José-Louis Bocquet

 4,2 Sterne bei 22 Bewertungen

Lebenslauf

José-Louis Bocquet war immer schon ein Comic-Fan. Mit 13 Jahren soll er sein erstes Fanzine herausgebracht haben. Danach hat er im Comic fast alles gemacht: er war Händler, Lektor, Kritiker und Autor. Als Szenarist hat er bei Verlagen wie Dupuis, Albin Michel, Glenat, Casterman und anderen veröffentlicht. Für "Kiki" erhielt er zahlreiche Preise in Frankreich. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Simenon, Warten auf Maigret (ISBN: 9783551806383)

Simenon, Warten auf Maigret

Erscheint am 28.04.2026 als Gebundenes Buch bei Carlsen.

Alle Bücher von José-Louis Bocquet

Cover des Buches Der Passagier der Polarlys (ISBN: 9783551804204)

Der Passagier der Polarlys

(13)
Erschienen am 28.01.2025
Cover des Buches Kiki de Montparnasse (ISBN: 9783551791092)

Kiki de Montparnasse

(2)
Erschienen am 30.09.2011
Cover des Buches Alice Guy (ISBN: 9783987210297)

Alice Guy

(1)
Erschienen am 26.04.2023
Cover des Buches FRNCK Ferienpaket: Band 1 – 3 (ISBN: 9783987214257)

FRNCK Ferienpaket: Band 1 – 3

(0)
Erschienen am 26.06.2024

Neue Rezensionen zu José-Louis Bocquet

Cover des Buches Der Passagier der Polarlys (ISBN: 9783551804204)
JuliaMllrss avatar

Rezension zu "Der Passagier der Polarlys" von Georges Simenon

JuliaMllrs
Düstere Krimi in Bildern perfekt umgesetzt

Die Geschichte erinnert an Agatha Christie’s Hercules Poirot, obgleich der Charme des genannten Protagonisten fehlt. Doch der Aufbau und der Lösungsansatz des Kapitäns sind ähnlich kriminalistisch. 

Tatsächlich ist es jedoch der verstörend niederschmetternde Unterton der Geschichte, welche klar macht, dass das Werk sich stark von anderen Kriminalromanen seiner Zeit unterscheidet. 

Ein Umstand, den der Zeichner ganz wunderbar einfangen konnte. Die vermehrt genutzten Blautöne, überhaupt die eher dunklen Farben , unterstreichen die düstere, drückende Atmosphäre und geben einem fast das Gefühl, selbst auf dem Schiff gefangen und von Kälte umschlossen zu sein. 

Alle Charaktere haben auch zu fast jeder Zeit tiefe Augenschatten, ein Umstand, der die Trostlosigkeit noch mehr zum Ausdruck bringt. 

Eine Graphic Novel nach der man unbedingt etwas erheiterndes tun und das Leben genießen sollte. 

Cover des Buches Der Passagier der Polarlys (ISBN: 9783551804204)
AndreasKuecks avatar

Rezension zu "Der Passagier der Polarlys" von Georges Simenon

AndreasKueck
...äußerst gelungene grafische Umsetzung!!!

Nachdem der Carlsen-Verlag schon einige Werke von Dame Agatha Mary Clarissa Christie, Lady Mallowan, DBE (kurz: Agatha Christie) in Form der Graphic Novel ins Rennen um die Gunst der Krimi-Fans geschickt hatte, hielt mit George Simenon nun ein weiteres Schwergewicht der Kriminalliteratur Einzug ins Portfolio des Verlages. Nun sind Simenons Romane nicht so gefällig wie die seiner britischen Kollegin, nehmen aber völlig berechtigt einen wichtigen Platz auf dem Krimi-Olymp ein. Zudem wählte der Verlag für Simenons Einstand nicht etwa eine Geschichte mit dem weltberühmten Kommissar Maigret, vielmehr fiel die mutige Wahl mit DER PASSAGIER DER POLARLYS auf einen der weniger bekannten Romane.

Schon bevor die Polarlys den in frostigen Nebel getauchten Hamburger Hafen Richtung Norwegen verlässt, beschleicht Kapitän Petersen ein ungutes Gefühl. Er spürt etwas, was die Seemänner den »bösen Blick« nennen, und ahnt, dass diese Fahrt keine gewöhnliche wird. Auch der inkompetente, ihm von seinem Arbeitgeber als Dritter Offizier zugeteilte junge Niederländer gefällt ihm nicht. Noch weniger der gerade aus dem Gefängnis entlassene Rumtreiber, den der Maschinist als Ersatz für den erkrankten Heizer an Bord genommen hat. Tatsächlich lässt das Unheil nicht lange auf sich warten, denn schon einen Tag nach Lichten des Ankers wird an Bord einer der fünf Passagiere, der Polizeirat Sternberg, ermordet aufgefunden – und an Verdächtigen mangelt es nicht…

(Inhaltsangabe der Verlagsseite des Romans entnommen!)

Sowohl Agatha Christie wie auch viele ihrer Kolleg*innen, die das goldene Zeitalter der britischen Krimis prägten, siedelten die Handlungen ihrer Werke gerne in der gehobenen Mittelschicht bis hinauf zum Adel an und präsentierten so kauzige Typen in einem gediegenen Ambiente voller Luxus aber auch mit mehr Schein als Sein.

Simenon hingegen porträtierte Typen der Unterschicht: Hier ging es immer etwas direkter, schnörkelloser und handfester zu. Auch Sex und Erotik wurden da nicht nur schamhaft angedeutet. Zudem wurde nicht auf edlen Landsitzen sondern in räudigen Hinterhöfen gemordet. Der Umgangston der Straße war deftig und manches Mal deutlich ordinärer als vergleichsweise in einem gediegenen englischen Cottage. 

Die literarische Vorlage zur Graphic Novel DER PASSAGIER DER POLARLYS ist mir leider nicht bekannt. Doch mit dem Wissen um die Attribute Simenons Werke, gestatte ich mir die Einschätzung, dass es José-Louis Bocquet gelungen ist, ein stimmiges Szenario zu kreieren, in dem der raue, wortkarge Umgangston, der an Bord eines Passagier- und Frachtschiffes vorherrscht, gut getroffen wurde.

Georges Simenon ist für mich ein Meister im Erschaffen von Atmosphäre. Er beherrschte die seltene Kunst, mit nur wenigen Sätzen punktgenau ein Milieu zu schildern. Wenige Sätze, manchmal nur Wörter genügen mir, und vor meinem inneren Auge entsteht das entsprechende Setting der Geschichte. Die Umsetzung besagter Atmosphäre in Bilder ist Christian Cailleaux mit seinen Illustrationen ganz und gar wunderbar gelungen. Mit der Wahl der jeweiligen Physiognomien zum Handlungspersonal skizziert er gestrauchelte und somit vom Leben gezeichnete Charaktere. Er verweigert uns „Schönmalerei“ und entwirft ambivalente Figuren mit Ecken und Kanten. Auch sein Setting, sozusagen das Bühnenbild entspricht diesem Konzept: Er verwehrt Simenons Welt eine allzu lebensbejahende Farbigkeit. Alles wirkt gedämpft, dumpf, trostlos – und gleichzeitig beängstigend, so als würde hinter jeder Kabinentür eine Gefahr lauern. 

„Ist es so, dass das Genre der Graphic Novel mir nicht zu liegen scheint?“ zweifelte ich vor einiger Zeit selbst an mir. Dank der Lektüre von DER PASSAGIER DER POLARLYS zweifle ich nun sehr viel weniger. Was hier geschaffen wurde, ist nicht nur ein schnöder Unterhaltungs-Comic, vielmehr wurde ein Klassiker der Kriminalliteratur als eine äußerst gelungene Graphic Novel wiedergeboren.

Cover des Buches Der Passagier der Polarlys (ISBN: 9783551804204)
A

Rezension zu "Der Passagier der Polarlys" von Georges Simenon

AnjaIris
Spannende Graphic Novel

          Cover:

Dunkler Hintergrund, unten Meer , oben wie stürmisches Wetter gestaltet, mit dem Schiff. Darunter Auto und Titel in weißer Schrift. Sehr ansprechend und passend gestaltet. Zieht die Aufmerksamkeit auf sich, und macht neugierig auf das Buch.


Inhalt:

In Paris wird eine junge Frau, Marie,  von einem Fremden angesprochen, und mit in eine Bar genommen, um seine Freunde kennen zu lernen. Nach anfänglichem Zögern willigt Marie ein, mit der fremden Clique mit in ein Künstler - Atelier zu gehen, wo sie zusammen feiern wollen. Als Marie sich aufgrund des Alkohols nicht wohl fühlt, bekommt sie eine Spritze mit "Medizin" angeboten, was die naive junge Frau annimmt. Als am nächsten Morgen die Putzfrau ins Atelier kommt, liegt Marie tot auf dem Sofa. Die Polizei sucht nach Mx Feinstein, der von seinem Freund die Schlüssel für das Atelier bekommen hatte, und als tatverdächtig gilt. Dieser ist auf der Flucht.Kurz danach startet die Polarlys ihre gewohnte Fahrt von der Elbe, bis nach Lappland. Es sind nur wenige Passagiere an Bord. Ein Passagier, Ericksson, ist nicht an Bord gekommen. Auf hoher See passiert ein Mord. Und plötzlich ist jeder verdächtig, Passagiere und Besatzung, keiner vertraut mehr dem Anderen. Ist der Mörder noch an Bord? Und kann er entlarvt und gefaßt werden? 

Fazit: 

Ich bin ein großer Fan solcher Krimis, bei denen eine Gruppe von Leuten irgendwo festsitzt, und einer der Mörder sein muß. Diese Graphic Novel ist wunderbar nostalgisch, und gut gezeichnet. Man fühlt sich sofort in längst vergangene Zeiten versetzt, und hat das Gefühl, mit dabei zu sein. Die Bilder sind detailreich gestaltet, und man kann wunderbar mit rätseln. Ich werde mir noch mehr Krimis von Simenon holen, weil mir der Stil sehr gut gefällt. Eine spannende Zeitreise, für spannende Lesestunden. Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Top.


        

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