Jorge Mario Bergoglio , Abraham Skorka Über Himmel und Erde

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Inhaltsangabe zu „Über Himmel und Erde“ von Jorge Mario Bergoglio

Das persönliche Credo des neuen Papstes „Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes, ob er nun gläubig ist oder nicht.“ „Die großen Anführer von Gottes Volk waren Menschen, die Raum für den Zweifel ließen.“ „Eine rein ritualistische Religion ist zum Sterben bestimmt, denn sie füllt einen mit Riten, lässt das Herz jedoch leer.“ Drei Jahre vor seiner Wahl zum Papst sprach Franziskus mit seinem langjährigen Freund, dem Rabbiner Abraham Skorka, über seine ganz persönlichen Ansichten zu Glauben, Kirche, Politik und Gesellschaft. Es ist bisher das einzige Buch, in dem der neue Papst als Autor firmiert und eine hochaktuelle Referenz für unsere Erwartungen an seine Amtszeit. Jorge Bergoglio und der Rabbiner Abraham Skorka lernten sich vor über 20 Jahren kennen und tauschten sich zunächst über Fußball aus. Aus Fußballfans wurden mit der Zeit Freunde, die über theologische, politische und Themen des Alltags diskutierten. Eines Tages beschlossen sie, ihren Dialog schriftlich festzuhalten und ihn für ein Gespräch mit vielen zu öffnen. Dieses Buch ist das Zeugnis einer berührenden Freundschaft und eines vorbildlichen interreligiösen Dialogs. "Über Himmel und Erde" versammelt tiefgreifende Gespräche über theologische und irdische Fragen. Hier kommen die grundlegenden Gedanken des Papstes über so unterschiedliche Themen wie Gott, Fundamentalismus, Atheismus, Tod, Holocaust, Homosexualität, Geld, Kapitalismus und Globalisierung zum Ausdruck und spiegeln seine große Volksnähe und seine bedingungslose Liebe zum Menschen wider.

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    Über Himmel und Erde
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. June 2013 um 12:28

      Zu Zeiten, als die im buch abgedruckten Gespräche stattfanden, war Jorge Bergoglio, der heutige Papst Franziskus I., Bischof von Buenos Aires und Abraham Skorka, wie auch heute noch, Rabbiner. Eine glaubens- und religionsübergreifende Freundschaft somit, als erste Besonderheit. Und eine echte, tiefe Lebensfreundschaft, die sich in Gesprächen, im Austausch, in regelmäßigen Treffen niederschlug. Eine ganze Reihe dieser Gespräche, ein Austausch zu einer Vielfalt von Themen ist es, die ihren Niederschlag in diesem Buch gefunden haben, den die beiden Autoren und Glaubensmänner dem Leser quasi zur Verfügung stellen.   Und eine gute Wahl für all jene, denen der Hintergrund des aktuellen Papstes noch  nicht unbedingt geläufig ist. Gott, Teufel, Atheisten, Frauen, Abtreibung, Scheidung, die homosexuelle Ehe, Globalisierung, Geld, Armut, in der fast gesamten breite aktueller gesellschaftlicher Fragen und globaler Entwicklungen, aus Sicht von zwei „Mitmenschen“ auf diesem Planenten  und aus theologischen Reflektionen heraus bilden sich so im Verlauf der Lektüre beim Leser doch klare Bilder, klare Möglichkeiten, beide Beteiligte in ihren Grundhaltungen einschätzen zu können. Themen, die in ihrer Breite und Vielfalt auch zeigen, dass zumindest in der Überlegung, im Gespräch, Papst Franziskus kein „Eisen“ scheut, weder ein heißes noch ein für „die Welt“ eher am Rande liegendes.   Kurze Kapitel sind es, keine elegischen Abhandlungen. Klare Sätze zudem, keine theologisch schwer verständlichen Abstraktionen. „Mitten aus dem Leben“ heraus, kann man sagen, aus dem Leben natürlich von theologisch verankerten und reflektierten Männern, die dennoch pragmatisch zu dneken verstehen.   So setzt Skorka beim Thema der homosexuellen Ehe genau jenen Pragmatismus zunächst voran. Das eine „gesetzliche“ Lösung gefunden werden muss für den Fakt der real lebenden Paare. Um gleich darauf den zweiten Impuls zu setzen, dass ein Stellen auf „eine Stufe“ mit heterosexuellen Ehen eine ganz andere Sache mit ganz anderen Voraussetzungen ist. Spannend wird es, wenn Bergoglio auch in dieser, katholisch heiklen, Frage betont, dass der geistliche Leiter der Gemeinde „kein Recht hat, das Privatleben von irgendwem in irgendeine Richtung zu zwingen“.   „Wenn Gott mit der Schöpfung das Risiko einging, uns frei zu schaffen, wer bin ich, mich einzumischen“? Eine zumindest gedanklich liberale Haltung, die aufhorchen lässt. Und eine anthropologische Argumentation gegen die „Heirat zwischen Personen gleichen Geschlechtes“, die zumindest ihrer „innerweltlichen Argumentation“ nachdenkenswert ist.   Auf ganz anderer Ebene verdeutlicht sich diese offene Haltung. In den kurzen Einlassungen zum Umgang mit anderen Glaubensrichtungen und Religionen betont Bergoglio die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Gemeinsamen. „Jeder betet gemäß seiner Tradition, wo liegt das Problem“? Auch hier finden sich deutlich andere Töne als in den letzten Jahren und Jahrzehnten aus der katholischen Kirche gewohnt.   Man muss selbstredend nicht in allen Facetten oder grundlegend Haltungen der gleichen Meinung sein wie Bergoglio oder Skorka. Beide sprechen erkennbar auf der Basis der Grundlagen ihrer jeweiligen Religion und halten an den Gründüberzeugungen und deren Umsetzungen in die Gesellschaft hinein fest.   Andererseits bietet dieses Buch in bester Weise einen breiten Einblick in die doch menschlich differenzierte und pragmatisch aus dem vorfindlichen Leben gespeisten Haltungen beider Männer und deren Folgen für ihr konkretes Zugehen auf die wichtigen Fragen der Moderne in gesellschaftlicher und religiöser Ausrichtung.

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