José Eduardo Agualusa Das Lachen des Geckos

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Inhaltsangabe zu „Das Lachen des Geckos“ von José Eduardo Agualusa

Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von illustren Vorfahren und versorgt sie mit glücklichen Erinnerungen. Doch eines Nachts kommt ein Fremder in sein Haus, dem er eine neue angolanische Identität verschaffen soll. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend mit der erfundenen Person identifiziert und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vergangenheit begibt. Agualusas wendiger Erzähler nimmt uns mit auf eine spannende und poetische Reise durch die wechselnden Landschaften von Erinnerung und Geschichte, in eine Welt, in der die Wahrheit sich von einem Moment zum anderen verändert. "Das Lachen des Geckos" wurde bisher in zehn Sprachen übersetzt und erhielt 2007 den renommierten britischen Independent Foreign Fiction Prize.

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  • Vielversprechend und poetisch zuerst, chaotisch und enttäuschend zum Schluss

    Das Lachen des Geckos
    Federfee

    Federfee

    27. July 2017 um 20:26

    3,5 Sterne von 5Ich komme immer wieder zum Ergebnis: eine schöne Sprache alleine bringt es nicht:"Es macht mir Freude, die hoch auflodernden Flammen zu sehen, die galoppierenden Wolken und darauf die Engel, Legionen von ihnen, wie sie Funken aus ihren Haaren schütteln und ihre riesigen flammenden Flügel bewegen."(eBook 6)Dies beobachtet ein Gecko, der schon seit langem im Hause des Albinos Félix Ventura lebt und so etwas wie ein Freund wird. Es stört mich nicht, dass er sich als Wiedergeborener betrachtet und immer wieder Traumsequenzen aus seinem früheren Leben eingefügt sind. Dazu ist das Ganze zu poetisch, wie ein ruhig dahin gleitender Fluss. Der kommt sogar im Lied einer brasilianischen Sängerin vor, das Ventura immer wieder hört:"Nichts vergeht, nichts geht vorüberDie Vergangenheit istein schlafender Flussund die Erinnerungist eine wechselvolle Lüge."Und darum geht es u.a. in diesem Roman: um Träume und Erinnerungen, um Wahrheit und Lüge."Fremde Erinnerungen halten wir für unsere eigenen - auch erfundene. (eBook 84)Félix nennt sich zwar Genealoge, aber er macht genau das Gegenteil: er handelt mit Erinnerungen und verkauft Vergangenheit. Seine Kunden gehören zur neuen Bourgeoisie und die Aufzählung lässt tief blicken: Diamantenhändler, Generäle, Minister, … Ihnen fehlt eine unbelastete Vergangenheit und Félix verschafft sie ihnen.Manche haben es nötig in dieser ehemaligen Kolonie der Portugiesen, in Angola, Südwestafrika. Einige Nebensätze, die verrostete Panzer und Tausende von Minen im Boden erwähnen, lassen tief blicken. Nach dem Abzug der Portugiesen versank das Land für zwei Jahrzehnte im Bürgerkrieg. Ja, das alles lernt man in manchen Romanen nebenbei. Trotzdem liegt bis dahin ein Zauber über dem Buch, bis ein Fremder in die vermeintliche Idylle platzt: Er will nicht nur eine Vergangenheit, sondern diese mit allen Papieren, also eine ganz neue Identität.In der zweiten Hälfte überstürzen sich die Ereignisse, Dunkles aus Angolas Vergangenheit und aus dem Leben der handelnden Personen kommt zum Vorschein, Folter und Mord, allzu gerafft. Das ist für mich ein enttäuschender Bruch in diesem bisher so wortgewaltigen poetischen Buch, daher leider nur 3,5 Sterne.

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  • Rezension zu "Das Lachen des Geckos" von José Eduardo Agualusa

    Das Lachen des Geckos
    Aldawen

    Aldawen

    07. August 2010 um 20:05

    Félix Ventura hat einen ungewöhnlichen Beruf: er konstruiert und verkauft glanzvolle Vergangenheiten – Stammbäume, Photographien usw. – an die aufstrebende Oberschicht Angolas nach dem Bürgerkrieg. Die Leute, die sich dergleichen leisten können, sind Politiker, Militärs und andere hohe Tiere. Eines Tages taucht ein Weißer auf, der nicht nur eine angolanische oder wenigstens afrikanische Vergangenheit wünscht, sondern gleich noch einen neuen Namen inklusive der zugehörigen Papiere. Félix will davon zunächst nichts wissen, weil er kein Fälscher sei, aber die Summe, die ihm der Fremde bietet, überzeugt. Félix erschafft José Buchmann und hofft, mit diesem Mann nichts mehr zu tun zu haben. Aber der macht sich auf eine „Spurensuche“ seiner fiktiven Familie, für die er Félix regelmäßig „Beweise“ präsentiert und so wird die angenommene Identität bald realer als die ursprüngliche eigene – bis ein verrückter Bettler ins Spiel kommt. Haupterzähler des Buches ist der namensgebende Gecko, der Félix beobachtet und ihm zum Freund wird. Und diese Perspektive wird mit einigem Reiz gestaltet, zumal der Gecko den Vorteil hat, im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnliche Blickwinkel einnehmen zu können. Und auch wenn der Gecko als Erzähler natürlich eine bedeutende Rolle hat, so wäre mir der Originaltitel Der Verkäufer von Vergangenheiten doch lieber (weil passender) gewesen. Im Klappentext heißt es u. a.: „Agualusas wendiger Erzähler nimmt uns mit auf eine spannende und poetische Reise durch die sich wandelnden Landschaften von Erinnerung und Geschichte, in eine Welt, in der sich die Wahrheit von einem Moment zum anderen verändert.“ Dieser Satz trifft es sehr gut, denn so wichtig das Erfinden von Vergangenheiten für Félix (als Broterwerb) und seine Kunden (aus persönlichen Gründen) ist, so ist eine Vergangenheit doch nichts ohne Erinnerungen. Und diese sind sehr wandelbar, wie Agualusa hier sehr schön zeigt. Denn nicht nur José Buchmann paßt seine Erinnerung an die gelieferte Vergangenheit an, auch der Gecko hat Erinnerungen höchst eigener Art ... Etwas Abzug müßte ich eigentlich für das Ende vornehmen, das mir dann doch etwas zu dick aufgetragen und konstruiert war, es paßte deshalb auch nur bedingt in den zuvor durch die Erzählung aufgespannten Rahmen. Der Effekt, der auch nur bedingt überraschend kommt, war für meinen Empfinden nicht nötig und entließ mich mit einer Stimmung, die den ersten gut drei Vierteln des Romans nicht gerecht wurde. Alles in allem aber trotzdem ein kleines, feines Buch.

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