Jonathan Littell Die Wohlgesinnten / Marginalien

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Inhaltsangabe zu „Die Wohlgesinnten / Marginalien“ von Jonathan Littell

'Die Wohlgesinnten' wurden von der Kritik als ein neues Krieg und Frieden gefeiert: die fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, promovierter Jurist, frühes NSDAP-Mitglied, in die SS eingetreten, um sich der Strafverfolgung nach Paragraph 175 zu entziehen, aber lebenslang seiner Zwillingsschwester inzestuös verbunden. Es sind die verstörenden Erinnerungen an die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und an das Grauen der Verfolgung und Vernichtung der Juden von Juni 1941 bis April 1945, an die Einsatzkommandos und Massenhinrichtungen in der Ukraine und im Kaukasus, an Babi Jar, den Kessel von Stalingrad, Auschwitz und Krakau, an Mittelbau Dora, das besetzte Paris oder das kriegszerstörte Berlin. Es sind die beklemmenden Erinnerungen an all die Begegnungen mit den Nazigrößen, an Himmler, in dessen persönlichen Stab Aue 1943 aufgenommen wird, an Abendessen mit Eichmann, an Heydrich, Höß oder Speer. Es ist ein erschreckend detailgenauer Roman über die nazistischen Verbrechen, konsequent erzählt aus der Perspektive eines Täters, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die sichere Existenz eines Fabrikdirektors in Frankreich gerettet hat."Es ist eines der eindrucksvollsten Bücher, die je über den Nazismus geschrieben wurden."

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sabrinchen

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  • Rezension zu "Die Wohlgesinnten / Marginalien" von Jonathan Littell

    Die Wohlgesinnten / Marginalien
    PaulTemple

    PaulTemple

    26. November 2009 um 18:52

    Vielschichtig, fesselnd, detailliert. Mit diesen drei Adjektiven lässt sich die Lektüre aus meiner Sicht gut auf (zugegebendermaßen) drei Punkte bringen. Vielschichtig: Der Autor versteht es auf nahezu brillante Weise, das Romangeschehen auf mehreren geistige Ebenen anzusiedeln. Zum einen die "normale" Handlung, bei der der Protagonist und ehemalige SS-Obersturmbannführer Maximilian Aue seine Handlungen und Karriere zwischen 1941 mit dem Beginn des Russlandfeldzugs und der Zerstörung Berlins im Frühjahr 1945 darlegt. Aue ist insbesondere mit der Organisation der "Endlösung" der Judenfrage beauftragt und der Leser bekommt die Geschehnisse aus der Täter-Perspektive mitgeteilt. Doch der Autor lässt Aue nicht bloss die historischen Geschehnisse berichten und einschätzen, sondern ebenso auch seine eigene persönliche Geschichte erzählen, die mitunter von Inzest und Muttermord geprägt ist. Hier werden Verbindungen zur griechischen Tragödie sehr deutlich. Littell schafft es zudem, eine ständige Verbindung zwischen den historischen und persönlichen Ereignissen seines Protagonisten herzustellen, die den Roman als ein "Ganzes" erscheinen lassen. Fessselnd: Der Erfolg eines Romans steht und fällt mit dem Talent des Autors, den Leser zu fesseln. In diesem Fall lässt Littell den fiktiven Erzähler Aue immerhin knapp 1400 Seiten Bericht erstatten. Und dies gelingt mit Bravour: Sehr detailliert, mitunter sehr grausam und ekelerregend, mal eher philosophisch, dann wieder berichtend, später sehr emotional: Der Schreibstil des Autors steckt voller Facetten, die die jeweiligen Geschenisse umso authentischer und "lebhafter" gestalten. Der Roman ist wahrlich keine leichte Kost, weder auf intellektueller, noch auf sexueller oder gewalttätiger Ebene. Detailliert: Littell hat exzellente Recherche betrieben und so trumpft der Roman mit einer Vielzahl von Details mitunter zur damaligen Organisationsstruktur von Militär und Staat auf. Dies lässt die Beschreibungen des Protagonisten nochmals um einiges glaubwürdiger erscheinen. Seien es zeitliche Abläufe, die Aufgabenbereiche einzelner Abteilungen, Diskussionen über mögliche Problemlösungen etc. Auch hier wirkt der Roman wie aus einem Guß. Fazit: Ich habe bislang noch keinen Roman gelesen, der die Judenvernichtung des Dritten Reichs dermaßen vielschichtig, detailliert und umfassend thematisiert. Klare Kaufempfehlung!

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