Die Wohlgesinnten

von Jonathan Littell 
4,1 Sterne bei146 Bewertungen
Die Wohlgesinnten
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (115):
N

Eines der besten Bücher, welche ich je gelesen habe

Kritisch (16):
LeGrandGriss avatar

Ein furchtbares, bedrückendes und "perverses" Buch. Ich will mir eigentlich nicht die Lebenserlebnisse eines alten Nazischweins durchlesen, ...

Alle 146 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Wohlgesinnten"

Im Februar 2008 erschien im Berlin Verlag der Roman, den Jorge Semprun als »das Ereignis unserer Jahrhunderthälfte « bezeichnet: Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell. Über Monate hielt er die deutsche Literaturkritik in Atem. Mit den fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, zeichnet Jonathan Littell ein erschreckend detailgenaues Bild des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten aus Sicht eines Täters. »Das ist ein Roman, und das ist ein Autor, vor denen man sich verneigen muss«, schrieb Andreas Isenschmid in der NZZ am Sonntag. Die Wohlgesinnten erscheint im Oktober 2009 im Berliner Taschenbuch Verlag.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833306280
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:1392 Seiten
Verlag:Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum:26.09.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    nemesisvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eines der besten Bücher, welche ich je gelesen habe
    Einzelschicksal mal aus der Tätersicht beschrieben

    Das Einzelschicksal eines SS Angehörigen, wurde ohne Gnade und Ausschweifungen aufgezeigt. Der Leser sieht ganz tief hinein, was ein Vernichtungskrieg mit einem ursprünglich normalen Mann / Zivilist anstellen kann und zeigt grandios die tiefenpsychologischen Aspekte auf (Sexualität, Tod, Gewalt) welche eine elitäre Täter Organisation beim einzelnen anrichtet. Ebenso wird aufgezeigt, warum sich ein PTSS (Posttraumatisches Stress Syndrom) schon während dem Kriegseinsatz bilden kann und was für körperliche Folgen das hat, ganz geschweige von den Langzeitfolgen. 

    Auch werden die Verbrechen gegen die Menschlichkeit der SS gegenüber der Gegenseite in keiner Seite beschönigt, sondern es wird einfach die Realität abgebildet, wie es dazumal war. Dadurch findet der mündige Leser schnell heraus was "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" im Einzelnen überhaupt bedeutet und das ohne irgendwelche moralischen Seitenhiebe des Erzählers.

    Das Anfangszitat: "Ihr Menschenbrüder, lasst mich erzählen, wie es gewesen ist." sagt schon alles aus. Es ist eine Erzählung, analog einer Dokumentation. Das Urteil überlässt man dem Leser. 

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    Type-Os avatar
    Type-Ovor 9 Monaten
    Kurzmeinung: ...einer der besten Romane, die ich gelesen habe..
    Ein Meisterwerk

    Schonungslos, Krass und fundiert. Einmal begonnen, war es schwer das Buch wegzulegen. Einige Kapitel musste ich zweimal lesen da die Schilderungen schier unglaublich waren. Ein sehr nachhaltiges Werk,dass ich auch ein zweites Mal lesen würde. Am erstaunlichsten ist die Tatsache das der Schriftsteller sich so in die Rolle des Demütigers versetzen konnte. In meinen Augen ein Jahundertbuch.

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Harter Tobak

    Fiktiv aber treffend wird ein Einblick in die Wehrmacht des zweiten Weltkriegs gegeben - mit einer Hauptperson, von der man nicht weiß, wie man sie einschätzen soll und wer die Wohlgesinnten sind, ist eine Frage der Interpretation. Ein großes Thema ist auch der exessiv betriebene Holocaust und spätestens diese Beschreibungen lassen einen nicht kalt. Das Buch ist erstaunlich gut im vermitteln von Situationen und Stimmungen durch Dialoge. Die Naturbeschreibungen gehören dazu, um es abzurunden, sind aber eigentlich nur Beiwerk. Wer das Thema so nah an sich heranlassen kann, um dem SS-Mann über die Schulter zu schauen, sollte unbedingt zugreifen.

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    Hypochrisys avatar
    Hypochrisyvor 4 Jahren
    - Hypochrisy -

    Seit Goldhagens Hitlers willige Vollstrecker hat kein Buch, das sich mit dem Holocaust beschäftigt, für so viel Aufsehen gesorgt wie Jonathan Littells Die Wohlgesinnten. Hymnischer Beifall begleiten das Erscheinen des Werks in Deutschland ebenso wie vernichtende Fundamentalkritik.

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    DamonWildervor 5 Jahren
    Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

    Darf ein SS-Offizier sympathisch, intelligent und gebildet sein? - Dieser Frage geht Jonathan Litell in seinem preisgekrönten Roman “Die Wohlgesinnten” unter anderem nach und meine antwortet lautet: ja er darf.

    Der Autor nimmt den Leser mit auf die Reise quer durch das Europa zwischen 1933 - 1945 von der Machtübernahme der Nazis bis zu Hitlers Selbstmord im Führerbunker und der deutschen Kapitulation. Erzählt wird das alles aus Sicht eines hohen Nazi-Offiziers, der sich noch rechtzeitig nach Frankreich absetzen kann und in den 80ern seine Geschichte retrospektiv erzählt.

    Litell verknüpft historische Wahrheit und Fiktion gekonnt zu einem großen Ganzen und hat einen sehr ergreifenden Roman geschrieben, der einen zwiespältig zurücklässt, weil man sich letztlich die Frage stellt, welche Rolle und Haltung man als Deutscher wohl selbst im zweiten Weltkrieg eingenommen hätte.

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    TheSaintvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell

    1.359 Seiten. Auf diesen Seiten werden dem Leser durch einen äußerst begabten, mit einer teilweise sprachlos machenden Gabe des Erzählens versehenen Autors die abgrundtiefen Seiten der menschlichen Spezies vor Augen geführt. Jede Seite des Romans bestätigt es aus tiefster Inbrunst: Die Spezies Mensch ist wohl die abstossenste Spezies, die auf dieser Welt ihr Dasein fristet... während sich andere Gattungen nur der Arterhaltung wegen bekämpfen und töten, macht der Mensch die abscheulichsten und absolut unsinnigsten Sachen, um seiner eigenen Art in beinahe jeder erdenklichen Art und Weise zu schaden... ohne Rücksicht darauf, dadurch auch andere Gleichgewichte der Natur ins Wanken zu bringen.
    Der Autor, der unheimlich viel und auch genau rechcheriert haben mag, neigt leider bei einigen Passagen dazu, dieses Erfahrene allzu detailgetrau einzubauen und diese Wucht an Namen, Orten und Szenen lähmt den Erzählfluß etwas... verwirrt und langweilt trotz der Wichtigkeit des Geschehenen.
    Auch die Präsentation des familiären Backgrounds dieses Dr. Maximilian Aue ist ein weiterer sehr gewaltiger Brocken, der allein schon ein Buch füllen könnte.
    Hier verliert sich der Autor etwas in der verworrenen Familienkonstellation und führt den Leser in einen tiefen, sehr dunklen erotischen Morast.
    Das Ende dieser Tour de force ließ mich dann aber doch etwas unzufrieden ein Buch schließen, welches ein wahres MUSS für den Leser von historischen Geschichten ist! ABSOLUT ZU EMPFEHLEN!

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    einMalTees avatar
    einMalTeevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell

    Der Inhalt ist überall nachzulesen.
    Warum dieses Buch so genial ist, liegt wohl an der Art und Weise, wie der Auor Jonathan Littell seinen Protagonisten Dr. Maximilian Aue in Szene setzt. Und der Reiz der harschen Kritik, die an dem Buch ausgeübt wurde, macht es interessant.
    Natürlich kann man fiktiv über Ereignisse über den 2. Weltkrieg schreiben. Wieso nicht?! Wenn es wie in diesem Fall so gut recherchiert ist, steht dem nichts im Wege.
    Die Zweifel und nach außen hin entschiedene nationalsozialistische Überzeugung von Aue, sowie seine ausgelebte Homosexualität, machen ihn sympathisch, auch wenn er genauso schuldvoll an der Judenvernichtung ist, wie alle anderen Beteiligten auch. Ein Widerspruch. Zu Loben ist, dass selten von Hitler gesprochen wird, sondern die Macht und der Einfluss Himmlers deutlicher im Vordergrund steht.
    Trotzdem ist Aues Handeln oft nachvollziehbar. Littell zieht den Leser in einen Sog, in dem man dringend die Distanz wahren muss, sonst findet man es irgendwann noch gut, was er macht.
    Ohne groß auszuholen: Das Buch ist faszinierend, oft sehr erschreckend und doch auf eine gewisse Art und Weise sehr menschlich.
    Auch die 1370 Seiten lassen sich sehr schnell lesen, da die Spannung nie loslässt. Dringende Leseempfehlung!

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    Bibipianovor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell

    Das Buch muss ich erstmal verarbeiten...

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    HelgeDenkers avatar
    HelgeDenkervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell

    1380 Seiten, da habe ich mir was vorgenommen. Doch ich glaube, es muss sein.

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    D
    Darkforestvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell

    Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Genial.

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