José Saramago Alle Namen

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Inhaltsangabe zu „Alle Namen“ von José Saramago

Senhor José ist um die fünfzig und arbeitet im zentralen Personenstandsregister seiner Stadt, das alle relevanten Informationen zu Leben und Tod ihrer Bewohner dokumentiert. Privat sammelt er Zeitungsausschnitte über berühmte Persönlichkeiten, wobei er immer mal wieder auf die Akten seiner Behörde zurückgreift. Eines Tages gerät ihm zufällig die Karteikarte einer unbekannten Frau zwischen die Unterlagen. Neugierig geworden, macht er sich auf die Suche nach weiteren Informationen über die Unbekannte und gerät dabei auf gefährliche Abwege.

Eine spannende Idee, leider von der Erzählweise und Formatierung her nur unter erschwerten Bedingungen lesbar; die Lesefreude blieb aus.

— killmonotony

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    Alle Namen

    killmonotony

    23. July 2017 um 16:42

    Als ich den Klappentext von José Saramagos „Alle Namen“gelesen hatte, dachte ich „Das klingt nach etwas, was du lesen musst! ‚Lesen außerhalb der Komfortzone‘ mal beiseite, jetzt wird mal wieder was gelesen, was total deins ist!“ – so mein Gedankengang. Doch leider wurde ich enttäuscht. Nicht von der Idee, die war wunderbar, sondern von dem Drumherum. Der Erzählstil war schwierig und die Formatierung hat sich einen entspanntem Lesen entgegengesetzt… Wie ich erst später gesehen habe, gehört dieses Buch zur „Trilogie der menschlichen Zustände“, ein meiner Meinung nach sehr treffender Name, zumindest für dieses Buch, wird hier doch die innere Zerrissenheit, die Suche nach dem Leben, beschrieben. Doch nun erst einmal zum Inhalt. Senhor José, gut und gerne fünfzig Jahre alt, arbeitet seit 25 Jahren im zentralen Personenstandregister. Dort kartiert man das Leben und Sterben jeder örtlichen Person; alles wird fein säuberlich auf Karteikarten geschrieben und dann eingeordnet. Das Leben außerhalb der Arbeit, das echte Leben, hat er nie wirklich kennengelernt. Nach der Arbeit geht er in seine Wohnung, die direkt ans Register angrenzt, nimmt dort ein karges Abendmahl zu sich und morgens geht es wieder los. In seiner wenigen Freizeit sammelt er Zeitungsausschnitte berühmter Persönlichkeiten aus dem Ort, in dem er lebt. Wählerisch ist er dabei nicht, er sammelt Informationen über Künstler genauso wie Sportler, Politiker oder Köche, sie müssen nur für das, was sie tun, berühmt geworden sein. Als er eines Abends die Idee hat, doch seine Berühmtheiten-Sammlung mit Informationen über Geburt, Heirat und Tod zu erweitern, schleicht er sich auf die Arbeit und sucht nach den Karteikarten dieser Menschen. Als ihm dabei eine unbekannte Karte in die Hände fällt, gerät sein bisher geordnetes, pflichtbewusstes Leben außer Kontrolle: Wer ist diese fremde Frau von der Karteikarte? Es beginnt eine Suche, bei der Senhor José immer mehr aus seinem gewohnten Trott ausbricht und immer findigere Methoden anwendet, um seinem Ziel näher zu kommen. Doch was wird er sagen, wenn er sie gefunden hat? Will er sich nur ihres Lebens bestätigen? So weit, so gut. Die Prämisse ist wahnsinnig gut, es klingt spannend und etwas schrullig. Eigentlich voll mein Ding. Allerdings hat die Formatierung und die eigensinnige Erzählweise meine Lesefreude doch ziemlich getrübt. Ich muss direkt mit der wörtlichen Rede anfangen, die Dialoge waren ein wahrer Graus. Mit Kommata getrennt, waren seitenlange Gespräche nur mit enormer Anstrengung zu lesen: […] Vorher frage ich Sie, ob Sie wissen wie viele Menschen zu einer Ehe gehören, Zwei, der Mann und die Frau, Nein, mein Lieber, in einer Ehe existieren drei Menschen, da ist die Frau, da ist der Mann, und da ist das, was ich dritte Person nenne, die wichtigste, die Person, die von dem Mann und der Frau gemeinsam gebildet wird, Darüber habe ich nie nachgedacht […] Zu diesem Störfaktor gesellt sich noch die Erzählweise. Und zwar gibt es Stellen, wo ein allwissender Erzähler aus der Vogelperspektive Sr. Josés Treiben beobachtet und gelegentlich auch kommentiert, auch gerne mal vorgreift, was ja alles sehr toll ist, wäre da nicht der subtile Wechsel zur Ich-Perspektive, oft von einem Satz zum nächsten. José führt ein Notizbuch, in dem er seine Nachforschungen festhält, und schreibt in diesem natürlich aus seiner Sicht. Wenn er dieses jedoch zuklappt, wechselt die Erzählperspektive, was zuweilen sehr verwirrend sein kann. Zusätzlich zu diesen zwei Punkten stört noch der Fakt, dass es keine Absätze gibt, was den Lesefluss zusätzlich noch behindert. Alles in allem ein nicht gut und entspannt lesbares Buch. Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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