Jonathan Lee Wer ist Mr Satoshi?

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Inhaltsangabe zu „Wer ist Mr Satoshi?“ von Jonathan Lee

»Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss‘ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton mit rätselhaftem Inhalt tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rästelhaften Mr Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem Ereignis im Jahr 1946 verwoben ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der Japanerin Chiyoko und einem pensionierten Sumoringer mit einer Vorliebe für Dolly Parton, deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf – und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher.

Jonathan Lee - ich denke, es ist ein schlecht übersetztes Buch

— DoreenGehrke

„Wer ist Mr. Satoshi“ ist wirklich ein interessantes Buch.

— Lealein1906

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  • Mit dem Blick durch die Kamera

    Wer ist Mr Satoshi?

    DoreenGehrke

    28. July 2017 um 08:44

    Der Autor, Jonathan Lee, beschreibt Ereignisse und Eindrücke des Protagonisten, Robert Fossick, detailreich und mitunter in einer neu entdeckten Sprache. Dabei ist die "neu entdeckte Sprache" nicht unbedingt ein Segen für das Erzählen. Die Wortwahl sowie das Zusammensetzen von Wörtern ist zwar gut gemeint, da der Autor versucht, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Aber ich finde, dass es das Erzählen erschwert, und ich fühle mich im Lesefluss gestört: „ein feiner Lichtstrahl laserte durch die Scheibe, fiel in das Glas in meiner Hand und brachte die Eiswürfel zum Vibrieren“, „das Gebrummel anderer Bewohner“, „das Wort Mutter, das sich in meiner Kehle staute und ins Zimmer ergoss“, „Stakkato von Schwarz-Weiß-Bildern“, „nur dieses Alien-Wesen, runzlig und pockennarbig, das sie noch hält“, „ließ gerade Eiswürfel in ein Glas klimpern“, „Ich ging in Habachtstellung, aber die Scheibe hielt“, „in dieser leeren Sekunden, dieser Blanko-Stelle der Zeit, wusste ich, dass ich Aktionsmöglichkeiten hatte“, „Zeitlupenmundbewegungen“. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte interessant. Es stellt sich für mich aber die Frage, warum Robert Fossicks Mutter sich gerade einen japanischen "Decknamen" für ihre englische Jugendliebe Reggie ausgedacht hatte. Und ich habe mich zudem immer gefragt, ob der eine oder andere es überhaupt aushalten kann, wenn man beim Lesen mit sich kämpfen muss. So heißt es z. B. „grazil gedrehter Hals“, als der Ich-Erzähler das Stürzen seiner Mutter beschreibt – kann der Hals einer Sterbenden noch grazil sein? oder „verunkrautete Alice-Fossick-Gedächtnisloch“, als der Sohn von weitem dem Begräbnis seiner Mutter beiwohnt - für das frisch ausgehobene Grab seiner Mutter? Allein ein einziger Satz hat mir gefallen, der mich von seinem nachgesagten Talent aber nicht überzeugen konnte: „Jeder zurückgelegte Meter fühlte sich an wie ein Sieg des Willens über die Materie.“

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  • Nicht nur ein Geheimnis zu lüften

    Wer ist Mr Satoshi?

    Lealein1906

    25. September 2016 um 00:02

    „Wer ist Mr. Satoshi“ ist wirklich ein interessantes Buch. Wie man schon am Titel erkennt birgt das Buch die ganze Zeit einen gewissen Spannungsfaktor, weil man natürlich wissen will, wer dieser Mr. Satoshi ist und das erst am Ende aufgeklärt wird. Am meisten gefällt mir die Vielschichtigkeit des Buches. Man hat zum einen die Hauptgeschichte von Foss, aber auch schon hier einen Teil der Vergangenheit, das Schicksal mit seiner Frau, was nach und nach aufgeklärt wird. Dann will er die Geschichte der Mutter rausfinden, was ihre Beziehung zu besagtem Mr. Satoshi war. Und dessen Geschichte wiederum endet am Ende sogar mit einem Mordfall. Viele spannende Geschichten zu einer einzigen vereint. Die Identifikation mit der Hauptperson ist mir nicht so leicht gefallen, weil es für mich schwer war, sich in einen Mittvierziger, der die ganze Zeit Medikamente nimmt und ausgebrannt ist, reinzuversetzen. Trotzdem werden seine Gefühle und Gedanken gut beschrieben und man kann alles gut mit der Person miterleben. Der Szenenwechsel nach Japan gefällt mir auch gut, einfach weil wieder ein mehr exotisches Land beschrieben wird. Dort gefallen mir auch viel mehr die neu eingeführten Charaktere, weil sie ganz anders als die Personen am Anfang sind. Das Buch war gut zu lesen, wenn auch am Anfang nicht so sehr fesselnd, aber in der schillernden Welt Japans und mit der Aufdeckung des Geheimnisses dann schon. Am Anfang braucht er meiner Meinung nach einfach zu lang, bis er sich wirklich entschließt, etwas zu unternehmen. Gutes Buch, mit schönen detailreichen Szenen, in dem man viel von einem neuen Land mitbekommt und in die Vergangenheit von vielen Figuren eintaucht. Es vereint Spannung, ein bisschen Romantik und Abenteuer mit einem Hauch von Krimi. Dafür gibt es vier Sterne von mir.

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  • Eine Reise nach Japan, eine Reise zu sich selbst

    Wer ist Mr Satoshi?

    jenvo82

    26. June 2016 um 22:47

    "Aber ich vermute mal, wenn man einen alten Menschen mit den Augen eines jungen Menschen sieht, hat man immer das Gefühl von etwas Verlorenem oder Verpasstem."InhaltNach dem Tod seiner betagten Mutter kommt ihr Sohn, Robert Fossick in den Besitz einer alten Kiste, deren Inhalt ganz unbedingt einem gewissen Mr. Satoshi zugestellt werden muss. Satoshi lebte zuletzt in Japan und scheint der Jugendfreund der verstorbenen Alice gewesen zu sein. Da Robert nicht weiß, wie er mit den Dokumenten in der Kiste verfahren soll, beschließt er sich direkt nach Japan zu begeben und den ominösen Freund ausfindig zu machen. Doch die Suche nach dem Mann gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn weder die Adresse noch die Namensbezeichnung ist korrekt. Doch durch einige glückliche Zufälle und akribische Recherchearbeit gelingt es Robert schließlich den gesuchten Mann ausfindig zu machen. Der lebt mittlerweile in einer Betreuungsanstalt und blickt auf ein Leben voller Geheimnisse zurück ...MeinungDie Grundidee und der ansprechende Klappentext haben mich dazu bewogen, dass Buch bereits zum Erscheinungstermin im Jahr 2015 auf meine Wunschliste zu setzen und nun habe ich endlich die Zeit gefunden mich dieser Lektüre zu widmen.Der Roman zehrt von einer wunderschönen, schnörkellosen Sprache, die ebenso geradlinig wie aussagekräftig ist und viele schöngeistige Passagen enthält. Doch leider konnte mich die Geschichte so ganz und gar nicht in ihren Bann ziehen, weil die Distanz zwischen den Protagonisten und dem Leser konstant aufrecht erhalten wurde. So ist es nicht nur das fremde Japan, die etwas schrägen, individualistischen Charaktere sondern in erster Linie die fehlende Spannung, die hier zum Punktabzug führt. Gut die Hälfte des Buches wird Zeit damit verschwendet, die Hintergründe und dramatischen Ereignisse aus Roberts Leben aufzurollen und die Frage nach Mr. Satoshi rückt so weit in Vergessenheit, dass ich mich stellenweise gefragt habe, was uns der Autor hier eigentlich mitteilen möchte.Erst auf den letzten 40 Seiten bekommt der Roman jenen Glanz, den ich so gern schon vorher gespürt hätte, denn dann lernen wir nicht nur Satoshi kennen, sondern auch sein Geheimnis und die Gründe, die dazu führten, dass er seine geliebte Alice förmlich über Nacht verlassen hat. Doch aus dieser Geschichte hätte man deutlich mehr machen können.FazitIch vergebe 3 Sterne für einen sprachlich schönen Roman, der die unterschiedlichen Werte und Befindlichkeiten von Menschen gekonnt einfängt, dabei aber immer wieder von der Haupterzählung abschweift und sich stellenweise in unschöne Längen verliert. Und geht es auch um das Thema verlorene Liebe, schweres Schicksal und unwiderrufliche Fehlentscheidungen, so können hier die Charaktere nicht wachsen, sich nicht entwickeln und durchlaufen ein vom Zufall bestimmtes Leben, welchem sie kaum etwas entgegensetzen. Leider konnte der Roman meine Erwartungen nur bedingt erfüllen und wandert daher in die Kategorie: Kann man lesen, muss man aber nicht.

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  • Selbstfindung über Umwegen

    Wer ist Mr Satoshi?

    YukBook

    21. May 2016 um 11:03

    Robert Foss, Hauptfigur dieses Romans, führt ein Einsiedlerdasein. Er ist tablettensüchtig und leidet unter Depressionen. Als seine demenzkranke Mutter im Altersheim verstirbt, wirft ihn dies gleich doppelt aus der Bahn. Es ist nicht nur sein zweiter Verlust, nachdem seine Frau bei einem tragischen Unfall ums Leben kam; seine Mutter hinterlässt ihm auch noch geheimnisvolle Briefe an einen Mann in Tokio, von dem er bisher noch nie gehört hat.  Wer ist dieser Mister Satoshi und warum wünscht sich seine Mutter, dass er ihre Briefe bekommt? Wie gut kannte er überhaupt seine Mutter? Jonathan Lee beschreibt sehr eindringlich, wie das Päckchen mit der fehlerhaften Anschrift eine immer größere Macht auf ihn ausübt. Ihm ist klar, dass er sich davor fürchtet, die Wahrheit zu erfahren, eine Grenze zu überschreiten, so als würde er die Büchse der Pandora öffnen. Und doch entschließt er sich dazu, den letzten Wunsch seiner Mutter zu erfüllen. Die Suche des Unbekannten bildet den roten Faden des Romans und steigert die Neugier auf diese mysteriöse Figur, die offenbar eine wichtige Rolle im Leben von Foss’ Mutter gespielt hat. Eigentlich geht es jedoch mehr um Foss’ persönliche Entwicklung und Selbstfindung dabei. Er wird gezwungen, gleich mehrfach über seinen Schatten zu springen: Er muss sein Schneckenhaus verlassen, sich ausgerechnet in das Getümmel von Tokio stürzen, mit seinen Panikattacken fertigwerden und die Hilfe fremder Menschen annehmen – genauer gesagt einer jungen schrägen Japanerin namens Chiyoko.  Seine Ankunft am Narita Flughafen, die Fahrt mit dem Taxi durch das Lichtermeer von Shibuya und die ersten Erfahrungen mit einem typisch japanischen High-Tech-Klo im Hotel konnte ich gut nachempfinden, da ich es selbst schon oft genug erlebt habe. Dagegen war der zweite Schauplatz, Sapporo im hohen Norden, Neuland für mich.  Interessant wird die Geschichte vor allem dadurch, dass der Autor nach und nach Foss’ vergangenes Leben als erfolgreicher Fotograf und glücklicher Ehemann ans Licht bringt und ein immer schärferes Bild des Protagonisten zeichnet. Sehr schön beschrieben ist, wie Foss seine Begleiterin Chiyoko, die er aus den Augen verloren hat, durch den Sucher seiner Kamera absucht und seine Lust auf das Fotografieren neu geweckt wird. Am meisten hervorzuheben ist jedoch Lees außergewöhnlicher Schreibstil, der tief in die Seele der Charaktere blicken lässt. Der Wechsel zwischen einem humorvollen und melancholischen Ton und die frischen und originellen Formulierungen sorgen für ein großes Lesevergnügen.

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  • Post für Mr Satoshi

    Wer ist Mr Satoshi?

    Greedyreader

    21. February 2016 um 18:50

    “Wer ist Mr Satoshi?” ist das Debüt eines neuen Sterns am britischen Literaturhimmel. Der Roman beginnt mit einer verstörenden Szene. Robert oder auch Rob oder Foss, 41 besucht seine 80jährige demente Mutter Alice im Altersheim Finegold Mews. Er sieht durch die Scheibe der Terrassentür, wie seine Mutter beim Unkrautzupfen plötzlich stürzt. Ihr Sohn schaut ihr untätig und wie gelähmt beim Sterben zu. Diese Szene stimmt den Leser sogleich darauf ein, dass mit dem Protagonisten so einiges nicht stimmt. Foss war einst ein gefeierter Fotograf, bis ihn der Unfalltod seiner Frau Chloe völlig aus der Bahn warf. Seither ist er depressiv, leidet an Agoraphobie und betäubt seinen Schmerz mit Alkohol und Tabletten. Das Haus verlässt er nur noch einmal im Monat, um seine Mutter zu besuchen. Bei diesem letzten Besuch hat ihm seine Mutter wenige Minuten vor ihrem Tod einen Schuhkarton gezeigt, den ein Mr. Satoshi bekommen soll. Nach der Beerdigung spricht ihn Freddie - ebenfalls Heimbewohnerin und beste Freundin seiner Mutter seit der gemeinsamen Schulzeit - auf diesen Karton an, denn auch an sie hat die Mutter die entsprechende Bitte gerichtet. Freddie weiß, dass der geheimnisvolle Mr. Satoshi ein junger Mann namens Reggie aus Bristol war, die Jugendliebe seiner Mutter. Foss fühlt sich verpflichtet, den letzten Wunsch seiner Mutter zu erfüllen, obwohl es ihm schwer fällt, seine selbst gewählte Einsamkeit aufzugeben. Die Reise führt ihn, der Menschenansammlungen nicht erträgt, ausgerechnet in die Millionenstadt Tokio. Dort lernt er die attraktive Studentin Chiyoko mit den pinkfarbenen Haaren kennen, die nebenher an der Rezeption eines Hotels arbeitet. Sie hilft ihm bei den Recherchen und begleitet ihn auf einer Reise nach Sapporo, wo Mr. Satoshi alias Reginald Pickford einen Job an der Universität hatte. Foss erfährt immer mehr über die Vergangenheit, taucht immer tiefer in die ihm bisher unbekannte Geschichte seiner Mutter ein, bis er sich - ein gewandelter Mensch - auf den Rückweg nach Tokio machen kann. Der mit Ausnahme der alten Briefe aus der Perspektive von Foss erzählte Roman weist eine für einen Debütroman ungewöhnliche sprachliche Qualität auf und liest sich hervorragend. Der Leser begleitet den Protagonisten auf der Spurensuche bis zur Auflösung des Rätsels. Manches ist dabei vorhersehbar. Ich habe zum Beispiel das zentrale Geschehen im Jahr 1946, das die Liebenden auseinander brachte, frühzeitig erraten. Der Autor verwendet vertraute Topoi wie die Reise, die nicht nur räumliche Veränderung ist, sondern auch eine Reise zu sich selbst. Sie reißt Foss aus seiner Lethargie und führt ihn ins aktive Leben zurück. Sogar eine neue Liebe scheint möglich. Ein sehr empfehlenswerter Roman.

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  • Murakami 2.0?

    Wer ist Mr Satoshi?

    letusreadsomebooks

    20. February 2016 um 13:40

    Robert Fossick – kurz Foss – ist ein ziemliches Wrack. Als Witwer mit diversen Angstzuständen und unzähligen Medikamenten gegen ebendiese hat er es nicht leicht. Er hat schon seit Ewigkeiten kaum seine Wohnung verlassen, außer vielleicht, um seine Mutter zu besuchen. Als diese stirbt, hinterlässt sie ihm ein Päckchen für einen gewissen Mr. Satoshi. Er stellt erste Nachforschungen an und findet heraus, dass Satoshi, falls er noch lebt, in Tokio wohnt. Wird er über seinen eigenen Schatten springen und sich auf eine lebensverändernde Reise begeben? Viele sagen (Booktrust, Amazonkunden, Blogger), dass Lee der neue Murakami sei – oder zumindest so schreibe, wie der junge Murakami damals in seinen ersten, brillanten Werken. Teils stimmt das. Ich würde sagen, dass gewisse Ähnlichkeiten im Erzählstil auftreten. Wenn man Murakami-Fan ist, spürt man eine gewisse Vertrautheit beim Lesen von Wer ist Mr. Satoshi?. Sprachlich gesehen gibt es aber große Unterschiede. Murakami schreibt mit einer eleganten Schlichtheit, während Lees Sprache oft poetisch und opulent ist. Tja, ein grauer Schatten dieses Rauchs hängt immer noch in der Luft, und im Umkreis von Meilen um die Stadt hat sich eine Wolke von pulverisierten Geheimnissen abgesetzt. […] Erinnerungen an ein längst vergessenes Tokio ragen aus der Asche wie versengte Daumen. Hier muss auch der Übersetzerin Cornelia Holfelder-von der Tann ein großes Kompliment gemacht werden, denn sie gibt dem Autor eine unvergleichliche deutsche Stimme. Der Zug machte ein schönes Geräusch, während er südwärts sauste, ein Grundrauschen, das all die Stimmen derer aufsammelte, die sich murmelnd durch die Waggongänge arbeiteten, sich Wände und Haltegriffe entlangtasteten. Es war eine Musik, die die Linearität der Zeit aufzuheben schien. Ich blickte Monate und Jahre zurück und fand nur Spuren meiner selbst, Bilder, die ins Jetzt diffundierten, vorbeirauschten, ein leises Wackeln in den Bäumen jenseits der Scheibe hinterließen. Foss ist eine richtig arme Socke und er tat mir wirklich Leid. Er war mir von Anfang an sympathisch und ich hatte nie den Eindruck, dass er sich in Selbstmitleid suhlt. Er ist ein sehr, sehr spezieller Typ und gerade das macht ihn meiner Meinung nach besonders liebenswürdig. Er hat Traumata zu verarbeiten und ist auf der Suche nach sich selbst, nach einem neuen Leben. Dabei begegnet er einigen skurrilen Nebencharakteren – wie Freddie, Daisuke und Wendy. Der Roman ist vielschichtig: er ist spannend, er lässt uns schmunzeln und auflachen, er rührt und er schockiert. Und vor allem zeigt er uns, dass das Leben immer weiter geht. Wie sagt man so schön? It ain’t over till it’s over. Das einzige, was zu bemängeln wäre, ist der Höhepunkt gegen Ende des Buches. Das Ereignis wirkte sehr konstruiert, aber auf der anderen Seite muss man gestehen, dass es trotzdem für Spannung gesorgt hat. Jonathan Lees Wer ist Mr. Satoshi? ist ein toller und lesenswerter Roman, der ohne große Action auf seine ganz eigene Art Spannung und einen Sog erzeugt. Lee versteht es, Geschichten zu erzählen und tut dieses mit einer wunderbaren, teils poetischen Sprache. Ich würde ihn nicht als „neuen Murakami“ bezeichnen, aber er ist ein talentierter junger Schriftsteller, der meines Erachtens viel Aufmerksamkeit verdient hat. Ich freue mich schon darauf, mehr von ihm zu lesen.

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  • Rezension zu Jonathan Lee - Wer ist Mr Satoshi?

    Wer ist Mr Satoshi?

    Lumi

    07. February 2016 um 14:28

    Das Leben von Robert Fossick - von allen stets nur Foss genannt - ist nach einem tragischen Unglück ziemlich aus den Fugen geraten. Von Panikattacken heimgesucht verlässt er kaum noch seine Wohnung und nennt eine bunte Tablettensammlung sein Eigen. Auch seinen Beruf, die Fotografie, kann er nicht mehr ausüben: seinen Bildern fehlt seiner Ansicht nach jegliche Bedeutung. Schwung kommt erst wieder durch den Tod seiner demenzkranken Mutter in sein Leben. Kurz vor ihrem Ableben hatte sie ihm noch ein Päckchen gezeigt, das unbedingt an einen gewissen Mr. Satoshi geschickt werden sollte. Foss hat keine Ahnung, wer dieser Mann sein könnte und was er mit dem Leben seiner Mutter zu tun haben könnte, doch das Rätsel lässt ihn nicht mehr los und führt ihn schließlich nach Japan. In Tokyo lernt er die junge Chiyoko kennen, die ihn fortan bei seiner Suche unterstützt. Gemeinsam begibt sich das ungleiche Paar auf eine Reise in die Vergangenheit des Landes und Foss muss dabei feststellen, dass seine Mutter möglicherweise ganz anders war, als er geahnt hatte... "Wer ist Mr Satoshi?" ist ein interessanter Roman über ein großes, wohl gehütetes Familiengeheimnis und wirft die Frage auf, wie gut man seine Eltern wirklich kennt. Es ist aber auch eine Geschichte über Japan und seine Vergangenheit. Am Anfang hatte ich meine Mühe, mit dem Erzähler Robert Fossick warm zu werden. Erst mit der Zeit, als seine Geschichte Stück für Stück beleuchtet wurde, begann ich sein Verhalten zu verstehen und konnte es einigermaßen nachvollziehen. Grundsympathisch wurde er mir dennoch bis zum Ende nicht. Dafür vermochte jedoch die Geschichte des Romans, besonders die Suche nach Mr Satoshi, mich zu fesseln. Vom Anfang bis zum Ende kamen immer neue Puzzlestücke dazu, sodass sich langsam ein vollständiges Bild ergab. Gut gefallen haben mir auch die Schilderungen von Foss' Problemen in Japan, der Hilflosigkeit aufgrund mangelnder Sprachkentnisse, die Missverständnisse durch die kulturellen Unterschiede und natürlich auch Foss' Panik vor Menschenmassen in einer überfüllten Stadt wie Tokyo. Japan wurde durch die Schilderungen des Autors lebendig vor meinen Augen. Die Sprache von Jonathan Lee habe ich als originell und gut lesbar empfunden, den oft zitierten Vergleich mit Haruki Murakami würde ich jedoch so nicht unterschreiben. Insgesamt ist Lee mit "Wer ist Mr Satoshi?" ein guter Roman über Geheimnisse der Vergangenheit gelungen, den ich gerne gelesen habe. Einzig die Hauptperson war für mich ein wenig zu sperrig.

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  • Der Engländer

    Wer ist Mr Satoshi?

    walli007

    29. December 2015 um 10:14

    Robert Fossicks Mutter leidet schon seit längerem an Demenz, trotzdem kann sie es nicht lassen, das Unkraut zu zupfen, das sich durch die Fugen der Terrassenfliesen wagt. Eines Tages stürzt sie dabei so schwer, das sie stirbt. Ihr Sohn Robert ist bei ihr, kann das Unglück allerdings nicht verhindern. Kurz vorher hat ihm seine Mutter aufgetragen, er solle ein Päckchen an Mr. Satoshi schicken. Doch wer ist das überhaupt? Robert, der sich sehr zurückgezogen hat, weil er nach dem Unfalltod seiner Frau mit dem Leben nicht mehr klarkommt, beginnt fast widerwillig mit den Nachforschungen. Eigentlich möchte er seine Ruhe, aber er möchte auch den letzten Wunsch seiner Mutter erfüllen. Kennt man das Leben seiner Eltern? Oder kann es nach dem Tod eines Elternteils noch Überraschungen geben. So langweilig das Leben in mittleren Jahren vielleicht zu werden beginnt, wenn man dann nicht gerade richtig durchstartet, so gab es vielleicht auch Zeiten, in denen die älteren auch einmal etwas erlebt haben. Zeiten, in denen ihnen ein ganz anderer Weg vorgezeichnet schien, ein toller Beruf, eine große Liebe. Und irgendwann ist man eine alte Dame, die sich genau daran kaum noch erinnern kann. Und man hinterlässt einen Sohn, in dessen Dasein alles geregelt schien und der nach diesem tragischen Ereignis für immer gezeichnet zu sein scheint. Roberts Mutter wünschte dem Mr. Satoshi aus ihrer Jugend noch ein Zeichen senden zu können und nun ist es Robert Aufgabe, das Päckchen zu überbringen.  Es könnte eine einfache Briefzustellung sein, wenn man denn eine gültige Anschrift hätte. Doch wie Robert sich auf die Reise nach Japan und damit in die Vergangenheit seiner Mutter begibt, begibt er sich auch auf die Reise nach sich selbst und in seine Zukunft. Manchmal möchte man ihn aus seiner Lethargie schütteln, ihn aufrütteln, Robert jedoch braucht seine Zeit. Schritt für Schritt geht er seinen Weg und er nimmt die Leser mit auf eine Reise in ein fernes Land und in eine Welt, in der es Hoffnung gibt.

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  • Auf der Suche nach Mr. Satoshi

    Wer ist Mr Satoshi?

    Insel56

    14. December 2015 um 10:16

    Die Mutter des Fotografen Foss lebt in einem Altersheim und ist mittlerweile völlig dement. Als seine Mutter vor seinen Augen zusammenbricht und verstirbt, ist Foss aufgrund seiner Psyche völlig handlungsunfähig. Er lebt völlig zurückgezogen und nun hat er vor Tod der Mutter von ihr den Auftrag bekommen, ein Päckchen an Mr. Satoshi zu liefern. Wer ist Mr. Satoshi? Robert erfährt von einer Heimmitbewohnerin, die in jungen Jahren mit seiner Mutter befreundet war, das es Mr. Satoshi wirklich gegeben hat und seine Mutter ihn geliebt hat. Robert, der normalerweise nicht sein Heim verlässt, macht sich mit Hilfe einer jungen Japanerin in Japan auf die Suche nach dem geheimnisvollen Mann. Eigentlich ist dies jedoch die Hintergrundgeschichte, denn im Vordergrund steht Robert, der sich über sein eigenes Leben im Klaren werden muss bzw. wird. Was passiert ohne Psychopharmaka mit ihm? Mir ist es teilweise sehr schwer gefallen mich auf die Geschichte von Robert einzulassen, denn ich konnte einerseits sein Fühlen und Denken schwer nachvollziehen andererseits ist mir Japan mit seienr Kultur so fern wie vorher und die Familiengeschichte ist für mich zu sehr in den Hintergrund gerückt.

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  • Jonathan Lee - Wer ist mr Satoshi?

    Wer ist Mr Satoshi?

    miss_mesmerized

    22. November 2015 um 06:09

    Nach dem Tod seiner Mutter wird der englische Fotograph Foss mit einer ungewöhnlichen Aufgabe konfrontiert: die wollte gerne noch ein Päckchen abschicken, was ihr aber nicht mehr gelang. Es ist bereits adressiert, allerdings stimmt die Anschrift nicht. Da es ihr wichtig erschien, macht sich der Trauernde auf die Reise den ominösen Herrn Satoshi zu finden. Seine Suche führt ihn nach Japan, wo er nicht nur mit der Vergangenheit seiner Mutter, sondern auch mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten und Ängsten konfrontiert wird und sich vielem stellen muss, was er über Jahre hinweg verdrängt hatte. Beginnt das Buch mit interessanten Aspekten und spannenden Fragen: wer ist Mr Satoshi? Was ist in dem Päckchen? Welche Verbindung hat er zur Mutter? neben: was ist in Foss‘ Vergangenheit passiert, dass er die Fotographie aufgegeben hat und weshalb lebt er derart zurückgezogen, verliert das Buch jedoch im Zeiten Teil diese Spannung und wird mehr und mehr zur Innenschau des Protagonisten, die deutliche Längen aufweist. Die Begegnungen unterschiedlicher Menschen, die eine Entwicklung auslösen und somit zu einem spannenden Psychogramm führen könnten, bleiben jedoch hinter den Möglichkeiten zurück und so verliert sich der Roman im Laufe der Suche selbst.

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  • Was wissen wir über unsere Eltern?

    Wer ist Mr Satoshi?

    uli123

    01. November 2015 um 16:48

    Seit dem tragischen Tod seiner schwangeren Frau ist der einst brillante Fotograf Robert Fossick ein tablettenabhängiger, unter Panikattacken leidender Einsiedler. Seine an Demenz erkrankte Mutter beauftragt ihn kurz vor ihrem Tod, einem gewissen Mr Satoshi einen Schuhkarton zukommen zu lassen. Rob nimmt die Suche des ihm bis dahin unbekannten Mannes auf. Sie führt ihn in das schillernde Japan. Mit Hilfe der exzentrischen Studentin Chiyoko deckt er allmählich die ihm vorenthalten gewesene Familiengeschichte seiner Mutter auf und findet dabei zu sich selbst zurück. Wer gerne Bücher liest, deren Handlung im asiatischen Raum angesiedelt ist, sollte zu diesem Roman greifen. Dass seine Geschichte (auch) in Japan spielt, ist bereits anhand des Buchtitels mit seiner Bezugnahme auf einen japanischen Namen und der angedeuteten japanischen Flagge auf dem Buchcover zu erahnen. Über das Japan der Gegenwart und während der Zeit seiner Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg sind interessante Informationen zu erlangen. Das Rätsel um den mysteriösen Mr Satoshi wird Stück für Stück gelöst, so dass es heißt, am Ball zu bleiben, will man schnell die Zusammenhänge zwischen ihm und Robs Mutter erfahren. Das Ende birgt dann einige überraschende Wendungen. Einige Fragen bleiben allerdings unbeantwortet. Neben dem titelgebenden Protagonisten ist auch die Person des Erzählers Robert interessant. Sein allmählich eingeführtes Schicksal lässt einen verstehen, weshalb er zu dem wenig Sympathie erheischenden Menschen geworden ist, der er gegenwärtig ist. Zu erwähnen bleibt noch, dass - geschuldet den literaturwissenschaftlichen Berufen von Chiyoko und Robs verstorbener Frau - in dem Buch viele schöne Bezugnahmen auf Dichter zu finden sind und aus ihren Werken zitiert wird, z.B. Robert Frost. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Familien-, Liebes- und sogar etwas Kriminalgeschichte, kein Roman wie jeder andere und gerade deshalb lesenswert.

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  • Wer ist Mr Satoshi?

    Wer ist Mr Satoshi?

    Lienne

    30. September 2015 um 22:08

    »Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss’ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem herzzerreißenden Ereignis im Jahr 1946 verbunden ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der pinkhaarigen Chiyoko deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf - und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher. Meine Meinung: Ein sehr interessantes Buch, das nicht durch viel Action besticht, sondern viel mehr durch einen tollen, ja fast schon poetischen Schreibstil und wunderbar ausgearbeiteten Charaktere. Ich habe Foss sehr gern auf seinem Weg begleitet und fand das Zusammenspiel von Foss und Chiyoko sehr interessant. Die Enthüllungen der Geheimnisse gingen nach und nach vonstatten, sodass die Spannung generell erhalten blieb. Es ist wie ein Puzzle, es kommt immer wieder ein kleines Teilchen der Geschichte dazu. Zwischenzeitlich fand ich es jedoch ein wenig langatmig. Das Ende zeigt eine  Tragik auf...es ist definitiv keine lockerleichte Geschichte, sondern hat Tiefe und Schwere. Fazit: Insgesamt eine lesenswerte Geschichte, die mich trotz einiger Längen fesseln konnte!

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  • Manchmal ist das Ende ein neuer Anfang

    Wer ist Mr Satoshi?

    JessSoul

    19. September 2015 um 20:20

    Normalerweise schreibe ich ja immer eher auf sachliche Art Rezensionen, aber bei diesem Buch muss ich eine Ausnahme machen, denn ich weiß gar nicht so richtig, wo und wie ich anfangen soll. Zuallererst muss ich zugeben, dass ich ein Faible für Japan habe und das nicht erst, seit ich Murakami für mich entdeckt habe. Es ist aber eher das Interesse an Geschichte und Tradition, da mir die Moderne hier doch ein bisschen zu viel des Guten ist. Oder besser war, bis ich dieses Buch gelesen habe. Foss, der Protagonist dieses Buches, ist Photograph, und noch dazu einer, der richtig gut ist und sogar schon für die Vogue photographiert hat (was ja heutzutage der Erfolgsbeweis schlechthin ist), er hat aber aufgrund seiner Agoraphobie schon lange nicht mehr die Kamera in die Hand genommen. Von den Tantiemen für frühere Arbeiten kann er ganz gut leben oder sagen wir eher überleben, denn den ganzen Tag allein in den eigenen vier Wänden zu hausen und nur ab und zu die demente Mutter zu besuchen, ist nicht wirklich ein Leben. Als er eines Tages wieder zu Besuch bei seiner Mutter ist, stirbt diese plötzlich und hinterlässt Foss ein Päckchen, das unbedingt an einen ominösen Mr. Satoshi übergeben werden soll. Foss selbst hat keine Ahnung, wer dieser Mr. Satoshi ist und was in dem Päckchen sein könnte. Nur die beste Freundin seiner Mutter weiß ein bisschen was über ihn und stachelt Foss auch immer weiter an, das Päckchen tatsächlich zu übergeben und sich dazu auf die Suche nach Mr. Satoshi zu machen. Und auch sein Agent sitzt ihm ständig im Nacken, weil er neue Photos haben will. Also trifft Foss kurzerhand und sich selbst überrumpelnd den Beschluss, sich auf den Weg nach Japan zu machen. Und was er da erlebt, kann man nur als die Reise seines Lebens bezeichnen. Denn er erfährt nicht nur viel mehr über seine Mutter und deren Leben, sondern er schafft es endlich auch, seine eigene Vergangenheit zu verarbeiten und damit seine ihn ständig begleitenden Ängste abzuschütteln. Ganz alleine hat er dies aber nicht geschafft, denn gleich zu Beginn seiner Reise lernt er die Studentin Chiyoko kennen, die nicht nur ihn, sondern auch uns Leser ganz geschickt in das moderne Japan einführt und ein ganz unverzichtbarer Teil dieser tollen Geschichte ist. Mir hat das Buch absolut super gefallen und es wird noch lange in meinem Gedächtnis bleiben, nicht zuletzt deshalb, weil der Autor mit dieser Erzählung eine außerordentliche Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe beweist, die er auch noch sehr schön literarisch verpackt, sodass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als dieses Päckchen anzunehmen, zu öffnen und den Inhalt für immer zu behalten :-)

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  • Interessante Grundidee, deren Umsetzung jedoch nur teilweise gelungen ist

    Wer ist Mr Satoshi?

    coala_books

    03. September 2015 um 15:53

    Ein Buch mit einer mehr als interessanten Grundidee, als der Sohn sich nach dem Tod seiner Mutter auf die Suche nach einem verschollenen Bekannten begibt. Welche Verbindung gab es wohl zwischen den Beiden, welches Geheimnis gilt es zu lüften. Dafür reist er nach Japan und begibt sich in einem neuen Land und einer neuen Kultur auf die Suche. Die Figur von Robert ist dabei mehr als interessant, jedoch konnten Sympathien nicht wirklich überspringen. Er verstrickt sich leider allzu sehr in Selbstmitleid. Jedoch ist der Roadtrip durch Japan mehr als unterhaltsam und man lernt so einiges über Land und Leute. Die Handlung entwickelt sich zu Anfang mehr als zäh und etwas mehr Bewegung hätte der Geschichte mehr als gut getan zu Beginn. Gegen Ende scheinen sich die Ereignisse jedoch nach und nach zu überschlagen und man wird für den doch etwas langwierigen Weg durch das Buch mit einem fulminanten Abschluss versöhnt.

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  • Lesenswert

    Wer ist Mr Satoshi?

    bieberbruda

    28. August 2015 um 13:26

    "Wer ist Mr. Satoshi?" lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken: Ein bisschen Charakter- und Kulturstudie ein bisschen Historie und Liebesroman versprechen ein gelungenes Leseereignis. Die Story: Der Fotograf Foss steckt in einer Lebenskrise: Nach dem Tod seiner Frau muss er auch noch miterleben, wie seine demente Mutter im Altersheim auf dem Balkon so unglücklich stürzt, dass sie nicht mehr aufsteht. In ihrer Wohnung findet er einen alten Schuhkarton, der (laut seiner Mutter) für einen Mr. Satoshi bestimmt war. Doch wer ist dieser mysteriöse Mann? Foss fängt an, in ihrer Vergangenheit zu graben und reist letztendlich nach Japan. Im schrillen Tokio hilft ihm die Japanerin Chiyoko mit seiner Suche nach Mr. Satoshi und letztendlich auch sich selbst... Meine Meinung: Das Buch besticht vor allem durch seinen warmherzigen und fast schon poetischen Schreibstil. Bei manchen Büchern finde ich das zu blumig, langatmig oder sogar nervig. Jonathan Lee schafft es jedoch, dass sich das Buch durchweg angenehm lesen lässt - auch ohne, dass allzu viel geschieht. Es lebt vor allem durch seine Charaktere: Der überforderte Foss kämpft mit Panikattacken, Pillensucht und seiner Vergangenheit. Seine Begleiterin Chiyoko ist eine taffe Frau und auf dem ersten Blick das genaue Gegenteil von Foss. Das Zusammenspiel beider Charaktere ist deshalb nicht immer reibungslos. Die Vergangenheit seiner Mutter und die Beziehung zu Mr. Satoshi wird nur häppchenweise enthüllt, sodass die Spannung erhalten bleibt. Am Ende wird es sogar richtig dramatisch, aber hier möchte ich nicht zu viel verraten. Ich ziehe einen Stern ab, weil ich mir nicht sicher war, ob mir der teilweise etwas wehleidige Foss sympathisch war und da das Buch vor allem mit Mittelteil einige Längen hatte. Fazit: Eine lesenswerte Charakterstudie mit Einblicken in die japanische Kultur, einem herausragenden Schreibstil und einem überraschenden Ende. Ich vergebe 4 Sterne.

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