Jorgen Randers , Graeme Maxton Ein Prozent ist genug

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Inhaltsangabe zu „Ein Prozent ist genug“ von Jorgen Randers

Die Fronten sind verhärtet: hier die Anhänger des Degrowth, die negative Wachstumsraten für unverzichtbar halten – dort die Mehrheit der Wachstumsgläubigen, die noch immer von zweistelligen Zuwächsen träumt. Radikale Rhetorik und Konzepte scheinen mehr denn je nötig zu sein, um sich Gehör zu verschaffen. Doch gibt es wirklich keine Lösungen dazwischen? Für Jorgen Randers und Graeme Maxton ist es höchste Zeit, Realitäten anzuerkennen und Denkblockaden zu überwinden. In »Ein Prozent ist genug« stehen die Industrieländer, deren Wirtschaft kaum noch wächst im Mittelpunkt. Der aktuelle Bericht an den Club of Rome räumt auf mit dem Mythos der Alternativlosigkeit und präsentiert einen Maßnahmenkatalog für überfällige Reformen in Politik und Wirtschaft: für den Umbau unserer sozialen Sicherungssysteme, für menschenwürdige Arbeitsplätze und einen Klimaschutz, der der Wirtschaft nutzt.

Wer sich für Wirtschaft interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen!

— SA-M-T
SA-M-T

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    Ein Prozent ist genug
    SA-M-T

    SA-M-T

    11. December 2016 um 19:52

    Im Jahr 1968 wurde der Club Of Rome gegründet. Er ist der Zusammenschluss von Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit zu sorgen. Schon 1972, als der erste Report mit dem Titel "Die Grenzen des Wachstums" herauskam, sorgte der Club of Rome für Aufsehen. Jetzt - fast 45 Jahre - später rüttelt ein neues Buch an den Grundfesten des derzeitigen Systems der freien Marktwirtschaft. Dabei geht es in keiner Weise um Polemik, sondern um fundierte Zahlen, die belegen: das marktradikale Denken hat nicht zum erhofften Wohlstand aller geführt, sondern nur einigen Wenigen Geld in die Tasche gespült. So ist es beispielsweise erwiesen, dass die Löhne zurückgehen. Hinzu kommt, dass wir vor einem veritablen Klimakollaps stehen. Selbst wenn wir sofort damit aufhören würden CO2 in die Athmosphäre zu pusten, würde sich die Erde dennoch um 2 Grad erwärmen. Egal, werden manche sagen, doch die Auswirkungen sind derart dramatisch, dass man daran nicht mehr vorbeischauen kann. Auch das ist Thema des vorliegenden Buches mit dem Titel "Ein Prozent sind genug“. Hauptargument der Experten ist demnach, dass wir dringend aufhören sollten unseren Erfolg am Wirtschaftswachstum zu messen. Besagtes Wachstum - gemessen am BIP - muss sich verlangsamen, vielleicht sogar ein bisschen zurückgehen, wenn wir genügend Wohlstand für alle erreichen wollen. Schon jetzt brauchen die Menschen auf diesem Planeten viel zu viele Ressourcen, die Rede ist von 1,5 Planeten, die aktuell benötigt werden. So schlägt der Club of Rome 13 Lösungen vor, die dazu beitragen sollen, dass sich der Wohlstand für alle ausgeht, und diese Lösungen sind mitunter etwas befremdend. Doch wenn man sich die Argumente durchliest (manchmal zwei oder drei Mal, um wirklich zu verstehen, was gemeint ist), dann wird man vielleicht erkennen, dass es Lösungsansätze sind, über die es sich zumindest lohnt nachzudenken. Was man beim Lesen des Buches unbedingt berücksichtigen sollte, ist die Tatsache, dass vielfach über die USA gesprochen wird, die sehr viel weniger Sozialleistungen genießen, als wir in unserem kleinen, feinen Österreich. Die 13 Vorschläge sind: Verkürzung der Jahresarbeitszeit , Anhebung des Renteneintrittsalters, Eine Neudefinition der bezahlten Arbeit, die auch die häusliche Pflege von Angehörigen umfasst, Erhöhung des Arbeitslosengeldes, Erhöhung der Steuern für Unternehmen und Reiche, Mehr grüne Konjunkturpakete, finanziert durch die Druckerpresse oder Steuererhöhungen, Besteuerung fossiler Brennstoffe und Umverteilung der Erlöse auf alle Bürger, Verlagerung von der Einkommensbesteuerung auf die Besteuerung von Emissionen und Rohstoffverbrauch, Anhebung der Erbschaftssteuer und Übertragung des Reichtums eines Verstorbenen auf die Gesellschaft, Förderung gewerkschaftlicher Organisation, Beschränkung des Außenhandels, Förderung kleinerer Familien (Geburtenkontrolle), Einführung eines existenzsichernden Grundeinkommens für jene, die es am nötigsten brauchen Zugegeben: in ganz vielen Dingen, die hier propagiert werden, bleibt einem ein bisschen die Luft weg. Es stellt sich die Frage: ab wann gilt man als reich? Oder: zahlt es sich überhaupt noch aus, etwas anzusparen, wenn jeglicher Besitz ohnehin an die Allgemeinheit geht? Oder: Warum kann das existenzsichernde Grundeinkommen nicht für alle gelten, sondern nur für Bedürftige? Und wer ist bedürftig? Wer also sollte das Buch lesen?Meiner Meinung nach ist es für jene lesenswert, die mit der Wirtschaft im Allgemeinen zu tun haben, und vielleicht sogar starke Befürworter von CETA, TTIP und anderen Handelsabkommen sind. Es sollten auch jene lesen, die sich selbst als "reich" bezeichnen würden, um sich die Frage zu stellen, wie weit sie bereit wären, einen Beitrag zu leisten. Und wer das Gefühl hat, dass die Weltwirtschaft ohnehin auf einen Abgrund zusteuert und alles nur noch auf Gewinn ausgerichtet ist, koste es, was es wolle, der sollte das Buch auch lesen. Kurzum: es dient der Allgemeinbildung und Sensibilisierung gleichermaßen und kann mitunter zu einem neuen Verständnis über den freien Markt und seinen Mechanismen führen. Keine leicht Lektüre, aber eine gute!

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