Jonathan Swift Reise in das Land der Hauyhnhnms

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Inhaltsangabe zu „Reise in das Land der Hauyhnhnms“ von Jonathan Swift

Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten. (Quelle:'Fester Einband/02.03.2013')

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  • Rezension zu "Reise in das Land der Hauyhnhnms" von Jonathan Swift

    Reise in das Land der Hauyhnhnms

    sabisteb

    27. September 2011 um 14:44

    Nachdem Gulliver seine Frau schnell mal geschwängert hat, verlässt er nach fünf Monaten England erneut. Dieser Mann ist einfach nicht lernfähig. Natürlich kommt es, wie es kommen muss, das erste Mal Kapitän baut er gleich Mist und heuer Piraten als Crew an. Verdienter Weise setzen diese ihn auf einer unbewohnten Insel aus und es kommt wie es kommen muss: Gulliver ist erneut ein Wundertierchen, denn hier sind die Pferde die vernunftbegabten Wesen, die sich Houyhnhnms nennen und die Menschen, die hier Yahoos genannt werden und nichts mit der gleichnamigen Suchmaschine gemeinsam haben, sind die Tiere. Natürlich ist Gulliver anders, er ist besser als ein normaler Yahoo, wie könnte es anders sein. Er wird beim Herrscher in die Familie aufgenommen, lernt die Sprache und erklärt denen seine Heimat (irgendwoher kennen wird das schon... Ach ja, Reise 1 und 2). Es wird langsam langweilig. Ein Schema dreimal zu wiederholen macht es nicht besser zumal sich der Autor in dieser vierten Reise selber wiederholt und recycelt. Seit den ersten drei Reisen muss der Autor wohl noch einmal deutlich verbitterter geworden sein, den mittlerweile hasst er die Menschen und die Frauen im Besonderen. Die Menschen, die er hier als Yahoos bezeichnet sind scheußlich. Sie ernähren sich von Hunden und Eseln und krepierten Kühen. Halten ihr Essen in den Vorderpfoten und zerreißen dieses mit den Zähnen. Es scheint, mit den englischen Tischsitten war es damals nicht weit her oder war Swift ein Vegetarier oder womöglich Veganer? Der Autor propagiert in diesem Band Gedankengut, das einfach Menschenverachtend ist und an eine Rassenlehre erinnert, die vor allem wird Deutsche in schlechter Erinnerung haben: "Dieser Verschiedenheiten von unserer Gesichtsbildung sind aber allen wilden Nationen gemein, deren Gesichtszüge verdorben werden, weil sie ihre Kinder auf dem Boden herumkriechen lassen oder sie auf dem Rücken tragen, so dass die Kinder mit dem Gesicht über der Schulter ihrer Mutter gesäugt werden." Zudem zeigt sich erneut, wie schon in der dritten Reise seine mangelnde naturwissenschaftliche Bildung, denn er behauptet doch tatsächlich "Wir bemerken ja, daß kein Geschöpf außer dem Menschen das Salz liebt" DAS jedoch war sicherlich damals schon Allgemeinwissen. Dem Vieh gibt man Lecksteine! Für Swift sind die Menschen/Yahooos sind die gelehrigsten aller Tiere und Menschen sind listig, verräterisch, boshaft, niederträchtig und grausam (Das ewig gleiche Gejammer seit der Antike). Und erneut wird deutlich, dass der Autor Frauen hasst: Ja, Frauen vererben Krankheiten, die Männer und Söhne krank machen. Frauen als das Übel der Welt, blablabla, der spricht der Kleriker. Der Kerl ist unglaublich frustriert und lässt im Buch seine aufgestauten Frustrationen ab. Das zeigt sich auch darin, dass ihm Tiere mittlerweile lieber als Menschen sind, dabei hätte er menschliche Gesellschaft nötig, vor allem die weiblichen, damit er endlich seinen Samenstau loswird, der steigt ihm langsam zu Kopfe. Ach ja, das Klischee fehlte noch, Frauen sind Hypochonder und leiden von Natur aus an Liederlichkeit, Koketterie, Tadelsucht und Klatscherei. Eine wirklich schreckliche Erfahrung die Gulliver dann auch noch machen muss: Ein Weib umarmt ihn in der ekelhaftesten Weise.... Obwohl ihr Gesicht war gar nicht so scheußlich wie bei den übrigen, so dass er glaubt, sie wäre gerade 11. - Wenn man bedenkt, dass Swift sich in Vanessa verguckte als sie um die 16 war und sie dann älter doch abservierte, wirft das doch ein eher scheles Licht darauf, dass er Angst vor Frauen hat, aber kleine Mädchen OK findet. Zwischendurch das Üblich, was man aus den ersten drei Reisen kennt: Premierminister bashing und wo wir gerade dabei sind, "junge Lords werden von Kindheit an in Faulheit und Üppigkeit aufgezogen; sobald es ihr Alter erlaube, verbrauchten sie ihre Kraft und erhielten schmähliche Krankheiten von liederlichen Weibern; sobald ihr Vermögen ruiniert sei, heirateten sie eine Frau, und zwar nur des Geldes wegen, aus niederem Stande, hässlich und ungesund, die sie alsdann hassten und verachteten. Die Sprösslinge solcher Ehen seinen rhachitische, skrofulöse und entstellte Kinder." Erneut bekommt das Rechtswesen sein Fett weg, das hatten wir schon in den ersten drei reisen. Der Gute fängt an, sich zu wiederholen. Er setzt die juristische Amtsspreche mit dem Rotwelchen gleich und stellt Richter und Betrügern auf eine Stufe. Nebenbei wirf er ihnen vor genau wie die in der dritten Reise erwähnten Wissenschaftler Fachidioten zu sein. Auf jeden Fall kann sich Swift mit Tucholsky einreihen, denn er sagt auch dass Menschen/Yahoos, vor allem Soldaten, Mörder sind, nur nicht explizit. Da rühmt sich der Autor einer klaren Sprache und gerade, wenn es darauf ankommt fängt er an aufzuzählen und zu schwafeln. Auch an andren Stellen wie "Verschiedenheit der Meinungen haben mehrere Millionen Leben gekostet" - Auf allem hackt Swift rum, ist aber letztendlich zu feige zu schreiben, dass selbst die Pest weniger Leben gekostet hat als Religionskriege. Erst im letzten Kapitel wird endlich auch der Kolonialismus mit direkten Worten getadelt, das hätte er mal im Text machen sollen das wäre ein deutlich besseres Thema gewesen als Rassenhygiene. 'Die Masse unseres Volkes werde zu einem elenden Leben gezwungen und müsse jeden Tag um geringen Lohn arbeiten, damit wenige im Überfluss leben könnten' Da fragt man sich schon, hat Marx bei Swift geklaut? Swifts Universalkur für alle Yahoo/Menschenkrankheiten - Lass sie ihre Exkremente fressen trifft wohl einen Großteil der tatsächlichen Rezepturen der damaligen Zeit. Fazit: Der Autor geht mir langsam auf die Nerven. Er verspritzt Gift und Galle, ist bösartig und verbreitet Gedankengut, dass Hitler erfreut haben würde. Die Ehepraktiken der Pferde erinnern stark an Nazi Rassenideologie übelster Art. Gulliver macht sich Kleidung aus Menschenfell und ein Kanu aus Menschenhäuten und dichtet dieses mit Menschenfett ab... - Ohne Worte, besser mir fehlen fast die Worte. Das erinnert an Auschwitz, nur waren es Lampen und Seife. War das vielleicht Pflichtlektüre im dritten Reich? Jaaaaa, Pferde (Tiere) allgemein sind ja soooooooooo tugendhaft und würden nie Artgenossen töten. Erzähl das einem Löwen, der die Kinder seines Konkurrenten tötet, damit sein Harem sofort wieder rollig wird. Erzähl das Affen, die Jagd auf andere Affenarten machen, um sich Fleisch zu besorgen... Wieder mal ein eklatanter Mangel an biologischer Vorbildung bei Herr Swift. Der Autor will belehren aber nicht unterhalten. Oh, mein Gott, besonders bei der vierten Reise habe ich da schwerste Bedenken. Er ist angeblich auch nicht Böswillig und wird von keinen Vorurteilen geleitet (das sehe ich anders).

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