Jonathan Lethem Die Festung der Einsamkeit

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Inhaltsangabe zu „Die Festung der Einsamkeit“ von Jonathan Lethem

Als der kleine Dylan Ebdus mit seiner Familie in den siebziger Jahren nach Brooklyn zieht, erwartet ihn eine harte Bewährungsprobe. Denn er ist der einzige weiße Junge in der Nachbarschaft, die fast ausschließlich aus Schwarzen besteht. Jede Zuneigung muss er sich erkämpfen, und doch bleibt er immer ein Außenseiter. Als dann auch noch seine Mutter spurlos verschwindet, ist Dylan ganz allein auf sich gestellt. Bis er die Bekanntschaft von Mingus Rude macht, eines schwarzen Jungen, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Gemeinsam brechen die beiden auf, den Großstadtdschungel New Yorks zu erkunden – und zum ersten Mal hat Dylan das Gefühl, seinen Platz auf der Welt gefunden zu haben. Die New York Times kürte „Die Festung der Einsamkeit“ zum „Besten Roman des Jahres“.

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    Die Festung der Einsamkeit

    Skrutten

    24. November 2015 um 06:20

    Mich haben die tiefen Einblicke in die Gefühlswelt des in Brooklyn aufwachsenden weißen Protagonisten beeindruckt. Weitgehend auf sich selbst gestellt muß er die Strategien entwickeln, um sich gegen Gewalt und Drogen zu behaupten. Auch das winzige Quäntchen Phantasie paßt in den Roman - verschiedene Figuren fliegen durch die Luft.

    Ich lese weitere Bücher von Lethem!

  • Leserunde zu "Die Bienen" von Laline Paull

    Die Bienen

    Klett-Cotta_Verlag

    Und schon geht es in die nächste Leserunde! Wir möchten mit euch »Die Bienen«  von Laline Paull aus dem Tropen Verlag lesen. Seid ihr dabei? Infos zum Buch: Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie kann sprechen! Flora 717 ist eine Biene. Laline Paull erzählt das ergreifende Abenteuer dieser außergewöhnlichen Biene in einer anderen und doch zutiefst vertrauten Welt. Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren. Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit. HIER FINDET IHR EINE LESEPROBE Kurzinfos zur Autorin: Laline Paull studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. »Die Bienen« ist ihr Debütroman. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbet euch doch und gewinnt eines der zehn Leseexemplare von unseren Bienen! Am 02.10.14 ziehen wir die Gewinner.

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  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit" von Jonathan Lethem

    Die Festung der Einsamkeit

    Textravaganzen

    10. January 2012 um 21:26

    Dylan ist ein weißer Junge unter vielen schwarzen Kindern im Brooklyn der 70er Jahre. Von den meisten anderen Nachbarskindern ausgegrenzt, freundet er sich ausgerechnet mit dem berühmt-berüchtigten Mingus an, Sohn des noch berühmteren und berüchtigteren Barrett Rude Jr., einer Funk und Rap Legende. Wie Dylan, dessen Vater Maler ist und experimentelle Filmaufnahmen macht, kommt auch Mingus aus einem eher ungeregelten Haushalt. Außerdem sind die Mütter beider Jungen abwesend. Obwohl diese Abwesenheit allgegenwärtig ist, wird sie jedoch nie explizit thematisiert. Vielmehr flüchten die beiden sich in die Musik, die Kunst des Graffitis, in den Drogenrausch und in die Welt ihrer Comic-Superhelden. Ein Ring, den Dylan von einem sterbenden Obdachlosen geschenkt bekommt, verleiht den Jungs magische Kräfte; so können die beiden, denen bereits in jungen Jahren so viel Schlechtes widerfuhr, zumindest versuchen, mit der gemeinsamen Kreation des Helden ‚Aeroman’ etwas Gutes zu tun. Doch als die beiden aus dem Kinderalter herauswachsen, trennen sich ihre Wege nach einem tragischen Vorfall, der Mingus ins Gefägnis bringt und über den sein bester Freund sein Leben lang Stillschweigen bewahren wird. Dylan, der zuvor oftmals schon hin und her gerissen war zwischen der Funk- und Rapmusik seiner schwarzen Nachbarskinder und dem Punk und Rock seiner weißen Mitschüler, hat auch auf dem College Anpassungsprobleme. War Dylan in Brooklyn nicht schwarz genug, ist er in Camden nicht weiß genug. Und obwohl es ihm gelingt nach einem weiteren Ortswechsel ein Studium abzuschließen, kann er seine Vergangenheit nicht vergangen sein lassen. Um endlich Frieden mit sich selbst zu schließen, zieht es nach zwanzig Jahren nicht nur Dylan, sondern auch ‚Aeroman’, nach Brooklyn, in die ‚Fortress of Solitude’, zurück… Jonathan Lethems ,coming-of-age novel’ versieht den Realismus des Ghettos mit ein bisschen Magie, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Außerdem ist die Perspektive eines weißen Jungen als Außenseiter inmitten des afro-amerikanisch geprägten Brooklyns sehr interessant. Dabei ist die Art und Weise, wie (pop-)kulturelle Güter wie Musik und Graffiti Identitäten produzieren, allgemeingültig und macht so diese einzigartige Geschichte universell.

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  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit" von Jonathan Lethem

    Die Festung der Einsamkeit

    Glitteratur

    07. November 2011 um 23:00

    . Abdrücke auf dem Asphalt . "Dylan ging seine Seite der Dean Street mit gesenktem Kopf auf und ab und prägte sich die Schieferoberfläche ein. Ohne hoch zu schauen konnte er allein anhand des Musters, das sich zu seinen Füßen abzeichnete, sagen, wann er sich vor Henrys oder dem leerstehenden Haus befand: die langen schrägliegenden Platten oder die eine hervorstechende mondartige Form oder die mit Beton ausgebesserte Stelle oder das eingebrochene Schlagloch, das sich immer mit Regenwasser füllte, wenn die Sommergewitter kamen und die schwülen Nachmittage von einem Augenblick zum anderen in dunkle, elektrisierte Stücke schlugen." . Die Abdrücke sind erfassbar, die Schatten und die Aushöhlungen. Die wirklichen Formen, die Straßen, die Menschen und ihre Gefühle entgleiten Dylan in Gowanus, dem schäbigen Teil Brooklyns, immer wieder. Die Zeit scheint dehnbar, aufgespannt zwischen den bröckelnden Fassaden über dem aufgeweichten Asphalt eines flirrenden Sommers zu liegen. Die Dean Street der 70er und 80er ist ein Mikrokosmos. Alte Puertoricaner sitzen an der Ecke auf Bierkästen, schwarze Jungen spielen Wandball, an beiden Enden der Straße spucken die Sozialbauten zuweilen einen ihrer Bewohner aus, der kleinen Jungen das Fürchten lehrt. "Manhattan ist das Sahnehäubchen, dafür ist Brooklyn ein aufgeklapptes Sandwich, dessen entblößte Stellen, von Tauben und Möwen ausgekundschaftet werden." In diese Szenerie versetzt Jonathan Lethem in "Festung der Einsamkeit" seinen sehr menschlichen Helden Dylan Ebdus. . Bewegungen auf Celluloid . Zunächst ist da noch Rachel, die Kette rauchende, fröhliche und unerschrockene Hippie-Mutter, die den einzigen Sohn mit ihren Emotionen "wie eine Weintraube zerquetscht." Sie ist der Grund, weshalb der einzige "Whiteboy" des Viertels hier ist: "Rachel hatte ein Programm, einen Plan. Sie war in den Straßen von Brooklyn aufgewachsen, und das würde Dylan auch." Bald darauf ist sie weg, hinterlässt einen Abdruck, ein Loch, das sich nur über Jahrzehnte füllen wird. Dafür zieht Mingus ins Nebenhaus: er ist der Sohn von Barrett Rude Jr., einem früher bekannten Soulsänger, und ebenfalls mutterlos. "Mutter ist verschwunden, aber der Junge hält alles zusammen", summt der Vater einmal. . Die Festungen der Einsamkeit. Barrett Rude Jr. veranstaltet im Obergeschoß Kokspartys, die Droge reißt ihn aus dem Fluss der Zeit, der gegen ihn arbeitet. Dylans Vater Abraham Ebdus hat sich in den Dachboden zurückgezogen und malt am längsten animierten Avantgardefilm der Welt. In Zeitlupe bewegen sich die Dinge, auf Celluloid sind sie manipulierbar, dem schmerzhaften Zugriff der Realität entzogen. Auf diese prallen Dylan und Mingus immer wieder. Mingus ist schwarz. Dylan ist weiß. Mingus ist anerkannt im Viertel, Dylans Heimweg von der Schule dagegen ein täglicher Spießrutenlauf: "Warum glotzt du so blöd, Mann? Yo, Mann, bist du ein rassistischer Motherfucker?" Schwarz und Weiß. Manchmal ergibt das braun. Oder grau. Die Grenzen sind abgesteckt und doch verschwommen. . Jonathan Lethem hat einen Roman geschrieben, der im sonnenaufgeweichten Asphalt von Brooklyn wurzelt, der aber viel Allgemeinmenschliches erzählt. Er handelt von der Festung der Einsamkeit, die das eigene Selbst ist. Von unser aller Urvater Abraham, der sich als Person entzieht. Von der Suche nach Rollen und dem Ablegen von zurechtgezimmerten Identitäten. Von der Angst vor Enttäuschungen, dem übergroßen Gefühl der Erwartungen und der Verantwortung, die auf Kinderschultern lastet. Von Antihelden, die Helden und Supermännern, die Verlierer sind. Von dem Versuch scharfe Konturen zu finden, beim Sprühen auf Wände, beim Zeichnen auf Celluloid, die doch immer wieder verschwimmen müssen. . Die wirklichen Darsteller des Lebens . Soul, HipHop und Punk, Graffiti und Breakdance – Lethem verwebt die subkulturellen Strömungen der 70er und 80er Jahre in die Handlung. Vielleicht fünfzig verschiedene Figuren ziehen durchs Buch. Beim Lesen hat man das Gefühl, sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite gegrüßt zu haben. Man streift sie, ist ihnen nah, verabscheut sie, vergisst sie wieder. Und vor allem: man muss auch immer wieder einfach lachen. . In der zweiten Hälfte dagegen schildert Lethem die Entwicklung des erwachsenen Protagonisten durch dessen eigene Perspektive. Wohl mit der Absicht, seinen inneren Wandlungsprozess deutlicher herauszuarbeiten. Dabei durchbricht er die Assoziationsfelder, die er anfangs in den atmosphärisch dichten Beschreibungen der Umgebung Brooklyns und ihrer skurrilen Bewohner entfaltet. Erst gegen Ende entwickelt sich die Spannung wieder, in der die Hauptfigur zwischen Abdrücken und Formen, zwischen Abbildern und wirklichen Personen schwebt. Und dann stellt Dylan fest: "Sehr lange hatte ich gedacht, Abrahams Vermächtnis wäre auch meines: sich auf den Dachboden zurückziehen, ohne singen oder fliegen zu können oder zu wollen, nur um zu ordnen und zu sammeln, um in meiner Festung der Einsamkeit Statuen aus meinen verlorenen Freunden zu machen, den wirklichen Darstellern des Lebens." . Er muss erst in das Gesicht des Freundes, wie in einen Spiegel schauen, um zu sehen, dass dieser ein anderer ist als er dachte, so wie er selbst. Die Wahrheit erschließt sich nicht im Schwarz-Weiß. Es gibt keine endgültige Wahrheit bei Lethem, aber es gibt das Leben, und ja, die Freundschaft: "Ein Zwischenraum öffnete und schloss sich mit einem einzigen Blick, wenn man blinzelte, verpasste man ihn."

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  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit" von Jonathan Lethem

    Die Festung der Einsamkeit

    The iron butterfly

    12. April 2010 um 20:31

    Brooklyn zu Beginn der siebziger Jahre. Im überwiegend von Schwarzen und Puertoricanern bewohnten Stadtteil tauchen die ersten weißen Hippiefamilien auf. Auch Dylans Familie zieht in ein Haus mitten ins Zentrum von Brooklyn. Dylan ist gerade mal acht Jahre alt, introvertiert, hochintelligent und einsam. Akzeptanz gibt es für ihn im Kreis der Kinder im Block nicht, er ist der einzige Whiteboy. Eines Tages verschwindet dann auch noch Dylans Mutter und lässt ihn und seinen Vater zurück. Abraham Ebdus, Dylans Vater flüchtet sich in seine Arbeit, die Malerei, der kleine Dylan existiert quasi stand-by, ohne wahre Zuneigung. Als der schwarze Mingus mit seinem Vater in den Block zieht, scheint Dylan den lang ersehnten Freund gefunden zu haben. Mingus' Vater war einst ein berühmter Soulsänger bei den Subtle Distinctions, aber der Ruhm ist verflogen genauso wie die Ehe zu Mingus Mutter. Mutterlos und ohne väterliche Aufmerksamkeit wachsen beide von nun an auf. Graffiti, Comics, Musik, Mädchen, Drogen, der Alltag auf Brooklyns Straßen für Dylan und Mingus. Jonathan Lethem hat mit "Die Festung der Einsamkeit" meines Erachtens einen großen Roman geschrieben. Als Leser schlüpfe ich durch seinen Erzählstil in beinahe jeden Charakter, bin Klein-Dylan, angstvoll auf dem Weg zum Kiosk, das Geld für die neuesten Comics in den Socken versteckt, weil an der nächsten Ecke schon ein Angriff drohen und ich im Schwitzkasten von einem schwarzen Jungen landen könnte. Ich bin Barrett Rude Junior, ständig auf der Suche "nach Nahrung für mein grüblerisches Herz", stoned und hoffnungslos alleingelassen mit einem Sohn, dem dasselbe Schicksal bevorsteht. Aber Dylans Herz schlägt wie jedes liebende Herz zwiegespalten, es schlägt für Brooklyn, für Gowanus, für seinen Block, aber auch in stetiger Angst...später im Verlauf schreibt er einmal folgende Worte..."Soweit die Geschichte. Aber wirklich bedeutsam ist nur die Geschichte eines Songs. Die Musik in dieser Auswahl erzählt ein Märchen von Schönheit, Inspiration und Schmerz, mit den Stimmen des Ghettos und der Vorstadt, der Kirche und des Schulhofs, Stimmen der Freude und der Trauer, manchmal Stimmen von solcher Schwermütigkeit und solchem Kummer, daß sie im Medium Pop fehl am Platz zu sein scheinen. Mögen diese Stimmen Sie dazu anregen, mitzurällern oder zu tanzen, mögen sie Sie dazu inspirieren, zu verführen oder zu spüren oder aufzubegehren oder einfach nur etwas weniger fernzusehen. Die Stimmen von Barrett Rude Jr. und den Subtle Distinctions führen allerdings nirgendwo hin, wenn nicht in Ihre eigene Nachbarschaft. In die Straße, in der Sie wohnen. Zu Dingen, die Sie zurückgelassen haben. Und genau das ist es, was man braucht, was man die ganze Zeit gebraucht hat. Wie der Song schon sagt: Manchmal müssen wir alle "Bothered Blue", beunruhigend traurig sein." Play that funky musik, Dylan! Play that funky music whiteboy! LESEN**LESEN**UNBEDINGT LESEN!! Musiktipp: Wild Cherry und alles was Funk und Soul noch so zu bieten haben.

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  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit"

    Die Festung der Einsamkeit

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. January 2009 um 15:29

    Graffiti, Soul, Rap. Im Brooklyn der 60iger Jahre wächst das Hippiekind Dylan zwischen schwarzen Nachbarn auf, als "Whiteboy" hat er es dementsprechend schwer. Doch mit seinem Freund Mingus kann er in Phantasiewelten aus Superheldencomics, Drogen und Musik flüchten, aber das Gleichgewicht in diesem kleinen Universum ist sehr empfindlich...
    Kraftvoll beschrieben!

  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit" von Jonathan Lethem

    Die Festung der Einsamkeit

    Babscha

    05. December 2007 um 22:38

    Das Buch erzählt die ersten 4 Lebensjahrzehnte des Dylan Ebdus, der Anfang der 70er Jahre als kleiner Junge und als Weißer mit seinen Hippieeltern nach Brooklyn in eine ausschließlich von Schwarzen bewohnte Gegend zieht. Von seinen kiffenden und mit sich selbst befassten Eltern unverstanden und allein gelassen stehen ihm dort im Laufe der folgenden Jahre traumatisierende Erlebnisse bevor, die sich durch das plötzliche Verschwinden seiner Mutter noch verschlimmern. Erst in Mingus Rude, einem schwarzen Nachbarsjungen aus ebenfalls hochproblematischen Familienverhältnissen findet er zumindest übergangsweise etwas Halt und endlich eine Möglichkeit, sein kompliziertes Inneres mit jemandem auszutauschen. Aber auch hier lassen die wie ein Netz über Dylan liegenden Lebensumstände ihm keine dauerhafte Chance... Das Buch ist in zwei große Blöcke unterteilt. In der ersten Hälfte, die weitgehend in der typischen Zeit der 70er mit Soulmusic, Disco, Drogen und Rassendiskriminierung angesiedelt ist, werden dem Leser durch die tiefgehende und präzise Schilderung der schweren prägenden Jugendjahre des Protagonisten die Grundlagen für seine seelische Deformierung nahe gebracht. Der sensible intelligente Junge erkennt zwar, je älter er wird, dass er sich aus seinem täglichen Umfeld aus Gewalt und Hass lösen muss und schafft dies auch zumindest teilweise, ist aber aufgrund einer tiefverwurzelten unerklärlichen Bindung an sein "schwarzes" Viertel nicht zum endgültigen Absprung fähig. Viele Jahre später versucht er -im zweiten Teil des Buches mit div. Rückblenden erzählt- seine Vergangenheit endlich aufzuarbeiten, muss aber erkennen, dass ihm dies nicht gelingen wird. Lethem entführt in seinem großartigen, weitgehend autobiographischenund zu Recht hochgelobten Roman den Leser in die tiefsten Gedanken- und Gefühlswelten eines durch seine Lebensumstände unverschuldet völlig isolierten und innerlich zerrissenen Menschen. Trotz vereinzelter erzählerischer Längen schafft es Lethem durch seine klare und authentische Sprache immer wieder, den Leser zurück ín die Geschichte und in seinen Bann zu ziehen. Nebenbei stellt das Werk einen phantastischen Querschnitt durch das Leben im New York der 70er und der damaligen alles beeinflussenden Musik dar. Ein insgesamt hervorragendes, unbedingt lesenswertes Buch, das -sofern man sich drauf einlassen kann- tief unter die Haut geht.

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  • Rezension zu "Die Festung der Einsamkeit"

    Die Festung der Einsamkeit

    beate

    14. May 2007 um 15:06

    Das Buch ist für meine Begriffe etwas zu ausschweifend. Toll ist die Beschreibung der Identifikation des Jugendlichen mit einem Comic-Helden, seine Versuche, sich im Leben zu behaupten und seine Suche nach Freundschaft.

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