Jordi Soler Das Bärenfest

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Inhaltsangabe zu „Das Bärenfest“ von Jordi Soler

Wozu der Mensch fähig ist - ein Stück Literatur, das unter die Haut geht Oriol, Franco-Gegner und republikanischer Kämpfer, ist bei der Flucht über die Pyrenäen im Schneesturm umgekommen. So weiß es die Familienüberlieferung. Fast siebzig Jahre später jedoch kommt sein Großneffe mit Hilfe eines Ziegenhirten und einer Waldfrau einer unglaublichen Geschichte auf die Spur. Sie erzählt davon, was aus einem Menschen werden kann, der alles verloren hat. Jodi Solers Roman über die menschlichen Abgründe in einer archaisch anmutenden Welt ist ein erzählerisches Meisterstück. Was machen Menschen, die alles verloren haben, Heimat, Familie, Überzeugungen? Im Lauf des Jahres 1939 stoßen in den Pyrenäen aus entgegengesetzten Richtungen kommend zahllose Menschen aufeinander, denen eben dies widerfahren ist. Während von der spanischen Seite aus Bürgerkriegsflüchtlinge versuchen, sich nach Frankreich zu retten, fliehen aus der Gegenrichtung immer häufiger Menschen vor den Nazis. Viele von ihnen verlieren elend ihr Leben. Auch Oriol. In seiner Familie wird er seither wie ein Heiliger verehrt. Bis einem Großneffen ein Gerücht zugetragen wird. Nach abenteuerlichen Recherchen steht er schließlich vor dem Mann, der angeblich seit siebzig Jahren tot ist. Und der damals in aussichtsloser Lage alle Prägungen der Zivilisation abgestreift hat.

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  • Rezension zu "Das Bärenfest" von Jordi Soler

    Das Bärenfest

    Lhiannon

    30. September 2012 um 18:26

    Ein schwieriger Fall. Menschliche Abgründe ja - aber ganz anders, als ich erwartet hätte. Ein kurzes Buch, welches recht langatmig sein kann. Schade!

  • Rezension zu "Das Bärenfest" von Jordi Soler

    Das Bärenfest

    *Arienette*

    23. May 2012 um 08:58

    Inhalt: Wozu der Mensch fähig ist – ein Stück Literatur, das unter die Haut geht Oriol, Franco-Gegner und republikanischer Kämpfer, ist bei der Flucht über die Pyrenäen im Schneesturm umgekommen. So weiß es die Familienüberlieferung. Fast siebzig Jahre später jedoch kommt sein Großneffe mit Hilfe eines Ziegenhirten und einer Waldfrau einer unglaublichen Geschichte auf die Spur. Sie erzählt davon, was aus einem Menschen werden kann, der alles verloren hat. Jodi Solers Roman über die menschlichen Abgründe in einer archaisch anmutenden Welt ist ein erzählerisches Meisterstück. Was machen Menschen, die alles verloren haben, Heimat, Familie, Überzeugungen? Im Lauf des Jahres 1939 stoßen in den Pyrenäen aus entgegengesetzten Richtungen kommend zahllose Menschen aufeinander, denen eben dies widerfahren ist. Während von der spanischen Seite aus Bürgerkriegsflüchtlinge versuchen, sich nach Frankreich zu retten, fliehen aus der Gegenrichtung immer häufiger Menschen vor den Nazis. Viele von ihnen verlieren elend ihr Leben. Auch Oriol. In seiner Familie wird er seither wie ein Heiliger verehrt. Bis einem Großneffen ein Gerücht zugetragen wird. Nach abenteuerlichen Recherchen steht er schließlich vor dem Mann, der angeblich seit siebzig Jahren tot ist. Und der damals in aussichtsloser Lage alle Prägungen der Zivilisation abgestreift hat. (Quelle: Verlagsseite) Der Autor: Jordi Soler, Jahrgang 1963, Sohn katalanischer Emigranten, die am Ende des Spanischen Bürgerkriegs nach Mexiko flohen, gehört zu den bedeutendsten spanischen Autoren der Gegenwart. In seinen hoch gelobten, historisch fundierten Romanen setzt er sich – aus der Perspektive der Enkelgeneration – mit Flucht und Exil auseinander. Dabei deckt er in literarischer Form Verschwiegenes und Verdrängtes auf. (Quelle: Verlagsseite) Originaltitel: La fiesta del oso Originalverlag: Mondadori Barcelona Aus dem Spanischen von Peter Kultzen (Quelle: Verlagsseite) Meine Meinung: Lange galt Oriol als tot, umgekommen auf der Flucht vor den Franquisten im spanischen Bürgerkrieg 1939. Die republikanisch eingestellte Familie, die im mexikanischen Exil lebt, verehrt und idealisiert seitdem Oriol. Nur sein Bruder Arcadi glaubt nicht an Oriols Tod, stellt ihn sich als Pianist erfolgreich vor. Der Ich-Erzähler, Oriols Großneffe, erhält Jahrzehnte später auf einer seiner Lesungen von einer alten Frau einen Brief. Dieser Brief enthält Indizien, dass Oriol noch am Leben ist. Der Erzähler begibt sich auf Spurensuche. Seine Recherche führt ihn an den Ort, wo Oriol angeblich überlebt hat.Die unmenschlichen Seiten des Bürgerkrieges und die menschlichen Abgründe werden lebendig dargestellt. Eigene Interessen, gar auch Raub, gehen vor Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. Das idealisierte Bild von Oriol gerät ins Schwanken, der Großneffe muss Schlimmes erfahren. Mit dieser neuen Entdeckung muss der Erzähler lernen, umzugehen. Warum der Roman "Das Bärenfest" heißt, erfährt der Leser erst ganz am Ende des Romans. Jordi Soler schreibt atmosphärisch dicht und bildhaft. Seine Familie ist selbst aus politischen Gründen am Ende des spanischen Bürgerkriegs geflohen. Als Ich-Erzähler setzt Soler sich sicherlich mit seiner Familiengeschichte auseinander. Die ganze Geschichte ist so spannend erzählt, dass ich als Leser das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

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  • Rezension zu "Das Bärenfest" von Jordi Soler

    Das Bärenfest

    lokoschade

    18. October 2011 um 11:09

    Gebundene Ausgabe: 224 Seiten Verlag: Albrecht Knaus Verlag (5. September 2011) ISBN 978-3813503876 Originaltitel: La fiesta del oso Preis: € 19,99 Kurzbeschreibung Wozu der Mensch fähig ist – ein Stück Literatur, das unter die Haut geht Oriol, Franco-Gegner und republikanischer Kämpfer, ist bei der Flucht über die Pyrenäen im Schneesturm umgekommen. So weiß es die Familienüberlieferung. Fast siebzig Jahre später jedoch kommt sein Großneffe mit Hilfe eines Ziegenhirten und einer Waldfrau einer unglaublichen Geschichte auf die Spur. Sie erzählt davon, was aus einem Menschen werden kann, der alles verloren hat. Jodi Solers Roman über die menschlichen Abgründe in einer archaisch anmutenden Welt ist ein erzählerisches Meisterstück. Was machen Menschen, die alles verloren haben, Heimat, Familie, Überzeugungen? Im Lauf des Jahres 1939 stoßen in den Pyrenäen aus entgegengesetzten Richtungen kommend zahllose Menschen aufeinander, denen eben dies widerfahren ist. Während von der spanischen Seite aus Bürgerkriegsflüchtlinge versuchen, sich nach Frankreich zu retten, fliehen aus der Gegenrichtung immer häufiger Menschen vor den Nazis. Viele von ihnen verlieren elend ihr Leben. Auch Oriol. In seiner Familie wird er seither wie ein Heiliger verehrt. Bis einem Großneffen ein Gerücht zugetragen wird. Nach abenteuerlichen Recherchen steht er schließlich vor dem Mann, der angeblich seit siebzig Jahren tot ist. Und der damals in aussichtsloser Lage alle Prägungen der Zivilisation abgestreift hat. Über den Autor Jordi Soler, Jahrgang 1963, Sohn katalanischer Emigranten, die am Ende des Spanischen Bürgerkriegs nach Mexiko flohen, gehört zu den bedeutendsten spanischen Autoren der Gegenwart. In seinen hoch gelobten, historisch fundierten Romanen setzt er sich – aus der Perspektive der Enkelgeneration – mit Flucht und Exil auseinander. Dabei deckt er in literarischer Form Verschwiegenes und Verdrängtes auf. Mein Eindruck: Ein zunächst namenloser Ich-Erzähler schildert die Flucht seines Großonkels Oriol der 1939 bei dem Versuch vor den Frankoisten zu fliehen, gestorben bzw. verschollen ist. Er schreibt darüber ein Buch in dem er den Fall zu rekonstruieren versucht. Eingeladen nach Frankreich, wird er nach der Vorstellung des Buches von einer, dem Anschein nach, Landstreicherin überrascht indem diese ihm einen Brief überreicht, der ihm mitteilt dass Oriol sehr wohl noch am Leben ist. Wie kann das sein, hat man doch über Jahre hinweg geglaubt Oriol sei in den Wirren der damaligen Zeit ums Lebens gekommen. Rückblickend kann man wohl auch sagen, dass Oriol (aus guter Familie, angehender Pianist) idealisiert wurde. Der Schriftsteller trifft sich mit Novembre, einem Bergbauern, der jenseits der spanischen Grenze Nacht für Nacht sowohl Soldaten als auch Zivilisten das Leben gerettet hat, indem er sie in seiner einsamen Berghütte wieder hat zu Kräften kommen lassen. Im Laufe dieser vielen Gespräche stößt Sonja zu den beiden Männern und bald wird klar, daß Dinge ans Tageslicht kommen könnten von denen es besser gewesen wäre, man ließe sie auf sich beruhen. Aber mittlerweile ist er soweit in die Geschichte vorgestoßen dass er nun nicht mehr aufhören kann nach der Wahrheit zu suchen. Muss die Familiengeschichte nun neu geschrieben werden? Ein wuchtiger Roman der einmal mehr zeigt was Krieg aus einem Menschen machen kann und dass wir niemals darüber urteilen sollten. Ein Buch, sprachlich präzise und einfühlsam, das lange nachklingt! Volle Punktzahl!

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  • Rezension zu "Das Bärenfest" von Jordi Soler

    Das Bärenfest

    michael_lehmann-pape

    10. October 2011 um 17:00

    Idealisierung und brutale Realität „Einfacher wäre es vielleicht gewesen, Oriol hätte sich an seinen ursprünglichen Gedanken geklammert, schließlich wäre es nur normal gewesen, auf dieser Pritsche zu sterben, die immer wieder unter den Druckwellen der Bomben erzitterten.“ Vielleicht wäre es wirklich einfacher für Oriol gewesen, in Anbetracht der Umstände der Gefechte im spanischen Bürgerkrieg und seiner Flucht, die ihn Schritt für Schritt nur mühsam weiterbringt. Und besser für so manchen, dem er später noch begegnet. Und besser für ihn in Anbetracht seiner weiteren Entwicklung. Andererseits wäre dann dieser stilsichere, spannende und in Teilen mitreißend-erschreckende Roman nicht geschrieben. Denn besagter Oriol hat durchaus eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, mit all ihren Abgründen. Und hat einiges zu tun mit Jordi Soler, der dem Buch als Ich-Erzähler seine Rahmung gibt und sicherich autobiographische Züge zumindest mit einfließen lässt. Großonkel Oriol, in der Familie als Held verehrt, in der Erinnerung idealisiert, seitdem er seinen Part im spanischen Bürgerkrieg wohl mit dem Leben auf der Flucht bezahlt hat. Zumindest ist dies die feste Überzeugung der Familie über die Jahrzehnte hinweg. Aber ob dem wirklich so ist? Beides betreffend, das Heldentum des Oriol und seinen Tod? Durchaus Zweifel stehen hier und da schon leise im Raum. Bis der Großneffe Oriols (Soler als Ich-Erzähler), handfeste Indizien erhält, dass Oriol unter Umständen überlebt hat. Die Recherche des Großneffen ist es, die dem Buch seinen roten Faden nun gibt und die Zeiten des rohen, brutalen und menschenverachtenden Bürgerkrieges wieder aufleben lässt. Übrigens, dies vor allem setzt das Erschrecken über menschliche Abgründe im Buch bestens in Szene, nicht nur zwischen den Kriegsparteien (Revolutionäre da, Franco Truppen hier, Nationalsozialisten von der anderen Seite kommend), sondern gerade auch unter den Flüchtlingen der verschiedensten Motive her selbst. Untereinander werden Raub, Mord, Verrat und die Egozentrik eine wesentlich größere Rolle spielen als Solidarität und Hilfe auf der Flucht. Eine menschliche Entwicklung unter extremen Bedingungen, aber nicht alleine auf diese äußeren Bedingungen zurückzuführen, die Soler erschreckend realistisch und nachvollziehbar schildert, eine Entwicklung, der auch das idealisierte Bild des „Helden des Widerstands“, Oriol, auf Dauer nicht standhalten wird. Recherchen, denen der Großneffe sich stellt. Nicht mit Begeisterung, eher mit „eigener, innerer Krankheit“ im Zuge all dessen, was er über den Großonkel erfährt. Eine Aufdeckung menschlicher Abgründe, die dann Im Buch im „Bärenfest“ kulminiert, mit einem ganz besonderen „Bären“, der da zum Tanz (mehr ein Taumeln) gebracht wird, begleitet von Mienen, die „wie versteinert“ dem grausamen Fest seinen Fortgang ermöglichen. Ein „Bärenfest“, das dem Ich-Erzähler ganz zum Schluss in einer Weise die Augen öffnen wird, die ihn wohl nicht mehr loslassen wird. Der Roman liest sich in seinem solchen Tempo und ist sprachlich so präzise und geschliffen dargelegt, dass es schwer fällt, Lesepausen einzulegen. Bis auf den (erschreckenden) Kern legt Jordi Soler jenes Innere des Menschen präzise dar, vor dem es einen letztlich nur schütteln kann. In einer bildkräftigen Sprache, die sich noch lang einprägen wird.

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