Jonathan Lethem Motherless Brooklyn

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Inhaltsangabe zu „Motherless Brooklyn“ von Jonathan Lethem

Das Waisenhaus St. Vincents, in Brooklyn, frühe siebziger Jahre. Für Lionel Essrog, der am Tourette-Syndrom leidet (dessen Symptome u.a. darin bestehen Unsinn zu reden, alles und jeden in Reichweite zu berühren und umherliegende Gegenstände neu zu arrangieren), ist Frank Minna so etwas wie ein Erlöser. Der im ganzen Viertel beliebte Ganove taucht eines Tages auf und nimmt Lionel und drei weitere Jungs mit auf seine mysteriösen Jobs quer durch Brooklyn. Aus den vier Waisen werden so die Minna Men, die von Detektei- bis Fahrdiensten alles anbieten. Ihre Tage und Nächte drehen sich um Frank, den Prinzen von Brooklyn, der mit großer Klappe durchs Leben eilt. Dann kommt die furchtbare Nacht, in der Frank niedergestochen wird und Lionel auf sich selbst gestellt ist. Auf der Suche nach Franks Mörder verstrickt er sich tiefer und tiefer in Brooklyns Unterwelt und versucht sich in den Verflechtungen aus Drohungen und Gefälligkeiten zurechtzufinden, die die geheimen und unüberschaubaren Gesetze dieses Viertels ausmachen. Seine Tourette-Anfälle machen ihn dabei zu einem Sonderling, der aber herausfindet, daß niemand ist, was er zu sein schien: weder Frank, noch seine verbitterte Frau Julia, nicht einmal die Minna Men.

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  • Rezension zu "Motherless Brooklyn" von Jonathan Lethem

    Motherless Brooklyn

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. January 2009 um 14:26

    Motherless Brooklyn ist die Geschichte des in einem Brooklyner Waisenhaus aufgewachsenen Lionel Essrog. Er hat das „Tourette”-Syndrom. Seine mal mehr, mal weniger stark ausgeprägten „Tics“ stellen seine Umwelt auf eine Geduldsprobe. Er ist ein Sonderling und von der Außenwelt Abgeschottet bis sich der kleinkriminelle Frank Minna seiner annimmt. Frank Minnas Zuneigung zu den Jungen ist gleichermaßen familiär wie verächtlich, doch gibt er ihnen eine raue Art von Zuhause. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt Lionel sich akzeptiert, kann seinem kaum zu kontrollierenden Verhalten ungehemmt freien Lauf lassen. Als Frank eines Nachts ermordet wird, heftet sich Lionel auf die Fersen seines Mörders. Doch die Story ist eher eine Begleiterscheinung, Lethem entspringt ein sprachliches Feuerwerk, bei dem der äußerst symphatische Protagonist, seine Zwangsneurosen und Brooklyn im Vordergrund stehen.

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  • Rezension zu "Motherless Brooklyn" von Jonathan Lethem

    Motherless Brooklyn

    Babscha

    20. August 2007 um 22:19

    Lethem erzählt in einem seiner bisher erfolgreichsten Romane die Geschichte von vier New Yorker Jungen, weltfremd aufgewachsen in einem Waisenhaus in Brooklyn und quasi über Nacht von dem Kleinkriminellen Frank Minna "unter seine Fittiche genommen" und mit diversen "Aufgaben" betraut. Als Frank ermordet wird, versucht einer der vier auf eigene Faust, den Mörder zu ermitteln..... Der besondere Reiz der ansonsten von der Hintergrundgeschichte eher durchschnittlichen Story liegt absolut in der Hauptperson des Ich-Erzählers Lionel Essrog, eines mit dem Tourette-Syndrom geschlagenen jungen Mannes. Der Autor schafft es meisterhaft und offensichtlich ausgestattet mit einem hohen Sachverstand zum Thema, dieses besondere Leiden sowohl in seiner hochbelastenden Auswirkung auf Lionel selbst (dessen Anfälle immer von der gerade ihn umgebenden Situation abhängen) wie auch im Kontext mit seinen zumeist unwissenden Mitmenschen darzustellen (hier auch ein besonderes Lob an die Übersetzer: auf die ganzen "Worthülsen" muss man erst mal kommen). Irgendwann sind dem Leser die Tics des Protagonisten völlig vertraut und gehören einfach dazu. Eine im typischen Lethem-Stil geschriebene und in dieser Mixtur noch nicht gelesene Geschichte, gekonnt umgesetzt und mit verdienter Bestnote.

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