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life_of_bookaholic

vor 3 Jahren

(5)

Rezension zu "Der Sohn des Teufels" von Jonathan Nasaw
ER WARTET AUF DEN TAG DER ABRECHNUNG
Seit Luke mitansehen musste, wie seine tote Stiefmutter von Aasgeiern aufgefressen wurde, ist sein Innerstes von Grauen erfüllt. Er wird in die Psychiatrie eingewiesen, doch fühlt er sich dort unschuldig eingesperrt. Mit jedem Tag, den seine Entlassung näherrückt, nimmt ein perfider Plan Gestalt an. Luke wird abrechnen, mit all jenen, die ihm Unrecht angetan haben. Ganz oben auf seiner Liste steht der Mann, der ihn in die Anstalt gebracht hat: Der FBI-Beamte E.L. Pender.

"Der Sohn des Teufels" hat mich durch seinen Klappentext und seinem Cover so sehr gelockt, dass ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Und doch muss ich sagen, dass das Buch mir nicht das gab, was mir versprochen bzw. Was es mir vermittelt hat.Hier möchte ich auf drei Punkte eingehen: 1. Der Klappentext und 2. Die Charaktere und 3. der Plot.
Zum Klappentext muss ich sagen, dass er in vielen, vielen Dingen, besonders Einzelheiten, nicht dem entspricht, was im Buch vorkommt! Es ist verständlich, dass das nicht das einzige Buch ist, bei dem Klappentext der totale Mist ist, aber der Verlag sollte sich doch Mühe geben, vor allem, wenn es der Heyne Verlag ist, den ich wirklich sehr gerne mag. Allerdings weiß ich persönlich auch nicht, wer den Klappentext eigentlich schreibt.
Nun aber das, was falsch ist. Der erste Satz ist schon mit den komplett falschen Wörtern geschrieben worden, denn seine Stiefmutter wurde nicht von den Aasgeiern AUFgefressen worden, sondern es wurden nur wenige Stücke von ihr abgebissen. Wenige, das bedeutet nicht AUFgefressen! Oder? Außerdem zeigt sich das Grauen nicht recht bei Luke. Außerdem denkt man beim zweiten Satz, dass es sofort in der Psychatrie losgeht, was nicht stimmt. Das ist nun wirklich nicht schlimm, aber doch etwas verwirrend am Anfang. Doch eines der schlimmsten Dinge ist, dass seine Entlassung nicht näherrückt! Er wird nicht entlassen, er wird niemals entlassen! Niemals! Eine Entlassung wird nicht erwähnt, ganz und gar nicht. Außerdem bringt nicht der FBI Typ Luke in die Psychatrie, sondern jemand vollkommen anderes! Derjenige, der den Klappentext geschrieben hat, muss das Buch überflogen haben, anders kann ich es mir nicht erklären.Ein Klappentext sollte doch das wiedergeben, was im Buch ist.Zusammengefasst war ich nach dem Lesen des Buches sehr enttäuscht über den Klappentext.
Die Charakter waren allerdings unglaublich vielfältig und ich hab da so meine Lieblings- und Hasscharakter. Kommen wir erst zu Luke Sweet. Luke Sweet ist 15 Jahre und geht nicht in die Schule, kifft und trinkt sogar ab und an mal ein Bierchen. Ich muss gestehen, dass Luke Sweet mein Lieblingscharakter ist. Trotzallem, dass er als Psychopath gilt, mag ich ihn eher als den FBI-Beamten E.L. Pender, der mich in einigen Situationen zur Weißglut trieb. Kann sein, dass es nur mir so geht, aber ich mag diesen Typen nicht, der ist mir total unsympathisch. Doch glücklicherweise kommt dieser anfangs nicht so häufig vor, wie es in der Mitte des Buches ist. Jonathan Nasaw ist es sehr gelungen die Chaktere zu gestalten. Er hat Luke zu einem besonderen Menschen gemacht, er gibt ihm dieses Etwas, das jeder Psychopath hat, aber doch ist er anders. Man kann miterleben, wie sich sein Charakter verändert, wie er sich immer mehr nach Rache sehnt und man selbst kannst sich so gut in seine Wut hineinversetzen.Zu E.L. Pender muss ich sagen, dass ich ihn nicht leiden kann. Er ist mir nicht so ein FBI-Beamte, der er hätte sein sollen. Sein Charakter war mir ebenfalls nicht geheuer und sein Gesamtbild....sympathischer war mir dagegen der Privatdedektiv. Um nicht zu spoilern sage ich nicht viel zu ihm, da er eine recht wichtige Rolle spielt. Sein Humor, seine Weise und sein Denken beeinflusst einen doch etwas mehr, als man denken mag.Die Charaktere sind meiner Meinung nach sehr gelungen, denn man braucht doch auch Charaktere, die man nicht leiden kann und manchmal ist es sogar der, den man vielleicht mögen hätter sollen.
Der Plot ist ebenfalls super, wenn man das Gesamtbild kennt. Anfangs war ich so begeistert vom Buch, dass ich nur davon schwärmen kann. Die Schreibweise hat mir sofort gefallen, es ist etwas anders, etwas frischer (für mich) und fließend. Aus Lukes Sicht zu lesen, hat mich immer wieder erfreut, es hat mir immer wieder Spaß gemacht seinen Gedanken zu folgen und versuchen zu verstehen. Doch in der Mitte des Buches, nachdem Luke in der Anstalt war, hatte ich meinen Tiefpunkt, bei dem ich nur noch sagen kann, dass ich es nicht verstanden habe und dass ich mehr als enttäuscht war. Ich fühlte mich regelrecht betrogen. Ich dachte mir, dass etwas nicht stimmen konnte, dass da etwas falsch ist, doch falsch gedacht. Ab einem gewissen Zeitpunkt, ab einer gewissen Passage, klärt sich alles auf und du atmest erleicht auf und verstehst es endlich.Trotz der großen Enttäuschung in der Mitte des Buches, habe ich jedoch nie daran gedacht es abzubrechen, denn es ist doch noch spannend und gut geschrieben. Die Spannung lässt nie nach!Es kommt immer was neues, es fesselt dich und es reißt dich mit.Ich habe zudem ein anderes Ende erhofft, wobei es von Anfang an klar ist, dass das nicht passiert. Welches Buch hat auch kein gewisses Happy End für die Hauptprotagonisten? (Ja es gibt Ausnahmen, wie Alligiant! Aber das ist etwas vollkommen anderes!)
Fazit: Bei diesem Buch hatte ich meine Höhen und Tiefen, was völlig in Ordnung ist. Wer richtig brutale Thriller mag, sollte sich "Der Sohn des Teufels" nicht kaufen. Ich hatte es mir doch brutaler vorgestellt, als es eigentlich ist.Allerdings muss ich auch sagen, dass es für niemanden geeignet ist, der eine Abneigung von aufgespießten Menschen und Aasgeiern in deren Nähe haben.
Ich bin froh das Buch gelesen haben zu können, sodass ich den Kauf eher denen empfehle, die es runtergesetzt finden, die den Autor mögen und denen, die weder schwache Nerven noch richtig Brutale Szenen erwarten.

Autor: Jonathan Nasaw
Buch: Der Sohn des Teufels

Arun

vor 2 Jahren

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life_of_bookaholic

vor 2 Jahren

@Arun

Oh, hab gar nicht gemerkt, dass das nicht angezeigt wird :)
Hab dem Buch 4 Sterne gegeben, da es mir trotz Kleinigkeiten echt gut gefallen hat :)

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