José Eduardo Agualusa Eine allgemeine Theorie des Vergessens

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Inhaltsangabe zu „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ von José Eduardo Agualusa

Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.

Die Idee war gut, die Umsetzung hat mich nicht überzeugt. Ich hatte mehr erwartet.

— miah

Sehr bewegendes, erschütterndes Werk, welches noch lange in Erinnerung bleibt!

— Raven

Abgebrochen. Konnte mich nicht packen. War nicht mein Geschmack.

— Saki___

Dieses Buch hätte ein Literaturschatz werden können. Diese Möglichkeit hat der Autor leider nicht ergreifen können, was sehr schade ist.

— DamlaBulut

Die Geschichte Angolas zu wirr und konfus. Die Geschichte rund um Ludovica genial. Ein ganz besonderer Roman.

— Josetta

Alles in allem hatte ich mehr erwartet und der Schreibstil war bis zum Schluss etwas gewöhnungsbedürftig.

— sofalxx

Hat mich beeindruckt, zwischendurch verwirrt! Verlangt die volle Aufmerksamkeit!

— Mira20

Zu viele Akteure auf zu wenigen Seiten. Sprachlich allerdings sehr schön!

— Caro_Lesemaus

Anspruchsvolle und sprachlich schöne Geschichte. Mich hat der Roman nicht erreicht, zu große Komplexität auf zu wenigen Seiten. Schade!

— Seehase1977

Etwas zu kurz, um ein großer Roman zu sein, trotzdem aber eine interessant geschriebene Geschichte. Hier wäre mehr mehr gewesen ;)

— Flamingo

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  • Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    miah

    10. April 2018 um 22:37

    Inhalt:Nachdem Ludo aus Notwehr einen Mann erschießt, mauert sie sich in ihrer Wohnung ein. So lebt sie 30 Jahre, während "draußen" die angolanische Revolution ihren Lauf nimmt.Meine Meinung:Ich fand die Idee sehr vielversprechend. Eine Frau erschießt einen Mann und mauert sich 30 Jahre lang ein. Erst lebt sie von den Lebensmitteln, die sie noch in der Wohnung hat. Dann fängt sie Tauben auf dem Dach, verbrennt die Möbel und muss jeden Tag kreativer werden, um zu überleben. Doch all das wird in diesem Buch eher zur Nebensache.Mich hätten Ludos Gedanken und Gefühle in den 30 Jahren, in denen sie sich eingemauert hat, sehr interessiert. Doch das wird nur kurz umrissen. Die Emotionen kamen bei mir einfach nicht an. Ich habe nie wirklich Zugang zu ihr gefunden, was sehr schade war, denn ihre Geschichte ist eigentlich beeindruckend. Vor dem Hintergrund, dass das Ganze wirklich passiert ist, und dem Autor sehr viel Material zur Verfügung stand, hätte ich mir mehr gewünscht.Doch die Geschichte driftet einfach zu sehr ab. Es gibt einige Nebenfiguren, deren Geschichte ebenfalls erzählt wird. Leider haben sie häufig ähnliche oder mehrere Namen, sodass ich sie mir manchmal nicht merken konnte. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal wichtig werden könnten.Anfangs hat mir gefallen, dass alles miteinander verwoben scheint. Ludo fängt eine Taube mit Diamanten. Als sie erkennt, dass es eine Brieftaube mit einer Nachricht ist, lässt sie sie wieder frei. Das Buch erzählt hier aber auch die Geschichte der Taube. Man erfährt, was passiert, nachdem Ludo sie freiließ, und sogar, wer wem die Nachricht geschickt hat und was mit diesen Personen geschehen ist. Das war mir dann doch irgendwo zu viel. Es lenkte viel zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab.Zum Glück ist das Buch recht kurz. Man muss sich daher nicht durch seitenlange Ausschweifungen quälen. Dennoch kam mir die Haupthandlung zu kurz, die Nebengeschichten nahmen zu viel Raum ein. Es wirkte auch zu gezwungen, dass fast alle handelnden Personen am Ende vor Ludos Tür standen.Insgesamt hat mich das Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwatet. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung allerdings nicht.

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  • Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen

    Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

    StefanieFreigericht

    Mann und Frau. Zum Inhalt. Fragezeichen im Gesicht? Das ist hier Programm. Ich-Erzähler Christoph, Autor einer einzigen, seiner Geschichte, in den Fünfzigern, erzählt von seiner Geschichte mit Magdalena, Schauspielerin. Diese Geschichte ist vorbei. Oder? Er erzählt davon Lena, bald Dreißig, Schauspielerin, die zusammen ist mit Chris, Autor. Irgendwie ist das junge Paar die Wiederholung des älteren Paares, und irgendwie auch nicht. Er erzählt davon auch Chris, in Barcelona, wo Chris gar nicht sein dürfte, noch nicht. „Wenn er ist wie Sie und ich wie Ihre Magdalena und wenn wir dasselbe Leben führen wie Sie beide, dann müssten doch auch unsere Eltern dieselben sein und unsere Freunde, die Häuser, in denen wir leben, die Inszenierungen, in denen ich und Ihre Magdalena aufgetreten sind, die Texte, die Chris und Sie schreiben. Dann müsste die ganze Welt sich verdoppelt haben. Und das hat sie nicht. Nein, sagte ich, das hat sie nicht. Es gibt Unterschiede, Abweichungen. Es sind die Fehler, die Asymmetrien, die unser Leben überhaupt erst möglich machen. Ich habe einmal mit einem Physiker gesprochen, der mir erklärt hat, das ganze Universum basiere auf einem kleinen Fehler, einem winzigen Ungleichgewicht zwischen Materie und Antimaterie, das beim Urknall entstanden sein muss. Hätte es diesen Fehler nicht gegeben, hätten sich Materie und Antimaterie längst wieder aufgehoben und es existierte gar nichts.“ S. 81f. „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ konnte ich nur sehr langsam lesen, somit wurden die 160 Seiten zu einer viel umfangreicheren Lektüre. Am besten funktionierte das, wenn ich hinterher Zeit hatte für mich – irgendwann war das das Buch, das ich noch gelesen habe, bevor ich unter die Dusche ging oder die Wäsche gemacht habe oder kurz vorm Einschlafen (nicht so gut, ich lag gestern noch lange wach). Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, was würde ich anders machen? Wenn ich wüsste, was passiert, würde ich mich anders verhalten? Warum bleibe ich mit jemandem zusammen, entscheide mich für eine Tätigkeit? Wähle ich einen Brot-Job, den ich hasse, um eine Beziehung führen zu können, wo verbiege ich mich? Wo bin ich der Autor meiner Geschichte, wo nur Schauspieler für die Texte anderer? Ich MUSS aufhören, sonst schreibe ich hier ewig. Der Text ist nicht einfach zu „verdauen“, ich komme mit dem Anfang klar, mit der Parallelexistenz von Christoph und Magdalena in Chris und Lena. Doch gerade, wenn ich mir dafür eine Erklärung zurechtgelegt habe, fächert der schweizer Autor Peter Stamm das noch weiter auf. Da gibt es noch einen alten Mann, es fällt mir am Ende wieder ein, dass ich von ihm zu Beginn gelesen habe und auch zwischendurch. Auch folgt der 50plus-Christoph dem jungen Paar, dann gibt es diese Hochzeit, die aber schon länger stattfindet, dann ist der Raum leer. Ein Buch, das verwirrt, anregt, aufregt, in wunderschön unaufgeregter Sprache. Es wird erst in Verbindung mit dem Leser zu einer Geschichte. S. 121 „Ich glaube, das ist es, was ich an Büchern immer gemocht habe. Dass sie unabänderlich sind. Man muss sie gar nicht lesen. Es reicht, sie zu besitzen, sie in die Hand zu nehmen und zu wissen, dass sie immer so bleiben, wie sie sind.“ Nein, hier nicht.Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen (Heraklit) Ungeachtet meiner Lesezeit: wirklich? € 20,- für 160 Seiten HC? Ich hätte mir dann dafür doch ein Lesebändchen gewünscht und ein irgendwie passend gestaltetes Vorsatzblatt. Nur so als Anregung.

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    • 6
  • Sehr bewegend und erschütternd!

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Raven

    Das Buch "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa hat einen Umfang von 197 Seiten und ist bei C.H. Beck erschienen.In der Ebookausgabe ist das Werk übersichtlich gegliedert und gut zu lesen. Auch als Hardcoverausgabe erhältlich.Eine Geschichte die halb Wahrheit und halb Fiktion entspricht. Ludovica mauert sich am Abend der angolanischen Revolution für dreißig Jahre in ihrer Wohnung eines Hochhauses ein, nachdem sie einen Einbrecher erschossen hat. Die Sprache des Autors ist sehr nüchtern, dennoch schafft er es mit seinem Schreibstil den Leser in einen Bann zu ziehen. Das Werk ist erschütternd, einfach unglaublich, teilweise grotesk. Eine Revolution nachempfinden zu können, ist schier unmöglich, wenn man so etwas nicht selbst bereits erlebt hat, aber das ein Mensch sich aus Angst tatsächlich dreißig Jahre lang isoliert und einmauert sprengt den Menschenverstand. Wie mag sich Ludovica in all der Zeit gefühlt haben, was ging ihr durch den Kopf, wie war ihr Leben in der Einsamkeit? Sie hat die Entwicklung und das Ende der Revolution nicht mitbekommen. In ihrer Wohnung ist die Zeit stehen geblieben. Durch ein Trauma und durch die Verkettung von mehreren Ereignissen ist das Unfassbare geschehen, was jedem tief traumatisierten Menschen genauso wiederfahren könnte in einer solchen Ausnahmesituation. Die sich selbst eingemauerte Ludovica gab es tatsächlich. Die Geschichte im Buch ist jedoch halbe Fiktion, da der Autor aus den Fakten für sich ein stimmiges Werk mit Worten zauberte. Dies ist ihm sehr gut gelungen. Er hat authentisch Ludovicas Geschichte mit der Revolution, sowie den Beteiligten verknüpft und aus vielen Puzzleteilen ein Bild gezeichnet, welches tatsächlich der Wahrheit nahe kommen könnte. Großartig!Fazit: Ein unglaublich tiefgehendes, berührendes Buch, welches noch lange in Erinnerung bleibt. Die nüchterne Sprache des Autors, schafft es den Leser zu fesseln. Er verknüpft authentisch Ludovicas Geschichte mit der angolanischen Revolution und den Beteiligten. Wie nah er der Realität mit seinem Werk kommt, vermag ich nicht zu sagen, aber es fühlt sich alles sehr stimmig an. Großartiges Werk!

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    • 3
  • Vielversprechend aber leider enttäuschend

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    SteffiSteff

    25. December 2017 um 18:18

    Ludovica lebt mit ihrer Schwester und deren Mann in Angola. Sie leidet unter der panischen Angst rauszugehen. Als die Revolution naht beschließen sie zu fliehen. Doch die Schwester und ihr Mann verschwinden. Als Ludovica von Einbrechern überrascht wird erschießt sie einen davon in Notwehr und mauert sich für 30 Jahre in ihrer Wohnung ein. Währenddessen nimmt die angolanische Revolution vor Ludovicas Tür ihren Lauf und die verschiedensten Personen werden darin verstrickt. Die Geschichte klingt eigentlich sehr vielversprechend. Eigentlich. Es hätte eine interessante Erzählung über eine Frau werden können, die alleine in einer zugemauerten Wohnung eine ganze Revolution überlebt. Doch leider wurde es zu einer verworrenen Verwicklung von grotesken Begebenheiten. Der Leser erfährt in kurzen Passagen wie Ludovica in ihrer Wohnung zurechtkommt. Zwischendurch können wir auch Auszüge von ihren Texten und Gedanken lesen, die sie an die Wände kritzelt. Über die Entwicklungen der Revolution erfährt man nur Bruchstücke über Radiomeldungen. Daneben werden auch Geschichten über andere Personen im Umfeld der Revolution. Über Gute, über Böse, über Reiche, über Arme. Und alle Beteiligten treffen sich am Ende vor der Wohnungstür von Ludovica.   Fazit: Vielversprechend aber leider enttäuschend. Zu viele kurze einzelne Geschichten, zu viele ähnliche Namen, bei denen ich schnell durcheinander gekommen bin. Die grotesken Erzählungen und Verwicklungen erinnern an die Bücher von Jóhann Jóhannsson. In der Kürze des Buches wirkt das Ganze aber sehr gezwungen, besonders am Ende wo alle zusammentreffen und die Geschichte von Ludovica kommt eindeutig zu kurz. Von meiner Seite gibt es deshalb leider keine Empfehlung.

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  • Unausgeschöpftes Potenzial

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    DamlaBulut

    22. December 2017 um 04:03

    InhaltEs ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.MeinungIch muss gestehen, der Klappentext hatte mich zu Beginn ziemlich fasziniert. Ich habe eine außergewöhnliche, berührende und extreme Geschichte erwartet.Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.Ich war sehr gespannt auf Ludovica. Ich war gespannt auf ihre Person, ihre Gefühle, ihre Gedanken... jedoch kriegt man nicht besonders viel von dieses Aufzählungen mit.Die Geschichte wird hauptsächlich von Nebencharakteren dominiert, was ich persönlich sehr schade finde.Der Autor hat einen guten Schreibstil. Man kommt in einen angenehmen Lesefluss. FazitMeine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil.Dieses Buch hat mich so ziemlich enttäuscht.Auch wenn der Schreibstil sehr angenehm war, der Autor hat sich miener Meinung nach viel zu sehr auf die Nebencharaktere konzentriert, als auf Ludovica.Dieses Buch hätte ein Literaturschatz werden können. Diese Möglichkeit hat der Autor leider nicht ergreifen können, was sehr schade ist.

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  • Wild, konfus, viel zu kurz, genial

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Josetta

    19. December 2017 um 12:09

    „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ erzählt uns die Geschichte Angolas. Nationalistische Widerstandskämpfe, Portugals Militärputsch, Unabhängigkeitsversuche, das Einmischen Kubas und spätere Bürgerkriege, ein Kampf der Jahrzehnte dauerte. Eingebettet in die Historie des afrikanischen Landes begleiten wir die menschenscheue Ludovica Fernandes Mano, die am Vorabend der angolanischen Revolution in Notwehr einen Mann erschoss und sich daraufhin in ihrer Wohnung einmauerte. Für 30 lange Jahre, unsichtbar für die restliche Welt. Unvorstellbar, aber doch wahr. Zehn Tagebuchhefte und zahlreiche Fotografien bezeugen, dass sie dieses isolierte Leben führte. Ich fasse den Roman mit wenigen Worten zusammen: Wild, konfus, viel zu kurz, genial.Angolas Geschichte interessierte mich bis dato wenig. Ich erfuhr erst durch die Theorie des Vergessens einige bruchstückhafte Geschichtshappen der vergangenen 50 Jahre. Diese politisch bildenden Anekdoten erzeugten einen verwirrenden Knoten in meinem Kopf. Zu viele Namen, zu viele Fakten, wild und konfus. Ich konnte mir erst durch Informationen aus dem Internet ein Bild über Angola machen. Agualusas Geschichtsunterricht ist nicht so ganz geglückt. Ludovica verbarrikadierte sich 30 Jahre lang vor der Öffentlichkeit. Ich wollte alles darüber wissen: Die Wohnsituation, das Essen, das Management…, einfach alles. Mein Hauptgrund für den Kauf des Romans. Ich bin enttäuscht, wie wenig Lektüren-Platz Agualusa dieser ungewöhnlichen Frau schenkte. Ihre Storyline, gemeinsam mit Angolas Geschichte hätte definitiv die doppelte Seitenanzahl im Buch verdient. Genial ist der fiktive Part dieser Geschichte. Über ihn habe ich mich königlich amüsiert. Wirklich, diese kleinen Anekdoten der Nebenschauplätze, der Menschen rund um Ludovica, machten meine oben genannten Kritikpunkte fast wieder wett. Im Buch geschieht nichts aus Zufall, alles wird am Ende bis ins kleinste Detail aufgeklärt. Über manche Verwicklungen musste ich lauthals lachen, manche betrübten, einige waren sentimental, andere blutig, aber im Endeffekt waren alle genial. Hier hat der Autor großes Talent bewiesen.Dieser Roman ist eine besondere Rarität und bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Trotzdem, ich bereue nicht, dass er in meinem Bücherregal steht. Er ist bei mir ganz knapp an der 5 Sterne - Bewertung vorbei geschrammt. Ich gebe auf alle Fälle eine Leseempfehlung.   

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    18. December 2017 um 21:09

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. 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Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Nicht so gut wie erwartet

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    sofalxx

    29. November 2017 um 21:43

    Nach dem für mich sehr ansprechenden Klappentext waren ich sehr gespannt auf das Buch. Allerdings konnte es meinen Erwartungen nicht gerecht werden.Zunächst zum Positiven:Die Geschichte ist wirklich originell und scheint trotzdem teilweise auf wahren Tatsachen aufgebaut zu sein. Ludo war mir auch sehr sympathisch und man konnte, nachdem sie den kleinen Jungen kennengelernt hatte, auch eine gewisse Entwicklung feststellen. Das Ende war für mich überraschend und es wurde zumindest eine leichte Spannung aufgebaut.Nun zu meinen  Kritikpunkten:Zunächst fand ich den Schreibstil sehr merkwürdig und kühl. Das mag zum Thema und auch zum eher berichtenden Stil des Buches passen, aber ich wurde damit einfach nicht warm. Außerdem waren wörtliche Reden kaum gekennzeichnet, was mich beim lesen jedes Mal stolpern lies. Außerdem war es dann auf die 200 Seiten doch recht viel Inhalt, was zu sehr vielen Informationen auf einer Seite führt, die dann oft gar nicht mehr erfassbar sind.Fazit:Wer auf eher sachliche, dünne Bücher steht ist hier gut beraten. Mein Fall war es nicht.

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  • Ein selbst gewähltes 30-jähriges Exil

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Caro_Lesemaus

    22. November 2017 um 21:04

    Die Portugiesin Ludovica lebt bei ihrer ausgewanderten Schwester in Angola. 1975 beginnt dort die Revolution und ihre Schwester sowie deren Ehemann fliehen. Ludovica bleibt zurück. Als sie von einem Einbrecher überfallen wird, tötet sie ihn aus Notwehr im Affekt und vergräbt ihn auf der Terrasse. Sie beschließt, zunächst abzuwarten und die Wohnung vorerst nicht mehr zu verlassen. Ihre Eingangstür tarnt sie mit einer Mauer. Ihr so selbst gewähltes Exil währt 30 Jahre, bis der junge Dieb Sabalu durch ihr Fenster steigt...Der sprachliche Stil ist schön und überzeugend. Insgesamt hat mich das Buch aber zwischendurch immer wieder verwirrt. Ludovicas Tagebucheinträge wechseln mit "normalen" Kapiteln und erzählen von vielen verschiedenen Menschen und deren Rolle in der Revolution bzw. die Auswirkungen, die diese hatte. Es sind vor allem viele männliche Figuren, dazu kommt noch die Kürze der Kapiteleinschübe - Ich konnte die einfach nicht auseinanderhalten. Es fiel mir sehr schwer, mir die Namen zu merken und dazu, welche Rolle diese Männer jeweils hatten. Häufig liest man scheinbar zusammenhangslos irgendeine Begebenheit, die dann vier Kapitel später aufgeklärt wird oder dann erst diese Figur überhaupt mal vorgestellt wird. Auch die zeitliche Achse ist nicht gekennzeichnet, was ich ebenfalls schwierig fand. Im Vergleich zu diesen vielen Nebenfiguren fand ich Ludovicas Geschichte zu hintergründig, zumindest wenn man bedenkt, dass ihre Lebensgeschichte der eigentliche Aufhänger des Romans ist. Der Eindruck des Klappentextes trügt daher aus meiner Sicht. Ich hatte mir tiefsinnigere Einblicke in ihr Exil vorgestellt - ihre Tagebucheinträge sind zwar eindrücklich, der Autor hätte hier aber noch viele schriftstellerische Möglichkeiten gehabt, sich in das Seelenleben einer ungewöhnlichen Exilantin einzufühlen und ihre Sorgen, Ängste, Hoffnungen - kurz, eigentlich alle Emotionen besser zu erarbeiten und dem Leser nahe zu bringen. Ich finde das Buch einfach zu kurz geraten für diese Fülle an Nebendarstellern. Ganz am Ende fügen sich dann doch noch einige Geschichten zusammen (da hatte ich aber bei der Hälfte der Männer schon wieder vergessen, wer das eigentlich war - und das, obwohl ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen habe. Da möchte ich nicht wissen, wieviel Schwierigkeiten es bereitet, wenn man größere Leseabstände hätte). Auch über Ludovicas Hintergrund erfährt man noch kleinere Anekdoten gegen Ende des Romans. Mir war es insgesamt zu wenig, die im Klappentext angekündigte Protagonistin ist zu kurz gekommen. Ich hätte mir auch mehr geschichtliche Hintergründe zu Angola und zur Revolution gewünscht. Insgesamt sind es nur kleine geschichtliche Schlaglichter zwischendrin.Fazit:100 Seiten mehr und ein paar Nebenfiguren weniger hätten dem Buch sicher gut getan. Ich hätte mir mehr Eindrücke vom Seelenleben der Protagonistin gewünscht. Auf den letzten 40 Seiten klärt der Autor die meisten (alle?) Zusammenhänge auf und viele Geschehnisse werden klarer. Diese Klarheit hätte ich mir früher gewünscht. Was bleibt (und definitiv empfehlenswert ist) ist die wunderschöne Sprache, der Hauptgrund, warum ich es trotz verwirrender Geschichte so schnell gelesen habe.

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  • Eine außergewöhnliche Geschichte die mich jedoch nicht erreichen konnte

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Seehase1977

    28. October 2017 um 21:04

    Die angolanische Revolution ist kurz vor ihrem Ausbruch, als Ludovica einen Einbrecher zu ihrem eigenen Schutz erschießt. Sie begräbt ihn auf der Dachterrasse und mauert sich anschließend in ihrer Hochhauswohnung in Luanda ein. Dort lebt sie dreißig Jahre lang, versorgt sich mit Gemüse, welches sie auf ihrer Dachterrasse anbaut, von gefangenen Tauben und einer kleinen Hühnerzucht. Auf den Wänden ihrer Wohnung schreibt Ludovica Tagebuch. Während sie ein einsames Leben führt, tobt um sie herum die Revolution mit allen ihren Schrecken, Opfern und Tätern…Meine Meinung:„Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ von José Eduardo Agualusa hat mich in erster Linie durch seinen ansprechenden Klappentext angesprochen, der eine skurrile, tragisch-komische und fantastische Geschichte verspricht. Ich war geschockt und fasziniert von dem Gedanken, wie jemand 30 Jahre lang völlig isoliert leben kann. Agualusa erzählt einleitend die Geschichte einer Frau, die sehr zurückhaltend, ja fast ängstlich durchs Leben geht. Sie zieht zu ihrer Schwester und deren Mann und lebt mit ihnen ein ruhiges Leben, bis die Revolution über sie hereinbricht. Schwester und Schwager fliehen und Ludo ist alleine in der großen Wohnung, nur der Hund leistet ihr Gesellschaft. Als sie aus Notwehr einen Einbrecher erschießt, mauert sie sich in ihrer Wohnung ein und lebt fortan in völliger Isolation.Der Autor schreibt sprachlich absolut anspruchsvoll. Wer glaubt hier ein Buch „für Zwischendurch“ in den Händen zu halten, der täuscht sich. Wer gedanklich abschweift, wird Mühe haben, sich in dieser, von vielen Handlungssträngen durchzogenen Erzählung zurecht zu finden. José Eduardo Agualusa beschreibt aber nicht nur das einsame Leben Ludovicas, sondern schildert anschaulich und detailreich die Revolution und den aufkommenden Bürgerkrieg Angolas, lässt unterschiedliche Protagonisten zu Wort kommen und wechselt zwischen diversen Schauplätzen hin und her. Und genau hier lag für mich die Crux. Für diese komplexe, vielschichte und tiefgründige Geschichte hat dieses Buch eindeutig zu wenig Seiten. Irgendwann habe ich den Faden, den Zugang zu den Protagonisten und somit schlichtweg den Überblick über die einzelnen Handlungsstränge verloren. Mein Fazit:„Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ von José Eudardo Agualusa ist eine anspruchsvolle, sprachlich erstklassige Geschichte, die den Leser voll und ganz fordert. Leider packt der Autor meiner Meinung nach zu viele, wenn auch interessante Handlungsstränge in das knapp 200 Seiten umfassende Buch.Ich hätte gerne mehr von all den kleinen Nebenschauplätzen und Protagonisten erfahren, sie besser kennengelernt, doch durch die Komplexität habe ich irgendwie das Interesse an der Erzählung und den Zugang, vor allem zu Ludo, verloren, von der ich bereitwillig noch mehr gelesen hätte. Schade, mich konnte das Buch nicht erreichen, deshalb kann ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen. 

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    • 2
  • Hat mich zu spät begeistert

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    HarIequin

    19. October 2017 um 18:23

    „Mir wird bewusst, dass ich meine Wohnung zu einem riesigen Buch gemacht habe. Wen die Bibliothek verbrannt sein wird, wenn ich gestorben  sein werde, wird nur noch meine Stimme da sein. Alle Wände in dieser Wohnung sind mein Mund.“ (S.82) Das schmale Buch von Agualusa erzählt eine Geschichte vom portugiesischen Kolonialkrieg in Angola und wie die Schicksale verschiedener, einander unbekannter Menschen miteinander  verknüpft sind. Dabei werden über zwei Jahrzehnte wie in einem Zeitraffer schnell durchgespielt und nur wenige Momente aus diesen Jahren näher beleuchtet. Man muss konzentriert lesen, um bei der Fülle an Informationen nicht durcheinander zu kommen; der Autor hat nichts überflüssiges eingebaut. Dreh- und Angelpunkt ist Ludovica, eine zuvor schon sehr zurückgezogene Frau. Als die Revolution ausbricht, erschieβt sie in Notwehr einen Einbrecher und mauert sich ab da für die nächsten Jahrzehnte in ihrer Wohnung ein. Abwechselnd wird nun aus ihrer Perspektive ihr Überleben geschildert, sowie einige andere Personen in der Auβenwelt, die auf die eine oder andere Weise von der Revolution betroffen sind. Gegen Ende werden die Überschneidungen immer deutlicher und einige unerwartete Ereignisse können positiv überraschen. Trotzdem ist der theoretisch positive Punkt der Vielfalt an Charakteren für mich praktisch nicht optimal umgesetzt und zu meinem Manko geworden: zu viele Geschichten, auf zu wenig Seiten. Enttäuscht haben mich in der Hinsicht vor allem zwei Dinge: Ludo’s Charakter und wie wenig sie eigentlich vorkommt. Ich bin nach dem Klappentext mit den Erwartungen an das Buch gegangen, dass man hauptsächlich von ihr liest. Auch hat mich anfangs sehr gestört, wie wenig ich sie verstanden habe. Zum Ende hin wird versucht ihr Verhalten ein wenig zu erklären, aber bis dahin kamen mir ihre Handlungen einfach nicht plausibel vor. Ich hätte lieber mehr Seiten zu ihr gehabt, um mich besser in sie hineinversetzen zu können und sie zu verstehen. Das Buch habe ich schlieβlich überhaupt erst wegen ihrer Geschichte in die Hände genommen. Gegen Ende konnte es mich trotzdem noch ein wenig verzaubern und das Finale im Treppenhaus vor Ludo’s Wohnung fand ich grandios. Der Roman liest sich gut, den Schreibstil finde ich passabel, aber nichts auβergewöhnliches. Die Kapitel sind kurz; die eingeschobenen Tagebuch-Einträge von Ludo haben mir besonders gut gefallen und hätten ruhig häufiger vorkommen können. Einige Momente in diesem Roman kamen mir etwas dick aufgetragen vor aber letztlich konnte ich mich damit auch arrangieren. Leider hat der Zauber der Geschichte erst viel zu spät von mir Besitz ergriffen, weshalb ich insgesamt 3,5 Sterne für einen soliden Roman vergebe, der nicht so ist, wie er auf den ersten Blick scheint.

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  • Konnte mich leider nicht überzeugen

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. October 2017 um 20:33

    In "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa geht es um die Zeit des Bürgerkriegs in Angola. Nachdem Ludovicas Schwester mit ihrem Mann in einer Nacht und Nebel Aktion verschwunden sind und es zu einem unangenehmen Zwischenfall kam, mauerte sich Ludovica in ihrer eigenen Wohnung ein und lebte fortan in jahrelanger Isolation.Nach den ersten Seiten war ich direkt der Meinung, dass das Buch von mir wahrscheinlich keine gute Bewertung bekommen wird. Mir hat leider Agualusas Schreibstil leider gar nicht zugesagt. Ich empfand seine Sätze als trocken und recht schmucklos. Hinzu kam, dass es mich sehr ärgerte, dass die wörtliche Rede im Roman nicht mit dem entsprechenden Anführungszeichen versehen waren. sondern nur etwas eingerückt waren. Das störte mich im Lesefluss enorm und war sehr gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit entdeckte ich dann doch einige schöne Sätze und Formulierungen, sodass ich dem Autor doch noch ein gewisses Talent zusprechen musste.Ein weiterer kritischer Punkt für mich waren die vielen Nebencharaktere, denen ich kaum folgen konnte und bei denen ich sogar Schwierigkeiten hatte diese voneinander zu unterscheiden. Leider erwischte ich mich einige Male dabei, dass ich mich beim Lesen fragte wer noch mal wer war. Hinzu kommt noch der zeitliche Kontext. Der Bürgerkrieg in Angola war mir bis dato gänzlich unbekannt, leider vermittelte das Buch auch keine aufschlussreichen Einblicke. Ohne sich zusätzlich über die damaligen Ereignisse zu informieren blickt man wahrscheinlich nicht so richtig durch.Nach all meinen kritischen Einwänden, konnte ich dem Buch doch noch einige positive Aspekte abringen. Ich fand die Parts mit Ludovica sehr interessant, auch wenn sie leider nicht so ganz der Mittelpunkt der Geschichte ist wie der Klappentext den Anschein erweckt. Trotz meiner Schwierigkeiten mit den anderen Charakteren, mochte ich es wie der Autor jede einzelne Schicksale miteinander verband und wie er die Fäden zu den Charakteren und den ganzen Ereignissen zog. Sowas mag ich einfach gerne und ich fand, dass Agualusa das Fädenziehen gut hinbekommen hat.

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  • Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    BuecherDanny

    25. September 2017 um 10:06

    Das Buch spielt in Angola zur Zeit der Revolution. Ludovica erschießt aus Notwehr einen Einbrecher und begräbt ihn auf ihrer Dachterrasse. Anschließend mauert sie sich ein und lebt dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus. Sie baut Gemüse an, fängt Tauben und beginnt eine Hühnerzucht um überleben zu können. Zum Zeitvertreib schreibt sie Tagebuch und bekritzelt die Wände. Wenn sie Strom hat, verfolgt sie im Radio was in der Welt draußen geschieht.    Der Roman ist anspruchsvoll geschrieben. Obwohl die Geschichte fantastisch anmutet, erfährt man einiges über die politische Situation in Angola. Mich konnte das Buch nicht wirklich begeistern. Ich hatte erwartet, mehr über Ludos Leben zu erfahren. Es stehen aber doch eher andere Personen im Vordergrund. Die Zusammenhänge sind nicht immer einfach zu durchschauen, was vielleicht auch an der Kürze der Geschichte liegt. Ich konnte mir Ludovica´s eingesperrtes Leben nur schwer vorstellen und bin auch die anderen Protagonisten sind mir fremd geblieben.   

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    • 2
  • Mehr Seiten hätten der Geschichte gut getan

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Flamingo

    21. September 2017 um 17:53

    Ich will hier ausnahmsweise noch mal den Klappentext reinkopieren: Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen.Denn mit dieser Zusammenfassung erschließt sich schon das Großartige an diesem Roman. Es ist wirklich eine fantastische Geschichte. Man muss da die Logik schon manches mal vergessen, dann macht das Lesen umso mehr Spaß. Man muss auch Geduld haben, denn am Ende fügen sich so viele einzelne Geschichten wunderbar zusammen. Und man darf sich nicht runterziehen lassen, von noch einer armen Kolonialgeschichte...denn "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" ist das gar nicht. Es gibt viel Humor und Phantasie und Positivität (ist das ein Wort?). Lediglich der Titel hat sich mir nicht erschlossen lol Ich habe mir erst so ein bisschen schwer getan, weil die vermeintliche Heldin eine eher unsympathische Rassistin ist, aber die Geschichte verweilt nicht nur bei, sondern schildert anhand von einem bunten Strauß an Menschen das Leben im Nach-Kolonialzeit-Angola. Wem Geschichte natürlich zu komplex ist.... der liest besser Rosamunde Pilcher ;)Agualusa schreibt und erzählt das toll, allerdings hätte sein Büchlein noch gut 50 Seiten oder sogar 100 Seiten mehr gebraucht und dann hätte es ein großer Angola-Roman sein können. Und dann würde ich mich auch nicht über den unverschämten Preis von 20 Euro für knapp 185 Seiten Geschichte ärgern. Aber gut unterhalten war ich trotzdem. Und gelernt habe ich auch etwas. 

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  • Geschichte Angolas

    Eine allgemeine Theorie des Vergessens

    Hortensia13

    19. September 2017 um 16:12

    Ludovica ist Portugiesin und lebt in Angola. Am Vorabend der angolanischen Revolution, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, mauert sie sich für 30 Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie fängt an darüber Tagebuch zu schreiben. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor Ludovicas Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. Der Schreibstil war für mich etwas anstrengend. Der Autor nutzt keine wörtliche Rede und verzichtet oft auf das Subjekt des Satzes. Da es mir zudem etwas am Hintergrundwissen über die potugiesische Kolonisation in Angola und allgemein der afrikanischen Geschichte fehlt und die einzelnen Handlungen mir zu verwirrend waren, konnte ich mit dem Buch nicht viel anfangen.

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