José Eduardo Agualusa

 4 Sterne bei 94 Bewertungen

Lebenslauf von José Eduardo Agualusa

Der Schriftsteller und Journalist José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Huambo/Angola geboren und studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Er hat zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane veröffentlicht.

Neue Bücher

Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Erscheint am 14.02.2019 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von José Eduardo Agualusa

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Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

 (70)
Erschienen am 21.07.2017
Das Lachen des Geckos

Das Lachen des Geckos

 (8)
Erschienen am 16.07.2018
Barroco tropical

Barroco tropical

 (4)
Erschienen am 02.03.2011
Die Frauen meines Vaters

Die Frauen meines Vaters

 (5)
Erschienen am 24.02.2010
Arche Afrika

Arche Afrika

 (1)
Erschienen am 01.12.1995

Neue Rezensionen zu José Eduardo Agualusa

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Rezension zu "Das Lachen des Geckos" von José Eduardo Agualusa

Bitte recht freundlich
aus-erlesenvor 4 Monaten

Not macht erfinderisch. Da übt man auch gern mal einen Beruf aus, dem sich der Rest der Menschheit verweigern würde. Und dabei trifft man sicher auch Menschen, die einen noch ungewöhnlicheren Beruf haben. Und den mit voller Hingabe ausfüllen. 
Félix Ventura ist so einer. Er hat einen ungewöhnlichen Beruf, den er mit Hingabe und der ihn mit Genugtuung erfüllt. Félix Ventura erfindet Lebensläufe. Was ist daran so besonders? Seine Kundschaft gehört meist einer sehr angesehenen Schicht an. Man macht was her. Doch die eigene Vergangenheit ist meist so grau wie der Alltag derer, die man beeindrucken will. Einfach nur an ein paar Stellschrauben drehen – damit ist es nicht getan. Wer zu Félix Ventura kommt, braucht Eroberer unter den Ahnen, die mit dem Schwert dem Bösen Paroli boten. 
Félix Ventura kann ganz gut davon leben. Denn er ist gut. Wirklich gut, in dem, was er tut. So kreiert er José Buchmann. Fotograf. Kriegsfotograf. Mutter Künstlerin. Lebte und arbeitete rund um den Globus. Und eben dieser José Buchmann kommt nun zum zweiten Mal auf die Welt. Elegant, weltläufig kommt er daher. Doch die Warnung niemals nach Chibia zu gehen – Félix Ventura warnt ihn mehr als eindringlich – schießt er in den Wind. So viel Nonchalance hat ihm der Vergangenheitserfinder ihm nicht mit auf den Weg geben können. Denn in Chibia lauert die ungeschminkte Wahrheit…
Ob der Erzähler auch eine erfundene Vergangenheit hat? Er weiß so ziemlich alles über Félix Ventura. Er sieht ihn ja tagtäglich. Alles, was Félix im Haus tut, bleibt nicht unentdeckt oder unbeobachtet. Denn der Erzähler ist ein Gecko. Ein Tiger-Gecko. Auch er hat eine bewegte Vergangenheit, die mit so manchem Klienten von Félix Ventura teilt…
José Eduardo Agualusa gelingt es mit „Das Lachen des Geckos“ dem Leser eben dieses ins Gesicht zu zaubern. Kein Wort ist überflüssig, jedes Satzzeichen ist ein Ausrufezeichen! Sprechende Geckos bergen in sich die Gefahr albern zu wirken. Dieser Gecko ist ein weiser Gefährte in einer unwirklichen Umgebung. Der Hauptcharakter des Buches ist ein außergewöhnlicher Mann. Ein Scharlatan, so empfindet man ihn ab der ersten Seite. Erst zum Ende muss man sich eingestehen, dass man Félix Ventura Unrecht getan hat. Denn er macht Träume wahr, er öffnet Türen. Und er kennt die Menschen. 

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Rezension zu "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa

Eine allgemeine Theorie des Vergessens
miahvor 8 Monaten

Inhalt:
Nachdem Ludo aus Notwehr einen Mann erschießt, mauert sie sich in ihrer Wohnung ein. So lebt sie 30 Jahre, während "draußen" die angolanische Revolution ihren Lauf nimmt.

Meine Meinung:
Ich fand die Idee sehr vielversprechend. Eine Frau erschießt einen Mann und mauert sich 30 Jahre lang ein. Erst lebt sie von den Lebensmitteln, die sie noch in der Wohnung hat. Dann fängt sie Tauben auf dem Dach, verbrennt die Möbel und muss jeden Tag kreativer werden, um zu überleben. Doch all das wird in diesem Buch eher zur Nebensache.

Mich hätten Ludos Gedanken und Gefühle in den 30 Jahren, in denen sie sich eingemauert hat, sehr interessiert. Doch das wird nur kurz umrissen. Die Emotionen kamen bei mir einfach nicht an. Ich habe nie wirklich Zugang zu ihr gefunden, was sehr schade war, denn ihre Geschichte ist eigentlich beeindruckend. Vor dem Hintergrund, dass das Ganze wirklich passiert ist, und dem Autor sehr viel Material zur Verfügung stand, hätte ich mir mehr gewünscht.

Doch die Geschichte driftet einfach zu sehr ab. Es gibt einige Nebenfiguren, deren Geschichte ebenfalls erzählt wird. Leider haben sie häufig ähnliche oder mehrere Namen, sodass ich sie mir manchmal nicht merken konnte. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal wichtig werden könnten.

Anfangs hat mir gefallen, dass alles miteinander verwoben scheint. Ludo fängt eine Taube mit Diamanten. Als sie erkennt, dass es eine Brieftaube mit einer Nachricht ist, lässt sie sie wieder frei. Das Buch erzählt hier aber auch die Geschichte der Taube. Man erfährt, was passiert, nachdem Ludo sie freiließ, und sogar, wer wem die Nachricht geschickt hat und was mit diesen Personen geschehen ist. Das war mir dann doch irgendwo zu viel. Es lenkte viel zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab.

Zum Glück ist das Buch recht kurz. Man muss sich daher nicht durch seitenlange Ausschweifungen quälen. Dennoch kam mir die Haupthandlung zu kurz, die Nebengeschichten nahmen zu viel Raum ein. Es wirkte auch zu gezwungen, dass fast alle handelnden Personen am Ende vor Ludos Tür standen.

Insgesamt hat mich das Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwatet. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung allerdings nicht.

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Rezension zu "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa

Sehr bewegend und erschütternd!
Ravenvor einem Jahr

Das Buch "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa hat einen Umfang von 197 Seiten und ist bei C.H. Beck erschienen.

In der Ebookausgabe ist das Werk übersichtlich gegliedert und gut zu lesen. Auch als Hardcoverausgabe erhältlich.

Eine Geschichte die halb Wahrheit und halb Fiktion entspricht. Ludovica mauert sich am Abend der angolanischen Revolution für dreißig Jahre in ihrer Wohnung eines Hochhauses ein, nachdem sie einen Einbrecher erschossen hat.

Die Sprache des Autors ist sehr nüchtern, dennoch schafft er es mit seinem Schreibstil den Leser in einen Bann zu ziehen. Das Werk ist erschütternd, einfach unglaublich, teilweise grotesk. Eine Revolution nachempfinden zu können, ist schier unmöglich, wenn man so etwas nicht selbst bereits erlebt hat, aber das ein Mensch sich aus Angst tatsächlich dreißig Jahre lang isoliert und einmauert sprengt den Menschenverstand. Wie mag sich Ludovica in all der Zeit gefühlt haben, was ging ihr durch den Kopf, wie war ihr Leben in der Einsamkeit? Sie hat die Entwicklung und das Ende der Revolution nicht mitbekommen. In ihrer Wohnung ist die Zeit stehen geblieben. Durch ein Trauma und durch die Verkettung von mehreren Ereignissen ist das Unfassbare geschehen, was jedem tief traumatisierten Menschen genauso wiederfahren könnte in einer solchen Ausnahmesituation. Die sich selbst eingemauerte Ludovica gab es tatsächlich. Die Geschichte im Buch ist jedoch halbe Fiktion, da der Autor aus den Fakten für sich ein stimmiges Werk mit Worten zauberte. Dies ist ihm sehr gut gelungen. Er hat authentisch Ludovicas Geschichte mit der Revolution, sowie den Beteiligten verknüpft und aus vielen Puzzleteilen ein Bild gezeichnet, welches tatsächlich der Wahrheit nahe kommen könnte. Großartig!

Fazit: Ein unglaublich tiefgehendes, berührendes Buch, welches noch lange in Erinnerung bleibt. Die nüchterne Sprache des Autors, schafft es den Leser zu fesseln. Er verknüpft authentisch Ludovicas Geschichte mit der angolanischen Revolution und den Beteiligten. Wie nah er der Realität mit seinem Werk kommt, vermag ich nicht zu sagen, aber es fühlt sich alles sehr stimmig an. Großartiges Werk!

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Gespräche aus der Community

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"Unser Himmel ist euer Boden"

Dem preisgekrönten angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa ist mit seinem neuesten Roman "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" ein Meisterwerk gelungen. Die Heldin dieses Romans, Ludovica, überrascht den Leser mit ihrem großem Willen, ihrer ungewöhnlichen Ausdauer und mit einer Persönlichkeit, die sie unvergesslich macht. Sie ist eine Frau, die ihr eigenes Leben rettet, indem sie die Isolation wählt, und die Existenz eines Schiffbrüchigen mitten in einer großen Stadt führt, die 30 Jahre lang von Bürgerkrieg, Korruption und Rache gepeinigt wurde. Ihre Begleiter während der ganzen Zeit: ihr Tagebuch und die Poesie.
"Eine allgemeine Theorie des Vergessens" ist eine Geschichte über Hoffnung und über die Macht der Träume, die sehr lange in Erinnerung bleibt.

Liebt ihr anspruchsvolle Literatur? Wir freuen uns sehr, euch mit "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

Zum Inhalt
Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.

Lust auf eine Leseprobe?

Zum Autor
José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für seinen Roman "Ein Stein unter Wasser" (1999) erhielt er den Grande Prémio de Literatura da RTP. Auf Deutsch erschienen die Romane "Die Frauen meines Vaters", "Barroco Tropical" und "Das Lachen des Geckos", für den er 2007 den britischen Independent Foreign Fiction Prize erhielt. "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016 und erhält 2017 den hochdotierten International Dublin Literary Award für "A General Theory of Oblivion".
Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien.

Möchtet ihr alles über Ludovicas Leben in der Isolation erfahren? Möchtet ihr wissen, wie es ihr gelingt, zu überleben?
Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 30 Exemplare von "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über diesen wunderbaren und außergewöhnlichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.

Ihr meint, dieses Buch ist das richtige für euch? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 23.07., und antwortet auf folgende Frage:

30 Jahre verbringt Ludovica in der Isolation. Ihr Tagebuch und die Poesie trösten sie über ihre absonderliche Situation hinweg.
Was würde euch -
außer Büchern natürlich! - Trost spenden, wäret ihr in so einer ähnlichen Situation? Wie würdet ihr die Zeit verbringen, um euch von der eigenartigen Lage abzulenken?


Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
Rezension https://www.lovelybooks.de/autor/Jos%C3%A9-Eduardo-Agualusa/Eine-allgemeine-Theorie-des-Vergessens-1446295596-w/rezension/1516743799/ Fazit Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil. Dieses Buch hat mich so ziemlich enttäuscht. Auch wenn der Schreibstil sehr angenehm war, der Autor hat sich miener Meinung nach viel zu sehr auf die Nebencharaktere konzentriert, als auf Ludovica. Dieses Buch hätte ein Literaturschatz werden können. Diese Möglichkeit hat der Autor leider nicht ergreifen können, was sehr schade ist.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

José Eduardo Agualusa wurde am 13. Dezember 1960 in Huambo, Angola (Albanien) geboren.

José Eduardo Agualusa im Netz:

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auf 39 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

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