José Saramago Die Stadt der Sehenden

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Inhaltsangabe zu „Die Stadt der Sehenden“ von José Saramago

Bei einer politischen Wahl erhalten die Politiker eines namenlosen westlichen Landes eine schallende Ohrfeige: Fast alle abgegebenen Stimmzettel sind weiß! Entrüstet schlagen sie mit aller Kraft zurück: Der Ausnahmezustand wird verhängt, eine Mauer um die Stadt gezogen und schließlich jegliche behördliche Gewalt aus der Stadt abgezogen. Doch die Menschen arrangieren sich damit hervorragend und leben friedlich wie bisher. Die missachtete Staatsmacht muss also zu drastischeren Maßnahmen greifen ...

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    Die Stadt der Sehenden
    Duffy

    Duffy

    30. August 2015 um 10:24

    Bei einer demokratischen Wahl in der Hauptstadt eines nicht genannten westlichen Landes stimmen nur 20% der Wähler für die etablierten Parteien, der Rest wählt weiß, das heißt, sie geben einen leeren Stimmzettel ab. Die Wahl wird mit noch eindeutigerem Ergebenis wiederholt. Die Regierung verhängt den Ausnahmezustand, baut eine Mauer um die Stadt, zieht Behörden und Polizei ab. Doch das erwartete Chaos bleibt, aus, die Bevölkerung arrangiert sich. Die Staatsmacht muss also einen Schuldigen finden, um sich ihre Macht wiederzuholen. Gerade in unseren Zeiten der Politikverdrossenheit ist dieser Roman von Saramago so aktuell wie selten. Die Vorgehensweise der gerügten Regierung ist natürlich nicht auf unsere Verhältnisse zu übertragen, aber niemand hat bis jetzt auch nur im entferntesten an so ein Szenario gedacht, insofern wären die Konsequenzen auch gar nicht abzusehen und somit auch nicht die Reaktionen. Des Autors Fiktion ist eine beklemmende, aber seltsamerweise auch eine von den wenigen zu erwartenden. So weit ist es mit dem Politikverdruss schon gekommen, dass die hier behandelte Variante nicht vollständig aus der Luft gegriffen scheint. Saramago hat ein mutiges Buch geschrieben, eine Fiktion, die auch etwas Reales hat, was heute niemand ausschließen kann. Für den Saramago-Novizen ist der typische Stil des Nobelpreisträgers gewöhnungsbedürftig, denn er verzichtet größtenteils auf die sinnvolle Satzteilung, seine Sätze werden meist mit Kommata getrennt, seine wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Das mag sich zwar ein wenig kompliziert anhören, doch der aufmerksame Leser wird nach ein paar Seiten damit keine Probleme mehr haben, im Gegenteil, manchmal scheint es, als würde dieser Stil das Erzählte noch ungestörter fließen lassen. Kein Buch für nebenbei, man muss sich schon darauf einlassen, um in Ruhe alles aufnehmen können.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    awogfli

    awogfli

    06. March 2012 um 12:37

    Saramagos Roman ist ein brilliantes Lehrstück, wie politische Anarchie funktionieren könnte. Dabei geht es nicht um den Begriff der Anarchie im vernaderten Sinne wie Gesetzlosigkeit, Chaos... sondern im ursprünglichen Sinn: Abwesenheit von Herrschaft, Selbstorganisation, Dezentralisierung. Bei einer Wahl haben mehr als 80% der Stimmberechtigten der Hauptstadt weiss gewählt. Die politischen Funktionäre aller Parteien rechts wie links sind erbost, können jedoch gegen die einzelnen Personen nichts unternehmen, da so eine Aktion ja nicht gesetzeswidrig ist. Nach zahlreichen Bespitzelungs- und Verhaftungsaktionen, Verhängung des Kriegsrechts... wird die Stadt hermetisch abgeriegelt und alle zentralen politischen Funktionäre, Polizei, Gerichte.. abgezogen. Danach wartet man händereibend auf das Chaos und gar nichts passiert. Die Stadt beginnt sich selbst zu organisieren, die Leute helfen einander und einige von der Zentralregierung gedungene Saboteure werden komischerweise korrumpiert, indem sie den Verrat verraten, also völlig unmotiviert gut und altruistisch handeln. Genial werden die ständigen Versuche der bösen Herrschaft (Premierminister, Innenminister, Präsident) beschrieben, mit unlauteren und kriminellen Mitteln die absolute Kontrolle wieder an sich zu reissen und wie sie an der gut organisierten Anarchie und im ethischen Selbstverständnis verankerten kooperativen Philosophie der Stadtbewohner scheitern. Ab der Mitte kommen auch noch die Figuren des Romans Die Stadt der Blinden vor. Dies ist aber wirklich eine völlig konträre Geschichte. Saramagos Werk sagt, dass arnarchische Selbstorganisation nicht immer so wie bei allen Revolutionen (Spanien, Russland) enden muss, indem die auf zentrale Herrschaft ausgerichteten Organe letztendlich über die dezentrale Selbstorganisation triumphieren und diese vernichten. In kleinen Bereichen kann sie funktionieren. Irgendwie erinnert mich das Buch und das Konzept an ein sehr aktuelles Thema: WIKILEAKS und Netzneutralität die derzeit von der Internetcommunity vertreten bzw. gelebt werden. Grandioses Werk! Nun ja wie es ausgeht kann ich nicht verraten.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    sports

    sports

    21. January 2012 um 22:47

    meine erwartungen an das buch waren groß, hatte ich doch die stadt der blinden am stück verschlungen und das ohne abzusetzen. doch ein schlürfbuch ist "die stadt der sehenden" nicht. etwas sperrig, etwas verwoben. aber allein die idee lohnt sich dann doch, wenn man politik und philosophieren mag-wie wäre eine welt, die sich einfach ohne politker selbst regiert? irgendwie doch eine spannende frage.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    Jari

    Jari

    17. June 2010 um 19:23

    Vor vier Jahren wurde die Stadt von einer unerklärlichen Epidemie heimgesucht, die alle Bewohner der Stadt blind werden liess. Doch kaum hat man in sein altes Leben zurück gefunden, sucht eine neue Seuche die Stadt heim: Das Weisswählen. An den lokalen Wahlen werden über 80% der Stimmen leer abgegeben. Auch ein zweiter Durchgang fällt kaum anders aus. Die Politiker sind entsetz, der Ausnahmezustand wird ausgerufen. Die Stadt im angeblichen Chaos zurückgelassen. Aber anstatt im Chaos zu versinken, leben die Städter ihr Leben einfach weiter. Ausnahmezustand hin oder her. Als der Präsident eines Tages einen Brief erhält, der aussagt, dass es eine Frau gibt, die vor vier Jahren seltsamerweise nicht erblindet ist und die dazu noch einen Mord begangen hat. Für die Regierung ist schnell klar, dass diese Frau für das Geschehen in der Stadt verantwortlich gemacht werden kann. Nur der ermittlenden Komissar zweifelt... Es ist nicht einfach, José Saramagos Buch "Die Stadt der Sehenden" zusammenzufassen, da ein eigentlicher Handlungsstrang erst gegen Ende des Buches auftaucht. Zuvor wird das Handeln, das Denken und die Verzweiflung der Politiker und des Volkes behandelt und die Geschehnisse ändern sich immer wieder. Sie erscheinen wie einzelne Geschichten in der Geschichte. Dieses Buch stellt eine interessante "Was-wäre-wenn"-Frage. Denn ist es nicht unser gutes Recht, weiss zu wählen? Doch was würde geschehen, wenn dies plötzlich die Mehrheit des Volkes tun würde? Wie würden wir reagieren? Was würden wir tun? Wie wir das von Saramago kennen, ist das Buch aufgrund der speziellen Sprache nicht für Zwischendurch geeignet. Das politische Thema und die langen Gespräche zwischen den verschiedenen Politikern fordern den Leser zusätzlich. Dennoch sollten Fans von Saramago auch "Stadt der Sehenden" nicht verschmähen. Wer den ersten Roman "Stadt der Blinden" mochte, kann sich auf ein Wiedersehen mit einigen Personen aus dem vorhergehenden Buch freuen. Wer dieses nicht gelesen hat, wird jedoch keine Probleme damit haben, den Ereignissen zu folgen, da das Geschehen des ersten Buches erst am Ende von "Die Stadt der Sehenden" aufgegriffen wird und die Geschichte nochmal repetiert wird. Ungeübten Lesern wird jedoch von der Lektüre abgeraten, da der Schreibstil des Autors sehr anstrengend und deshalb nicht für jedermann geeignet ist. Ich persönlich hatte etwas Mühe mit dem Buch. Das liegt nicht daran, dass es etwa schlecht wäre, ganz im Gegenteil, es ist ein sehr intelligentes und spannendes Stück Literatur. Aber mir schien die feine Poetik aus "Die Zeit ohne Tod" zu fehlen. Doch zeigt dies nur die unterschiedlichen Fähigkeiten dieses aussergewöhnichen Autors auf.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    silverincu

    silverincu

    19. May 2009 um 15:49

    Ich fand "Die Stadt der Blinden" richtig toll. Bei dem Buch konnte ich auch locker viele Seiten auf einmal lesen. Doch bei der Stadt der Sehenden musste ich mich durchkämpfen und hab viele Szenen einfach überlesen. Schade zwar, aber wer die Stadt der Blinden mag sollte vorsichtig sein bei diesem Buch. Es ist langatmig und vieles wiederholt sich und die detailierte Beschreibung ist hier wirklich sehr sehr sehr detailiert.

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  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    Pelikan

    Pelikan

    10. January 2008 um 19:39

    Ich habe 2/3 gelesen seit Anfang Dezember. Es geht nur schleppend voran, lege das Buch oft zur Seite - mehr als ein paar Seiten gehen einfach nicht am Stück. Ich kann aber auch nicht die Finger von dem Buch lassen. Die Geschichte hat was. Bin gespannt, ob ich bis zum Ende komme.

  • Rezension zu "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago

    Die Stadt der Sehenden
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. November 2007 um 20:07

    spannend ausgearbeitetes politisches Szenario