Jonathan Phillips Heiliger Krieg

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Inhaltsangabe zu „Heiliger Krieg“ von Jonathan Phillips

Die Geschichte der Kreuzzüge vom Mittelalter bis zur Gegenwart Kaum ein Phänomen des Mittelalters ist so bekannt, so reich an Legenden wie die Kreuzzüge. Dass die Idee des Heiligen Krieges sich nicht nur auf die Rückeroberung Jerusalems beschränkte, sondern auch als politisches Instrument diente, um gegen unbotmäßige Christen und andere Gegner des Papsttums vorzugehen, zeigt Jonathan Phillips in seiner neuen, umfassenden Geschichte der Kreuzzüge. Anhand einer Fülle an zeitgenössischen Quellen lässt er die zentralen Figuren dieser Epoche lebendig werden und berichtet von gottesfürchtigen Kriegern, die meist in blutigen Auseinandersetzungen aufeinandertrafen. Nur manchmal gelang es, durch Verhandlungen und friedlichen Austausch beide Kulturen, die muslimische wie die christliche, zu bereichern. Nicht zuletzt zieht Phillips Parallelen zur Gegenwart, in der die Kreuzzugsidee nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder ungeahnte Brisanz erlangt hat.

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  • Eine Geschichte der Kreuzzüge mit modernen Bezügen

    Heiliger Krieg
    Sokrates

    Sokrates

    11. February 2014 um 18:13

    Zwar dem akademischen Lehrbetrieb entstammend, ist diese Publikation nichts, was der Leser mit viel Vorwissen nur verstehen könnte. Phillips arbeitet laienverständlich, schreibt anschaulich und arbeitet fast ohne Fußnoten - schade für denjenigen, der sich eine aktuelle Forschungsdiskussion über die Kreuzzüge gewünscht hatte. Positiv hervorzuheben sind allerdings die Ausführungen des Autors zu Dschihad und Islamophobie, Expansionsbestrebungen des Christentums ins Heilige Land und verunglimpfende Propaganda beider Seiten. Phillips gelingt hier eine anschauliche historische Aufarbeitung eines bereits seit den Kreuzzügen andauernden christlich-islamischen "Kampfes" um Vorherrschaft und ideologische/religiöse Vorrangstellung - er dokumentiert damit, wie Ideen und Resentiments bereits seit gut 1000 Jahren den kulturellen Dialog erschweren und kulturell gewachsen sind.

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  • Rezension zu "Heiliger Krieg" von Jonathan Phillips

    Heiliger Krieg
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. February 2012 um 15:04

    Kreuzzüge Die Literatur über jene „dunklen“ Zeiten des Mittelalters, die sich vor allem in den diversen Kreuzzügen niederschlugen, ist sicherlich durchaus Legion. Dennoch, es verbleibt an diesen Ereignissen eine dauerhafte Faszination, denn nicht nur im wissenschaftlich forschenden Bereich, sondern auch in der Unterhaltungsliteratur und in diversen Filmen werden Motive der Kreuzzüge und diese selbst immer wieder neu aufgearbeitet und dargeboten. Und zudem, scheint es, immer wieder mit neuen Erkenntnissen versehen. So untertitle auch Phillips seine Darstellung als „Eine neue Geschichte der Kreuzzüge“, einsetzend mit dem erste Kreuzzug von 1096 (und dessen Ursachen), über den zweiten Kreuzzug, den späteren Fall Jerusalems, die versuchte Gegenreaktion der christlichen Welt auf dieses Ereignis mit Richard Löwenherz ,der unsägliche vierte Kreuzzug, auf dem sich Kreuzritter mehr als je zuvor wie Tiere benommen haben. Auch die kurzzeitige Rückeroberung Jerusalems durch Friedrich II (Das Staunen der Welt) und die darauffolgenden endgültig scheiternden militärischen Interventionen werden im Buch breit dargestellt. Ebenso aber versteht es Phillips, und das ist durchaus interessant zu lesen, Querverbindungen zu ziehen und gegenseitige Entwicklungen abzuleiten. So zieht er unter anderem eine Linie vom Scheitern der Kreuzzüge mitsamt dem vernichtenden Prozess gegen den Templerorden direkt zu Isabella von Spanien und die „Entdeckung der neuen Welt“ unter Kolumbus (die letztendlich, sieht man die Folgen genauer an, nichts anderes nach sich zog, als neue „Kreuzzüge“ gegen „Heiden“ in Übersee, ebenso gespeist mehr aus dem Wunsch nach Macht und Einfluss denn aus religiösem Fanatismus). Anders und ungewohnt, aber ebenso interessant, stellt sich auch das letzt Kapitel des Buches dar, in dem Jonathan Phillips die religiösen Grundmotive der Kreuzzüge aufnimmt und in die Moderne überträgt. Auch Osama bin Laden ist, so betrachtet, ein Kreuzfahrer inmitten all des „historischen Aufeinanderprallens der beiden großen „Weltreligionen“. So bietet Phillips im Buch durchaus über das engere Thema hinweg eine „Beziehungsgeschichte“ zwischen Christentum und Islam, Orient und Okkzident, die durchaus spannende Querverbindungen zieht. Das Kreuzzüge nicht nur Ritter auf Pferden im Schwertkampf bedeuten, sondern große Politik darstellten, Intrigen mit sich brachten, Verbrüderungen zwischen einzelnen Gruppen vorgeblicher Feinde und ebenso Widersprüche und politisches Scheitern, all diesem geht Phillips in leicht verständlicher Sprache im Buch nach, So entsteht im Lauf der Lektüre kein historisch trockenes Bild der hin und her wogenden Kämpfe und politischen Motive, sondern ein höchst lebendiges Kaleidoskop an Personen, Verbindungen, Absichten, Siege und Niederlagen, welches Phillips an die Seite der „harten Fakten“ des Kampfes um das heilige Land stellt. Selbstredend wird im Buch ebenso deutlich benannt, dass die Religion bei weitem nicht die einzige treibende Kraft hinter den Kreuzzügen war. Vor allem auf christlicher Seite aber lässt sich leicht festmachen, wie das Ränkespiel um Macht, Geld und Einfluss ganz Europa erfasste und, letztlich, neu ordnete. Im Buch gelingt es Phillips sehr gut, die größeren Zusammenhänge und Motive. Anhand dieser Motive der handelnden Personen und der vielfältigen Ereignisse ergibt sich ein breites Bild der Herrschenden, der Teilnehmenden, der notgedrungen Beteiligten und der Ursachen und Folgen der Kreuzzüge, die im Buch gelungen dargestellt werden.

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