In diesem düsteren Thriller werden immer wieder grausam ermordete Männer aus der San Francisco Bay gefischt. Zuvor hat der Täter sie mit einer Kombination von Opiaten sowohl bewegungsunfähig als auch unerträglich schmerzempfindlich gemacht. Der Gerichtsmediziner Henry Newcomb bittet seinen besten Freund aus Kindertagen Caleb Maddox, einem brillanten Schmerzforscher und Toxikologen um Unterstützung. Dieser ist Experte auf dem Gebiet, befasst er sich doch schon seit längerem mit einer Studie über das menschliche Schmerzempfinden und die Auswirkungen verschiedener Substanzen auf das Nervensystem. Die Geldgeber für dieses Forschungsprojekt bei Laune zu halten, nötigt Maddox einiges ab. Als seine Freundin nach einem Riesenstreit mit ihm Schluss macht, wirft ihn das endgültig aus der Bahn. Ablenkung sucht er in Bars, wo er die Bekanntschaft einer mysteriösen Frau macht, die aber schnell wieder verschwindet. Fortan macht sich Caleb auf die Suche nach der geheimnisvollen Schönheit sowie nach dem Serienmörder und gerät in eine endlose Kette verstörender Ereignisse.
Es ist schon schwer zu ertragen, wie der hochintelligente Protagonist jede Nacht in schummrigen Bars seinen klaren Verstand versäuft, sich bis zur Selbstzerstörung nach der verführerischen Emmeline verzehrt und immer mehr die Kontrolle über sein Leben verliert. Die immer schwarz gekleidete, Absinth-trinkende Femme Fatale scheint wie aus einem Film Noir der 40er Jahre entsprungen. Jonathan Moore kann schreiben, das hat er spätestens in seinen unter dem Pseudonym James Kestrel erschienen Romanen bewiesen. Hier kreiert er eine Kulisse wie aus einem Stummfilm, durchtränkt mit ganz viel atmosphärischen Nebel, der über San Francisco wabert und dessen Plot ganz und gar um die Hauptfigur kreist. Der ermittelnde Inspektor bleibt blass, agiert allzu dämlich, der ganze Roman läuft etwas schwerfällig bis zum Triumph des Irrsinns am Ende, während der aufmerksame Leser die Lösung schon lange durchblickt hat.






