Jonathan Swift

 3.8 Sterne bei 271 Bewertungen
Autor von Gullivers Reisen, Jonathan Swift's Gulliver und weiteren Büchern.

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Gullivers Reisen

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Neu erschienen am 26.10.2018 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

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Gullivers Reisen

Gullivers Reisen

 (217)
Erschienen am 20.11.2017
Gullivers Reisen

Gullivers Reisen

 (1)
Erschienen am 11.09.2017
Gullivers Reisen

Gullivers Reisen

 (1)
Erschienen am 04.01.2017
Respektlose Schriften.

Respektlose Schriften.

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Erschienen am 01.01.1979
Satiren und Streitschriften

Satiren und Streitschriften

 (0)
Erschienen am 01.09.1993

Neue Rezensionen zu Jonathan Swift

Neu

Rezension zu "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift

Wertvolles Sammlerstück
Thomas_Lawallvor 4 Tagen


Da kommen Erinnerungen hoch. An Verfilmungen und das, was man in Kindertagen gelesen hat. Damals faszinierten die Superlative auf den Inseln "Lilliput" und "Blefuscu" sowie deren Umkehrung in "Brobdingnag". Kinderherzen schlugen höher, wenn fabuliert wurde, dass wohl mindestens 1724 Lilliputaner in den Körper Gullivers passen würden. Später durfte er an eigenem Leib erfahren, wie man sich als "Kleinwüchsiger" fühlt, als ihn ein Riese mit Daumen und Zeigefinger packte, um dieses vermeintlich gefährliche Tier zu inspizieren.

Natürlich waren das die entschärften Versionen für Kinder und Jugendliche, weshalb auch heute längst nicht jeder weiß, dass es sich bei "Gullivers Reisen" um einen satirischen Roman handelt. Aus heutiger Betrachtungsweise sind gesellschaftliche Seitenhiebe, die der Autor auf sehr originelle Art und Weise in seinen Text eingebaut und versteckt hat, eine kleine Sensation, und das nicht nur, weil sie teilweise mühelos auf heutige Verhältnisse übertragbar sind. 

Beispielsweise werden Kriege zwischen "Hochhacken" und "Flachhacken" ausgetragen. In der Tat geht es hier um eine ebenso langwierige wie ernsthafte Auseinandersetzung um die Höhe von "Schuhabsätzen". Es ist auch keineswegs egal, von welcher Seite man ein Ei aufschlägt. Usus war, dies am runden Ende zu tun, was der damalige Kaiser aber aufgrund eines ernsten Vorfalls unter Strafe stellte. "Rundendlerismus" galt fortan als Ketzerei. Allerdings regte sich in der Bevölkerung Widerstand und man ging lieber in den Tod, als sich zu unterwerfen und die Eier "fürderhin am spitzen Ende aufzuschlagen". 

Für die Deutung dieser Kuriositäten ist es deshalb für den an Hintergrundwissen interessierten Leser eine große Hilfe, das Lesebändchen in den Anmerkungen ab Seite 645 einzulegen, um anhand von 193 Fußnoten jeweils sofort nachschlagen zu können, was Jonathan Swift tatsächlich meinte und ausdrücken wollte. In diesem Zusammenhang sind auch die Anmerkungen der Übersetzerin interessant, die auf falsche Zeitangaben hinweisen. Unglaublich hingegen, dass er zwar Geistlicher war, mit Kritik bezüglich kirchlichen und politischen Themen aber keineswegs sparte und mit jener an der menschlichen Vernunft, die im vierten Kapitel den Höhepunkt findet, schon gar nicht! 

Die wohldosierten Worte des "Verlegers" in der Einleitung warnen vor einem "schlichten und einfachen" Schreibstil, gleichwohl vor einer umständlichen Ausdrucksweise. Dieses Leseerlebnis der ganz besonderen Art haben wir wohl der ambitionierten Übersetzungskunst von Christa Schuenkes zu verdanken. Zu diesem "Behufe" kann es durchaus sinnvoll sein, sich ein Zettelchen bereitzulegen, um gewisse Wortschätze einmal zu notieren, die im heutigen Sprachgebrauch leider fast völlig oder ganz verschwunden sind. Jene "Patina" war ihr ein Anliegen, auch jenes, welche die geneigte Leserschaft in den "fiktiven Realismus" Swifts geradezu eintauchen lässt. Das frühe 18. Jahrhundert fühlbar zu machen ist ihr gelungen. 

Weniger erbaulich ist der kleine Schriftgrad, der, insbesondere der älteren Leserschaft, einiges an eventuell nicht mehr vorhandener Sehstärke abfordert. Grenzwertig wird es gar in den einleitenden, kursiv gedruckten Texten der Kapitelanfänge sowie im winzigen Fußnotentext. "Lilliput" lässt grüßen.

Den positiven Gesamteindruck kann dieser Umstand jedoch "nichtsdestominder" schmälern. Die liebevolle Aufmachung des im Postkartenformat gestalteten Büchleins ist nicht nur die Jubiläumsausgabe zum 350. Geburtstag des Autors, sondern auch ein wertvolles Sammlerstück, wobei "welchselbiges" sich nach einmaligem Lesen nicht unbedingt ins Bücherregal verabschieden möchte, sondern am liebsten noch einmal gelesen werden möchte.

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Rezension zu "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift

Ein Klassiker der nicht an der Aktualität verloren hat
Seelensplittervor einem Monat

Meine Meinung zum Hörbuch:

Gullivers Reisen



Aufmerksamkeit:

Diesen Punkt findet ihr auf meinem Blog.

Inhalt in meinen Worten:

Wenn ich mir vorstelle wie Gulliver in einem fremden Land aufzuwachen, wo lauter kleine Menschen leben, gerade mal so klein wie mein Daumen, muss ich sagen, das ich in einer fantastischen Welt bin, doch für Gulliver (Schiffsarzt von Beruf) ist das keine Fantasie, er hat das wirklich erlebt, zumindest erzählt er davon.

Zu erst landet er bei den Liliputaner, dann bei den Riesen, dann bei einem Schiffsvolk und zusätzlich noch bei Pferden.

Jedes mal muss er bangen, das er überlebt, doch so ganz einfach ist das nicht. Er findet Freunde aber auch Wesen die gegen ihn agieren.

Letztlich ist es eine Reisebericht der besonderen Art und auf jeder einzelnen Reise kann man Dinge entdecken die man eben von zu Hause aus nicht kennt.

Lasst ihr euch auf die Reise ein?


Wie ich das Gehörte empfand:

Ich tat mir schwer mit der Geschichte zumindest am Anfang. Doch irgendwann verstand ich, um was es geht und muss gestehen, was für eine fantastische Art und Weise den Menschen die diese Geschichte entdecken klar zu machen, über alles einfach mal näher nachzudenken, sei es Politik, wie man mit anderen Menschen umgeht und wie man mit der Natur umgeht. Auf eine solch aktuellen und besonderen Art und Weise, dabei ist diese Geschichte schon ziemlich alt und erschien das erste Mal als Hörspiel 1985 doch davor gab es diese Geschichte auch schon. Das erste mal gab es diese Geschichte 1726 und der Autor ist ein anglikanischer Priester der diese Geschichte eigentlich als Satire schrieb, und doch hat diese Geschichte nicht an Bedeutung verloren.



Sprecher:

Für mich war es eine Überraschung viele bekannte Stimmen zu hören, bekannt unter anderem von Bibi Blocksberg (die Urstimme wie von den ersten Hörspielen) Karla Kolumna, und viele andere – für mich war das schon etwas kurios, diese Stimmen auf einmal auf einem anderen Hörspiel zu entdecken und zeitgleich freute ich mich, denn es sind Stimmen mit denen ich vom Kleinkind zum Jugendlichen und vom Jugendlichen zum Erwachsenen heranreifen durfte.

Die Sprecher machen dieses Hörspiel lebendig, es ist eine Geschichte die ohne Bilder funktioniert aber dafür mit Spannung und einer richtigen Portion Sarkasmus und ich muss extrem viel nachdenken um wirklich diese Geschichte richtig zu verstehen, denn die Botschaften die es schon in drei Jahrhunderten vor mir gab, hat einfach immer noch so viel Botschaft in sich.



Geschichte:

Ich musste manchmal ziemlich lachen, denn die Figuren in der Geschichte sind teilweise so kurios oder lustig. So gab es die Aufwecker. Die andere ständig weckten und sich auch, so gibt es Pferde die denken sie seien Menschen, es gibt Menschen die klein sind wie der Daumen und es gibt Menschen die größer sind als ein Berg, nämlich 12 Meter.

Irgendwie ist es dadurch wirklich fantastisch.



Charaktere: 

Dieses Hörspiel wimmelt voller Figuren und Charakteren. Die Hauptfigur ist Gulliver, der mir seine Geschichte erzählt und mit ihm erlebe ich seine Abenteuer. Doch gibt es auch andere Charaktere, die man übrigens auch noch heute antreffen kann, zwar in anderer Gestalt, doch man trifft sie auch heute noch.

Sei es derjenige der sich gerne überall Einschleimt, derjenige der gerne andere klatscht, egal zu welchem Moment, oder denjenigen der gerne sich erheben möchte und doch nur so klein wie eine Maus ist. Ein Klassiker an Charakteren, der einfach herrlich ist.



Empfehlung:

Ich empfehle diesen Klassiker als Hörbuch, denn dadurch ist die Geschichte doch noch einmal lebendiger. Das einzige was mich störte war das Ende, weil ich das Gefühl hatte da fehlt etwas, doch letztlich ist die Geschichte zu Ende und jeder darf sich überlegen, wie er die Geschichte selbst weiter fortsetzen würde.

Einfach und doch gespickt an Herausforderungen.



Bewertung:

Ich gebe Gulliver vier Sterne, auch wenn es mir recht gut gefallen hatte, war es eben doch auch etwas schwierig und ich musste mich wirklich auf diese Geschichte komplett einlassen, gar nicht so einfach.

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Rezension zu "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift

Entdeckungsreise und Gesellschaftskritik
AenHenvor 7 Monaten

Gullivers Reisen – ein Klassiker, den man seit Jahrzehnten kennt, als Kinderbuch als Puppenspiel oder Zeichentrick, wenn ich mich recht erinnere. Und dann hält man das Buch in den Händen und merkt, dass man es nur in einer sehr abgespeckten, und nach Beendigung der Lektüre möchte man fast sagen, seiner Bedeutung beraubten, sträflich verkürzten Form kannte. Hätte man mich letzte Woche nach den Reisen des Gulliver gefragt, ich hätte geantwortet, erst war er bei den Liliputanern, die sehr sehr klein sind und dann bei einem riesenhaften Volk, dessen Name ich vergessen habe. Aus beiden Umständen entstehen eine denkbare Menge an Problemen, in beiden Situationen schafft er es aber letztlich in freundschaftlichen Kontakt mit seinen ungleichen Gastgebern zu treten, verbringt einige Zeit in den wunderlichen Ländern und gelangt dann durch glückliche Umstände wieder zurück in seine englische Heimat. Doch dies ist weit weniger als die halbe Wahrheit oder der halbe Inhalt. Denn Gulliver unternimmt nicht zwei, sondern insgesamt vier unglückliche Schiffsreisen. Die dritte führt ihn zu einer schwebenden Insel, die mittels eines magnetischen Diamanten über ihrem Festland schwebt, also die bekannten Naturgesetze dort nicht gelten und die vierte zu einem Landstrich, in dem nicht die menschliche Rasse sondern Pferde die zivilisierte Gesellschaft darstellen, demnach vertauschte Rollen herrschen.
Allen vier Reisen ist gemein, dass Gulliver in Kontakt mit den Herrschenden der jeweiligen Ländern nicht nur in Kontakt sondern in lebhaften Austausch über Staatsführung, Werte, Moral, Politik, Gerichtswesen, Wissenschaft und Erziehungswesen, gesellschaftliche und menschliche Phänomene tritt und dabei immer die ihm bekannten englischen oder europäischen Maßstäbe hochhält und dabei auf vollkommenes Unverständnis, Unglauben und Kritik seiner fremden Gesprächspartner trifft. Besonders deutlich wird dies bei den letzten beiden Reisen – jenen die so oft offensichtlich weggelassen werden, um eine Abenteuergeschichte statt einer Politsatire zu erschaffen.

Denn so muss Gullivers Reisen gelesen werden. Ein satirischer, politkritischer, religionskritischer und gesellschaftskritischer Roman ganz im Sinne der frühen Aufklärung, in deren Einfluss der Entstehungszeitraum in den 1720er Jahren fällt. Und das erschreckende oder kuriose dabei ist, man kann ihm eine gewisse Aktualität auch heute nicht absprechen. Selbstverständlich leben wir heute in einer vollständig veränderten technisierten Welt und nicht in absolutistischen Staaten, aber viele Aspekte, ob sie nun Politik, Machtstreben, Verwaltung, menschliche Schwächen oder Erziehung betreffen, sind offensichtlich sehr zeitlos und vollkommen problemlos auf heutige Verhältnisse übertragbar.

Ein lesenswerter, oder neu-entdeckenswerter Klassiker, den man selbstverständlich nicht so locker leicht herunterliest wie einen x-beliebigen Krimi, der aber in jedem Falle empfehlenswert und einfach auch sehr interessant ist.

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Gespräche aus der Community

Neu
Die Votingrunde für die neuen Bücher hat Madame Swann ja bereits eröffnet.
Im Dezember haben wir aber zuerst noch "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift oder wie es in meinem Buch heißt: "Reisen in verschiedene ferngelegene Länder der Erde von Lemuel Gulliver - erst Wundarzt, später Kapitan mehrerer Schiffe".

Es gibt wohl kaum jemanden, der von dieser Geschichte nicht schon mal gehört hat. Aber ich muss zugeben, dass ich das Buch noch nie gelesen habe. Ich kann mich noch vage an einen Film erinnern, da der Stoff ja auch schon oft verfilmt wurde. Beachtung finden aber meist nur die ersten beiden Teile, im Land der Zwerge und der Riesen. Daher freue ich mich gerade auf die anderen beiden Teile, da ich davon noch gar nichts weiß.

Also dann viel Spaß uns allen! =)
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Jonathan Swift wurde am 30. November 1667 in Dublin (Irland) geboren.

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