenn man sonst „normale“ Romane liest. Ich erwähne aber auch, dass das viele Blättern den Lesefluss unterbricht, manche Wege enden recht abrupt und man muss häufig neu ansetzen. Dadurch geht stellenweise die emotionale Bindung verloren.
Fazit:
Ein originelles Fantasy-Spielbuch mit düsterer Wunderland-Atmosphäre, vielen Entscheidungsmöglichkeiten und spürbarer Spannung. Es ist kein klassischer Lese-Durchlauf, sondern ein Abenteuer, das man immer wieder anders erleben kann.






















