Jonathan Swift Reise nach Brobdingnag Gullivers Reisen - Zweiter Teil

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Inhaltsangabe zu „Reise nach Brobdingnag Gullivers Reisen - Zweiter Teil“ von Jonathan Swift

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  • Rezension zu "Reise nach Brobdingnag Gullivers Reisen - Zweiter Teil" von Jonathan Swift

    Reise nach Brobdingnag Gullivers Reisen - Zweiter Teil
    sabisteb

    sabisteb

    26. September 2011 um 10:40

    Schon zwei Monate nach seiner Rückkehr hällt nichts mehr Gulliver in seiner Heimat England (kein Wunder, so wie er im ersten Teil über sein wunderbares Heimatland hergezogen ist, scheint es so wunderbar doch nicht zu sein). Erneut fährt er als Arzt zur See und strandet in einem ungenannten Land. Diesmal, weil seine Kammeraden rechtzeitig abhauen, als sie die Riesen sehen und Gulliver einfach zu weit weggewandert ist und das letzte Boot verpasst. Ein Riese findet Gulliver und nimmt ihn als Wundertier mit nach Hause und wittert schon bald das große Geschäft. Der Riesenbauer geht auf Reisen und führt Gulliver vor und macht damit so richtig Kasse, bis die Königin ihm Gulliver abkauft. Die neunjährige Tochter des Riesen namens Glumdalclitch, mit der Gulliver sich angefreundet hat, darf als seine Pflegerin am Hofe bleiben. Die zweite Reise ist eine minimale Abwandlung der ersten Reise. Gulliver landet in einem unbekannten Land, diesmal ist er der Liliputaner aber erneut ein Wundertierchen. Er lernt die Sprache, wird vorgeführt und erklärt den Landesherrschern sein wunderbares England. Bei dieser Gelegenheit rechnet er mit dem englischen Rechtssystem ab indem er den König dieses hinterfragen lässt. Neben der bereits im ersten Band beobachteten Fixierung auf Toilettengänge, hat der Autor anscheinend auch ein Problem mit großen Frauen und vor allem deren Brüsten, die ihn anekeln. 'Ich gestehe, nie hat mir ein Gegenstand solchen Eckel erregt wie der Anblick ihrer ungeheuren Brust, die ich mit nichts vergleichen kann, um dem neugierigen Leser einen Begriff von ihrer Größe, Form und Farbe zu geben. Die Warze war halb so dick wie mein Kopf, und die Farbe derselben sowie auch die der Brust so sehr mit Flecken, Finnen und Sommersprossen besät, dass kein Gegenstand ekelhafter in die Augen fallen kann" (Kapitel 1). "Sie entkleideten mich oft von Kopf bis Fuß und legten mich mit voller Länge an ihren Busen, was mir den höchsten Widerwillen erregte, weil ein sehr fataler Geruch aus ihrer Haut hervordrang. [...] Sie pflegten sich nackt auszuziehen, ihre Hemden anzulegen, während ich auf ihrem Putztisch gerade vor ihren entblößten Gliedern stand, ein Anblick, der keineswegs verführerisch auf mich wirkte, sondern bei mir allein Schauder und Widerwillen erregte [...] mit Haare versehen, welche so dick wie Bindfäden herabhingen, um die übrige Beschreibung ihres Körpers zu übergehen." Kapitel 5 Besonders auffällig, wenn man Swifts Biografie bedenkt. Zwei Frauen standen auf ihn und rivalisierten. Keine wollte er haben. Stella heiratete er dann, aber nur unter der Bedingung, dass es geheim bliebe und sie lebten wie gute Freunde nicht beisammen. Verheiratet gerade mal auf dem Papier. Der Kerl stand auf Sauberkeit (erwähnt Swift) auch. Das scheint mir einen extrem neurotischen Mann ohne wirklichen Bezug zum Weiblichen Geschlecht zu charakterisieren. Zudem scheint der Autor große Angst vor großen, starken Frauen zu haben. Die erste Hälfte der Reise ist zäh und langweilig. Ein neuer Aufguss der Liliput Reise. Sprache lernen, vorgeführt werden, sich bis in höchste Kreise hocharbeiten und dann geballt über das eigenen Vaterland herziehen, natürlich nicht direkt, sondern indem der Monarch mal ein wenig nachhackt. Diesmal bekommt das englische Justizsystem sein Fett weg und der faule, träge Adel. Swifts Urteil über seins Landsleute ist vernichtend: "..., daß die Masse Ihrer Eingeborenen [Enländer], das verderblichste Geschlecht von kleinem Gewürme bildet, dem die Natur jemals erlaubt hat, auf der Oberfläche der Erde umherzukriechen." Fazit der zweiten Reise: Das Schema erinnert an Radiocomics, die jeden Tag nach dem gleichen bekannten Schema ablaufen und nur leicht variiert werden. Gulliver geht auf Reisen, geht verloren, landet in unbekanntem Land, wird als Wundertier bestaunt, erklärt dem lokalen Monarchen sein wunderbares England und rechnet bei der Gelegenheit mit allem ab, was ihm gerade unliebsam ist. In Band 1 mit persönlichen Konkurrenten, in Band 2 mit der Justiz. Erst Liliputaner, dann als Umkehrung Riesen als Hintergrund, nicht sonderlich innovativ, so sehr Scott ihn auch Rühmen mag. Bissig ist die Satire nach heutigen Maßstäben auch nicht wirklich, denn die Kritikpunkte werden ziemlich direkt und haufenweise aufgelistet, was in dieser Häufen deutlich an Witz einbüßt. Die erste Hälfte der Reise ist in ihrer Vorhersehbarkeit dabei auch noch extrem langweilig und vorhersehbar, was die Geschichte nicht wirklich besser macht.

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