José Eduardo Agualusa

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Lebenslauf von José Eduardo Agualusa

Der Schriftsteller und Journalist José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Huambo/Angola geboren und studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Er hat zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane veröffentlicht.

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Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

 (70)
Erschienen am 21.07.2017
Das Lachen des Geckos

Das Lachen des Geckos

 (9)
Erschienen am 16.07.2018
Barroco tropical

Barroco tropical

 (4)
Erschienen am 02.03.2011
Die Frauen meines Vaters

Die Frauen meines Vaters

 (5)
Erschienen am 24.02.2010
Arche Afrika

Arche Afrika

 (1)
Erschienen am 01.12.1995

Neue Rezensionen zu José Eduardo Agualusa

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Rezension zu "Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer" von José Eduardo Agualusa

Angola träumt von Freiheit
Caro_Lesemausvor 13 Tagen

Der angolanische Journalist Daniel Benchimol, frisch und unschön geschieden, träumt immer wieder von einer aparten, eleganten Frau, dann findet er eine Kamera und entdeckt Fotos, auf denen eben diese Frau zu sehen ist, die Künstlerin Moira, die sich mit der Darstellung von Träumen beschäftigt. Sie lernen sich kennen und lieben. Benchimols Freund, der ehemalige Guerillero und Hotelier Hossi, kann selbst nicht mehr träumen, taucht aber regelmäßig in den Träumen anderer auf, was sogar den kubanischen Geheimdienst auf den Plan ruft, der ihn zeitweilig entführt. Benchimols Tochter Lúcia schließlich träumt von einer freien Gesellschaft, demonstriert mit ihren Freunden gegen die autoritäre Regierung, wandert ins Gefängnis und geht in den Hungerstreik. Ihr Vater setzt alles in Bewegung, um sie zu befreien. In diesem wunderbar poetisch geschriebenen, rebellischen, aber auch komischen Roman geht es um die Sprengkraft, das Geheimnis und den Zauber von Träumen, die kollektiv geträumt, sogar ein Regime zum Abtreten zwingen können.


Ich habe eine Weile gebraucht, um in der Geschichte anzukommen. Den Einstieg fand ich sehr verwirrend, viele Personen werden vorgestellt, die später keine oder eine so untergeordnete Rolle spielen, dass man sie nicht so ausführlich hätte einführen müssen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Daniel und Hossi, wobei von Letzterem vor allem Tagebucheinträge vorhanden sind. Diese erzählen Hossis Geschichte, als der kubanische Geheimdienst auf ihn aufmerksam wurde. Diese Episoden waren für meinen Geschmack zu lang gezogen. Lange Zeit habe ich mich gefragt, worauf dieser Roman eigentlich hinaus will. Es geht vorrangig um das Träumen und die Interpretation von Träumen (was natürlich Titel und Klappentext gerecht wird), aber das sind vor allem philosophische Betrachtungen, die in sehr poetischer Sprache vorgetragen werden. Wirklich vorwärts kommt die Geschichte dabei nicht, was durch das Springen zwischen Vergangenheit und Gegenwart nicht unbedingt besser gemacht wird. Ich suchte eine Weile vergeblich den roten Faden. Im letzten Drittel fügen sich die Begebenheiten dann langsam zusammen. Die Geschichte um die Rebellion, der Daniels Tochter angehört, löst dann endlich etwas Dynamik aus. Es hätte dem Buch wohl gut getan, wenn der Autor sich mehr auf diesen Strang konzentriert hätte. Hier wird es nämlich wirklich interessant, politisch, konkret. Die letzten 100 Seiten habe ich sehr gerne gelesen. Insgesamt fand ich die Lektüre aber eher anstrengend. Die Symbolik der Träume, die vorher auf 200 Seiten ausgelatscht wird, erschließt sich dann auch eher gegen Ende des Buches. Sehr zu empfehlen ist eine kurze Recherche zur Geschichte Angolas, wenn man zu diesem Thema nicht viel weiß (so wie ich). Die wesentlichen historischen Eckdaten sind am Ende des Buches chronologisch zusammengefasst. Ich denke, dass man sonst viele Begriffe und Bezüge zur Vergangenheit nicht versteht und das Buch so noch verwirrender wird. Die Kritik des Autors an Regierung und Gesellschaft wird dann auch klarer und nachvollziehbarer.

Fazit:
Für mich zu langgezogen, verworren, ein roter Faden bzw. das Ziel der Geschichte lange Zeit nicht erkennbar. Erst auf den letzten knapp 100 Seiten konnte mich der Autor überzeugen, von diesem Teil der Geschichte hätte ich mir mehr gewünscht! Wer gerne ausschweifend über das Träumen philosophieren möchte, ist hier aber sicherlich gut aufgehoben.

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W

Rezension zu "Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer" von José Eduardo Agualusa

Es geht um private, politische und utopische Träume
WinfriedStanzickvor einem Monat


Nachdem sein Roman „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“, nominiert für den International Man Booker Price, im Jahr 2017 bei C.H. Beck erschienen ist, präsentiert der Münchner Traditionsverlag nun das neue Buch des angolanischen Autors Jose Eduardo Agualusa. Seit vielen Jahren schon gilt er nicht nur als ein wichtiger portugiesischsprachiger Schriftsteller, sondern wird auch als einer der wichtigsten zeitgenössischen literarischen Stimmen Afrikas geschätzt und geachtet.

 

Schon im  allerersten Satz des aus vielen unterschiedlichen, vom Autor  schließlich hervorragend zusammengeführter Erzählsträngen bestehenden Romans wird das Hauptthema formuliert, das Träumen: "Ich wachte früh auf. Durch das schmale Fenster sah ich längliche, schwarze Vögel ziehen. Ich hatte von ihnen geträumt. Als wären sie nun aus dem Traum in den Himmel geflohen, ein feuchtes Blatt Seidenpapier, dunkelblau und mit bitteren, stockigen Rändern."

 

Der da träumt und immer wieder als Ich-Erzähler die Geschichte weitertreibt, ist der geschiedene Journalist Daniel Benchimol, der schon im Vorgängerroman auftauchte. Er träumt immer wieder von Menschen, die er erst in der Zukunft kennenlernen wird.

 

Als er wieder einmal sich im Strandhotel seines alten Bekannten Hossi aufhält, findet Daniel eine Kamera im Meer. Ihre unzerstörten Bilder zeigen eine Frau, die ihm schon in seinen Träumen erschienen ist und die er als Moira, eine in Kapstadt lebende Künstlerin identifiziert.

Auch Moira träumt intensiv und lässt ihre Werke von ihren Träumen inspirieren. So wie Daniel ihre Bilder beschreibt, ist bald klar, dass die beiden sich begegnen werden:


"Ich war von den Fotografien besessen. Ich ließ sie ausdrucken, schaute sie mir vor dem Einschlafen an. Und gleich nach dem Aufwachen wieder. Verbrachte viele verlorene Augenblicke damit, diese nackte Frau anzuschauen, so entrückt, so schön. Ich strich mit den Fingern über ihre kleinen Brüste, ihre langen Beine. Und wenn ich einschlief, traf ich sie in meinen Träumen wieder, nur zog sie nun in der Ferne vorbei, nicht wie ein Mensch, sondern wie eine Landschaft. Nur die schlafwandelnden Vögel redeten mit mir."

 

Hossi hingegen, ehemaliger UNITA-Kämpfer, leidet darunter, dass er gegen seinen Willen anderen Menschen im Traum erscheint, was teilweise drastische Folgen hat.


Daniels Tochter indes träumt davon, den korrupten Staat zu stürzen. Sie schließt sich einer Aktivistengruppe an, die sich die friedliche Stürmung des Parlaments in Luanda als Ziel gesetzt hat. Bei diesem Versuch wird sie verhaftet. Ihren Traum von einer fairen, unkorrupten Regierung gibt sie dennoch nicht auf.

Dieser Strang des Romans basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2015, als eine Gruppe jugendlicher Aktivisten um den Rapper Luaty Beirão genau das versucht hatte.

 

Eine wichtige Rolle spielt auch noch ein brasilianischer Neurowissenschaftler, der in seinem Labor Träume in Bilder verwandelt. Daniel wird dorthin fliegen, um ihn kennenlernen und die Träume der Menschen besser verstehen.

 

Durch die nichtchronologische Erzählweise Agualusas und die vielen unterschiedlichen Personen und die mit ihnen verbundenen Erzählstränge in Vergangenheit und Gegenwart ist die Lektüre des Buches nicht ganz unanstrengend, jedenfalls solange bis er gekonnt die Stränge zusammenfügt.

 

„Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“, im Original, das Michael Kegler gekonnt ins Deutsche übersetzt hat, schon 2017 in Lissabon erschienen, ist ein rebellischer und gleichwohl komischer Roman voller Poesie. Er handelt von der enormen Sprengkraft von Träumen und ihrem Zauber, die, wenn viele Menschen träumen, sogar, wie in Angola tatsächlich geschehen, ein Regime zum Abtreten zwingen können.

Es geht um private, politische und utopische Träume und um die traumhaft verschlungene, rätselhafte Realität des Lebens selbst.  Ein erzählerisches Gesamtkunstwerk.

 

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Rezension zu "Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer" von José Eduardo Agualusa

Träume
Buecherschmausvor einem Monat

Aus dem südwestafrikanischen Land Angola dringt nur selten Literatur bis zu uns vor. Einer der wenigen Autoren, denen das gelungen ist, ist der 1960 geborene und sowohl in Angola als auch in Portugal und Brasilien lebende José Eduardo Agualusa. Portugiesisch ist seine Muttersprache, in der er bis heute über 50 Bücher verfasst hat. Fünf davon sind bisher auf Deutsch erschienen. Obwohl „Das Lachen des Geckos“ (2004) und „Barocco tropical“ (2009) auch in Deutschland einige Aufmerksamkeit erhalten haben, ist er erst mit „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ richtig bekannt geworden. Er zählt zu den wichtigsten Stimmen sowohl Afrikas als auch Portugals.
Angola, das nach der „Nelkenrevolution“ in Portugal im Jahr 1975 seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht erlangte und direkt in einen dreißig Jahre tobenden Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Befreiungsbewegungen stürzte, der bis zum Tod des UNITA-Führers Jonas Savimbi 2002 andauerte, ist ein Land im Umbruch. Von 1979 bis 2017 war José Eduardo dos Santos Präsident des Landes, das er alles andere als demokratisch führte. Politische Rechte, Bürgerrechte, Menschenrechte – Angola lag in allen Bereichen im weltweiten Vergleich ganz weit hinten.
José Eduardo Agualusa ist ein politischer Schriftsteller, der die gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Heimatland stets sehr genau unter die Lupe nimmt. Die Hinterlassenschaften der kolonialen Vergangenheit sind ebenso Thema wie die verheerenden Folgen des Bürgerkriegs, so auch in seinem 2017 auf Deutsch erschienenen „Eine allgemeine Theorie des Vergessens.“ In dem 2017 im Original und nun bei uns veröffentlichten Roman „Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“ sind es nun die autoritären Verhältnisse in Angola unter José Eduardo dos Santos, Korruption, Vetternwirtschaft und mangelnde gesellschaftliche Freiheit, die der Autor kritisiert. Die politischen Veränderungen in Angola hatte er dabei noch nicht im Blick.
Protagonist und Ich-Erzähler ist Daniel Benchimol, ein Träumer, ein Idealist, mäßig erfolgreicher Journalist und Autor, den seine regimekritische Haltung nicht nur bei seiner Frau Lucrécia in Misskredit gebracht hat, sondern, vielleicht noch schlimmer, auch bei seinem reichen, mit den höchsten Regierungskreisen im Einvernehmen stehenden Schwiegervater. Dieser verbaut ihm durch seinen Einfluss die berufliche Karriere.
Immer häufiger zieht sich Daniel in ein kleines Hotel am Meer zurück, wo er seinen intensiven Träumen nachhängen kann. Der Hotelier Hossi Kaley ist der zweite Protagonist des Romans. Er ist ein Milizionär der UNITA mit dunkler Vergangenheit, ein Folterer, ein Geheimdienstmann. Zweimal von einem Blitz getroffen, hat er allerdings Probleme mit der Erinnerung. Und er kann nicht mehr träumen. Dafür erscheint er anderen Menschen, auch solchen, die ihn nicht kennen, in deren Träumen. Etwas, das den kubanischen Geheimdienst (Kuba war lange Zeit Unterstützungsmacht Angolas) auf den Plan ruft. Wäre es doch zu praktisch, sich in die Gehirne von Bürgern und Regimegegnern „hineinträumen“ zu können.
Am Strand des Hotels findet Daniel eines Tages eine Kamera. Er entwickelt die Fotos und erkennt darauf zu seiner Verblüffung die unbekannte Frau, die seit einiger Zeit seine Träume beherrscht. Die Frau mit „den Haaren wie Zuckerwatte“. Mit ein wenig Recherche identifiziert er sie als Moira Fernandes, eine in Südafrika lebende Künstlerin, die in Installationen ihre Träume nachstellt und zu der Daniel bald eine Liebesbeziehung entwickelt.
Zu diesem Träumer-Trio gesellt sich noch ein brasilianischer Neurowissenschaftler, der eine Maschine erfunden haben will, die Träume während des Schlafs in Filme verwandelt. Ein Experiment, dem sich Daniel unterziehen will. Dieser Hélio ist überzeugt davon,
„dass bestimmte Personen, zum Beispiel du, eine besondere Neigung haben, sich an die Zukunft zu erinnern.“
„Träumen ist das Ausprobieren von Wirklichkeit in der Sicherheit unseres Bettes.“
So gibt es die Geschichte, dass der Chemiker August Kekulé von einer Schlange träumte, die sich in den Schwanz beißt und so auf die Strukturformel des Benzols kam.
„Wissen Sie, dass ein Mensch durchschnittlich in seinem Leben insgesamt sechs Jahre lang träumt? Irgendeinen Sinn muss das haben.“
In diese fantastisch-bizarren, poetischen Träumereien platzt aber, wie könnte es anders sein bei einem solch politischen Schriftsteller wie Agualua, die bittere Realität des Lebens in einem „Dritteweltland“, welches der Ich-Erzähler definiert als ein Land, in dem man
„mehr Angst vor Polizisten hat als vor Verbrechern.“
Hossi wird von einem Geheimdienstmann der Regierung verfolgt und lebensgefährlich verletzt und Daniels siebzehnjährige Tochter Lúcia wird wegen einer Aktion ihrer regimekritischen Gruppe verhaftet und tritt in einen Hungerstreik, der auch ihr Leben bedroht.
José Eduardo Agualusa erzählt in „Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“ vom blutigen Bürgerkrieg und den unsauberen Geschäften und Praktiken der Befreiungsbewegungen und Politiker. Sein Protagonist Daniel glaubt nicht
„(…) an Befreiungskriege. Krieg ist das Gegenteil von Befreiung. Was sie Befreiungskampf nennen, war nur die Vorstufe zum Bürgerkrieg.“
Und der Ex-Milizionär Hossi schreibt in seinen Tagebucheinträgen:
„Der Krieg dauerte einfach zu lang. Irgendwann hörten wir auf, noch zu wissen, warum wir uns töteten. Wir töteten nur noch aus Gewohnheit.“
Dass das Ende des Bürgerkriegs und des Terrors durch die UNITA 2002 aber nicht den Beginn von freien und demokratischen Strukturen bedeutete, wird aber auch deutlich. Daniels reaktionärer Schwiegervater und seine Ex-Frau Lucretia bedrohen und bedrängen Daniel, weil er Regimekritisches über Korruption veröffentlicht. Da gibt es beispielsweise die Geschichte vom Flugzeug, einer Boeing 727, die 2003 spurlos vom Flughafen der angolanischen Hauptstadt Luanda verschwand und nach der weltweit vergeblich durch das FBI und die CIA gefahndet wurde. Eine der irrwitzigen Geschichten in „Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“, die man kaum glauben mag, die sich aber als wahr erweisen.
„wie die unglaubliche Ironie der Geschichte noch jedes Mal jede Fiktion übertrumpft“
Diese Mischung aus politischen Fakten, Gesellschaftskritik, Ironie und Poesie ist dem Autor sehr gut gelungen. Am Ende steht Hossi dem (Noch)Präsidenten gegenüber und fragt, warum Lúcia und ihre Freunde immer noch nicht freigelassen werden. Der „winzige“ Präsident antwortet zögerlich:
„Weil sie keine Angst haben! Sie fürchten sich nicht, diese jungen Leute! So geht das nicht! Sie sind wahnsinnig. Sie fürchten sich nicht, und das ist ansteckend.“
Die Angst eines jeden Diktators. Agualusa konnte beim Verfassen des Romans noch nicht wissen, dass Präsident José Eduardo dos Santos nach 38 Jahren 2017 endlich zurücktrat. Die Hoffnung auf ein demokratisches, freies und friedliches Angola ruht nun auf den „jungen Leuten.“

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"Unser Himmel ist euer Boden"

Dem preisgekrönten angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa ist mit seinem neuesten Roman "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" ein Meisterwerk gelungen. Die Heldin dieses Romans, Ludovica, überrascht den Leser mit ihrem großem Willen, ihrer ungewöhnlichen Ausdauer und mit einer Persönlichkeit, die sie unvergesslich macht. Sie ist eine Frau, die ihr eigenes Leben rettet, indem sie die Isolation wählt, und die Existenz eines Schiffbrüchigen mitten in einer großen Stadt führt, die 30 Jahre lang von Bürgerkrieg, Korruption und Rache gepeinigt wurde. Ihre Begleiter während der ganzen Zeit: ihr Tagebuch und die Poesie.
"Eine allgemeine Theorie des Vergessens" ist eine Geschichte über Hoffnung und über die Macht der Träume, die sehr lange in Erinnerung bleibt.

Liebt ihr anspruchsvolle Literatur? Wir freuen uns sehr, euch mit "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" einen weiteren Titel im LovelyBooks Literatursalon vorstellen zu dürfen, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

Zum Inhalt
Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.

Lust auf eine Leseprobe?

Zum Autor
José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für seinen Roman "Ein Stein unter Wasser" (1999) erhielt er den Grande Prémio de Literatura da RTP. Auf Deutsch erschienen die Romane "Die Frauen meines Vaters", "Barroco Tropical" und "Das Lachen des Geckos", für den er 2007 den britischen Independent Foreign Fiction Prize erhielt. "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016 und erhält 2017 den hochdotierten International Dublin Literary Award für "A General Theory of Oblivion".
Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien.

Möchtet ihr alles über Ludovicas Leben in der Isolation erfahren? Möchtet ihr wissen, wie es ihr gelingt, zu überleben?
Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 30 Exemplare von "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" unter allen, die sich im Rahmen einer Leserunde über diesen wunderbaren und außergewöhnlichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.

Ihr meint, dieses Buch ist das richtige für euch? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 23.07., und antwortet auf folgende Frage:

30 Jahre verbringt Ludovica in der Isolation. Ihr Tagebuch und die Poesie trösten sie über ihre absonderliche Situation hinweg.
Was würde euch -
außer Büchern natürlich! - Trost spenden, wäret ihr in so einer ähnlichen Situation? Wie würdet ihr die Zeit verbringen, um euch von der eigenartigen Lage abzulenken?


Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
Rezension https://www.lovelybooks.de/autor/Jos%C3%A9-Eduardo-Agualusa/Eine-allgemeine-Theorie-des-Vergessens-1446295596-w/rezension/1516743799/ Fazit Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil. Dieses Buch hat mich so ziemlich enttäuscht. Auch wenn der Schreibstil sehr angenehm war, der Autor hat sich miener Meinung nach viel zu sehr auf die Nebencharaktere konzentriert, als auf Ludovica. Dieses Buch hätte ein Literaturschatz werden können. Diese Möglichkeit hat der Autor leider nicht ergreifen können, was sehr schade ist.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

José Eduardo Agualusa wurde am 13. Dezember 1960 in Huambo, Angola (Albanien) geboren.

José Eduardo Agualusa im Netz:

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