Die Stadt der Blinden

von José Saramago 
4,2 Sterne bei505 Bewertungen
Die Stadt der Blinden
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Positiv (412):
S

Ein aufwühlendes und zugleich bedrückendes Buch, in dem uns die dunklen Seiten des Menschen erschreckend nah sind

Kritisch (29):
Meteorits avatar

Story nicht schlecht, Schreibstil naja, zu viele Kommas.. Meistens 30-40 Kommas auf einer Seite und ohne Doppelpunkt oder sonstiges. Iargh.

Alle 505 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Stadt der Blinden"

Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus.

Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442745296
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:08.09.2015
Das aktuelle Hörbuch ist bei Hörbuchproduktionen erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Fortis avatar
    Fortivor 8 Monaten
    Anspruchsvolle, harte Lektüre

     "Die Stadt der Blinden" ist kein Buch, das man einfach so runter lesen kann. Sprachlich ist es oft anspruchsvoll mit langen Sätzen, die mich manchmal an Kleist erinnerten, und ohne Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Letzteres finde ich oft anstrengend und unnötig, in diesem Fall ist es aber irgendwie passend. Hieran schließt sich an, dass die Geschichte aus Zeit und Raum gefallen scheint: die Geschichte könnte in fast jeder Stadt irgendwann im 20. Jahrhundert spielen - nähere Beschreibungen gibt es nicht. Auch die Protagonisten bleiben namenlos. Obwohl man der Handlung auch so gut folgen kann, erzeugen diese Stilmittel bei mir ein Gefühl, nicht alles greifen oder sehen zu können - vielleicht ein wenig der Blindheit der Protagonisten ähnlich.
    Die Schilderung einer Gesellschaft im Ausnahmezustand ist schonungslos und drastisch - nichts für zart Besaitete.
    Im Mittelteil hatte das Buch seine Längen. Ansonsten habe ich das ungewöhnliche Buch aber gerne gelesen. 

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    Its_only_me_thats_its avatar
    Its_only_me_thats_itvor 9 Monaten
    Rezension zu "Die Stadt der Blinden"

    Titel: Die Stadt der Blinden Autor: José Saramago Seitenanzahl: 398 Verlag: btb ISBN: 978-3-442-74529-6

    Inhalt

    Ein Mann an einer Ampel, er wartet - und erblindet von einer Sekunde auf die nächste. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Die Regierung weiß keinen anderen Ausweg, als die Betroffenen in einer verlassenen Anstalt zu internieren. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto unerträglicher wird die Situation. Chaos, Gewalt und Willkür. Mittendrin ein ebenfalls erblindeter Augenarzt und seine Frau - die als Einzige noch sehen kann...
    Wie kam ich zum Buch?
    Wir haben uns entschieden das Buch in der Lese AG zu lesen.

    Meine Meinung
    Ich möchte diese Rezension so kurz wie möglich halten, denn wenn man nichts positives zu sagen hat, sagt man am besten gar nichts. Mir hat das Buch einfach nicht gefallen.
    Den Schreibstil empfand ich als schrecklich und besonders die Dialoge waren extrem anstrengend zu lesen. Teilweise musste ich Sätze mehrmals lesen, da ich deren Sinn einfach nicht beim ersten Mal verstanden haben. Ich habe es nicht einmal geschafft, Die Stadt der Blinden zu beenden, da ich mich einfach nicht dazu bringen konnte, weiter zu lesen.
    Die Charaktere waren für mich teilweise etwas unnahbar aber trotzdem nicht komplett unsympathisch.
    An sich ist die Idee wirklich gut und auch der Einfall, dass eine einzige Person sehen kann, hat mir gefallen, jedoch ist die tatsächliche Umsetzung meiner Meinung nach eine Katastrophe. Vielleicht habe ich das Buch einfach nicht verstanden, doch für mich ergaben einige Dinge keinen Sinn.
    Zusammengefasst ein Buch, das ich lieber nicht gekauft hätte.

    💗 von 💗💗💗💗💗

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    Mali133s avatar
    Mali133vor einem Jahr
    "Die Stadt der Blinden" von José Saramago

    "Die Stadt der Blinden" ist ein Roman von José Saramago der 2015 im btb Verlag erschienen ist. Die Erstausgabe erschien im Jahr 1997.

    Inhalt:
    Eine Ampel in einer namenlosen Stadt sprint auf Grün. Ein Auto bleibt dennoch stehen. Der Fahrer ist urplötzlich erblindet. Den freundlichen Helfer, der den Erblindeten nach Hause bringt und sich anschließend dessen Auto bemächtigt, ereilt das gleiche Schicksal. Wie eine Epidemie greift die Blindheit um sich. Der Staat reagiert brutal. Die Erblindeten werden in einem leerstehenden Irrenhaus interniert, wo sie sich selbst überlassen werden. Doch es gibt eine Sehende unter ihnen, die die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um bei ihrem Mann zu bleiben. Mit ihrer Hilfe könnte der Ausbruch gelingen ...

    Fazit:
    Mit diesem Buch bin ich einfach nicht richtig warm geworden. Trotzdem ich die Handlung sehr interessant fand und diese sehr zum Nachdenken anregt, hatte ich sehr große Probleme dieses Buch zu beenden.
    Der Schreibstil des Autors war leider gar nicht mein Fall. Die gesamte Handlung wird aus der Perspektive des Beobachters geschrieben. Die Sätze sind teilweise sehr lang und nur durch Kommas getrennt. Auch die Gespräche der Protagonisten untereinander werden nur durch Kommas unterbrochen, weswegen es mir sehr oft schwer fiel dem Ganzen zu folgen.
    Die Protagonisten werden trotz der fehlenden Namen gut beschrieben und man konnte sie auch trotz der Menge auseinanderhalten. Man erfährt viel über ihre Gefühle und Gedanken und kann sich in sie hineinversetzen. Die Handlungsorte werden meist nur oberflächlich beschrieben, aber sind in der Geschichte auch eher nebensächlich.
    Sowohl der Hintergrund als auch die Geschichte selbst haben mir sehr gut gefallen. Was passiert mit der Gesellschaft wenn plötzlich alle Menschen erblinden und das normale Leben wie man es kennt nicht mehr aufrecht erhalten werden kann? Die Menschen, welche zuerst erblindet sind werden von der Regierung in eine verlassene Irrenanstalt gesteckt und sind dort vollkommen auf sich allein gestellt. Sie müssen versuchen ihr neues Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Anfangs gelingt das auch noch recht gut, aber irgendwann tauchen Menschen auf die über die anderen die Macht übernehmen wollen und die Situation eskaliert letzten Endes. Außerhalb der Irrenanstalt sind mittlerweile auch alle erblindet und ein zivilisiertes Leben ist nicht mehr möglich. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser und die Nahrungsvorräte werden knapp. Außerdem fällt es den Blinden natürlich schwer sich mit der neuen Situation zurechtzufinden und sie vegetieren nur noch vor sich hin. Eine Massenepidemie die aufzeigt, dass es darauf ankommt zusammenzuhalten um zu Überleben und sich nicht gegenseitig zu bekämpfen.

    Von mir gibt es 3 von 5 Sternen!

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    linasues avatar
    linasuevor 2 Jahren
    Wer ist Freund, wer ist Feind ?


    ★★★★☆   (4 von 5 Sterne)


    Inhalt: 
    In einer Stadt, die namentlich nicht genannt wird, erblindet plötzlich ein Mann in seinem Auto, während er an der Ampel wartet, dass diese auf Grün überspringt.
    Der Mann sieht jedoch alles Weiß statt Schwarz. Kurz darauf erblinden weitere Menschen auf die gleiche mysteriöse Art.
    Niemand weiß, wo diese plötzliche Epidemie herkommt oder wie sie zu verhindern ist.
    Die Regierung sieht nur einen Ausweg: alle betroffenen in eine abgelegene Irrenanstalt zu verfrachten und unter Quarantäne zu stellen.
    Die Blinden werden zwar von außen von Soldaten bewacht, jedoch sind sie in dem Gebäude auf sich allein gestellt.
    Als jedoch eines Tages noch mehr Blinde ins Gebäude geführt werden, kommt es zu einem Ausnahmezustand. Nicht nur, da nicht genug zuessen vorhanden ist, auch die Schlafplätze sind nicht ausreichend.
    Wer ist Freund, wer ist Feind ? Es folgt ein harter Kampf ums Überleben. 


    Meinung:
    Als erstes muss ich sagen, dass ich die Thematik klasse finde.
    So ein Buch wie dieses, habe ich zuvor noch nicht gelesen.
    José Saramagos Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, denn es gibt keine Anführungszeichen bei wörtlichen Reden, keine Satzzeichen und auch keine Namen werden genannt.
    Doch das mit den nicht genannten Namen ist kein Problem, da die Personen immer gut beschrieben werden, damit man weiß, um wen es gerade geht.
    Nach ein paar Seiten hat man sich auch an den Schreibstil gewöhnt, so dass man flüssig lesen kann.
    Es ist eine anspruchsvolle Lektüre, dadurch hatte ich bei ein paar Sätzen oder Aussagen Probleme hinterher zu kommen. An diesen Stellen fiel es mir schwer, gedanklich nicht abzuschweifen - ich bin eher der Mensch, der die einfache Ausdrucksform bevorzugt.
    Nichtsdestotrotz hat mich diese Geschichte fasziniert. Man stellt sich selbst die Frage: Wie würde man selbst in einer solchen Situation klar kommen ?
    Die Hauptcharaktere beginnt man schnell zu mögen, fühlt mit ihnen mit und kann viele Handlungen nachvollziehen.
    Mir hat das Buch, trotz der für mich schwierigen Stellen, sehr gut gefallen. Deshalb vergebe ich 4 tolle Sterne.


    Fazit:  
    Man sollte sich im Klaren sein, dass es keine leichte Lektüre zum Lesen ist, also keine Geschichte die man mal eben schnell nebenbei lesen sollte. Wer sich jedoch die Zeit zum lesen nimmt, wird gut in die Geschichte eintauchen können.
    Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

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    Buchperlenblogs avatar
    Buchperlenblogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Aufwühlend, nachdenklich stimmend, auffressend.
    Aufwühlend, nachdenklich stimmend, auffressend.

    Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Jetzt, da ich es beendet habe, musste ich auch erst einmal kurz aufatmen - es ist vorbei. Nicht, weil ich mich durch gequält hätte, aber es war doch sehr kräftezehrend.

    Inhalt
    In einer nicht benannten Stadt in einem nicht benannten Land erblindet ein Mann, während er darauf wartet, dass die Ampel vor ihm auf Grün umstellt. Verzweifelt lässt er sich von einem Fremden nach Hause bringen und wartet dort auf seine Frau. Die bringt ihn in die Praxis eines Augenarztes. Dieser muss jedoch feststellen, dass er diese Art Erblindung nicht zuordnen kann, der Blinde sieht statt Finsternis nur noch ein grelles Weiß. Er schickt den Blinden wieder nach Hause, will ihn aber weiter untersuchen.   
    Doch noch während er selbst die Bücher abends wälzt, um sich über die Krankheit zu informieren, erblindet er ebenfalls. Und mit ihm immer mehr. Die Regierung beschließt kurzerhand, alle Infizierten in Quarantäne zu stecken. 

    Wir begleiten den Augenarzt und seine Frau, die sich ebenfalls für blind ausgibt, es jedoch nicht ist, wie sie und einige andere in eine ehemalige Irrenanstalt gesperrt werden. Die Regierung verspricht ihnen, jeden Tag Nahrung kommen zu lassen, doch das soll die einzige Maßnahme sein. Wird jemand krank, gibt es Verletzungen, Unruhe oder Aufstände innerhalb der Mauern wird nicht eingegriffen. Wer sich den Soldaten draußen nähert, wird erschossen.

    Schnell breitet sich die Blindheit, das Weiße Übel, aus und die Irrenanstalt füllt sich zusehends. Natürlich bricht auch in einer solchen Situation die menschliche Natur durch, jemand erhebt sich über die anderen. Schon bald kommt es unter den hunderten von eingeschlossenen Menschen zu Kämpfen, einige wenige unterdrücken die ängstlichen anderen.

    Wie wird das alles enden? Kehrt das Licht in die Augen der Blinden zurück? Und was passiert, wenn man als einziger Mensch noch sehen kann in einem Meer von Blinden? 

    Meinung
    Zuallererst fällt natürlich der markante Schreibstil des Autors auf. Da es mein erstes Buch von José Saramago war, weiß ich nicht, ob dieser Stil immer von ihm verwendet wird, oder ob dieses Buch eine Ausnahme bildet. Die ersten Seiten hatte ich Schwierigkeiten damit. Anstelle von Anführungszeichen für die wörtliche Rede werden die einzelnen Sätze nur durch Kommas getrennt, manche Sätze erstrecken sich über eine halbe Seite. 

    "Du wirst schon sehen, das geht vorbei, du warst nicht krank, niemand erblindet einfach so, von einem Augenblick zum anderen, Vielleicht, Erzähl mir, wie es passiert ist, was du gefühlt hast, wann, wo, nein, noch nicht, warte, wir müssen zuerst mit einem Augenarzt sprechen, kennst du einen, Nein, ich nicht, wir tragen beide keine Brille, Und wenn ich dich ins Krankenhaus bringe, Für Augen, die nicht sehen, gibt es sicher keinen Notdienst, Du hast recht, am besten gehen wir zu einem Arzt, ich werde im Telefonbuch nachsehen, zu einem, der hier in der Nähe ist." (S. 18)

    Ja, das kann anstrengend werden. Aber auch sehr faszinierend. Wenn man einmal Fuß gefasst hat, stört man sich an dem Schreibstil kaum noch, auch wenn man innerlich schonmal aus der Puste kommen kann auf der Suche nach einem Punkt. 

    Die Geschichte wird teils als Bericht erzählt, teils als allwissender Erzähler. Es wird das Wort "wir" verwendet, so hat man das Gefühl, einer der beteiligten Menschen spreche mit uns. Da wir gegen Ende des Buches auf einen Schriftsteller treffen werden, nehme ich an, dass dieser den Bericht verfasst haben könnte, sollte ihm jemand Einzelheiten erzählt haben. Nichts wird ausgelassen, wie unmenschlich das Leben wird, wenn niemand mehr sehen kann, wohin er geht, ja, wenn er nicht einmal mehr die Toilette finden kann. Der Dreck, die Exkremente, die nicht mehr da landen, wo sie landen sollten, alles trägt dazu bei, dass sich die Menschen immer mehr wie Tiere fühlen. Auch die einzige Frau, die noch sehen kann in dieser Welt der Blinden, ist nicht zu beneiden. Sie sieht das Grauen, wo es andere nur erahnen können. 

    Auch, dass sich wieder einige Menschen finden, die sich über die anderen erheben wollen, ist furchtbar, aber, wie ich schon in meiner Rezension zu "Das Licht der letzten Tage" schrieb, nur all zu wahrscheinlich. Der Mensch ist so. Leider.

    Fazit
    Wie soll das Leben für alle weitergehen oder werden sie sterben, wird es die Menschheit nicht mehr geben, werden wir zurückkehren zu den primitiven Lebensformen, aus denen wir hervorkamen? Lest es selbst, aber macht euch darauf gefasst: Dies ist keine Nebenbei-Lektüre. Es wird anstrengend, es wird an euch zerren. Doch es lohnt sich.

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    kointas avatar
    kointavor 2 Jahren
    Ein außergewöhnliches Buch

    Inhaltsangabe:

    Eine Ampel in einer namenlosen Stadt springt auf Grün. Ein Auto bleibt dennoch stehen. Der Fahrer ist urplötzlich erblindet. Den freundlichen Helfer, der den Erblindeten nach Hause bringt und sich anschließend dessen Autos bemächtigt, ereilt das gleiche Schicksal. Wie eine Epidemie greift die Blindheit um sich. Der Staat reagiert brutal. Die Erblindeten werden in einem leerstehenden Irrenhaus interniert, wo sie sich selbst überlassen werden. Doch es gibt eine Sehende unter ihnen, die die Krankheit nur vorgetäuscht hat, um bei ihrem Mann zu bleiben. Mit ihrer Hilfe könnte der Ausbruch gelingen …

     

    Meine Meinung:

    Ich muss gestehen ich bin sehr skeptisch an das Buch ran gegangen, denn schon die ersten Seite zeigten mir das es nicht einfach zu lesen sein wird und ich wusste auch nicht ob die Geschichte und der Schreibstil mir zusagten und ich "durchhalten" würde. Tja die Schreibweise ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, denn der Autor kennt nur die Satzzeichen Punkt und Komma, aber keine Wörtliche Rede oder anderes. Damit tat ich mich am Anfang sehr schwer und es verwirrte. Aber als ich mich daran gewöhnt hatte und in die Geschichte eingetaucht bin, stellte ich fest das es gar nicht so schlimm ist. Mich hat das Buch fasziniert und gefesselt. Wie der Autor darstellt, was die Blinden erleben und wie schwer und teilweise grausam es ist in einer Welt zurecht  zu kommen in der es nur noch Blinde gibt, ist genial. Man fühlt mit den Menschen mit, auch wenn man noch nicht mal weiß in welchem Land die Handlung angesiedelt ist. Dies spielt auch keine Rolle. Und einem wird auch im Laufe der Geschichte immer mehr bewusst was es für die einzige Sehende bedeutet und welche Last es für sie ist. einzig das Ende hätte ich mir persönlich ein wenig erklärender gewünscht.

    Fazit: Ein ungewöhnlicher Schreibstil mit einer außergewöhnlichen Geschichte.

     

    Kommentare: 1
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    Babschas avatar
    Babschavor 2 Jahren
    Blindes Leben

    Rezension eines Klassikers der Literatur? Nein, besser nicht. Stattdessen einfach nur ein persönlicher Eindruck. Auch in seinem wohl bekanntesten und berühmtesten Buch verliert sich Saramago wieder in seiner absolut eigentümlichen, ganz speziellen Sprache, und das wie immer ohne Punkt und Komma. Sie gibt seinen Büchern einfach diese Besonderheit, diesen schnellen Fluss, in den man sich als Leser sehr schnell einfindet. Die Geschichte einer namenlosen Gesellschaft in der heutigen Zeit, in der nach und nach alle Menschen erblinden, ist von der Idee schon ganz besonders und ein Meilenstein der dystopischen Literatur, geschrieben lange bevor wir alle mit mehr oder weniger guten derartigen Machwerken überschwemmt wurden. Eine gute  Handvoll Hauptprotagonisten, die er in seinem Buch im wahrsten Sinne aneinander kettet, bilden den Handlungsstrang des Geschehens. Phänomenal, in welch gekonntem Mix aus Zurückhaltung, feiner Sprache und feinen Gedanken, Sarkasmus und Brutalität der Autor seine streckenweise an die Nieren gehende Geschichte von Menschen in einer absolut hoffnungslosen Ausnahmesituation erzählt. Wie er die Transformation des Einzelnen wie auch der ganzen überforderten Gesellschaft in einer blinden Welt auf den Punkt bringt, mit welcher Abgeklärtheit er das alles macht. Das ist echt Kunst. Und irgendwie eine große, resignierte Anklage oder auch Bestandsaufnahme menschlicher Unzulänglichkeit im Innen und Außen. Aufwühlende Ausnahmeliteratur.

    Kommentare: 4
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    Any91s avatar
    Any91vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fesselnd...
    Ein fesselndes Buch von Anfang bis Ende

    Zu diesem Buch gibt es eine lustige Geschichte - ich habe nie was von diesem Buch gehört, und dass es ein Film dazu gibt, wusste ich auch nicht. Während meiner Abiturzeit haben wir im Deutschunterricht einen Ausschnitt aus dem Buch gelesen und das war das erste Mal, dass ich bei einem Deutsch-Text wissen wollte wie es weiter geht. Darauf hin habe ich mir dann das Buch bestellt und es innerhalb von wenigen Stunden druchgelesen. Ich konnte es nicht mehr weg legen. 
    Es ist schon interessant, wie Menschen mit einer plötzlichen Erblindung umgehen... Und zu was sie fähig sind. 

    Ein unglaublich spannendes und fesselndes Buch - absolut zu empfehlen!

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    Sandra1978s avatar
    Sandra1978vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ungewöhnlicher Schreibstil, aber dennoch in kürzester Zeit durchgelesen ! Extrem plastisch - man will unwillkürlich anfangen zu hamstern....
    Extrem spannend und realitätsnah - beängstigend !

    Rezension für :  „Die Stadt der Blinden“ von José Saramago im btb Verlag.  Ein etwas unbekannteres Buch ( ungerechtfertigterweise ).

    Schwer zu sagen, in welches Genre das Buch gehört – am besten könnte man wohl sagen, es hätte eine Dystopie werden können.

    Der Roman spielt in der Gegenwart in einer nicht bezeichneten Stadt.

    Der Inhalt :

    Ein Mensch, der gerade Auto fährt, wird von jetzt auf gleich blind. Er geht zum Augenarzt, wonach in kurzer Folge der Arzt und alle, die zu dem Zeitpunkt in der Praxis waren, ebenfalls erblinden.

    Die Fälle häufen sich und die Krisenbeauftragten beschließen, alle Betroffenen sowie eventuell „Infizierte“ in einer ehemaligen Irrenanstalt in Quarantäne zu nehmen.

    Dort sind alle Internierten sich selbst überlassen und müssen sich selbst organisieren, was nach kurzer Zeit in ein unbeschreibliches Chaos führt – keiner sieht etwas, die Lebensmittel bleiben aus, das Wasser funktioniert nicht. Die Quarantänestation ist durch Soldaten hermetisch abgeriegelt. Es gibt keine medizinische Versorgung und keine Verbindung zur Außenwelt.

    Die Epidemie breitet sich jedoch trotzdem innerhalb kürzester Zeit auf alle Menschen aus – bis auf eine einzige Person – die Frau des Augenarztes, die weiterhin sehen kann. Als auch alle Soldaten erblindet sind, verlassen die ( überlebenden  ) Blinden das ehemalige Irrenhaus, nur um draußen eine Welt vorzufinden, die noch schlimmer ist als die gerade überstandene…..

     

    Meine Meinung :

    Der Autor schreibt in einem sehr ungewöhnlichen Stil : Es gibt keine direkten Dialoge, sondern es ist alles in der Erzählform geschrieben, und teilweise in extrem langen Schachtelsätzen, die die Dialoge darstellen. Das ist zuerst gewöhnungsbedürftig, wird dann aber zu einem „Treiber“, der das ganze hochspannend und fast unmöglich macht das Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

    Sehr beängstigend, weil irgendwie durchaus vorstellbar ist, das eine ähnliche Situation Realität werden könnte, und alles überaus plastisch beschrieben, wird dem Leser vor Augen geführt, worauf sich der Mensch ohne seine grundlegenden Sinne und eine grundlegende Ordnung reduziert.

    Was das Buch ebenso besonders macht, ist die immer wiederkehrende Einflechtung von philosophischen Überlegungen zur menschlichen Natur, wodurch der Leser immer wieder vor die Frage gestellt wird : Wie wäre ich in einer solchen Situation ? Wie würde ich damit umgehen ? Die Protagonisten sind hier keine Superhelden, sondern ganz normale Menschen von nebenan wie Du und ich, mit ihren Schwächen und Selbstzweifeln, was die ganze Geschichte noch unheimlicher erscheinen lässt.

    Ich kann nur abschließend raten : Unbedingt lesen ! Lohnt sich auf jeden Fall !

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    HerrLyDmanns avatar
    HerrLyDmannvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Löst intensive Gefühle aus
    Spannende Sprache und Dialogdarstellung

    Die Stadt der Blinden von José Saramago thematisiert eine Epidemie, genannt das „weißen Übel“, einer plötzlich auftauchenden Blindheit von der keiner verschont bleibt. Da sich die Krankheit überraschend leicht überträgt, werden die ersten Infizierten in eine ehemalige Irrenanstalt gesperrt. Darunter auch ein Augenarzt und seine Frau. Sie gibt an, ebenfalls blind zu sein, um bei ihrem Mann zu sein; ist aber diejenige die (bis zum Schluss…?) sehen kann. Das Buch ist im Rowohlt Taschenbuch Verlag 2006 erschienen und gehört zum Genre Roman.

    Was ich so noch in keinem Roman gelesen habe ist die Art der Sprache und Dialogdarstellung. Sie ist sehr karg, zurückgenommen, trocken und extrem weit entfernt. Das liegt vor allem daran, dass wir nie die wirklichen Namen der handelnden Figuren erfahren, oder was sie genau denken und fühlen. Die Dialoge sind durch Kommata getrennt und lesen sich wie aus einem Guss bzw. wie aus einem schnell durchschaltendem Automaten. Das und die schrecklichen Dinge die, den Figuren zustoßen (dargestellt durch diese karge Sprache) lassen befremdliche und unangenehme Gefühle beim Leser aufkommen.

    So ist es mir persönlich passiert, dass ich zwischenzeitlich tatsächlich aus der U-Bahn austeigen musste, weil mir schlecht geworden ist. Schlecht von menschlichem Handeln, schlecht von der Sprache, schlecht von den Gefühlen die in mir aufgestiegen sind. Persönlich hat mir das Buch dennoch gefallen, gerade weil es so intensive Gefühle auslöst. Der dritte und letzte Abschnitt des Buches zieht jedoch alles unnötig in die Länge und ist etwas langatmig bzw. langweilig (im Vergleich zu den beiden vorderen Teilen); aber trotzdem doch noch sehr überraschend!

    Abschließend noch ein Tipp: Wer das Buch liest, sollte sich unbedingt jemanden suchen mit dem er nebenher darüber sprechen kann – sonst ist man alleine mit seinen intensiven und vor allem ängstlichen Gefühlen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    DieBuchkolumnistins avatar
    Gestern ist der Schriftsteller und Nobelpreisträger José Saramago gestorben. Mit "Die Stadt der Blinden" konnte er mich für Literatur begeistern wie seither kein anderer Autor. Welches seiner Bücher hat euch besonders gut gefallen und warum?
    Zum Thema

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