Der Seelenfänger hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und gehört definitiv zu meinen bisherigen Highlights.
Das Beste an diesem Buch ist ohne Frage Johannes Cabal. Er ist einer der zynischsten und düstersten Protagonisten, die ich je gelesen habe. Er lächelt praktisch nie, scheint die gesamte Menschheit zu verachten und begegnet jedem mit trockenem Sarkasmus. Ausgerechnet deshalb war er mir vom ersten Moment an sympathisch.
Nach und nach erfährt man, dass hinter seiner kalten Fassade eine tragische Vergangenheit steckt. Er hat seinen Bruder und die Frau verloren, die er liebte. Als Nekromant versucht er verzweifelt, sie wieder zum Leben zu erwecken – doch all seine Versuche scheitern. Diese Geschichte bildet allerdings eher den Hintergrund seiner Figur.
Der eigentliche Roman beginnt damit, dass Johannes Cabal einen Dämon beschwört, dem er bereits zuvor seine Seele verkauft hat. Nun möchte er sie zurückhaben. Der Dämon geht auf den Handel ein – allerdings nur unter einer Bedingung: Cabal muss ihm im Gegenzug hundert andere Seelen liefern. Ganz nach dem Motto von Jack Sparrow nimmt er den Deal erstaunlich gelassen an.
Also gründet er kurzerhand einen wandernden Jahrmarktszirkus. Hinter den schillernden Attraktionen verbirgt sich jedoch nur ein einziges Ziel: möglichst viele Besucher dazu zu bringen, ihre Seele vertraglich an ihn abzutreten.
Diese Mischung aus makabrem Humor, schwarzer Fantasy und einem herrlich skrupellosen Antihelden hat mich vollkommen überzeugt. Das Buch ist wunderbar düster, böse und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam.















