José Saramago Die Reise des Elefanten

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Inhaltsangabe zu „Die Reise des Elefanten“ von José Saramago

Nach einer wahren Geschichte Elefant Salomon ist als Besitz von Johann III. von Portugal nur noch gelitten. Das exotische Tier aus den fernen Kolonien fristet ein trostloses Dasein, bis die Königin auf die Idee kommt, ihn ihrem Vetter, dem Großherzog Maximilian aus Wien, zum Geschenk zu machen. Mit einem großen Tross wird Salomon samt seinem Mahut auf eine abenteuerliche Reise geschickt, an deren Ende die eindrucksvolle Überquerung der italienischen Alpen steht ...

Von einem Nobelpreisträger für Literatur??? Ohne diesen Namen hätte sich wohl keine Verlag gefunden so etwas zu publizieren

— erlemirs
erlemirs

Ein absonderliches Abenteuer!

— dragazul
dragazul

Faszinierende Reise mit schönen Reflexionen über das Fremdsein, das Menschsein oder das Elefantsein. Nur leider sehr maniriert gesetzt.

— Beust
Beust

Das Buch erfordert eine Hohe Aufmerksamkeit, da das Buch sehr poetisch geschrieben ist. Trotzdem sehr unterhaltsam!

— Linatost
Linatost

Du kommst immer dort an, wo du erwartet wirst

— hans_gr
hans_gr

Eine wunderschöne Erzählung die einen nicht mehr loslässt.

— LadyRosely
LadyRosely

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  • Kurios!

    Die Reise des Elefanten
    dragazul

    dragazul

    30. May 2017 um 11:23

    Schön geschriebenes Abenteuer im 16. Jhdt, bei der ein Elefant von Portugal nach Wien gebracht wird. Kurios und lesenswert.

  • Eine besondere Geschichte

    Die Reise des Elefanten
    dragazul

    dragazul

    30. May 2017 um 11:23

    Schön geschriebenes Abenteuer im 16. Jhdt, bei der ein Elefant von Portugal nach Wien gebracht wird. Kurios und lesenswert.

  • Mahut Fritz

    Die Reise des Elefanten
    NiWa

    NiWa

    Es ist die wahre Geschichte eines Elefanten, der sich im Jahr 1551 als Hochzeitsgeschenk auf den Weg von Lissabon nach Wien gemacht hat. Amüsant, süffisant und meisterhaft erzählt José Saramago davon, wie Mahut Fritz auszog, um Elefant Salomon nach Wien zu überführen. In diesem Buch habe ich ein wahres Kleinod entdeckt. Ich habe nie zuvor davon gehört, dass dem Erzherzog von Österreich einst ein Elefant zur Hochzeit geschenkt wurde. Wenn man bedenkt, dass dies im Jahr 1551 war und so ein Elefant gar nicht so einfach zu überführen ist, war ich auf eine besondere Geschichte gespannt. Der Elefant - ich nenne ihn jetzt beim Namen - Salomon bzw. Soliman wurde vom portugiesischen Königspaar an den Erzherzog verschenkt. Wahrscheinlich deshalb, weil sie ihn schon 2 Jahre ihr eigen nannten, aber kaum mehr Interesse an ihn hatten. Ein Elefant ist gut und schön, doch wer einen Elefanten hat, braucht den passenden Mahut dazu. Der Mahut ist sozusagen der Tierpfleger, der die Bedürfnisse seines Schützlings kennt und weiß, was er ihm zumuten kann. Obwohl dieser Mahut eigentlich ein Inder namens Subhro ist, wird er im Lauf der Geschichte Fritz genannt. Den Grund dafür, den muss man schon selbst erfahren. So machen sich Fritz und Salomon auf den Weg nach Österreich und haben es mit vielen Herausforderungen zutun. Einmal ist es die Wüste, dann sind es die Alpen, und auch das Meer müssen sie in einem Schiff überqueren. Da ist es nur gut zu wissen, dass sie von Ochsenkarren und einer Militäreskorte begleitet werden, die leider kaum mit Elefanten umzugehen weiß. Sicher kann man sich vorstellen, dass so ein Elefant zur damaligen Zeit ein außergewöhnliches Lebewesen war und die meisten Menschen keine Ahnung davon hatten. So säumen herrlich amüsante Begebenheiten den Weg von Lissabon nach Wien. Manche treten dem fremden Wesen mutig entgegen, andere verstecken sich lieber in ihren Häusern und manch christlicher Würdenträger versucht sogar, dem Dickhäuter den Teufel auszutreiben oder ihn zu göttlichen Wundern zu bewegen. Die Besonderheit der Geschichte wird von Saramagos außergewöhnlichem Schreibstil umrahmt. Ironisch, spitzzüngig und stets heiter, erzählt er von Mahut Fritz und dem Elefanten Soliman, immer darauf bedacht, dem Leser ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern: „ … schließlich waren sie erbitterte Verfechter einer Regel, die so alt ist wie der Dom von Braga und besagt, dass es für jede Sache einen festen Platz geben muss, damit jede Sache ihren Platz hat, auf dem sie dann verleiben kann. Als Grundprinzip einer effizienten häuslichen Ordnung mag das ja durchaus löblich sein, schlimm wird es nur, wenn man Menschen auf dieselbe Art in Schubladen steckt.“ (S. 115) Ich habe Soliman und Fritz gerne auf ihrer langen Reise von Lissabon nach Wien begleitet und war sehr überrascht, dass dieses außergewöhnliche Paar 1551 sogar einen Zwischenstopp in meiner Heimatstadt gemacht hat. Es ist die Geschichte eines extravaganten Hochzeitsgeschenks und der wohl ungewöhnlichsten Überführung im 16. Jahrhundert, die José Saramago auf meisterhafte Weise erzählt, und mir bestimmt in guter Erinnerung bleiben wird.

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    • 9
  • Mit der leichtfüssigen Größe eines Elefanten

    Die Reise des Elefanten
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    Nun ist ein ausgewachsener indischer Elefant nicht gerade das, was man klassischerweise zu den gängigen Geschenken zählt, aber wenn man König Johann der Dritte von Portugal ist und anno 1551 in die Verlegenheit gerät, dem österreichischen Erzherzog (und späteren Kaiser) Maximilian in Wien ein angemessenes königliches Geschenk zu unterbreiten, ohne recht zu wissen was ein solches angemessenes königliches Geschenk eigentlich ist, und man gerade zufällig einen Elefanten bei sich herumstehen hat, von dem man sowieso nicht weiß wozu er eigentlich gut ist, dann mag ein solches Verlegenheitsgeschenk sicher angehen. Was wie die verrückte Ausgangsidee eines modernen Romanciers klingt, ist in Wahrheit eine auf historischen Tatsachen beruhende Fußnote in der Geschichte. Durch Zufall, so berichtet Saramago in seinem Nachwort zum Buch, sei er auf diese historisch belegte Anekdote gestoßen. Aus dem Zufallsfund hat der große portugiesische Literat eine wunderbare kleine Erzählung gemacht, deren liebenswerter Charme vor allem in den Figuren steckt, die er zum Leben erweckt. Mit leisem Humor zeichnet Saramago die verrückte Wirklichkeit einer uns fremden und fernen Epoche. Fast erwartet man mit jedem weiteren Schritt, den der Elefant Salomon über die iberische Halbinsel macht, auf den berühmten Don Quichote und seinen Pagen Sancho Pansa zu treffen, deren Abenteuer nicht viel weniger absurd waren. Doch obwohl das Ganze im 16. Jahrhundert spielt lässt Saramago keinen Zweifel daran aufkommen, dass er uns mit einem sehr modernen Blick durch diese historische Begebenheit begleitet. Das geschichtliche Ereignis - auch wenn er den Fakten chronologisch verlässlich folgt - ist ihm nur ein Anlass. Und so lässt er - leicht und scheinbar mühelos plaudernd - die Ereignisse dahinplätschern, um bei jeder Gelegenheit mit viel Ironie die weltlichen und klerikalen Mächte und ihre Hierarchien ins Visier zu nehmen. Dass er dabei seine Erzählung augenzwinkernd auch mit einer großen Prise Selbstironie würzt, rückt den großen Literaten menschlich nur näher an seine Leser heran. Im Vergleich zu anderen Werken Saramagos, die ihren Lesern mit großer Wucht begegnen, kommt dieser Elefant auf leichten fast unscheinbaren leisen Sohlen daher. Eine Saramago-Light-Version ist dieses eher dünne Buch trotzdem nicht. Wer sich jedoch auf Saramagos besondere Sprache einlässt, wird bei dieser ungewöhnlichen Reise jede Menge kleiner Schätze heben.  

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    • 8
    dicketilla

    dicketilla

    16. July 2015 um 08:57
  • “Die Reise des Elefanten” von Jose Saramago

    Die Reise des Elefanten
    LadyRosely

    LadyRosely

    05. February 2014 um 14:54

    Dieses Buch habe ich mir aufgrund der Empfehlung der Besitzerin ausgeliehen und gelesen und ich bin wirklich sehr froh das ich es mitgenommen habe und traurig das ich es wieder zurück geben muss. Von dem Autor habe ich bis dahin leider noch nichts gelesen und ich hoffe sehr das ich von ihm noch einige Bücher lesen werden und bin auch schon sehr gespannt auf diese. So…, aber nun zurück zum eigentlichen Buch. Manchmal bin ich doch sehr froh nicht nur auf das Cover zu achten. Wenn ich es so im Buchladen gesehen hätte, wäre es bestimmt nicht in den Warenkorb gekommen, sondern ich wäre einfach dran vorbei gegangen. Damit möchte ich nicht sagen, dass mir das Cover nicht gefällt, aber ich finde es doch ein wenig nichtssagend, wenn ich die Geschichte nicht mit beachte, aber mit der Geschichte im Kopf finde ich das Cover echt klasse und passt auch wirklich gut. Der Titel hätte auch nicht besser gewählt werden können. Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider nicht so leicht gefallen, weil der Schreibstil doch sehr eigen ist und ich mich wirklich erst mal dran gewöhnen musste. Und hat man dieses kleine Hindernis überwunden begegnet einen eine, sprach gewaltige, humorvolle und bewegende Geschichte. Es wird die Geschichte von der Reise Salomon berichtet. Dabei werden so einige Etappen erreicht, Konflikte behoben und neue Menschen auf ihre ganze eigene weise kennengelernt. Es steckt meiner Meinung nach sehr viel Wahres, Ironisches in der Geschichte und es war die Zeit wert gelesen zu werden. Fazit Mir hat die Geschichte vom Elefanten Salomon gut gefallen und kann dieses Buch nur empfehlen zu lesen, aber wer hinter dieser Geschichte eine spannende und abenteuerreiche erwartet dem kann ich abraten dieses Buch in die Hand zu nehmen.

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  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. March 2013 um 16:07

    Über reisende Elefanten könnte ich in vielerlei Hinsicht berichten. Und vielleicht sollte ich diesem Impuls einfach einmal nachgeben und ein bisschen erzählen. - Meine erste persönliche Erfahrung mit den Dickhäutern machte ich vor über dreißig Jahren. Ich war damals ein junger Kerl und Soldat bei der Bundeswehr. Eines Nachmittags im Hochsommer, ich war auf dem Weg in die Kaserne zum Schichtdienst und trug die Luftwaffenuniform mit dunkelblauer Hose und hellblauem, kurzärmeligen Hemd mit den Schulterklappen eines Gefreiten, kam ich am Lagerplatz eines Wanderzirkus vorbei. Auf einer Wiese hinter dem Zirkuszelt war ein indischer Elefant an einen Pflock im Boden gekettet. Das Tier wirkte lethargisch, wiegte vor und zurück. "Wie ein dickfüßiger, vierbeiniger Tangotänzer", dachte ich bei seinem Anblick. Ich hatte noch einige Stunden Zeit, bevor mein Dienst in der nahen Kaserne beginnen sollte, das Wetter war sagenhaft, und so setzte ich mich neben einen Burschen in meinem Alter auf einen der Heuballen, die am Rande der Wiese aufgestapelt waren. Wir kamen ins Gespräch, in dem ich erfuhr, dass der arme Kerl dazu verdonnert worden war, bis zur Abendvorstellung auf den Elefanten acht zu geben, obwohl er unbedingt noch einmal bei einem Mädchen vorbeischauen wollte, nein musste. Nach wenigen Minuten hatten wir uns darauf geeinigt, dass ich für den Burschen die Elefantenwache eine Stunde lang übernehmen würde, bis er von seinem Damenbesuch zurück wäre. - "Wenn Bimbo anfängt, Bäumchen auszureißen, dann hat er Hunger", rief mir der Zirkuskerl im Gehen zu. "Dann musst Du ihm einen Heuballen geben, sonst kriegen wir Ärger mit der Stadtverwaltung." Aber Bimbo dachte nicht ans Bäumeausreißen. Er übte die nächste Stunde über mit bewundernswerter Ausdauer seinen Tangowiegeschritt. Ich sonnte mich sowohl in den Strahlen der Sonne als auch unter den bewundernden Blicken von Kindern, Familien und jungen Mädchen, die mich in meiner Uniform offenbar für einen Zirkusangestellten hielten, ganz sicher für den Elefantenführer, den Mahut. Was doch Schulterklappen auszurichten vermögen. Leider aber kam der echte Mahut nach der vereinbarten Stunde nicht zurück. Nach einer weiteren halben Stunde - ich war immer noch alleine mit dem Elefanten - schlurfte Bimbo von mir weg in Richtung des Wiesenrandes auf der anderen Seite und wickelte seinen Rüssel um ein junges Bäumchen, das er mühelos aus dem Boden riss. Ein älterer Mann mit Gehstock, der seit ein paar Minuten neben mir stand, murmelte: "Jetzt wird er wild, oder?" Ich grinste den Mann an: "Nein, er hat Hunger. Ich bringe ihm einen Heuballen." Stolz auf mein Wissen über Elefantenpflege entfernte ich die Plastikschnüre von einem der Ballen und warf ihn mit beiden Händen in Richtung des Elefanten, der mittlerweile an dem ausgerissenen Bäumchen lutschte und mich und den Heuballen nicht im Mindesten beachtete. Ich zögerte, nahm aber schließlich all meinen Mut zusammen, nahm den Ballen erneut auf und ging auf den Elefanten zu. "Bimbo!", rief ich, "Bimbo, hier gibt's Futter!" Das Wort Futter schien Bimbo zu verstehen. Denn plötzlich drehte er sich zu mir um, trompetete laut und rannte auf mich zu. Ich bekam einen heillosen Schrecken, warf den Heuballen nach Bimbo und nahm meine Beine in die Hand. Am anderen Wiesenrand stand der Alte, wedelte mit dem Krückstock und brüllte: "Jetzt wird er wild! Jetzt!" - Erst als ich wieder neben dem Alten stand, wagte ich es, mich wieder dem Elefanten zuzuwenden. Ich hätte gar nicht zu rennen brauchen. Bimbo hatte sich nicht für meine Flucht interessiert und war sofort neben dem fortgeworfenen Heuballen stehen geblieben, den er jetzt genüsslich zerpflückte. Als der Zirkusmahut mit einer Verspätung von über einer Stunde und einer gemurmelten Entschuldigung zurückkam, saß ich längst wieder auf den restlichen Strohballen. "War was?", fragte der Wärter. Ich schüttelte verneinend den Kopf ohne den Strohhalm aus dem Mund zu nehmen, auf dem ich lässig wie Lucky Luke herumkaute. Fünfzehn Jahre nach dieser Begebenheit bekamen meine Holde und ich zu unserer Hochzeit den unten stehenden Elefanten von einem Freund geschenkt. Dieser hatte damals drei Elefanten aus Indien exportiert; einen aus Holz mit Intarsienarbeiten, den er uns nach Barcelona brachte, und zwei echte Elefanten, die er als Geschenk seines Arbeitgebers an den Tierpark in München übergab. Diese beiden echten Elefanten besuchten wir Jahre später, als unser Freund einen runden Geburtstag feierte und dazu ins Elefantenhaus des Münchner Tierparks einlud. An den Heimweg von dieser Elefantenparty habe ich schlechte Erinnerungen, weil wir in den frühen Morgenstunden den Parkausgang nicht fanden und die Holde beim Versuch, den Zaun zu überklettern, einen ihrer Finger an den Zinnen hängen ließ. ~ Sie sehen, ich habe einige Erfahrung mit Elefanten gesammelt, zumindest mehr als die meisten Mitteleuropäer. Deshalb maße ich mir an, eine Empfehlung zu Gunsten des Romans Die Reise des Elefanten auszusprechen, der im Jahr 2008 veröffentlicht wurde. Der Autor der Geschichte ist Portugiese, heißt José Saramago und ist seit 1998 Träger des Nobelpreises für Literatur. Die Elefantenreise ist der vorletzte Roman Saramagos vor seinem Tod im Jahr 2010, der vor allem im iberischen Kulturkreis große Trauer hervorgerufen hat. Die Geschichte trug sich zu im sechzehnten Jahrhundert und setzt damit ein, dass Johann III. von Portugal und seine Gemahlin Katharina von Kastilien ein Hochzeitsgeschenk für den Vetter, den Erzherzog Maximilian von Österreich suchen: "... Die Königin murmelte ein erstes Gebet und wollte gerade ein zweites anstimmen, als sie unvermutet innehielt und fast verdutzt schrie, Wir haben doch Salomon, Was, fragte der König verdutzt, ohne der ungebührlichen Anrufung des Königs von Juda gewahr zu werden, Ja, mein Gebieter, Salomon, den Elefanten, Was tut der Elefant hier zur Sache, fragte der König, bereits leicht gereizt, Als Geschenk, mein Gebieter, als Hochzeitsgeschenk, antwortete die Königin und erhob sich euphorisch und überschwänglich, Es ist kein Hochzeitsgeschenk, Aber so etwas Ähnliches. ..." Sehr schön, oder? - Ein ganzer Hochzeitsgeschenkfindungsdialog in einem einzigen Satz. Das ist die stilistische Spezialität dieses Romans, die mir ausnehmend gut gefällt. Eine waschechte Erzählung, die im Plauderton über 236 Buchseiten hinwegplätschert. Ich bin überzeugt, dass sich die Hörbuchversion des Romans eine tolle Erfahrung sein wird, auch wenn ich sie bisher noch nicht genossen habe. Über die Reise des verschenkten Elefanten will ich gar nicht erst ins Schwadronieren geraten, nicht über die Reiseroute über Land und See von Lissabon nach Wien, nicht über die Gründe von Namensänderungen des Elefanten von Salomon nach Soliman oder des indischen Mahut von Subhro nach Fritz, der einst aus dem indischen Goa zunächst nach Lissabon und schließlich nach Wien verpflanzt wurde. Am besten lesen Sie sie selbst, diese wunderbare Geschichte über die Spitzzüngigkeit des Mahut Subhro-Fritz, der das Leben so nimmt, wie es kommt, aber dank seiner Menschenkenntnis fast immer in der Lage ist, die Situation zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Ich gebe dem Roman auf jeden Fall alle fünf von fünf möglichen Sternen. Und das kommt sehr selten vor, das lassen Sie sich mal gesagt sein.

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  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2012 um 10:22

    Anfangs fiel es mir schwer, mich in Saramagos Schachtelsätze einzufinden. Aber dann hat mich dieses Buch nicht mehr losgelassen.

  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Ennilain

    Ennilain

    21. January 2012 um 14:46

    Portugal im 16. Jahrhundert: Der Elefant Salomon und sein Mahut Subhro führen ein unscheinbares Leben am portugieischen Königshof, bis eines Tages Johann III. und seine Gemahlin Katharina von Kastilien auf die Idee kommen, ihrem Vetter Erzherzog Maximilian von Wien den Elefant zum Geschenk zu machen. Für das exotische Tier und seinen Hüter beginnt eine turbulente Reise quer durch Europa, bei dem der Autor auf wunderbare Weise Fiktion und Realität miteinander verknüpft. „Die Vergangenheit ist eine riesige Steinwüste, die viele am liebsten wie auf einer Art Autobahn durchqueren, während andere geduldig von Stein zu Stein wandern und jeden einzelnen hochheben, weil sie wissen müssen, was sich darunter befindet.“ Die Reise des Elefanten vom verstorbenen Nobelpreisträger José Saramago beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich wohl so oder so ähnlich zugetragen hat. Aber natürlich lässt es sich der Autor nicht nehmen, seine ganz eigenen Gedanken und Ideen hineinfließen zu lassen. Mit viel Ironie betrachtet er die verschiedenen Charaktere, die uns im Verlauf der Geschichte begegnen. Immer dabei sind natürlich der Elefant Salomon und sein indischer Pfleger, dessen offizielle Bezeichnung Mahut ist. Der Mahut ist ein durchtriebener Kerl, der sein Herz jedoch am rechten Fleck zu haben scheint. Er kümmert sich liebevoll um den gutmütigen und gefrässigen Elefanten. Das Buch setzt eher auf die leisen Töne. Den Leser erwartet keine unheimlich spannende Geschichte, sondern eher eine kluge Aueinandersetzung mit der Geschichte und den menschlichen Schwächen. Humor kommt dabei nicht zu kurz. Allerdings gab es den ein oder anderen Abschnitt, der mich Zwang ein paar Zeilen zu überfliegen. Zu langatmig wurden die Ausführungen von Saramago. „Im Grunde ist die Geschichte nicht nur selektiv, sondern auch vorurteilsbehaftet, denn sie entnimmt dem Leben nur das Material, das sie interessiert und das von der Gesellschaft als historisch erachtet wird, während sie den ganzen Rest, der vielleicht die wahre Erklärung für die Fakten und Dinge, für diese verdammte Realität liefern könnte, missachtet.“ In meinen Augen war José Saramago ein Philosoph, der es verstand seine klugen Weisheiten in seine Geschichten hineinzuweben. Sein Schreibstil ist gewohnt ausschweifend und anspruchsvoll, aber dennoch angenehm zu lesen. Fazit: Die Reise des Elefanten von José Saramago ist sprachlich gesehen ein weiteres Meisterwerk des Autors, allerdings konnte mich das Buch inhaltlich nicht völlig überzeugen. Einige Abschnitte waren mir zu ausschweifend. Dennoch verbirgt sich hinter diesem Werk eine originelle Idee und eine scharfe Analyse menschlicher Schwächen. Das Lesen lohnt sich auf jeden Fall.

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  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    26. November 2011 um 17:23

    Saramago beschreibt in seiner Erzählung "Die Reise des Elefanten" das fiktive Schicksal eines Elefanten und seines indischen Führers im Reich des König Johann III. von Portugal. Tier und Mensch sind nur Spielbälle der Politik. Und niemand durchschaut das politische und gesellschaftliche Treiben so genau wie der indische Elefantenführer. Die Lektüre ist für Geschichtsinteressierte ein großer Gewinn, zumal die Sprachgewalt von Saramago so stark wie eh und je ist.

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  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. November 2010 um 07:18

    Vom Hoffmann und Campe Verlag bekam ich freundlicherweise zum Rezensieren das Buch „Die Reise des Elefanten“ des leider schon verstorbenen Autors José Saramago, wofür ich mich zunächst herzlich bedanken möchte. Das Buch erzählt eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1551 auf ganz besondere Weise. König Johann von Portugal kommt zusammen mit seiner Gattin auf die Idee, den seit zwei Jahren recht nutzlos an seinem Hof lebenden indischen Elefanten samt dessen Mahout Subhro dem Erzherzog Maximilian von Österreich zur Hochzeit zu schenken. Für manche Dinge, die sich am Hofe durch Eroberungszüge so ansammelten, hat man halt keine rechte Verwendung. Diese Idee, kaum öffentlich und vermeintlich großmütig verkündet und mit dem Hintergedanken, sich selbst in dieser Weise zu profilieren, sprich einzuschmeicheln, birgt jedoch einige Komplikationen: Zu allererst muß der Erzherzog gefragt werden, ob dieser dieses Geschenk überhaupt haben möchte und als eine positive Antwort eintrudelt, muss das Ganze ja auch organisiert werden. Einen lebenden Elefanten kann man schließlich schlecht einpacken und, mit einer rosa Schleife versehen, auf den Gabentisch legen. Ergo wird eine Expedition, samt gut gefülltem Ochsenkarren für das leibliche Wohl des Tieres plus Arbeitern, die die Versorgung auf der Reise sicherstellen sollen, zusammengestellt und mit einigen Militärs zur Bewachung gegen Wölfe, Strauchdiebe etc. ausgestattet. Die Reise geht von Lissabon quer durch halb Europa bis nach Wien und wird dem Leser vom Autor in Form eines allwissenden, manchmal zu feiner Ironie neigenden, Erzählers in moderner Form nahegebracht. Es fehlt jede wörtliche Rede und der Erzähler fliegt förmlich aus den gerade noch wiedergegeben intimsten Gedanken eines Protagonisten zu einem Gespräch zwischen z. B. dem sehr pragmatisch eingestellten Mahut, der die Gewohnheiten des sehr gelassen alles über sich ergehen lassenden Elefanten genau kennt, dem Kommandanten, der für eine würdevoll und dem Protokoll entsprechenden Übergabe des Geschenks zu sorgen hat und solchen Nebenfiguren wie den Wölfen, die zu satt gefressen sind, um den Elefanten als mögliche Nahrungsquelle anzusehen, hin und her. Mir entlockte es des Öfteren ein Schmunzeln, wie Saramago schildert, dass der Elefant seitens der Geistlichkeit um die eigens angefertigte Satteldecke beneidet wurde, die, ob ihres prächtigen Aussehens, viel eher als würdiger Baldachin für den eigenen öffentlichen Auftritt begehrt worden wäre. Oder, dass, obwohl zuvor vom Mahut darauf hingewiesen, der Elefant in der Karawane zunächst vor der Kutsche des Erzherzogs plaziert wurde, was dann schnell korrigiert wurde, als man sich der natürlichen Ausscheidungen, die so ein Tier täglich von sich gibt, bewußt wurde. Mehr möchte ich nicht vorweg nehmen, um die Lesefreude für andere nicht zu schmälern und der Eigeninterpretation so noch genügend Raum zu lassen. Insgesamt gesehen mag diese Geschichte nicht jeden ansprechen und auch kein literarisches Werk von überragender Bedeutung sein, aber ich denke, es hat dem Autor Spaß gemacht, sie mit einem Augenzwinkern zu erzählen und mir hat es Freude gemacht, sie zu lesen.

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  • Rezension zu "Die Reise des Elefanten" von José Saramago

    Die Reise des Elefanten
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    16. July 2010 um 10:48

    Ein Elefant in den Alpen Eine wahre Geschichte, vom Autor gehört in Innsbruck, war José Saramagos Inspiration zu diesem Roman, dessen deutsche Übersetzung nur ein paar Tage nach dem Tod des portugiesischen Nobelpreisträgers am 18. Juni 2010 erschien. Auf der Suche nach einem passenden und würdigen Hochzeitsgeschenk für den Erzherzog Maximilian von Österreich hat Königin Katharina von Kastilien die Idee, man könne ihm doch den hauseigenen Elefanten samt dazugehörigem Mahut schenken. Sofort beginnen die Vorbereitungen für die Reise von Lissabon nach Valladolid, wo der österreichische Erzherzog den Transport selbst in die Hand nehmen wird. Nach einer kurzen Organisationsphase setzt sich der Konvoi zu früher Stunde in Bewegung. "Die frühe Morgenstunde und die Diskretion, mit der die Abreise organisiert worden war, erklärt das Ausbleiben von Schaulustigen oder Augenzeugen, ausgenommen eine höfische Kutsche, die sich in Richtung Lissabon in Gang setzte, als Elefant und Gefolgschaft hinter der ersten Wegbiegung verschwanden." Stilistisch brillant, in "typischer" Manier des Autors, nimmt Saramagos Prosa langsam aber sicher Fahrt auf, um den Leser bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Lange Sätze, mit innerhalb des Satzes wechselnden Erzählern, auch ganze Dialoge, innerhalb eines Satzes, nur durch Beistriche getrennt, sowie immer wieder abschweifende Gedanken, Ideen und philosophische Einschübe sind kennzeichnend für die Prosa von José Saramago. Was "Die Reise des Elefanten" so von den anderen Romanen José Saramagos unterscheidet, ist die durchgehend heitere Grundstimmung, eine augenzwinkernd schelmische Erzähllinie, die sich, wenn gerade angesagt, auch in die Gehirnwindungen des Elefanten hineinversetzen will, oder die Fähigkeiten des Elefanten Solimans auch in Frage stellt. Bald ist klar, dass der Hauptprotagonist dieses Romans der naive Mahut Subhro ist, der vom österreichischen Kronprinzen sofort auf Fritz umgetauft wird. "Da sprach der Erzherzog Maximilian, Dein Name ist schwer auszusprechen, Das hat man mir bereits gesagt, mein Gebieter, Ich bin mir sicher, niemand in Wien wird ihn verstehen, Das wird nur mir zum Schaden gereichen, mein Gebieter, Aber für diesen Schaden gibt es Abhilfe, du wirst von nun an Fritz heißen, Fritz, wiederholte Subhro mit schmerzerfüllter Stimme, Ja, der Name ist leicht zu merken, außerdem gibt es bereits eine Vielzahl von Fritzen in Österreich, und du wirst ein weiterer sein, indes der einzige mit einem Elefanten ..." Dass auch Soliman auf Salomon umgetauft wird, versteht sich quasi von selbst. Sehr schön zeichnet José Saramago die Figuren, den windigen, naiv schlauen und herzensguten Subhro, alias Fritz, und seine Beziehungen zum portugiesischen Kommandanten, sowie später auch zum österreichischen Erzherzog. Nachdem Fritz und Salomon in Padua von einem Padre zum kleinen, im Dienste der Gläubigen begangenen Betrug gezwungen werden, stürzt sich Fritz (oder Subhro) in den Handel mit Elefantenhaaren. "Und was erwarten Hochwürden von mir, Dass du den Elefanten ans Portal der Basilika bringst und ihn dort niederknien lässt, Ich weiß nicht, ob ich das kann, Versuche es, Stellen sich Hochwürden nur einmal vor, dass ich den Elefanten dorthin bringe und er sich weigert, niederzuknien, ich verstehe zwar nicht viel von diesen Dingen, nehme aber an, es ist schlimmer, wenn das Wunder missglückt, als wenn es sich gar nicht erst ereignet. Es wird niemals scheitern, wenn es Zeugen dafür gibt ..." Als der Erzherzog das erfährt, kühlt sein Wohlwollen dem kleinen Inder gegenüber deutlich ab. Ein Wohlwollen, das sich Fritz am Ende aber wieder erkämpft. Feine, kleine, ironische Seitenhiebe auf die katholische Kirche, eine blühende Zeichnung der Stärken und Schwächen der Menschen und eine lebendige, literarische ganz eigenwillige Beschreibung einer Reise eines Elefanten mit seinem Gefolge, die von Portugal nach Spanien, dann auf dem Seeweg nach Italien und von dort mit einer Alpenüberquerung mit sehr viel Schnee über Südtirol, Innsbruck, Linz, Amstetten und Melk nach Wien führt. Ein ruhiges, ernstes und im besten Sinne des Wortes warmes Buch, ein mehr als würdiger letzter Roman eines ganz großen Schriftstellers. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 07/2010)

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