Seelenfänger

von Jonathan L. Howard 
3,6 Sterne bei110 Bewertungen
Seelenfänger
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (63):
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Schräg und manchmal etwas überstürzt - aber mit viel schwarzem Humor versetzter Lesespaß!

Kritisch (15):
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Coole Idee - schlecht umgesetzt

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Inhaltsangabe zu "Seelenfänger"

Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen!

Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder?

Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.

Der Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie mit einem wahrhaft düsteren Helden.

Eigentlich sollte Johannes Cabal dem Teufel dankbar sein: Ihm durfte er seine Seele verkaufen, um die Kunst des Totenbeschwörens zu erlernen. Doch erstens weiß Johannes inzwischen, wie man Tote zum Leben erweckt, und zweitens ist das Leben ohne Seele doch nur halb so schön. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Teufel erneut aufzusuchen. Vorbei an armen Seelen, die noch 9747 Aufnahmeformulare für das ewige Feuer ausfüllen müssen, gelangt er zum Herrn der Unterwelt. Aber so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, verläuft das Gespräch nicht. Schließlich ist es Satans Lieblingsbeschäftigung, Seelen zu sammeln, und wenn er einmal eine hat, lässt er sie so schnell nicht wieder los. Am Ende geht er mit Johannes allerdings ein Tauschgeschäft ein: Liefert dieser ihm innerhalb eines Jahres 100 Seelen, bekommt er seine eigene zurück. Und so begibt sich Johannes auf eine abenteuerliche Reise, im Gepäck einen Jahrmarkt, den ihm der Teufel höchstpersönlich zur Verfügung gestellt hat. Da er sich aber nicht ganz ohne Hilfe an seine Aufgabe wagt, sucht er seinen Bruder auf, der leider gar nicht gut auf Johannes zu sprechen ist. Immerhin hatte der ihn nach einer unvorhergesehenen Vampirattacke einst in einer Gruft zurückgelassen. Doch auch sein Bruder hat bei der Sache etwas zu gewinnen – seine Freiheit nämlich –, schließlich kann er endlich die dunkle Grotte verlassen und wieder am Leben teilnehmen. Als Untoter kann die Zeit unter der Erde nämlich ziemlich lang werden. Also zieht er mit Johannes auf einer alten Dampflok durch die Lande. Und schnell findet sich auch die eine oder andere Seele. Für ein besseres Leben, ein hübscheres Äußeres oder sonstige Annehmlichkeiten tauscht man ja auch gerne etwas ein. Zumal so etwas Altmodisches und Überflüssiges wie seine Seele. Das Geschäft mit dem Seelenhandel läuft also nicht schlecht, doch ein Jahr ist kurz, und schon bald steht Johannes wieder vor dem Herrn mit den Hörnern …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442469963
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:07.09.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchperlenblogs avatar
    Buchperlenblogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schräg und manchmal etwas überstürzt - aber mit viel schwarzem Humor versetzter Lesespaß!
    Schwarzhumoriger Lesespaß!

    Meinungen sind ja bekanntlich immer subjektiv: Einige fanden dieses Buch schlecht, ich dagegen mochte es trotz einiger Abstriche sehr. :)

    Inhalt
    Johannes Cabal, von Beruf Wissenschaftler und Nekromant, verlangt von Satan persönlich seine Seele zurück, die er ihm vor einigen Jahren verkauft hat. Natürlich gibt der Teufel nur ungern her, was er bereits besitzt. 

    Notgedrungen schlägt Johannes ihm eine Wette vor: 100 Seelen für Satan innerhalb eines Jahres, um seine eigene zu retten. 

    Mit Hilfe des "Jahrmarkts der Zwietracht" versucht Johannes nun, Menschen dazu zu bringen, ihm durch ein auszufüllendes Formular ihre Seelen zu überschreiben. Anfangs erhält er Hilfe von seinem Bruder Horst, der selbst ein nicht mehr gänzlich menschliches Dasein fristet. Doch dann will Johannes selbst unbefleckte Seelen für seine Zwecke missbrauchen, was seinem Bruder mehr und mehr missfällt. Wird Johannes seine Wette trotzdem gewinnen und so seine Seele zurück erhalten?

    Rezension
    Das Buch scheint ja die Gemüter zu spalten. Es gibt einige, denen die Geschichte scheinbar so gar nicht gefallen hat. Mir dagegen hat sie sogar sehr gut gefallen.

    Eigentlich seit der ersten Seite habe ich ein typisches Tim Burton Setting vor mir gesehen, verschrobene Gestalten, merkwürdige Landschaften, alles eher düster und unheimlich, und ganz besonders dieser "Jahrmarkt der Zwietracht". 
    Christoph Waltz mit seinem scharfen Blick und Verstand und seiner unverkennbaren Sprache würde sich sehr gut als Johannes Cabal machen, während sein dunklerer Bruder Horst bestens in Johnny Depps Metier fallen würde. So war zumindest meine Wahrnehmung, vielleicht sollte ich Burton mal eine Nachricht zukommen lassen. 

    Der Schreibstil ist locker und wird durch schwarzhumorige Phrasen aufgepeppt, nicht zuletzt dank der flapsigen Dialoge.

    Als Johannes aus nichts weiter als einem Knochen, etwas Haut, einem Stück Stoff, ein paar Haaren und - wenn man Glück hat - einer Portion Schmalz Menschen, oder zumindest menschenähnliche Wesen, erschaffen hat, fand ich das großartig. Auch die weiteren Ideen für den Jahrmarkt waren sehr interessant, hätten an der ein oder anderen Stelle aber vielleicht noch ausgebaut werden können. 

    Was mir an der Geschichte gefehlt hat, war der charakterliche Tiefgang. Man erfährt bis zur wirklich letzten Seite nicht, warum Johannes eigentlich seine Seele zurückgewinnen will, warum er Nekromant geworden ist, was ihn dazu treibt, zu tun, was er eben tut. Ebenso bei Horst Cabal. Was genau ist seine Geschichte gewesen? Da hätte eine etwas ausführlichere Zeichnung der Charaktere sicherlich gut getan. Auch hätte ich mir einige mehr Episoden gut vorstellen können, wie Cabal zu seinen Seelen gekommen ist, welche List er angewandt hat. Bis es zur Zielgeraden ging, wurden die restlichen Seelen reichlich überflogen und nur am Rand notiert. Vielleicht gerade deswegen plätscherte der mittlere Teil etwas vor sich hin, was aber nicht bedeutet, dass er langweilig gewesen wäre - er hätte nur besser sein können. 

    Das Ende hat einen starken Cliffhanger zum nächsten Band, den ich mir sicherlich demnächst auch zulegen werde, da mir Johannes Cabal eben doch nicht aus dem Kopf geht und ich unbedingt wissen möchte, ob er schafft, was er sich vorgenommen hat. Die Toten wieder zu beleben und zwar nicht als seelenlose Zombies, sondern als richtige Menschen.

    Fazit
    Eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Setting, der ein wenig mehr Tiefgang nicht geschadet hätte. Trotzdem ein Lesevergnügen für alle, die es gern etwas schräger mögen. 

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    simonfuns avatar
    simonfunvor 2 Jahren
    Die Hölle ist ein Zirkus

    Bereits mehrfach sehr gut von den Rezi-Kollegen rezensiert fasse ich mich kurz. Ich stehe total auf den morbiden schwarzen Humor der Briten und der Seelenfänger bedient alle Klischees, beschreibt herrlich abstrus die Szenen und Gedanken der Protagonisten und unterhält mit ausgefeilter Rhetorik.
    Wie auch immer - lesen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr einfaltsreich, aber auch verwirrend.
    Vorhang auf für den Jahrmarkt der Zwietracht

    Die Rezension findet ihr auch ausführlich auf meinem Blog, mit Cover Vergleich:http://miss-page-turner.blogspot.de/2016/05/rezension-johannes-cabal-seelenfanger.html

    Meine Meinung zum Buch
    Erin Morgensterns „Der Nachtzirkus“ meets Tim Burton, so oder so ähnlich könnte wohl die Werbung auf einem Filmplakat lauten, sollte „Seelenfänger“ jemals verfilmt werden. Das wäre definitiv was für Tim Buton, denn dass Buch ist skurril, vermischt mit schwarzen Humor und dennoch mit etwas Düsternis und Melancholie. Leider konnte es mich nicht so ganz mitreißen und ich bin mir nicht mal ganz sicher warum.
    An den Figuren liegt es schon mal nicht, denn die sind voller Charme und Persönlichkeit. Als ersten hätten wir natürlich Johannes Cabal. Ein steifer, ergebnisorientierter und ziemlich humorloser Mann. Das war er auch schon, bevor er seine Seele verkauft hatte. Ohne Seele lebt sich es aber leider nicht so gut. Daher fordert Cabal kurzerhand den Satan höchstpersönlich auf, sie wieder rauszurücken. Dass, der die aber nicht so leicht wieder hergeben möchte ist klar. Also einigt man sich auf eine Wette: Cabal hat ein Jahr Zeit 100 Seelen einen all inclusive Platz in der Hölle zu sichern. Schön bürokratisch mit Verträgen, versteht sich. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, ist sein einziges Hilfsmittel ausgerechnet ein Jahrmarkt. Da ist es nur logisch, dass Cabal, der von Entertainment ungefähr so viel versteht wie ein Toast von Algebra etwas zusätzliche Hilfe benötigt. Die erhält er von seinem Bruder Horst, der im Gegensatz zu Cabal ein frohmütiger, geselliger Typ ist. Dazu reihen sich noch allerhand skurriles Personal, aus dem Blut des Satans erschaffen.Wie die beiden etwas beschränkten Zombies Dennis und Denzil oder Mr. Bones, der so heißt, weil Cabal aus versehen bei dessen Erschaffung das Fett vergessen hat. Insgesamt sorgt diese Mischung immer wieder für spritzige Dialoge voller Schlagfertigkeit.
    Ich glaube der Punkt, der mir das zügige Lesen so schwer gemacht hat ist, dass es an manchen Stellen etwas zu skurril. Wird. Oft beginnt ein Kapitel völlig unverhofft aus einer fremden Sicht und ohne so rechten Zusammenhang zur Haupthandlung. Zwar werden sie irgendwann wieder dorthin hingeführt, aber bis dahin, war ich oft nur verwirrt, da ich einfach nicht wusste, was der Autor von mir wollte. Dementsprechend, gab es einige Passagen, die sich gezogen haben wir Kaugummi. Auch die Wendungen zum Ende hin, konnten mich dann leider nicht mehr so ganz hochreißen.

    Fazit:
    Seelenfänger ist definitiv mal was anderes. Allerdings war es mir an machen Stellen etwas zu verwirrend.


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    BeeLus avatar
    BeeLuvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein dämonischer Lesespaß!
    Komm mit auf den Jahrmarkt der Zwietracht!

    *Teil eins einer Reihe*

    Johannes Cabal hat einst seine Seele an den Satan verkauft, um ein Nekromant (Totenbeschwörer) im Namen der Forschung zu werden. Selbstverständlich völlig uneigennützig, irgendwie muss der Tod sich doch austricksen lassen.
    Irgendwann bemerkt er, dass das Leben ohne Seele irgendwie gar nicht so toll, wie erwartet ist und entschließt sich dazu, sich sein ehemaliges Eigentum einfach zurück zu holen.
    Also macht er sich auf den beschwerlichen Weg in die Hölle um mit dem Satan höchstpersönlich ein Pläuschchen zu halten und ihm sein Anliegen zu unterbreiten…

    Der Satan (ja, er ist wirklich genauso, wie man ihn sich vorstellt, *genauso*) ist zunächst nicht sehr angetan, freut sich jedoch über ein wenig Ablenkung von seinen Höllengeschäften und der Verwaltung der ewig Verdammten und willigt lavaspuckend in den Deal ein. Cabal beschafft ihm innerhalb eines Jahres 100 Seelen und im Tausch bekommt er seine eigene zurück.
    Und weil der Leibhaftige es nicht lassen kann, gibt er Cabal noch einen rumpeligen schrottigen Jahrmarkt als Hilfestellung mit, denn 100 Seelen zu rekrutieren ist gar nicht so leicht.
    Aber was tun, jetzt hat Cabal noch den nichtsnützigen Jahrmarkt am Hacken. Ach ja, da war ja noch sein Bruder Horst, seineszeichens Vampir und von Cabal vor Jahren in eine Gruft gesperrt. Gut, dass Blut dicker als Wasser ist, Horst wird ihm bestimmt brüderlich helfen…
    Johannes Cabal ist ein wirklich scheußlicher Protagonist, skrupellos (naja, er hat ja auch keine Seele mehr) und dabei mindestens genauso herrlich wie absurd.
    Als Nekromant kann er sich seine Jahrmarktsbesetzung und Attraktionen ja passend selbst heraufbeschwören und dabei legt er wirklich sehr viel Einfallsreichtum an den Tag. Ein morbider Spaß für den Leser, ihm mit seinem „Jahrmarkt der Zwietracht“ auf Seelenfang zu begleiten! Gammelige Leichen und unmenschliche Wesen sollen die einfache Dorfbevölkerung zur Sünde verleiten.
    Dabei erwischte ich mich hin und wieder selber dabei, händereibend und diabolisch grinsend auf den nächsten „Geschäftspartner“ zu hoffen, der Cabal mit der Unterschrift eines (selbstverständlich) juristisch korrekten Vertrags seine Seele überschreiben würde.
    Vampirbruder Horst ist nicht so angetan von den zwielichtigen Tätigkeiten seines Bruders und definitiv derjenige der beiden, der noch ein Fünkchen Moral besitzt aber Cabal hat ihm schließlich versprochen, sich auch um sein „Vampirproblem“ zu kümmern, wenn er erst einmal seine Seele zurück hat.
    Natürlich kann nicht alles glatt laufen und der Satan schickt seinen Erzdämon Ratuth Slabuth hin und wieder als Störenfried auf Cabals Fährte, der davon wenig angetan ist.

    Der Schreibstil des Autors ist voll schwarzem Humor, bissig und überzogen. Ich habe mehr als einmal laut aufgelacht beim Lesen, wegen der herrlichen Formulierungen und Bilder, die erzeugt werden.
    Gleich von Anfang an hatte ich von Cabal die Vorstellung eines Johnny Depps in voller Pracht. Tim Burton und er hätten vielleicht ihren Spaß an der Umsetzung dieser Lektüre.
    Dieses Buch macht richtig Spaß, wenn man es mag, eine gute Mischung aus Fantasy und schwarzem Humor zu lesen. Die Dialoge sind einfach herrlich witzig, besonders die Meinungsverschiedenheiten zwischen Johannes und Horst hatten es in sich. Hier darf geflucht und verflucht werden, ach, hier wird eh kein Blatt vor den Mund genommen!
    Ich hatte so viel Freude an diesem Buch, welches ein absoluter Zufallsfund auf einem Wühltisch war, dass ich mir die beiden Folgebände auch unbedingt besorgen muss!
    Ein skurriles, damönisches Lesevergnügen!


    Die Johannes-Cabal-Trilogie:
    1) Johannes Cabal. Seelenfänger
    2) Johannes Cabal. Totenbeschwörer
    3) Johannes Cabal. Das Institut für Angst und Schrecken

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    NiWas avatar
    NiWavor 3 Jahren
    Makabres Freizeitvergnügen

    Johannes Cabal - seines Zeichens Totenbeschwörer - fährt in die Hölle um Luzifer himself einen Deal vorzuschlagen. Er möchte seine schwarze Seele vom Fürst der Finsternis zurück, doch der lässt sich nicht ganz so einfach darauf ein und schlägt nach gutem Höllenbrauch eine Wette vor: innerhalb eines Jahres soll Cabal 100 Seelen in die Hölle verfrachten und dafür bietet er ihm sogar Hilfestellung an.

    Diese Unterstützung ist ein Jahrmarkt, der Zwietracht unter den Menschen sät und als eingestaubtes Projekt in den hintersten Winkel der Hölle ruht. Cabal bleibt keine andere Wahl und lässt sich auf das teuflische Vergnügen ein.

    Johannes Cabal ist ein bizarrer Typ. Selten hatte ich es mit einem derart kaltherzigen Protagonisten zutun. Was aber an und für sich kein Wunder ist, wenn man seelenlos als Nekromant bzw. Totenbeschwörer seinen Alltag verbringt. Vor Jahren hat Cabal seine Seele an den Teufel verkauft, um im Gegenzug dazu die Geheimnisse der Nekromantie zu erfahren. Mittlerweile stellt er fest, dass die Seelenlosigkeit nicht nur Vorteile mit sich bringt und nun fordert er, was rechtmäßig ihm gehört vom Satan zurück.

    Der Schreibstil ist schwierig zu beschreiben. Einerseits strotzt er vor typisch britischem Amusement mit einer fein geschliffenen Sprache, schwarzem Charme und überlegten Anspielungen, andrerseits wirkt er manchmal etwas albern und hochgeschraubt, was teilweise gewöhnungsbedürftig war.

    „Bettler, Hausierer und Vertreter waren durchaus willkommen - es kam billiger, als ein Besuch beim Fleischer.“ (S. 372)

    Die Erzählung selbst ist ebenso makaber, worauf man sich meiner Meinung nach wirklich einlassen muss, um sie genießen zu können. Cabal als seelenloser Wissenschafter holt Zombies aus der Taufe, haucht toten Menschen Leben ein und flickt schon einmal den einen oder anderen lebenden Leichnam wieder zusammen, damit dieser weiterhin auf dem Jahrmarkt seinen Dienst tun kann:

    „Der Schaden ist irreparabel. Verstehst du das? … Ich könnte ihn abnehmen, den Stumpf abdichten und versuchen, die Knochen zu reanimieren.“ (S. 90)

    Obwohl es der erste Band einer Trilogie ist, hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, irgendetwas versäumt zu haben, weil viel vorhergehende Ereignisse immer wieder von Bedeutung sind. Es war als ob es sich eigentlich schon um einen weiteren Band einer Reihe handelt.

    Nichtsdestotrotz war ich gern mit dem Totenbeschwörer Johannes Cabal und seinem Jahrmarkt der Zwietracht unterwegs, habe mit ihm Mütter zum Mord getrieben, stinkende Leichen verarztet und mich mit dem Höllenfürsten angelegt. Wer eine Vorliebe für seelenlose schwarze Charaktere im Rahmen eines absurd-makabren Settings hat, sollte sich auf eine Begegnung mit Johannes Cabal einlassen und selbst schauen, wie er ihm zu Gesicht steht und ob er ihm ein weiteres Mal begegnen mag.

    Die Johannes-Cabal-Trilogie:
    1) Johannes Cabal. Seelenfänger
    2) Johannes Cabal. Totenbeschwörer
    3) Johannes Cabal. Das Institut für Angst und Schrecken


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    Chrissi92s avatar
    Chrissi92vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein besonderer Hauptcharakter, skurrile Gestalten und wundersame Schauplätze - definitiv mal etwas Anderes.
    Mal eine Geschichte der anderen Art - leider fehlte mir der gewisse "Kick"

    Ein Nekromant der zum Seelenfänger für den Teufel wird - klingt interessant.
    Skelettartige, gummierte oder gesteinsartige Figuren waren Teil der Geschichte um Johannes Cabal, der für den Satan 100 Seelen einfangen soll um seine eigene wiederzubekommen. Was am Anfang ziemlich vielversprechend klang, hat sich während des Lesens irgendwie ziemlich in die Länge gezogen. Ich hatte erst das Gefühl, dass die Geschichte nicht so richtig Gang kam, trotzdem hatte sie noch etwas Interessantes an sich und ich habe weitergelesen. Leider kam die Spannung erst in Richtung Ende auf und selbst da hat noch irgendetwas gefehlt.
    Die Story war interessant, aber es hatte Figuren bei denen ich mir nicht sicher war ob sie abartig, lustig oder sympathisch sein sollten. Auch von dem Hauptcharakter Johannes Cabal habe ich mir einiges versprochen, da er mir als etwas Besonderes in einer völlig skurrilen Umgebung vorkam, aber so wirklich Symphathie konnte ich zu allem nicht aufbauen - ich glaube das war es, was mir gefehlt hat. Ich habe die Einzelheiten gerne verfolgt, aber es war einfach etwas zäh. Als es dann zu ca. 3/4 endlich durchgelesen war, hatte ich dennoch das Gefühl irgendwas übersprungen zu haben. Es zog sich hin und plötzlich war es schon fast vorbei.... Ich bin also völig hin und her gerissen wie ich dieses Buch bewerten soll, weil es mich wie gesagt, dennoch auf irgendeine Art und Weise fasziniert hat, aber ich habe mir einfach viel mehr versprochen. -Schade-

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    _Sahara_s avatar
    _Sahara_vor 5 Jahren
    Seelenfänger

    Johannes Cabal hat dem Satan seine Seele verkauft um Totenbeschwörer zu werden. Jetzt möchte er sie wieder haben. Aber der Satan rückt sie nicht so einfach wieder raus. Schließlich lässt Johannes sich auf eine Wette ein. Er muss 100 Seelen in einem Jahr für den Satan klar machen, dann er erhält er seine Seele zurück. Sollte er es nicht schaffen, wird er die Erde nie wieder sehen.

    Das Cover find ich richtig gut, was auch mit ein Grund war, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Natürlich fand ich auch den Buchrückentext überzeugend. Aber leider konnte mich die Story nicht wirklich umhauen.
    Manche Kapitel fand ich richtig gut und es hat Spaß gemacht sie zu lesen. Dann kamen aber Abschnitte die ich nur verwirrend und irgendwie langweilig fand. Ich war die ganze Zeit hin und hergerissen, ob ich das Buch nun gut finden soll oder nicht.
    Naja, sagen wir es mal so, ich habe schon weitaus bessere gelesen. Zum Schluss war ich richtig froh, als ich es durch hatte.

    Es sollen wohl noch zwei weitere Teile folgen, die werde ich wohl nicht lesen.

    Trotzdem ein großes Dankeschön an Beate fürs Leihen!

    (verfasst am 12.02.2012)

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    Reneesemees avatar
    Reneesemeevor 5 Jahren
    Nicht mein ding

    Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen!

    Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder?

    Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.

    Der Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie mit einem wahrhaft düsteren Helden.

     

     

    Leider nicht wirklich mein ding und es war auch mein erstes Abgebrochenes Buch. Der Covertext hörte sich so gut an und versprach auch irgendwie mehr.  

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    Aleshaneevor 5 Jahren
    Die Wette mit dem Teufel um die Seele, genial umgesetzt

    Zitat (S. 22) „Genüsslich, in der Pose eines Weltmannes, saß der Satan auf dem harten Basaltthron. Er sah genauso aus, wie man sich ihn vorstellt. Genauso.

    Zum Inhalt

    Johannes Cabal ist Wissenschaftler – das Geheimnis des Lebens und vor allem des Todes zu ergründen ist seine Bestimmung, ja seine Besessenheit, für die er vor nichts zurückschreckt – er geht im wahrsten Sinne des Wortes dafür über Leichen.

    Um die Geheimnisse der Nekromantie zu ergründen, mit der er seine Forschungen vorantreiben will, hat er seine Seele dem Teufel verkauft. Doch ganz so „einfach“ scheint es nicht zu sein, denn Johannes Cabal will seine Seele wieder zurück. Satan ist natürlich nicht jemand, der so leicht wieder hergibt, was ihm einmal in die Fänge geraten ist – deshalb bietet Cabal ihm eine Wette an: Innerhalb eines Jahres muss er 100 Seelen ergattern, mit Brief und Siegel.

    Als Hilfe stellt ihm der Teufel einen schaurigen Jahrmarkt zur Verfügung, der alles das ist, was man sich nicht unter einem Vergnügungspark vorstellt. Dank seiner nekromantischen Fähigkeiten und der Unterstützung seines Bruders Horst gelingt es ihm jedoch, den Jahrmarkt auf ein faszinierend-schauriges Niveau zu bringen – und tatsächlich läuft die Seelenfängerei gut an.

    Doch bei einer Wette mit dem Teufel muss man auf alles gefasst sein, denn gerade er macht nichts umsonst …

    Meine Meinung

    Superschönes, passendes Cover!

    Ein etwas anspruchsvollerer Schreibstil, angenehm zu lesen aber nicht jedermanns Sache. Gespickt mit viel schwarzem Humor und einem sehr sterilen, der Welt abgewandten Protagonisten, der einem trotz allem ans Herz wächst wegen seiner besessenen Passion, die sein ganzes Leben zu bestimmen scheint.

    Johannes Bruder Horst ist das genaue Gegenteil und er hilft ihm mit gemischten Gefühlen. Die Seelenfängerei geht ihm gehörig gegen den Strich – ich hätte mir gewünscht, dass etwas mehr auf die zwischenmenschliche Differenz der beiden eingegangen wäre. Vor allem als gegen Ende der Frist Johannes nicht nur Seelen von offensichtlich üblen Typen einheimst, sondern auch vor „guten Seelen“ nicht zurückschreckt.

    Auch fand ich, dass die Handlung erst im letzten Drittel richtig Tiefe bekommen hat. Vorher ist alles, was passiert, meinem Gefühl nach etwas „überflogen“ worden.

    Die Entwicklungen, die sich kurz vor Ablauf der Frist ergeben, fand ich sehr amüsant. Die Frage, warum Cabal seine Seele vom Teufel zurückfordert und was genau bei seinen wissenschaftlichen Experimenten nicht gelingt, ist mir während des ganzen Buches nicht aus dem Kopf gegangen und wurde gegen Ende zum Glück aufgeklärt. Das macht neugierig auf den zweiten Teil, ich freu mich schon drauf :)

     

    „Johannes Cabal – Seelenfänger“ Band 1

    „Johannes Cabal – Totenbeschwörer” Band 2

    “Johannes Cabal – Das Institut für Angst und Schrecken” Band 3

     

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    pelznases avatar
    pelznasevor 6 Jahren
    Hat mir schnell gefangen!

    Auf dieses Buch bin ich ganz zufällig im Hugendubel Stuttgart gestoßen. Das Cover sprach mich sofort an, der Klappentext klang wunderbar schräg und ein kurzes Anlesen sorgte dann dafür, dass ich mit dem “Seelenfänger” an der Kasse stand.
    Dann lag das Buch aber doch zwei, drei Tage unangetastet herum, weil ich einfach Angst hatte, dass etwas, das so toll klingt, dann womöglich doch enttäuschend sein würde. Ich kann nicht mit jeder Art Humor. Doch als ich mich dann getraut hatte, da kam ich von dem Buch gar nicht mehr los.
    Es gibt zwei Dinge, die diese Geschichte auszeichnen. Erstens die verschiedenen, schrägen Charaktere und zweitens der schon sehr, sehr schwarze und makabre Humor, der glücklciherweise ohne platte Schenkelklopfer auskommt.  Über beides habe ich immer wieder zumindest schmunzeln, oft sogar lachen können. Jonathan Howard hat seine Figuren wirklich mit viel Phantasie erdacht, speziell die mit übersinnlichem Wesen. Sei es Cabal selber, sein Bruder Horst, der Vampir, Bones, den Schaffner, den Leibhaftigen persönlich…einfach herrlich, wenn auch -zugegeben- sehr kaputt
    Der Witz steckt vor allem in den Dialogen, oft aber auch in den erzählenden Passagen. Doch die Unterhaltungen haben mich wohl am meisten amüsiert. Die einzelnen Personen sind schon sehr gewitzt, listig, oft sarkastisch und mancher ist sogar richtig böse. Aber eben immer auf die lustige Art.
    Die Story an sich erinnert in groben Zügen sicher an Goethes “Faust”. Cabal hat seine Seele ebenfalls an den Teufel verkauft, möchte sie aber nun zurück haben. Der Leibhaftige willigt ein, aber Cabal muss ihm dafür innerhalb eines Jahres stolze 100 Seelen als Ersatz bringen. Nun wäre es aber sicher arg auffällig, irgendwo einfach Jagd auf die Menschen zu machen, also ersinnt Cabal den Plan mit dem Jahrmarkt.
    Es ist leicht vorstellbar, dass eine Seelenloser, ein Vampir und diverse Untote nicht unebdingt die Fachleute für solcherlei Amusement sind und schon nimmt das Chaos seinen Lauf und es geht oft wirklich mächtig hoch her.  Zwar kommen ihnen dann und wann Menschen auf die Spur, oder es stellen sich ihnen andere Schwierigkeiten in den Weg, so dass es immer spannend bleibt, wie die Jahrmarkt-Gruppe sich weiter durchschlagen wird, aber insgesamt scheint der Plan aufzugehen.
    Allerdings: ein Handel mit dem Teufel…wann ist das schon mal gut gegangen? Ob ausgerechnet Cabal das gelingen wird?

    Insgesamt fand ich “Der Seelenfänger” leicht zu lesen, habe aber dennoch ein paar Tage dafür gebraucht. Es ist nämlich nicht so lieblos geschrieben, ohne Rücksicht darauf, welches Lesegefühl beim Leser aufkommen wird, getreu dem Motto: Hauptsache lustig und möglichst flott abgefrühstückt. Und darüber bin ich auch sehr froh gewesen. Daher müsste ich eigentlich sagen, dass ich mir die paar Tage Zeit für das Buch genommen habe um es zu genießen.

    Das Covermotiv erinnert sehr an Filme von Tim Burton, was auch ganz gut zur Geschichte passt. Sollte mal eine Verfilmung geplant sein, wäre Tim Burton für dieses Buch meine erste Wahl. Außerdem ist das Layout insgesamt schön düster gehalten, schließlich ist es ja nun wirklich keine fröhlich-bunte Story.

    Fazit:   Eine düstere Geschichte voll skurriler Charaktere und wunderbar schwarzem Humor. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die im September 2010 bei uns erscheint.

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