José Eduardo Agualusa Die Frauen meines Vaters

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(1)
(3)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die Frauen meines Vaters“ von José Eduardo Agualusa

Faustino Manso, ein berühmter angolanischer Musiker, hinterlässt nach seinem Tod sieben Frauen und 18 Kinder. Als seine jüngste Tochter Laurentina, eine in Portugal lebende Filmemacherin, von ihrem Vater erfährt, reist sie nach Angola, um das turbulente Leben des verstorbenen Musikers nachzuzeichnen. Faustinos Spuren führen Laurentina und ihre drei Mitreisenden – Mandume, Bartolomeu und Pouca Sorte – durch Küstenstädte des südlichen Afrika, von Angola über Namibia nach Südafrika und Mosambik. Auf ihrer Suche lernen sie Faustinos Frauen, Musikerkollegen und Kinder kennen, und es entsteht das Bild eines vielseitigen, aber auch widersprüchlichen Mannes, der durch Charme und Musik einen tiefen Eindruck im Leben vieler Menschen hinterlassen hat. Parallel dazu schildert José Eduardo Agualusa seine eigene, reale Reise mit der englischen Dokumentarfilmerin Karen Boswall und dem Fotografen Jordi Burch. Die Pfade beider Reisen liegen so nah beieinander, dass Wirklichkeit und Fiktion zu sich gegenseitig bedingenden und Spannung erzeugenden Gefährten werden. Leicht, humorvoll und vielstimmig breitet Agualusa ein Panorama des südlichen Afrika aus, seiner kolonialen Vergangenheit und seiner kulturellen und gesellschaftlichen Gegenwart.

Stöbern in Romane

Romeo oder Julia

So viel hatte ich mir von der Leseprobe versprochen ... und wurde bitterlich enttäuscht.

Marina_Nordbreze

In einem anderen Licht

Eine ernste Thematik lädt zum Innehalten ein!

Edelstella

Ein Gentleman in Moskau

Ein Einblick in eine große Menschenseele und in die russische Geschichte! Wunderbar!

Edelstella

Die zwölf Leben des Samuel Hawley

Eine wunderbar mäandernde Geschichte über einen Gauner und seine Tochter, der seiner Vergangenheit zu entkommen versucht. Sehr lesenswert.

krimielse

Wer hier schlief

Philipp verlässt sein durchschnittliches Leben für Myriam. Doch es kommt ganz anders. Statt mit ihr aufzusteigen fällt er, und fällt er...

Buchstabenliebhaberin

QualityLand

Verrückt und schwarzhumorig. Mit schrulligen Charakteren und einer leicht bedrückenden Stimmung, die trotzdem skurril-komisch ist.

Mlle-Facette

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Frauen meines Vaters" von José Eduardo Agualusa

    Die Frauen meines Vaters
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. December 2010 um 19:20

    Laurentina erfährt, dass sie die Tochter des berühmten angolanischen Musikers Faustino Manso ist und nach dessen Tod macht sie sich mit Freunden auf den Weg, um dessen Leben nachzuspüren. Sie begeget Mansos Ex-Frauen, Halbgeschwistern, von denen sie bisher nichts wusste und reist von Angola aus quer durch den Süden Afrikas. Parallel dazu erzählt ein Handlungsstrang über die Reise der Dokumentarfilmerin Karen Boswall und Agualusa selbst, die auf der Suche nach Ideen und Drehorten für einen Film dieselbe Reiseroute haben. Die Geschichte von Laurentina ist ihr Stoff, den sie verarbeiten wollen. So interessant und spannend ich diese Idee der Erzählung fand, bei der Lektüre brachte mich deren Umsetzung jedoch geradezu zur Verzweiflung. Das Buch ist in vier Großkapitel unterteilt, die jeweils einzelne Abschnitte, kleinere Kapitel oder Episoden umfassen. Mal wird von der einen Reise erzählt, mal von der anderen. Doch über das ganze Buch hinweg hatte ich nie das Gefühl, dass außer dem Grobplan vom Klappentext irgendetwas anderes die Erzählungen zusammen hält. Agualusa hat beide Reisen jeweils fein säuberlich in kleine Abschnitte zerlegt, die wie kleine Schlaglichter die Stories hin und wieder beleuchteten. Zwar war anhand der Kapitelüberschriften klar, zu welcher der beiden Reisen die Episode gehörte, aber es fehlte jegliche Erzählstruktur - abgesehen davon, dass sowohl Laurentinas als auch Agualusas Reisegruppe eben immer wieder irgendwo anders unterwegs sind. Genauso chaotisch wie die Sortierung der Abschnitte empfand ich die Texte selbst. In manchen Episoden war mir noch nicht einmal klar, wer sie erzählte. Bei manchen kam ich halbwegs dahinter, bei anderen nicht. Und so empfand ich in beiden Erzählsträngen - ich habe also auch wenig über Land und Leute mitnehmen können, weil ich niemals Klarheit darüber bekam, wo Agualusa fabuliert und wo er über Realität erzählte. Es sieht in aller Kürze so aus, als habe Agualusa die Geschichte über einen Musiker geschrieben, der sich entweder betrogen vorkam oder betrogen wurde, selbst betrogen hat, deshalb ständig gehetzt in der Weltgeschichte unterwegs war und Agualusa hat das Ganze mit den Dokumentarfilmern und einer Menge Drumherum garniert. Die Geschichte muss man sich ungefähr vorstellen wie zwei Puzzles, die ein Kind zerlegt und vermischt hat und das nun versucht, die beiden Puzzles anhand der unterschiedlichen Rückseiten überhaupt erst einmal vorzusortieren. Dass mit den Vorderseiten der Puzzlesteine dabei noch lange keine vernünftigen Motive entstehen, ist klar. Irgendwie hat Agualusa trotzdem versucht, aus seinem Stückchen einen Roman zu machen. Am Ende fügen sich zwei, drei Stückchen zusammen, aber es ist beim Puzzle eben leider so, dass eine Handvoll zusammen gesteckter Teile für ein Bild einfach nicht reichen. Und bei zwei Puzzles gleichzeitig noch weniger.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frauen meines Vaters" von José Eduardo Agualusa

    Die Frauen meines Vaters
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. December 2010 um 15:54

    In diesem Buch begleiten wir zwei Reisen, eine fiktive und eine - zumindest halbwegs - reale durch das südliche Afrika. Am Anfang wechselt Agualusa noch recht häufig zwischen den beiden Reisen, später verschwimmt die Grenze immer mehr und man weiß nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist. Auch der Ich-Erzähler wechselt mit jedem Kapitel, was gerade am Anfang, wenn man die Personen noch nicht so gut kennt, sehr verwirrend ist. Am Anfang hat mir das sehr schnell die Lust am Buch genommen, ich musste mich dazu zwingen, immer mal wieder ein Kapitel zu lesen. Aber gegen Ende, als ich dann auch längere Zeit am Stück in dem Buch lesen konnte, wurde es immer besser. Wer hier eine einzige Geschichte erwartet, die geradlinig erzählt wird, wird vermutlich enttäuscht sein. Das Buch erzählt sehr viele Geschichte und das Gesamtbild am Ende muss man sich Stück für Stück selbst zusammenpuzzeln. Leider ist mir auch am Ende verborgen geblieben, warum Agualusa die reale Reise mit in das Buch aufgenommen hat. Am Anfang ist das zwar noch interessant, da man einige Parallelen ziehen kann, später ist die reale Reise nur noch überflüssig und trägt dazu bei, dass man irgendwann den Überblick verliert. Außerdem denke ich, dass einige Personen und Themen weniger dem Buch gut getan hätten. Insgesamt hat mir das Buch aber nach den Startschwierigkeiten schon gefallen. Es war sehr interessant, mit Agualusa und seiner fiktiven Reisegruppe durch das südliche Afrika zu reisen und die Personen auf ihrer Suche begleiten zu dürfen. Man hätte aus der Geschichte aber trotzdem mehr machen können, wenn man ein kleines bisschen unnötigen Ballast weggelassen hätte.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frauen meines Vaters" von José Eduardo Agualusa

    Die Frauen meines Vaters
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    01. March 2010 um 08:02

    Afrikanische Symphonie in vier Sätzen José Eduardo Agualusas zweiter im A1 Verlag erschienener Roman "Die Frauen meines Vaters" ist ein groß angelegtes, sehr ambitioniertes literarisches Porträt des südlichen Afrikas. Eine bewegende Spurensuche durch Angola, Südafrika, Namibia und Mozambique. Als die portugiesische Filmemacherin Laurentina von ihren Eltern erfährt, dass ihr leiblicher Vater niemand anders als der berühmte angolanische Musiker Faustino Manso ist, der nicht weniger als sieben Frauen und achtzehn Kinder hinterlässt, begibt sie sich mit ihrem Freund und zwei weiteren Mitreisenden auf eine spannende Reise, die nicht nur ein Forschen nach Fakten und Erzählungen aus und über das Leben ihres Vaters ist, sondern auch ihr Leben entscheidend verändern wird. José Eduardo Agualusa erzählt seinen Roman aus ständig abwechselnden Perspektiven, wobei nicht immer gleich oder eindeutig klar ist, wer gerade am Wort ist, bzw. auch größeren Zeitsprüngen, die sich erst mit Verlauf des Romans in ein mehr oder weniger geordnetes Ganzes fügen. Zusätzlich unterteilt Agualusa "Die Frauen meines Vaters" in vier quasi musikalische Sätze, die mit von der klassischen Symphonie abgeleiteten Satz- bzw. Tempobezeichnungen überschrieben sind und auch der traditionellen formellen Anlage (schnell, langsam, Scherzo oder Menuett, rasantes Finale) entsprechen: allegro ma non troppo, andante, menuett und presto e finale. Das ist eine interessante Idee, die sich jedoch paradoxerweise nicht auf die innere Unterteilung oder gar den Verlauf des Romans auswirkt und daher fast aufgesetzt wirkt und leider wirkungslos verpufft. Da der musikalische Kontext dieses Romans im Bereich des afrikanischen Jazz zu finden ist, ist dem Rezensenten auch der Bezug zur klassischen Symphonie etwas schleierhaft. José Eduardo Agualusas Prosa ist sehr abwechslungsreich, an vielen Stellen wunderbar inspiriert und mitreißend, treffend und extrem präzise die Stimmungen und Zustände der Protagonisten und des Landes weitergebend und zeichnend, während sie an anderen Stellen von dialogbedingten Durchhängern und Stilblüten geprägt ist, wie zum Beispiel eine vergleichende Anspielung auf einen aktuellen Kinofilm. "Erinnern Sie sich an Gloria, das sympathische Nilpferd aus Madagaskar, dem Animationsfilm von DreamWorks? Elisa Mucavele erinnert mich an Gloria." Die subtile Verknüpfung der fiktiven Geschichte mit einer realen Reise, die der Autor mit der englischen Dokumentarfilmerin Karen Boswall und dem Fotografen Jordi Burch unternommen hat, trägt zur flirrenden, etwas sprunghaften und doch sehr stringenten Entwicklung dieses Romans bei. Große Momente hat der Autor in den Passagen, in denen er Angola oder das Leben in Angola beschreibt, in denen er beiläufig afrikanische Stimmungen und Momente aus dem Ärmel schüttelt, die schlichtweg beeindruckend sind; auch die emotionalen Verstrickungen und Irrungen seiner Protagonisten gelingen ihm überzeugend, oft mit einem latent mitschwingenden erotischen Unterton. "Langsam öffne ich meine rechte Hand, dann die linke. Rieche an ihnen. Der einzige Beweis, dass sie hier war, ist das beiläufige Brennen eines süßlichen Parfüms auf meiner Haut, in den Laken und Kissen. Der Widerhall eines Satzes: Deine Hände geschaffen für die Kelche meiner Brüste. Die verschwommene Erinnerung an glühende Lippen und einen leichten Körper, der auf meinem ruht." Agualusa unterläuft der häufig anzutreffende Fehler der Talentierten, zu viel Aussage, zu viele Themen in sein Werk einarbeiten zu wollen, seinem Werk zu viel Gewicht mit auf den Weg geben zu wollen. "Die Frauen meines Vaters" ist ein Roman, der sowohl die Geschichte des Scheiterns einer Liebe als auch ein Liebesroman ist, der aber auch ein Roman über das südliche Afrika, die Musik Afrikas, Eros und Leidenschaft, sowie Politik ist, der die geschichtsbedingten Brücken zu Portugal und der Entwicklung Angolas gekonnt schlägt und zuguterletzt für den Verlauf des Romans überflüssigerweise Kinderpornografie ins Boot der Themen holt und somit gegen eben diese ein Zeichen setzt. Ein paar Themen und Anliegen weniger wären hier möglicherweise mehr gewesen. Dennoch dominiert am Ende das wohltuende Gefühl, eine wichtige Entdeckungsreise ins Innere gemacht zu haben, und der Wunsch, das südliche Afrika selbst (wieder) zu bereisen und die Gewissheit, auch wenn die Qualität dieses Textes hie und da etwas abstürzt, einen starken, beeindruckenden Roman gelesen und einen äußerst talentierten Autor für sich entdeckt zu haben. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 02/2010)

    Mehr