Jonathan Safran Foer Alles ist erleuchtet

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Inhaltsangabe zu „Alles ist erleuchtet“ von Jonathan Safran Foer

Ein junger Amerikaner namens Jonathan Safran Foer reist auf den Spuren der Vergangenheit in die Ukraine. Mit Hilfe seines Dolmetschers Alex und dessen Großvater will er die Geschichte seiner Familie ergründen.

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  • Rezension zu "Alles ist erleuchtet" von Jonathan Safran Foer

    Alles ist erleuchtet
    HeikeG

    HeikeG

    25. June 2007 um 21:28

    Jonathan Safran Foers finstere Erleuchtungen Ein junger Amerikaner - der auch Jonathan Safran Foer heißt - macht sich auf die Reise in die Ukraine, um ein Dorf namens Trachimbrod zu besuchen. Mit sich führt er das vergilbte Foto einer Frau namens Augustine, die seinen Großvater vor den Nazis gerettet haben soll. Beide, Trachimbrod und Augustine, gilt es zu finden. Er bedient sich dazu der Hilfe eines in der Ukraine ansässigen Reisebüros, das ihm einen Führer und Dolmetscher sowie einen Fahrer zur Verfügung stellt. Alex heißt der Führer und Dolmetscher und er ist der Sohn des Reisebüroinhabers. Der Fahrer ist der Großvater von Alex, der von sich behauptet, dass er blind sei, und deshalb muss natürlich sein Blindenhund Sammy Davis jr. jr. ebenfalls mit auf die Reise... Der Roman besteht aus drei Teilen. Da ist erstens die Suche des Romanhelden Jonathan Safran Foer nach "Augustine". Zweitens gibt es die Historie des Schtetls Trachimbrod, die er nach seiner Rückkehr in die USA in Form eines Romans erfindet. Und drittens der Briefwechsel zwischen ihm und Alex. Zunächst erscheinen die drei Teile als völlig eigenständig, aber je mehr es dem Ende entgegen geht, desto besser erkennt man die Zusammenhänge mit der Gegenwart. Die Geschichte von Alex und seinem Großvater und ihres Besuchers und dessen Großvater sind durchaus verknüpft. Und als Alex' Großvater erzählt, dass er 1942 seinen jüdischen Freund Herschel verraten hat, kommt es zu einem atemberaubenden Finale. Es ist sicher ein komplexer, aber kein komplizierter Roman, obwohl sich die eine oder andere Fein- und Weisheit vermutlich erst beim zweiten Lesen oder aber hier bei diesem Hörbuch als wertvolle Ergänzung erschließt. Jonathan Safran Foer erzählt mal anrührend, mal zotig, dann wieder in philosophisch-theologischen Diskursen. Spielerisch, tiefgründig und mit einer Souveränität, die man angesichts seines Alters nur bestaunen kann. Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt er zu einem Buch des Lebens. Zur Qualität des Hörbuches tragen neben der gelungenen Übersetzung von Dirk van Gunsteren auch die beiden Schauspieler Boris Aljinovic (Berliner Tatort-Ermittler) und Florian Lukas (mit dem Deutschen Filmpreis für seine Nebenrolle in "Goodbye Lenin" ausgezeichnet) bei, die die abwechselnden Erzählweisen aus der Sicht des Dolmetschers Alex und des Erzählers Foer gekonnt umsetzen. Florian Lukas erzählt die Geschichte von Jonathans Familie, wobei sie 200 Jahre zurückreicht und uns auf unvergleichliche Weise jüdisches Leben in Trachimbrod näher bringt. Ganz zum Schluss übertrifft er sich selber und es entsteht eine Situation, die vor Spannung an den Nerven zehrt. Boris Aljinovic gelingt das sprachliche Meisterstück die Erzählweise des Alex in seiner gebrochenen Übersetzung darzustellen. Am Anfang mag es befremdlich wirken, doch schon bald zieht es den Hörer in den Bann. Fazit Es ist ein anspruchsvolles, wunderbar erzähltes (Hör-)Buch voller Komik, voller Liebe, voller Fantasie, aber auch voller Tragik. Eine Fülle urkomischer Szenen und Wortwechsel warten auf Entdeckung. Dieser Roman bietet ein äußerst gelungenes Nebeneinander von Witz und Katastrophe, Licht und Schatten; in jeder Epoche, jedem Land, jedem Menschenleben. Und die Einsicht, dass alles immer ganz anders ist, als man es sich vorstellt. Wer mit dem Buch Schwierigkeiten hatte, dem empfehle ich dieses Hörbuch wärmstens. Die eigentümliche - aber gewollte - gramatikalisch fehlerbehaftete Sprache von Alex kommt hier grandios dank Boris Aljinovic zur Geltung.

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