José Donoso

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Alle Bücher von José Donoso

Die Marquesita

Die Marquesita

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Erschienen am 01.03.1996
Die Krönung

Die Krönung

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Erschienen am 01.07.1996
Das Landhaus

Das Landhaus

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Erschienen am 01.12.1991
Die Toteninsel

Die Toteninsel

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Erschienen am 01.11.1994

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Rezension zu "Ort ohne Grenzen" von José Donoso

Verrucht und vergessen
wuschelanavor 5 Jahren

Die 1966 von José Donoso, einer der bedeutendsten Autoren des lateinamerikanischen "Boom" der 1960er und 70er Jahre, veröffentlichte Geschichte "Ort ohne Grenzen" (El lugar sin limites), mehr eine Novelle als ein Roman, führt uns ins kleine,längt vergessene chilenische Dörflein Estación El Olivo, genauer gesagte ins dorfeigene Bordell, geleitet von der homosexuellen, ehemals gefeierten Travestiekünstlerin Manuela. Diese fristet ihr mehr oder weniger freudloses Dasein in ständiger Erinnerung an die Erfolge, die sie früher durch ihre Auftritte feierte. Heute jedoch ist der Ruhm längt verblasst, mit dem Alter kommen auch einige körperliche Gebrechen. Aus einer früheren Wette mit der ursprünglichen Besitzerin des Freudenhauses, der Großen Japonesa, entstand die gemeinsame Tochter, die allen nur als Japonesita bekannt ist. Da es sonst keine weitere Möglichkeit der Ablenkung in El Olivo gibt, ist das Bordell Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Passend zu den umliegenden Weinbergen wird hier vor allem getrunken, auch um dem Weltenschmerz zu entkommen, der durch die trostlose Situation des Dorfes und seiner Bewohner zustande kommt. Denn statt zu modernisieren und mit den technischen Neuerungen, wie Elektrizität, Schritt zu halten, hat der im Dorf hoch geachtete und zugleich am meisten gefürchtete Don Alejo, dem eh schon gefühlt die Hälfte des Dorfes gehört, beschlossen, der Zukunft abzuschwören und die noch lebenden Bewohner durch Nicht-Besserung der Lage dazu zu bewegen, das Dorf zu verlassen, sodass er den Besitz aufkaufen und gewinnbringend nutzen kann.


Durch unvergleichlich geschicktes Hin-und-Herspringen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den einzelnen Personen, zwischen Wahrheit und Traum schafft Donoso ein gewohnt literrisch wertvolles, sozialkritisches und durchaus pessimistisches Miniporträt des Zerfalls des Dorfes als Kennzeichen der Verstädterung des Landes und betont die Alltäglichkeit der Prostitution im Spannungsfeld zwischen Ekel, Verzweiflung, Homosexualität, aber auch Liebe und Familienbeziehungen.


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