Die Rache der Polly McClusky

von Jordan Harper 
4,1 Sterne bei75 Bewertungen
Die Rache der Polly McClusky
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Positiv (60):
R

Ein spannender Roadmovie um ein ungewöhnliches Vater-Tochter-Duo.

Kritisch (4):

Gewalt und Drogensumpf um ein Kind herum. Das ist nicht meine Welt.

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Inhaltsangabe zu "Die Rache der Polly McClusky"

Vater und Tochter auf der Flucht: „Jordan Harpers Sätze treffen mit der Wucht einer Shotgun“ Los Angeles Magazine

Polly McClusky ist elf und eigentlich zu alt für den Teddybär, den sie überallhin mitnimmt, als überraschend ihr Vater Nate vor ihr steht. Der ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um Polly das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Nate hat sich im Knast einen mächtigen Feind gemacht: die Gang Aryan Steel hat ihn und seine Familie zu Freiwild erklärt. Nates Exfrau wurde bereits getötet, Polly ist die Nächste auf der Liste. Auf der Flucht durch Kalifornien werden Vater und Tochter zu einem starken Team. Nates Kampftraining macht aus dem schüchternen Mädchen einen selbstbewussten Fighter. Und durch Pollys Scharfsinn halten sie den Vorsprung vor ihren Verfolgern. Bald ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann.

"Ergreifendes Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung, umzäunt von Stacheldraht." Booklist

„Ein junger Autor, der nur noch kurze Zeit unter dem Radar bleiben wird. Jordan Harper schlägt ein wie das sanfte Brennen eines Schluck Whiskeys.“ Huffington Post

Ausgezeichnet mit dem Edgar Award in der Kategorie Best First Novel

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550081507
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:23.02.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.02.2018 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

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    RubyKairovor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender Roadmovie um ein ungewöhnliches Vater-Tochter-Duo.
    Ergreifendes Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung, umzäunt von Stacheldraht.

              Harter Überlebenskampf auf den Straßen der USA, kompromisslos und brutal. Wenn Road-Trips im Verbrechermilieu angesiedelt werden, ist von vornherein klar: Hier wird es schwer gewaltätig. Es gibt einige Parallelen beim Handlungsverlauf zwischen dem vorliegenden Roman "Die Rache der Polly McClusky" des Autors Jordan Harper und solchen Gangsterfilmen wie "Bonnie and Clyde", aber noch mehr Unterschiede. Vor allem ein Detail ist wesentlich: Hier suchen nicht zwei Erwachsene, sondern Vater und Tochter ihr Heil in der Flucht auf der Straße - Gesetzesüberschreitungen inklusive. Zum anderen zieht die elfjährige Polly nicht freiwillig mit ihrem Erzeuger durch die Lande, sondern wird von ihm mehr oder weniger gekidnappt, als sie aus der Schule kommt. Das wiederum weckt Assoziationen zu dem Film "Perfect World". Doch hat der vorliegende Roman seinen ganz eigenen Duktus. Bestimmt wird dieser vom eigenwilligen Charakter der beiden Hauptpersonen. Der Vater: wortkarg, derb, kaltschnäuzig, reichlich ausgestattet mit Beschützerinstinkt und ferngesteuert von einem toten Bruder. Die Tochter: introvertiert, schüchtern und doch voller innerer Revolte, intelligent, fantasiebegabt und meisterlich im Übertragen von Gefühlen und Gedanken auf ein Stofftier. Und so muss ein alter Teddybär herhalten für Pollys emotionale Eruptionen, was selbst diesem hartgesottenen Dad verblüfft. Natürlich hat Nate McClusky Gründe für sein Handeln. Doch Polly, die überzeugt ist, von der Venus zu stammen, braucht Zeit, um sie zu begreifen. Zunächst ist das Mädchen paralysiert, vor allem, als es nebenbei hört, dass die Mutter und der Stiefvater brutal ermordet wurden. Polly glaubt, ihr Vater, der soeben aus dem Knast entlassen wurde, sei es gewesen. Sie will fliehen. Es gelingt nicht. Was folgt, ist ein andauernder, gewaltfreier schweigender Kampf mit Nate, doch endlich begreift sie: Es geht um ihr Leben. Und natürlich das ihres Vaters. Der Boss einer einflussreichen Gangstergruppe hat einen Hinrichtungsbefehl gegen alle Mitglieder der McClusky-Familie erlassen, wobei er auch andere Gangs mit einem Kopfgeld für die Vollstreckung köderte. Nate weiß, dass die Polizei ihm nicht helfen wird oder kann. Mit zunehmender Rasanz, aber auch Brutalität gestalten sich die kommenden Wochen auf der Straße, in diversen Autos, in verschiedenen Städten. Aus Vater und Tochter wird ein Gespann. Sie sind Überlebenskünstler. Und doch weiß Nate, dass es so nicht weitergehen kann. Der raue Kerl mit der harten Schale zeigt seinen weichen Kern. Was er nie für möglich gehalten hatte: Seine Tochter wird sein Ein und Alles. Und auch umgekehrt. Auf ihrem Weg durch die USA lernen Vater und Tochter nach und nach sich zu lieben. Polly merkt, dass sie den harten Mann nicht nur zum Überleben braucht. Doch mit Idylle hat dieses familiäre Zusammenwachsen rein gar nichts zu tun, denn die Ursachen dafür bleiben die gleichen. Und so schildert Harper seine Geschichte mit einer Wucht, die den Leser nach Luft schnappen lässt. Oder, die Story "schlägt ein wie das sanfte Brennen eines Schluck Whiskeys und trifft tief in den Bauch mit seiner Tour de Force". Wer meint, auch nur halbwegs mit dem US-amerikanischen Rechtssystem samt seinen Ermittlungsbehörden aus Literatur und anderen Medien vertraut zu sein, kann seine gesammelten Erkenntnisse über Board werfen. Die Realität nach diesem spannenden Roman ist ungleich härter und weniger auf Happy End ausgerichtet. Dementsprechend ist die Sprache Harpers auch kompromisslos, die Protagonisten zumeist verroht und erbarmungslos - im günstigsten Fall dämlich oder feige. Und nur in Ausnahmefällen gut und menschlich. Und seine indirekte Kritik an der Rechtsordnung erinnert mitunter an die eines John Grisham. Es ist nur die eine Seite eines Staates die der Autor hier beschreibt. Aber es ist genau die Seite, die ein großes gesellschaftliches Manko aufzeigt, das nicht nur auf die USA beschränkt und auch anderswo Brutstätte für Kriminalität und Terrorismus ist: die riesige soziale Diskrepanz, aus der die schwächsten Glieder als Gewinner vom Platz gehen. Was sich der Autor für das Ende seines Roadtrips ausgedacht hat, ist überraschend und passend. Man mag an "Polly McClusky" auch Schwächen ausmachen, wie die so schnell kaum nachvollziehbare Veränderung des Mädchens. Man kann Harpers Straßen-Slang abstoßend finden, sein Buch als zu brutal ablehnen. Fakt aber ist, dass der Autor genau damit die Seele berührt und einfach Menschlichkeit einfordert. Ein spannender Roadmovie um ein ungewöhnliches Vater-Tochter-Duo. Ein bisschen wie ein alter Western, aber doch sehr emotional und absolut ungewöhnlich. Ein Thriller über Rache, zerbrochene Seelen und viele Leichen. Klasse Stoff!
           

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    renees avatar
    reneevor 4 Monaten
    Ihr Grinsen machte ihm Angst

    Es handelt sich bei diesem Buch um einen spannenden Roadtrip, mit einem Hauch "Tarantino" und einer Prise "Leon, der Profi". Es geht um Nate McClusky, der sich im Gefängnis eine einflussreiche Gang, die Aryan Steel, zum Feind gemacht hat. Dies mündet in einem Hinrichtungsbefehl gegen seine gesamte Familie. Seine Exfrau und ihren Mann kann er nicht mehr retten, aber er holt seine Tochter Polly McClusky von der Schule ab, und eine rasante/extreme/brutale Fahrt/Jagd durch Kalifornien beginnt und Nate versucht mit all seinem kriminellen Geschick seine Tochter zu schützen und den Hinrichtungsbefehl rückgängig zu machen. Gleichzeitig nähern sich Vater und Tochter auch an/lernen sich kennen. Die Tochter entwickelt sich vom kleinen grauen Mäuschen zu einem Amazonen ähnlichen Wesen. Und der Vater entwickelt sehr vielfältige Gefühle für seine Tochter. Alles in allem ein sehr spannendes, rasantes, actionreiches Buch, mit interessant gestalteten, etwas skurrilen Charakteren und einem schönen sehr amerikanischen, auch teils etwas brutalem Handlungsstrang, der einen merkbaren Sog entwickelt. Der Schreibstil ist kurz, trocken und sehr prägnant. Ich habe das Lesen sehr genießen dürfen und habe viele Bilder vor meinem geistigen Auge gesehen/war drin in der Geschichte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, die Geschichte hatte einen gewissen Reiz/einen gewissen Charme, das Lesen hat Spaß gemacht. 


    Ein toller spannender Roadtrip.

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    S
    Spreelingvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr schön
    Auf der Flucht

    Polly ist ein ruhiges unscheinbares Mädchen. Ihr liebster Freund ist ein Teddy. Eines Tages steht nach der Schule ihr Vater vor der Tür um sie abzuholen. Ihr Vater saß im Gefängnis wegen einiger Überfälle. Was macht er hier? Sie darf nicht nach Hause und auch nicht mehr in ihre Schule. Ihr Vater hat im Gefängnis vom Hinrichtungsbefehl für seine ehemalige Frau, die Tochter und sich erfahren. Für die Frau kam die Hilfe zu spät, aber für seine Tochter möchte er da sein und sie retten. 
    Nate hat einen Plan, er will, dass der Befehl aufgehoben wird. Er will den Aryan Steel so lange schaden, bis sie einknicken. Aber hat er mit einem kleinen Mädchen an der Seite überhaupt eine Chance. 

    Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Nate, Polly und Mitgliedern der Aryan Steel. So kann der Leser gut die einzelnen Beweggründe nachvollziehen. Manche kamen nur durch Zufall an die Gruppe und schafften den Absprung nicht. 
    Nate unterweist Polly in Kampftechniken und erklärt ihr Zusammenhänge. Polly ist Anfangs mit der ganzen Situation überfordert. Aber dann erwacht ihr Kampfgeist. 
    Das Buch hat einige sehr gewalttätige Szenen. Es ist ein ganz anderer Thriller, als ich bisher gelesen habe. Obwohl ein Kind mitspielt, ist das Buch nicht für Kinder! 
    Es zeigt aber schön, dass ein Vater doch noch für sein Kind eintreten kann. Und das sich beide annähern können. Nate und Polly machen eine starke Entwicklung durch. Nate wird selbstlos und Polly reifer und selbstbewusster. Auch wenn sie immer noch mit Teddy unterwegs ist.

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    G
    Gisevor 4 Monaten
    Roadtrip der besonderen Art

    Nate McClusky wird aus dem Gefängnis entlassen mit dem Wissen, dass seine ganze Familie ausgelöscht werden soll. Seine Ex-Frau kann er nicht mehr retten, wohl aber will er seine Tochter Polly schützen. So finden sie sich auf der Flucht wieder, Nate und Polly, die sich gar nicht kennen. Es drohen ihnen einige Gefahren, doch während die schüchterne Polly langsam Vertrauen in ihren Vater und in sich selbst findet, wachsen die beiden zu einem guten Gespann zusammen.

    Jordan Harper hat mit diesem Buch ein Roadtrip der besonderen Art geschrieben. Schon die beiden Protagonisten sind so ausgefallen, wie es nur geht. Aber die Situation, in der sie sich wiederfinden, ist mindestens genauso ausgefallen. Während Polly lernt, sich gegen andere zu behaupten, lernt ihr Vater Familiensinn und Verantwortung für jemand anders zu tragen. So rasant die beiden auf der Flucht sind, so leise sind die Zwischentöne in der Entwicklung der beiden. Das Gefühl der Gefahr ist immer anwesend, und doch haben auch die schönen Momente zwischen Vater und Tochter ihren Platz. Auch Gewalt prägt diese Geschichte, schon allein durch die allgegenwärtige Gefahr lässt sie sich nicht umgehen. Und hinterrücks entsteht so eine Sozialkritik an der amerikanischen Gesellschaft, die den amerikanischen Traum ins Hohle laufen lässt und Menschen an den Rand der Gesellschaft drängt.

    Es ist keine einfache Geschichte, die der Autor hier präsentiert, und sie wird sicherlich polarisieren. Spannend ist sie dennoch, und sie hinterlässt einen aufmerksamen Leser mit vielen Fragen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen sowie eine Leseempfehlung für all jene, die sich auch auf eine etwas schwierigere Kost einlassen können.

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    heinokos avatar
    heinokovor 4 Monaten
    Reißerisch-brutales Road Movie

    Reißerisch- brutales Road Movie

    Nate McClusky, soeben erst dem Knast entkommen, flieht mit seiner Tochter 11-jährigen Polly vor einer Gang, die beiden nach dem Leben trachtet.

    Polly ist überdurchschnittlich intelligent, zu Beginn des Buches ganz unschuldiges Kind, in verschiedenen Welten lebend. Im Verlauf der Geschichte wandelt sich Polly unter Schulung ihres Vaters zunehmend, bekommt „Revolverheldaugen“. Sie lernt zu kämpfen und wechselt sukzessive die Fronten.

    Die Sprache fasziniert mich und stößt mich ab, beides gleichermaßen und beides gleich intensiv. Auf jeden Fall hat sie eine enorme Sogwirkung, sie lässt mich nicht kalt, sondern zieht mich in eine Geschichte hinein, die ich eigentlich gar nicht lesen möchte. Es ist schon eine besondere Kunst, die entsetzlichsten Geschehnisse auf eine solch berauschende Weise darzustellen. Ich würde sagen: genial brutal geschrieben – auch wenn ich den Inhalt im Gesamten nicht mag.

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    J
    Julia85vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein aufregender Roadtrip von Vater und Tochter. Zeit, sich besser kennenzulernen.
    Spannend, gefühlvoll

    "Die Rache der Polly McClusky" von Jordan Harper ist ein toller, spannend und gefühlvoller Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung unter schwierigen Umständen. Polly McClusky ist elf Jahre alt, als sie plötzlich in ihrer Schule ihrem Vater gegenübersteht - dem gefährlichsten Mann, den sie kennt und der eigentlich im Gefängnis sitzen sollte. Doch Nate McClusky wurde entlassen, nimmt seine Tochter mit und beginnt einen gefährlichen RoadTrip mit ihr, um sie vor ihren Verfolgern zu beschützen. Das Buch ist spannend und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Es ist gefühlvoll aus den unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere geschrieben und gibt einen tiefen Einblick in deren Gedanken, Motivationen und Handlungen. Es ist wunderschön zu lesen, wie sich die Vater-Tochter-Beziehung aufbaut. Jordan Harper hat hier mit seinem ersten Roman einen wunderbaren Auftakt geschaffen und ich bin gespannt, welche weitere Ideen er in Bücher umwandeln wird. Ein tolles Buch mit einer absoluten Leseempfehlung von mir!

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    L
    Lobo999vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Mädchen, ein Vater aus dem Gefängnis: ein spannender Roadtrip beginnt.
    Absolut gelungen

    Die Rache der Polly McClusky ist ein absolut spannender Roman von der ersten Seite an. Pollys Vater kommt aus dem Gefängnis frei um seine ahnungslose Tochter zu retten. Im Gefängnis hat er sich mit einer Gang angelegt, die daraufhin Polly für vogelfrei erklärt hat. Sogar Pollys Mutter wurde bereits ermordet. Vater und Tochter sind nun auf der Flucht, merken aber schnell, dass sie sich der Bedrohung mit aller Macht und Raffinesse entgegen stellen müssen, wenn sie überleben wollen. Die Geschichte hält einen von Anfang an gefangen. Sie ist im Sprachstil von Jordan Harper authentisch nacherzählt und absolut glaubwürdig. Zwei tolle Charaktere auf Roadtrip und nicht zu vergessen Rachefeldzug. Dieser Roman hat echt Spaß gemacht.

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    wampys avatar
    wampyvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Jahreshighlight
    Nate tut alles für seine Tochter

    Buchmeinung zu Jordan Harper – Die Rache der Polly McClusky

    „Die Rache der Polly McClusky“ ist ein Kriminalroman von Jordan Harper, der 2018 bei Ullstein Hardcover in der Übersetzung von Conny Lösch erschienen ist. Das amerikanische Original ist 2017 unter dem Titel „She rides Shotgun“ erschienen.

    Zum Autor:
    Jordan Harper wurde 1976 in Missouri geboren. Er war Musikjournalist, Filmkritiker und Fernsehautor. Als Drehbuchautor war er u.a. Lead Writer bei den Fernsehserien „The Mentalist“ und „Gotham“. Zurzeit lebt er in Los Angeles und arbeitet am Drehbuch von „Die Rache der Polly McClusky“. Er wird außerdem das Script zur TV-Serie "L.A. Confidential" schreiben.

    Klappentext:
    Polly McClusky ist elf und eigentlich zu alt für den Teddybär, den sie überallhin mitnimmt, als überraschend ihr Vater Nate vor ihr steht. Der ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um Polly das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Nate hat sich im Knast einen mächtigen Feind gemacht: die Gang Aryan Steel hat ihn und seine Familie zu Freiwild erklärt. Nates Exfrau wurde bereits getötet, Polly ist die Nächste auf der Liste. Auf der Flucht durch Kalifornien werden Vater und Tochter zu einem starken Team. Nates Kampftraining macht aus dem schüchternen Mädchen einen selbstbewussten Fighter. Und durch Pollys Scharfsinn halten sie den Vorsprung vor ihren Verfolgern. Bald ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann. 


    Meine Meinung:
    Dieses Buch besticht durch die beiden Hauptfiguren und die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte nehmen. Nate McClusky ist ein eher kleiner Gangster, der kurz vor seiner Entlassung von den Aryan Steel aufgefordert wird, nach der Entlassung ein paar Jobs für sie zu erledigen. Als er ablehnt kommt es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung, die mit dem Tod des Vertreters der Aryan Steel endet, der ein Bruder des Chefs der Aryan Steel gewesen ist. Dieser reagiert mit einem Todesurteil gegen Nate, seiner Ex-Frau und seiner Tochter. Nate versucht nun seine Angehörigen zu retten. Er holt seine elfjährige Tochter, die ihn kaum erkennt, von der Schule ab und flieht mit ihr. Als er seine Ex aufsucht findet er diese und ihren Mann ermordet vor und er erkennt, dass der Mörder vergeblich auf seine Tochter gewartet hat.

    Dieses Buch schafft den Spagat zwischen harten und grausamen Ereignissen und der sich langsam entwickelnden Beziehung zwischen Nate McClusky und seiner Tochter Polly. Polly ist ein intelligentes kleines Mädchen, das ein wenig gemobbt wird, aber sonst ein normales Leben führt. Dann taucht ihr Vater auf und Pollys Leben ändert sich schlagartig. Sie kennt diesen Mann kaum und überlegt anfänglich, einfach zu fliehen. Im Laufe der Geschichte keimt eine starke Bindung und Vater und Tochter kommen sich näher. Nate erkennt schnell, dass er niemand trauen kann und doch sucht er immer weiter nach der rettenden Idee. Er versucht mit Gewalt die Geschäfte der Aryan Steel zu stören, doch er kann nur Nadelstiche setzen. Seine Verzweiflung wächst und er ist schließlich zu allem bereit. Mittlerweile versucht er seine Tochter zum Überleben zu befähigen. Zuerst soll sie nur beobachten und ihre Feinde erkennen. Dann beginnt er ein körperliches Training. Polly beginnt als Zuschauerin und beginnt bald, aktiver zu werden.

    Das Buch schildert auch ein Amerika, das von gewalttätigen kriminellen Banden geprägt ist. Die Staatsmacht schaut weitgehend hilflos zu, viele ihrer Vertreter sind korrupt und einige arbeiten sogar eng mit den Gangstern zusammen. Die Strukturen der Banden sind gefestigt und für viele Betroffene stehen deren Gesetze über denen der Vereinigten Staaten.

    Das Erzähltempo ist hoch und es gibt keine Umwege und Ruhephasen in der Geschichte. Man verfolgt das Geschehen aus mehreren Perspektiven und einige Handlungen werden von unterschiedlichen Seiten betrachtet. Dies nutzt der Autor auch, um die Annäherung zwischen Polly und ihrem Vater zu zeigen. Gewalt ist jederzeit ein Thema, wird aber nicht zum Selbstzweck. Nate ist für mich die zentrale Figur und er nimmt eine schier unglaubliche Entwicklung vom Kleingangster zum strahlenden Helden. Er fasziniert durch seinen eisernen Willen und seine Bereitschaft, alles für das Leben seiner Tochter zu geben. Der Showdown setzt der Geschichte die Krone auf, auch wenn die Realität den Bildern geopfert wird.

    Fazit:
    Dieses Buch hat mich von Anfang an überzeugt und dann sogar begeistert. Atmosphärisch stimmig, mit hohem Tempo und keinem Wort zu viel wird die Geschichte vorangetrieben. Dazu wird die Entwicklung der Beziehung zwischen Vater und Tochter sehr eindringlich beschrieben. Von mir gibt es fünf Sterne (95 von 100 Punkte) und eine klare Leseempfehlung.

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    Gulans avatar
    Gulanvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Rache, Road Trip, Coming Of Age: Solider, actionreicher Plot, aber Schwächen im Stil und der Figurenentwicklung.
    Gegenschlag.

    Das ist kein Spiel, Polly. Da sind Männer mit Pistolen, die kein Problem damit haben, einem kleinen Mädchen weh zu tun.“ [...]
    Du hast gesagt, für und ist es überall gefährlich. Also sollten wir zusammenbleiben. Ich will helfen.“
    Eine Weile lang sagte er nichts. Er warf ihr einen Blick von der Seite zu, atmete lange ein und langsam aus.

    Dann hilf mir.“
    Okay“, sagte Polly. „Aber du musst mir sagen, was ich machen soll. Ich hab noch nie was überfallen.“ (S.147)

    Kurz vor seiner Entlassung bringt Nate McClusky mehr oder weniger in Notwehr einen Mitgefangenen im Gefängnis um und hat sich damit mit der mächtigen Gang „Aryan Steel“ angelegt. Ein Kopfgeld wird auf ihn ausgesetzt und nicht nur auf ihn, sondern auch auf seine Exfrau und ihre gemeinsame Tochter Polly. Polly ist ein schüchternes elfjähriges Mädchen und hat ihren Vater seit Jahren nicht mehr gesehen, bis dieser sie plötzlich von der Schule abholt und mit ihr die Flucht antritt.

    Allerdings wird dies eine Flucht nach vorne, denn Nate merkt bald, dass er sich kaum noch verstecken kann. Pollys Mutter und ihr neuer Partner wurden bereits ermordet. Nate glaubt, dass er einen Waffenstillstand erreichen kann, wenn er zum Gegenschlag ausholt. Doch dafür braucht er Polly als echte Hilfe. So trainiert er seine Tochter zu einer Fighterin und legt damit einen Schalter bei dem intelligenten Mädchen um.

    Obwohl das Buch aus mehreren Perspektiven erzählt wird, ist Polly das Zentrum dieses Romans, der eine Mischung aus Rache-Thriller, Road Movie und Coming-Of-Age-Geschichte ist. Polly ist ein scheues Mädel, das in der Schule sehr in sich gekehrt ist und noch mit ihrem Teddybär herumläuft. Dieser ist ihr ständiger Begleiter, sie spricht mit ihm wie mit einem Familienangehörigen und lässt ihn sich pantomimisch erklären (Laut Autor eine Hommage an dessen eigenen Teddybär). Doch sie ist hochintelligent, was ein Schultest bewiesen hat. Zunächst fremdelt sie verständlicherweise mit ihrem Vater, der sich ebenfalls mit seiner Rolle noch anfreunden muss. Aber Polly wird der Ernst der Lage spätestens mit dem Tod ihrer Mutter bewusst und sie lernt schnell die Lektionen in Fitness, Selbstverteidigung und Ganoventum, die sich ihr Vater ausdenkt. Aber es dauert nicht lange, bis bei Tochter und Vater nicht so ganz klar ist, wer wen stärker beeinflusst.

    In einem Interview mit dem Autor, das der Verlag dem Rezensionsexemplar beigefügt hat, erklärt Jordan Harper, dass er sich für Menschen interessiert, die schwach erscheinen, aber eigentlich recht stark sind. Daher seine Entscheidung für Polly als Hauptfigur und für diesen Rache-Plot. In meiner Generation sieht man natürlich sofort eine Parallele zum jungen Mädchen Mathilda aus „Léon – Der Profi“, dargestellt von der damals 13jährigen Natalie Portman. Auch „Polly“ ist auf dem Weg zur Verfilmung (ob er den Vergleich zu „Léon“ standhalten kann, bleibt abzuwarten). Jordan Harper ist erfolgreicher Drehbuchautor und hat mit diesem Thriller sein Romandebüt vorgelegt. Er arbeitet zurzeit auch am Drehbuch. Und das alles verwundert nicht, denn das Buch ist von vornherein filmisch angelegt: Kurze Kapitel, schnelle Wechsel, rasante Action. Das liest sich problemlos wegund ist damit auch keineswegs langweilig. Und doch hatte ich am Ende das Gefühl, nicht wirklich etwas gelesen zu haben, was mir noch lange im Gedächtnis bleibt.

    So bleibt mir am Ende für „Die Rache der Polly McClusky“ nur eine sehr durchschnittliche Bewertung. Der Plot, Action und Spannung sind solide bis ordentlich, wenngleich oft etwas kalkuliert wirkend. Was mich allerdings wenig überzeugt hat, waren zum einen die Figur der Polly, deren Entwicklung vom scheuen Einzelkind zur knallharten Kämpferin, die in Sachen Rachedurst und Kampfeswillen sogar ihren Vater in den Schatten stellt, mir einfach zu glatt und nicht plausibel genug vorkommt. Zum anderen hat mir die Sprache und der Erzählstil nicht gefallen. Einmal haut Harper knallharte Sprache raus, um dann wenig später (oft in Pollys Perspektive) ein wenig Poesie versprühen zu wollen (Mädchen von der Venus, Wassermelonenhaare) oder er bringt Lautmalerei. Das passt nicht so richtig zusammen. Außerdem nervt dieser Teddybär.

    Kommentare: 4
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    BuchHasis avatar
    BuchHasivor 5 Monaten
    Nichts für schwache Nerven

    Polly McClusky ist 11, als ihr Vater plötzlich vor ihr steht und sie von der Schule abholt. Das kuriose daran ist, dass er eigentlich im Knast sitzen müsste. Doch er ist ausgebrochen um Polly das Leben zu retten, denn auf sie wurde ein Kopfgeld ausgesetzt und so beginnt eine heiße Flucht durch Kalifornien, die beide verändern wird.

    Cover: es ist ein typisches amerikanisches Auto zu sehen, dass auf einer staubigen Straße fährt. Man könnte sich ausmalen, dass das Polly und ihr Vater auf der Flucht sind.

    Schreibstil: der Schreibstil ist rasant und nichts für schwache Nerven. Es erinnert mich ein wenig an "Leon der Profi". Ein kleines schüchternes Mädchen lernt das Kämpfen um zu überleben. Der Autor hat das gut umgesetzt und man will unbedingt am Lesen dran bleiben!

    Fazit: Sehr spannender Thriller!

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