Gullivers Reisen

von Jonathan Swift 
3,9 Sterne bei210 Bewertungen
Gullivers Reisen
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (145):
MikeGordens avatar

Spannende Geschichte in der Sprache seiner Zeit. Gesellschaftspolitisch war Swift ihr eindeutig voraus. Eigentlich sogar unserer Zeit.

Kritisch (20):
Icelegss avatar

Kluge Gedanken über die Gesellschaft aber mühsame da alte Ausdrucksweise.

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Inhaltsangabe zu "Gullivers Reisen"

Nie war er aktueller als heute – Swifts «Gulliver» in der gültigen deutschen Übersetzung zum Jubiläum!

Gullivers Reisen nach Lilliput und zu den Riesen kennt jedes Kind. Und doch ist Swifts Fantasy-Saga vor allem ein eindrucksvolles Leseabenteuer für Erwachsene – tiefsinnig, amüsant, subversiv und desillusionierend –, eine zeitlos gültige Generalabrechnung mit menschlicher Dummheit und Selbstüberschätzung, ja eine besonders frühe Form der Polit-Satire: Die mit unerschöpflicher Fabulierlust bis ins Detail realistisch gestalteten Erlebnisse Gullivers in fremden Reichen sind gespickt mit polemischen Seitenhieben auf Staat, Kirche oder Rechtswesen.
Zum 350. Geburtstag des Autors am 30. November 2017 erscheint Christa Schuenkes kongeniale Übersetzung nun in der neu gestalteten Manesse Bibliothek - für alle, die den Menschen immer noch für die Krone der Schöpfung halten. Ein Klassiker, wie er gegenwärtiger gar nicht sein könnte!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783717520788
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:704 Seiten
Verlag:Manesse
Erscheinungsdatum:20.11.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.01.2006 bei Ueberreuter erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    AenHens avatar
    AenHenvor 4 Monaten
    Entdeckungsreise und Gesellschaftskritik

    Gullivers Reisen – ein Klassiker, den man seit Jahrzehnten kennt, als Kinderbuch als Puppenspiel oder Zeichentrick, wenn ich mich recht erinnere. Und dann hält man das Buch in den Händen und merkt, dass man es nur in einer sehr abgespeckten, und nach Beendigung der Lektüre möchte man fast sagen, seiner Bedeutung beraubten, sträflich verkürzten Form kannte. Hätte man mich letzte Woche nach den Reisen des Gulliver gefragt, ich hätte geantwortet, erst war er bei den Liliputanern, die sehr sehr klein sind und dann bei einem riesenhaften Volk, dessen Name ich vergessen habe. Aus beiden Umständen entstehen eine denkbare Menge an Problemen, in beiden Situationen schafft er es aber letztlich in freundschaftlichen Kontakt mit seinen ungleichen Gastgebern zu treten, verbringt einige Zeit in den wunderlichen Ländern und gelangt dann durch glückliche Umstände wieder zurück in seine englische Heimat. Doch dies ist weit weniger als die halbe Wahrheit oder der halbe Inhalt. Denn Gulliver unternimmt nicht zwei, sondern insgesamt vier unglückliche Schiffsreisen. Die dritte führt ihn zu einer schwebenden Insel, die mittels eines magnetischen Diamanten über ihrem Festland schwebt, also die bekannten Naturgesetze dort nicht gelten und die vierte zu einem Landstrich, in dem nicht die menschliche Rasse sondern Pferde die zivilisierte Gesellschaft darstellen, demnach vertauschte Rollen herrschen.
    Allen vier Reisen ist gemein, dass Gulliver in Kontakt mit den Herrschenden der jeweiligen Ländern nicht nur in Kontakt sondern in lebhaften Austausch über Staatsführung, Werte, Moral, Politik, Gerichtswesen, Wissenschaft und Erziehungswesen, gesellschaftliche und menschliche Phänomene tritt und dabei immer die ihm bekannten englischen oder europäischen Maßstäbe hochhält und dabei auf vollkommenes Unverständnis, Unglauben und Kritik seiner fremden Gesprächspartner trifft. Besonders deutlich wird dies bei den letzten beiden Reisen – jenen die so oft offensichtlich weggelassen werden, um eine Abenteuergeschichte statt einer Politsatire zu erschaffen.

    Denn so muss Gullivers Reisen gelesen werden. Ein satirischer, politkritischer, religionskritischer und gesellschaftskritischer Roman ganz im Sinne der frühen Aufklärung, in deren Einfluss der Entstehungszeitraum in den 1720er Jahren fällt. Und das erschreckende oder kuriose dabei ist, man kann ihm eine gewisse Aktualität auch heute nicht absprechen. Selbstverständlich leben wir heute in einer vollständig veränderten technisierten Welt und nicht in absolutistischen Staaten, aber viele Aspekte, ob sie nun Politik, Machtstreben, Verwaltung, menschliche Schwächen oder Erziehung betreffen, sind offensichtlich sehr zeitlos und vollkommen problemlos auf heutige Verhältnisse übertragbar.

    Ein lesenswerter, oder neu-entdeckenswerter Klassiker, den man selbstverständlich nicht so locker leicht herunterliest wie einen x-beliebigen Krimi, der aber in jedem Falle empfehlenswert und einfach auch sehr interessant ist.

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    ForeverAngelvor einem Jahr
    Wunderschöne Ausgabe

    Ich finde es immer wieder faszinierend, Geschichten, die ich aus meiner Kndheit kenne, noch einmal zu lesen. Vor allem, wenn es sich dabei um Klassiker handelt. Mit den meisten Klassikern konnte ich damals nicht viel anfangen, die habe ich erst im Studium zu schätzen gelernt, aber ein paar mochte ich damals schon. Alice im Wunderland, Der Zauberer von Oz, Winnie the Puh, Gullivers Reisen... Als Kind sind es einfach nur zauberhafte Geschichten. Als Erwachsene erkennt man plötzlich, dass sie so viel mehr sind. Lemony Snickets A Series of Unfortnate Events sah ich plötzich in einem ganz anderen Licht, als ich die 13 Bände für meine Literaturabschlussarbeit an der Uni noch einmal las. Und auch Gullivers Reisen hatten diese Wirkung auf mich.

    Diese wunderschöne bibliophile Ausgabe aus dem Manesse Verlag hat nun also ihren Weg in mein Bücherregal gefunden. Sie erschien anlässlich des 350ten Geburtstages des Autors in der Übersetzung von Christa Schuenkes. Für so ein Büchlein ist sie alles andere als preiswert, aber das ist es mir wert und außerdem hat dieses kleine Buch stolze 704 Seiten, was man ihm auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Und sie passt optisch perfekt neben meine Frankstein Ausgabe aus dem Manesse Verlag.

    Das Buch besteht nicht nur aus Gullivers wundersamen Reisen, die auf vier Kapitel aufgeteilt sind. Es gibt auch noch einen Anhang mit vielen zusätzlichen Informationen für alle, die mehr über die Hintergründe erfahren wollen. Denn Gullivers Reisen ist nicht nur Fantasy, es ist auch eine politische Satire über die damalige Zeit.

    Diese wunderschöne Ausgabe ist ein Muss für jeden Fan und für jeden Nostalgiker.  

    (c) Books and Biscuit

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    itwt69vor einem Jahr
    Reise nach Utopia

    Gullivers Reisen beschreibt 4 teils aberwitzige und völlig utopische Reiseberichte über ferne Länder bzw. Inseln und deren seltsame Bewohner. Liliputaner und Riesen, schwebende Inseln und ein Land, in dem pferdeähnliche Wesen über verwahrloste Yähu's (Menschen) herrschen.  Die ersten beiden lesen sich sehr flüssig und sind interessant. Den dritten fand ich zuweilen abstoßend und musste etwas "abkürzen". Der 4. war dann wieder in Ordnung, so unglaubwürdig sich das Ganze auch las. Letzendlich schließt das Buch mit einem Appell an die Moral, der sicherlich auch in heutigen Zeiten seine Berechtigung hat. Überrschend fand ich es auch, dass schon zu dieser Zeit (Anfang 18.Jahrhundert) in allen besuchten Gebieten eine Art "Bevölkerungskontrolle" herrschte - das würde der Alten und Neuen Welt heutzutage gut zu Gesicht stehen.

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    jennifer_hubervor 5 Jahren
    Endlich für Erwachsene


    Man glaubt es kaum, aber bisher kannte ich nur die Kinderversionen dieses tollen Klassikers - mal ganz abgesehen von den meist ebenso kindlich-kindischen Verfilmungen.
    Aber all diese werden dem Original ÜBERHAUPT nicht gerecht.
    Swifts Original (hier in einer sehr schönen alten, aber überarbeiteten Übersetzungen) ist reich an Sprachwitz, steckt voller (auch tiefgründiger) Bilder und abstruser Begebenheiten. Schon nach wenigen Seiten ist man völlig drin in der Geschichte.
    Mir ist schon klar, dass dieses Buch für damalige verhältnisse mit geradezu unerhörten (sozialen) Ideen auftrumpfte. Wenn man diesen Umstand beim Lesen im Hinterkopf behält, macht der Genuß nur noch mehr Spaß.
    Nein, das ist wirklich kein Kinderbuch

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    stefanie_alexandra_wittgensteinvor 5 Jahren
    Anders als die Kinderversion


    Dieses E-Book ist KOMPLETT anders als die bekannten Kinderversionen.
    Schon komisch, wie die Übersetzer/Verleger in all den Jahren seit der Erstveröffentlichung auf die Idee gekommen sind, dieses Buch als Kinderbuch zu verwurschten.
    Jedenfalls ein sehr interessanter Roman, wenn auch in einer (natürlich) altbackenen Spachen, die mir aber sehr gut gefällt.
    Und wenn sich Gulliver an der Palastmauer des Königs erleichtert, ist das schon sehr komisch... gab's an in der Kinderversion aber nicht zu lesen HIHIHI

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    peterg90vor 5 Jahren
    Die Sprache macht es...

    Die Sprache macht es... ganz klar. Die Handlung, das Stauen, die Empörung Gullivers, wenn er von den (weiblichen) Riesinnen missbraucht wird. Der Ekel vor den anderen komischen Gestalten der beiden letzten Reisen. Und dann die Scham... (STOP, will nicht spoilern). Schon verständlich, dass dieses Buch bei Veröffentlichung eingeschlagen hat wie eine Bombe.

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    svetlana_schmidtchenvor 5 Jahren
    Kunterbunter Reisebericht, der so richtig stinkt (aber nicht wörtlich!)


    Ich finde es nur angebracht, dass der Verlag warnt, dass es sich hierbei nicht um eine kindgerechte Fassung handelt; nicht, weil Kinder heutzutage nichts mehr gewöhnt wären (im Gegenteil), sondern weil Erwachsene lieber eine entschärfte Version lesen würde, die vor allem nicht so anspruchsvoll ist.
    Ich würde sagen: der beste, frechste, kühnste zusammengesponnene Reisebericht, den die Welt der Literatur je gesehen hat.
    Wirklich, Swift ist mit der Feder (auch der übersetzen) so nahe an den wirklich aus allen Körperöffnungen stinkenden Riesen und Riesinnin dran, dass man meint, es vor der Nase riechen zu können.

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    Rory_2102vor 5 Jahren
    Utopisch

    Insgesamt besteht das Buch aus 3 Geschichten. Die bekannteste Geschichte mit den Lilliputanerns war ganz interessant, was sich hier der Auto alles einfallen hat lassen. Die anderen 2 bauen alle auf dem selben Schema auf und waren deshalb nicht mehr so spannend, aber total utopisch und fantasievoll.

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    Favolevor 6 Jahren
    Rezension zu "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift

    Die Abenteuer von Gulliver sind weit mehr als spannende Geschichten über fremde Orte.

    Inhalt: Dr. Lemuel Gulliver ist Anfang des 18. Jahrhunderts als Wundarzt und später als Kapitän auf verschiedenen Schiffen in der Welt unterwegs. Durch missgünstige Umstände gelangt er jedoch immer in ein bis dahin unbekanntes Land, findet jedoch stets mit neuen Erkenntnissen den Weg zurück nach England.

    Meinung: Gullivers Reisen sind wohl vielen bekannt , aber - wie auch mir bei Lesebeginn - oft nur die Reisen nach Liliput (das Land der "Zwerge") und nach Brobdingnag (dem Land der "Riesen"). Danach führen ihn die Umstände auch noch auf eine schwebende Insel und zuletzt in das Land der Houyhnhnms. Mehr möchte ich zu letzteren beiden auch gar nicht verraten.
    Viel interessanter war für mich jedoch der Umstand, dass das Buch vor allem eine politische Satire ist, die in jedem Teil mehr oder weniger deutlich hervortritt. Aufgrund der beschränkten Zeit- und Ortskenntnis waren die Anmerkungen und auch das Nachwort meiner Ausgabe sehr hilfreich, da sie mir erläuterten, was Swift mit bestimmten Abschnitten gemeint hat. Dies war leider nicht immer ganz so interessant, da es jetzt auch einfach nicht mehr aktuell ist. Die ebenfalls enthaltene Gesellschaftskritik, insbesondere im letzten Teil, kann jedoch auch heute noch in gewisser Weise Anwendung finden, was mich doch überraschte.
    Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, obwohl so manche Stelle doch einmal lang werden kann. Insbesondere im ersten Teil waren die Anmerkungen recht zahlreich und haben mich dadurch im Lesefluss gehindert - Auslassen wollte ich sie aufgrund der Hintergrundinfos jedoch auch nicht. Die Charaktere, insbesondere natürlich der des Gulliver sind schön gezeichnet, die Handlung gut durchdacht, aber manchmal auch etwas wiederholend in den einzelnen Reisen (er landet irgendwo allein, er wird stets bis zum Herrscher gebracht und kommt wieder durch etwas Glück und Zufall nach hause zurück). Leider konnte ich nicht alle Ironie wirklich verstehen, aber dafür ist das Buch auch nicht direkt aktuell.

    Fazit: Gullivers Reisen ist nicht das, was ich erwartet hatte, aber dennoch ein sehr lesenswerter Klassiker, der mit ein bisschen Interesse an Geschichte und Politik (Englands) durchaus ein schöner Zeitvertreib sein kann.

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    Aurons avatar
    Auronvor 6 Jahren
    Rezension zu "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift

    Als es noch weiße Flecken auf der Landkarte gab, war die Welt noch aufregender! Der eindrucksvolle Klassiker von Swift entführt uns in die Welt des 19. Jahrhunderts, das um diverse exotische und fantastische Elemente erweitert wurde. Zusammen mit Gulliver reisen wir um den Globus und entdecken wundersame Örtlichkeiten und Völker. Ein schöner Einblick in die Denkweise der Vergangenheit, in der Unerklärliches noch Platz hatte....

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Favoles avatar
    Die Votingrunde für die neuen Bücher hat Madame Swann ja bereits eröffnet.
    Im Dezember haben wir aber zuerst noch "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift oder wie es in meinem Buch heißt: "Reisen in verschiedene ferngelegene Länder der Erde von Lemuel Gulliver - erst Wundarzt, später Kapitan mehrerer Schiffe".

    Es gibt wohl kaum jemanden, der von dieser Geschichte nicht schon mal gehört hat. Aber ich muss zugeben, dass ich das Buch noch nie gelesen habe. Ich kann mich noch vage an einen Film erinnern, da der Stoff ja auch schon oft verfilmt wurde. Beachtung finden aber meist nur die ersten beiden Teile, im Land der Zwerge und der Riesen. Daher freue ich mich gerade auf die anderen beiden Teile, da ich davon noch gar nichts weiß.

    Also dann viel Spaß uns allen! =)
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