Mauthausen ist ein Comic, der mit jeglichen Bildnisverboten bricht und die Brutalität ungefiltert darstellt. Dabei werden Gewalt und Grausamkeiten nicht nur auf Textebene thematisiert, sondern auch auf Bildebene dargestellt. Hierbei sei auch angemerkt, dass der Comic nichts ausspart und dabei auch nicht für jede:n geeignet ist. Die Gewalt, das Leid und der Tod werden ungefiltert dargestellt und lassen einen mit vielen Emotionen zurück. Der Comic emotionalisiert, hat dies aber nicht zum Ziel, da die Aufklärung und das Nicht-Vergessen im Vordergrund stehen. Diese Zielsetzungen erfüllt der Comic in jeder Hinsicht, da sowohl die Bilder als auch die Thematik noch lange verweilen werden.
Die Aufmachung des Comics ist gut gemacht, da anhand eines Einzelschicksals und deren narrative Führung hierdurch ein roter Faden gesponnen wird, aber dieser Faden wird immer wieder mit historischen Einschüben sowie subjektiven Anmerkungen kontextualisiert. Hieran ist erkennbar, dass sich der Comic auch an ein jüngeres Publikum richtet.
Insbesondere die Nachworte der Kinder von Francisco Aura Boronat sind für das gesamte Werk wichtig. Der Comic arbeitet die Sicht der sogenannten ersten Generation heraus, während im Nachwort die zweite Generation zur Sprache kommt und damit das intergenerationale Trauma thematisiert wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Comic Sichtbarkeit für eine andere Gefangenengruppe der Konzentrationslager schafft und diese in den historischen Kontext einordnet sowie Informationen darüber hinaus gibt.
Mauthausen ist ein Comic, der vor allem dem Vergessen entgegenwirkt und durch die Bildlichkeit stark emotionalisiert. An der ein oder anderen Stelle wäre ein weiter ausführender Text gut gewesen, aber im Großen und Ganzen ist der Comic sehr empfehlenswert und lesenswert.. Mauthausen ist kein Comic, der kurz wirkt, sondern dessen Bilder lange nachwirken werden: für alle, die sich mit dem Holocaust beschäftigen (wollen) und eine andere Sichtweise sehen möchten.




