José Saramago Eine Zeit ohne Tod

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Inhaltsangabe zu „Eine Zeit ohne Tod“ von José Saramago

Und wenn einfach keiner mehr sterben würde? Es ist der 1. Januar in einem nicht näher bezeichneten Land. Da geschieht, wofür es kein Beispiel in der Geschichte gibt: An diesem Tag stirbt niemand. Und auch am folgenden Tag nicht und am darauffolgenden. Selbst die Königinmutter, bei der es aussah, als würde sie den Jahreswechsel nicht mehr erleben, verharrt im Sterben. Eines Tages findet der Direktor des nationalen Fernsehens einen Brief auf dem Tisch, über dessen Erhalt er umgehend den Ministerpräsidenten in Kenntnis setzt. Der Brief stammt vom Tod … «Bei allem Realismus, bei allem Engagement ist Saramagos Kosmos das Terrain der großen Geheimnisse, der wahren Mirakel, die resistent sind gegen Deutung, Aufschluss, Klärung.» Frankfurter Rundschau

Saramago ist der Meister des "Was wäre wenn"-Szenario. Sehr empfehlenswert.

— Bruno_Vasconcelos

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  • José Saramago | EINE ZEIT OHNE TOD

    Eine Zeit ohne Tod

    Bookster_HRO

    27. November 2017 um 11:56

    INHALT: In einem kleinen Königreich verweigert der Tod pünklich zum neuen Jahr seinen Dienst – es stirbt niemand mehr. In den ersten Tagen halten es die Menschen für einen Zufall, doch nach einer Woche glaubt keiner mehr daran. Moribunde, denen man im alten Jahr nicht einmal mehr Stunden prophezeit hatte, verharren in ihrem halbtoten Zustand. Unfallopfer mit schwersten Verletzungen bleiben gegen jede biologische Regel am Leben. Zuerst gehen die Bestatter auf die Barrikaden, da sie nichts mehr verdienen, dann wird auch die Regierung wach. Die Kirche glaubt, das Ende sei nahe, die Philosophen und Gelehrten überschlagen sich in ihren Prophezeihungen. Kurz: Das Land steht Kopf. Einer Familie im Grenzbereich des Landes, die selbst zwei Todgeweihte zu bedauern haben, gelingt es, ihre Ärmsten heimlich über die Grenze zu schaffen. Denn im Ausland, so die Gerüchte, sterbe man nach wie vor fröhlich vor sich hin, so wie von der Natur gedacht. Und siehe da: Nach nur einem Schritt ins Nachbarland, erliegen die tapferen Seelen ihren Leiden und steigen auf ins Himmereich – Was für ein Segen! Dieser Trick macht schnell die Runde, doch genauso schnell bildet sich eine Organisation von Schleppern – die Maphia (sic!) – die mit ihren Erlösungsfahrten Millionen scheffeln. Der König sieht sich gezwungen, seine Grenzen militärisch zu sichern und es kommt zu Unruhen. Sieben lange Monate bleibt der Tod dem Königreich fern, bis er sich selbst zu Wort meldet. Seine Absenz war ein Experiment und er ist von der Menschheit, die in Hysterie und Chaos versinkt, so schwer enttäuscht, dass er die Regeln ändert. 1.) Ab Mitternacht, werden auf einen Schlag all diejenigen sterben, die in den letzten Monaten eigentlich das Zeitliche hätten segnen müssen. 2.) In Zukunft wird er jedem, der sterben wird, einen Brief zukommen lassen, nach dessen Erhalt eine Wochenfrist beginne, in der er alles reglen könne. Gesagt, getan: Nach Mitternacht fallen zigtausende Menschen tot um, und jeden weiteren Tag bekommen hunderte Weitere je einen violetten Brief zugestellt. Doch ein Brief, ein einziger, kommt immer wieder zum Tod zurück. Der Tod erkläärt diesen Sonderfall zur Chefsache. FORM: José Saramago (1922-2010) liefert mit diesem Roman ein vielschichtiges Spätwerk ab. Die Sätze sind gewohnt verschlungen, der Blick in die menschlichen Abgründe wie immer messerscharf, alles gewürzt mit einer ordentlichen Brise sarkastischem Humor. Die zahlreichen Figuren bleiben namenlos, auch wenn einzelne aus der Masse hervorstechen, wie zum Beispiel der König oder der Premierminister. Einzig der Tod, die Unperson höchstselbst, bekommt eine Persönlichkeit und einen Namen: tod, mit kleinem T. Und er ist eine Dame – tod die Todesdame, die zum Schluss sogar in Menschengestalt auf der Erde wandelt. Ironischer kann man sein Personal kaum ersinnen. Saramago lässt – wie schon in seinem Bestseller STADT DER BLINDEN (1995) – eine riesige Gruppe Menschen, quer durch alle sozialen Schichten, mit einer nie dagewesenen, widernatürlichen Situation kollidieren und schaut zu, wie sie damit umgehen. Er exerziert alle möglichen Szenarien durch, lässt seine Figuren leiden und sterben – oder eben auch nicht –, und schreibt alles auf, wie ein ernsthafter Wissenschaftler im Labor … oder ein diabolisches Kind beim Fluten eines Ameisenhaufens. Die Ergebnisse aus diesen Forschungen jedenfalls, egal ob politischer, sozialer oder philosophischer Natur, sind erhellend und unterhaltsam zugleich. FAZIT: Volle Punktzahl für diesen unglaublich komplexen Roman. Bisher kannte ich nur DIE STADT DER BLINDEN (grandios) und DER DOPPELGÄNGER (sehr zäh und trocken). EINE ZEIT OHNE TOD hat mir aber wieder Lust auf mehr Bücher des Nobelpreisträgers gemacht; ein paar habe ich auch schon bereit liegen. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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  • Auch der Tod braucht mal ne Auszeit

    Eine Zeit ohne Tod

    Babscha

    Die Story: In einem ungenannten mittelgroßen Land dieser Erde stellt der Tod pünktlich mit dem ersten Glockenschlag des neuen Jahres seine Tätigkeit ein. Allerdings nur dort; außerhalb der Landesgrenzen ändert sich nichts am Werden und Vergehen der Menschheit. Dies führt natürlich in kürzester Zeit zu chaotischen Zuständen. Nicht nur die alte Königinmutter bleibt in der Schwebe zwischen Leben und Tod, tausenden Todkranken, Unfallopfern und sonstigen Siechen, deren Zeit jetzt eigentlich gekommen wäre, geht es nicht anders. Politik und Klerus sehen sich ebenfalls mit einer nie dagewesenen Situation konfrontiert, die es möglichst elegant zu lösen gilt. Da sind die jetzt ja nicht mehr mögliche Auferstehung im Sinne der Bibel genau wie eine mittelfristig unaufhaltsam wachsende Zahl von Rentnern und Pflegebedürftigen, die es zu versorgen gilt, nur die Spitze des auf Kollisionskurs dahindriftenden Eisbergs. Aber siehe da: Nach dem ersten Schock zeigen sich alle Beteiligten durchaus erfinderisch bei der Lösung des Problems, natürlich immer schön unter Wahrung der eigenen Interessen. Keiner jedoch weiß, warum der Tod so handelt und wie das Ganze letztlich weitergehen soll. Meinung: Saramago strapaziert in seinem Buch eine wahrlich außergewöhnliche, abstruse Idee. Und das mit allen Konsequenzen und mit einem sehr genauen Gespür für das Handeln und Denken von Menschen in Ausnahmesituationen. Während der Roman in der ersten Hälfte noch beschaulich einsteigt und langsam an Fahrt aufnimmt, brennt der Autor danach ein rabenschwarzes Feuerwerk von guten Ideen ab. Ein Genuss zu lesen, wie er dabei in seiner ganz speziellen Sprache, respektlos und mit großem Wortwitz alle betroffenen Parteien aufs Korn nimmt und dabei gekonnt in ihrer ganzen Einfältigkeit und Unfähigkeit entlarvt und bloßstellt. Und wir lernen tatsächlich auch den Tod selbst kennen einschließlich seines Wohnsitzes. Das liest sich ziemlich ungewohnt aber gut, sowie zusätzlich beschleunigt durch den dem Autor offensichtlich eigenen Verzicht auf jede grammatikalisch saubere Darstellung wörtlicher Rede. Insgesamt ein reichlich durchgeknalltes, aber unbedingt lesenswertes Stück Literatur, das den Menschen -genau so wie den Tod- zeigt, wie er wirklich ist: Berechnend, rücksichtslos, gepaart mit einer guten Portion Stupidität und Hilflosigkeit, wenn etwas mal außerhalb der Norm läuft.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Elodin

    15. January 2013 um 20:48

    Letztendlich doch ein schönes Buch, auch wenn ich erst etwas anderes erwartet habe. Achtung, ab jetzt Spoiler :-) Eigentlich hatte ich mich auf eine kleine Utopie gefreut, was alles möglich wäre, gäbe es keinen Tod mehr. Stattdessen streiten sich Kirchen, Bestatter und Maphia darum, wie es weiter geht. Klar, irgendwie hat Saramago auch Recht, was soll denn mit den Leuten werden, die zwar immer älter werden, aber doch nicht sterben. Naja, ich dachte einfach, es geht eher in die Richtung, was dann alles machbar ist, nicht, welche Probleme sich ergeben. Ab ungefähr dem letzten Drittel (oder Hälfte? weiß nich mehr genau) taucht dann tod als Charakter auf und die Geschichte wurde für mich interessant. Vorher fand ich den Inhalt nicht so dolle, aber mit der Dame als Hauptperson ... es gab dann eben eine Hauptperson :-) Saramagos Schreibstil ist sowieso Geschmacksache. Er benutzt keine Anführungszeichen für wörtliche Rede, bei Dialogen muss man also ganz genau am Ball bleiben, wenn die Sprecher wechseln, erkennt man das an Großschreibung oder einfach durch ein Komma. Für mich wars nicht neu, ich hab auch "Stadt der Blinden" schon von ihm gelesen. Trotzdem brauchte ich so 50 Seiten, um wieder rein zu kommen. Danach fand ich Saramago wieder echt pfiffig, immer intelligent und teilweise auch schön frech und witzig. Auch wenn der Inhalt teilweise dahinplätscherte, hab ich ihm einfach gern beim erzählen "zugehört“. Nach dem lesen hab ich gedacht: "Einfach nur der Erzählstrang mit den lila Umschlägen, tod und dem Musiker, dann wäre es ne Super Kurzgeschichte."

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Vinschen

    28. September 2011 um 13:50

    Am darauffolgenden Tag starb niemand.“ So beginnt der Roman „Eine Zeit ohne Tod“ von José Saramago. Auch in den nächsten Tagen sollte keiner sterben. Und so ziehen in dem fiktiven Staat die Wochen ins Land, ohne dass jemand verstirbt. Was für die Einwohner zunächst wie ein göttlicher Segen erscheint, entwickelt sich zu einer Katastrophe mit Folgen für die Bewohner, die Regierung, die Versicherungsgesellschaften, die Krankenhäuser, die Altersheime, die Rentenanstalten, die Kirchen und natürlich auch für das Bestattungsgewerbe. Dem portugiesischen Nobelpreisträger für Literatur Saramago gelingt in diesem Buch eine Fiktion, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit unserer Realität hat. Die nicht sterben wollenden Menschen können von den Institutionen Krankenhaus und Altersheim nicht mehr aufgenommen und gepflegt werden. Die Regierung beschließt, dass diese Menschen zu Hause gepflegt werden sollen. Also werden sie den Angehörigen zur Last. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, denn der Autor seziert die ganze Wirkungskette der Gesellschaft, wenn denn nun wirklich keiner mehr sterben sollte. „Saramago ist mit diesem Werk ein Meisterstück gelungen, über eine Welt, die vielleicht nicht so weit entfernt ist von der unseren“, schreibt die Welt am Sonntag. Das Buch „Eine Zeit ohne Tod“ ist wirklich lesenswert. Nicht nur der ethische Ansatz ist interessant nachzuvollziehen, die Erzählkunst von José Saramago macht auch einfach Spaß. So überrascht der Autor mit einer Wende, als „tod“ sich nach siebenmonatiger Pause via Post an die moderne Mediengesellschaft wendet und beschließt, die „Arbeit“ wieder aufzunehmen. Jeder, der sterben wird, erhält jedoch eine Woche zuvor Post, um seine Angelegenheiten regeln zu können. Diese neue Nachricht und die neue Herangehensweise von „tod“ stürzen die Gesellschaft wiederum in eine neue, ebenso verzweifelte Lage. José Saramago starb am 18. Juni 2010 im Alter von 87 Jahren. Sein umfangreiches Werk ist zu großen Teilen im Rowohlt Verlag erschienen.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Vampi_77

    Ein Land, irgendwo in dieser Welt, in dem plötzlich niemand mehr stirbt. In den angrenzenden Ländern und auch in der Tierwelt läuft dagegen das Leben (und Sterben) normal weiter. Die Menschen sind verunsichert, sehen sich mit gewaltigen moralischen Auseinandersetzungen konfrontiert, und die Unternehmen, die vom Tod leben (! diese Verbindung wird hervorragend herausgearbeitet!), versuchen eine Lösung für ihr eigenes Überleben zu finden. Doch plötzlich meldet sich der Tod persönlich zu Worte und erklärt seine Beweggründe. Ein Wechsel der Beobachtungsebene von Erzähler und Leser führt von der allgemeinen Beobachtung des Landes zur Gedankenwelt einer ganz besonderen Person: Tod. Wir lesen über ihre eigene Unsicherheit, als plötzlich ein Mann nicht stirbt, für den eigentlich der Tod vorgesehen war. Und wir erfahren, was passiert, wenn Tod sich verliebt... Saramago gelingt es, den Leser mit in diese Welt zu nehmen. Plötzlich werden Zusammenhänge bewußt, die sonst einfach nur selbstverständlich waren, bei näherer Betrachtung aber eine ganz andere Bedeutung erlangen. Dabei wird er jedoch nie kitschig. Einfach genial. Der Stil Saramagos ist gewöhnungsbedürftig, aber dies ist bereits das dritte Buch, das ich von ihm gelesen habe, und ich habe mich daran gewöhnt. Im Gegenteil, ich finde, mit einem anderen Stil wären seine Bücher nicht so voller Dichte. Absolut lesenswert!

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    • 2

    traumwald

    04. January 2011 um 23:50
  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Geisterhoernchen

    16. November 2010 um 17:50

    Seltsamer Handlungsstrang. Buch kann in zwei Abschnitte eingeteilt werden: Im ersten Teil wird der Staat beleuchtet, der sich vor die Frage gestellt sieht, wie er die Folgen des Streiks des Sensenmanns, halt, der Sensenfrau - In diesem Roman ist der Tod eine Frau, vielmehr ein Mädchen von etwa 32 Jahren -, mit seinen vollen Altenheimen und Krankenhäuser gesellschaftlich gebacken bekommt. Und im zweiten Teil wird der (die) Tod beleuchtet und ihr Handeln beobachtet. Der zweite Tod-Teil kann sich eines gewissen Humors nicht erwehren, da sich bestimmt viele Leser an den Tod aus Terry Pratchetts Romanen erinnern werden. Dieser Tod-Teil ist wirklich sehr unterhaltsam, besonders die Seiten in der sie den Cellisten mit seinem Hund besucht. Der Cellist sollte eigentlich sterben, aber aufgrund eines seltsamen Systemfehlers macht er sich nicht auf den Todesacker sondern weilt weiter unter den Lebenden. Die verdutzte Tod versucht eine Möglichkeit zu finden, wie sie ihn um die Ecke bringen kann und am Ende empfindet sie Mitleid und schläft mit ihm und macht sich vom Acker. Der erste Teil ist etwas staatstheoretisch und zieht sich leider. Der zweite Teil ist top! :) Ich zumindest bin froh, diesen Roman gelesen zu haben!

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Kathchen

    In einem Land, das nicht näher beschrieben wird, stirbt plötzlich niemand mehr. Man altert zwar weiter, aber am Ende steht nicht mehr der Tod. Die einen freuen sich, die anderen sehen Probleme damit aufziehen, zurecht. Denn schon beginnen Menschen sterbenskranke Verwandte ins Ausland zu schaffen, damit diese dort sterben können, die Kirche, die das Leben nach dem Tod verkündet, steht plötzlich ohne Grundlage dar, … Doch nach ein paar Monaten gibt es einen Brief, von tod, die tod. Denn das Nichtsterben hat ein Ende… Mir fällt es sehr schwer, meine Meinung zu “Eine Zeit ohne Tod” in Worte zu fassen. Das war mein erstes Buch von Saramago, ich wusste zwar, dass Saramago schon recht speziell schreibt, aber ehrlich gesagt, hat es mich mehr gestört als ich dachte. Saramago kommt mit sehr wenigen Kommata und Punkten aus und auch andere Satzzeichen sind ihm scheinbar sehr fremd. Und durch diese sehr langen Sätze kam es mir teilweise schon vor, als wenn Saramago öfters mal vom eigentlichen Thema abgeschweift ist. Das Buch kommt ohne eine richtige Hauptperson aus. Lediglich ein Erzähler gibt es. Zwar wird hin und wieder näher auf eine Familie, Person eingegangen, aber nur sehr oberflächlich und so kam es mir teilweise fast wie ein “Sachbuch” vor, vorallem sehr trocken. Die erste Hälfte des Buches beinhaltet das Thema: Was passiert, wenn plötzlich niemand mehr stirbt. Einerseits sehr interessant, andererseits fand ich es teilweise auch sehr langatmig. Erst die zweite Hälfte, die ich doch sehr anders fand, hat mir gut gefallen. Denn hier tritt tod dann auch als “Person” auf und das Ende fand ich doch ziemlich überraschend – und vorallem hat es mir gefallen, hat mich mit einem Grinsen im Gesicht zurückgelassen. Nichtsdestotrotz bin ich ziemlich enttäuscht. Bisher kannte ich nur begeiste Meinungen zu dem Buch und daher habe ich wahrscheinlich zu viel hiervon erwartet. Von Saramago habe ich noch “Die Stadt der Blinden” auf dem SUB. Zwar habe ich nicht das Bedürfnis, dieses Buch jetzt los zu werden, aber besondere Lust es zu lesen auch nicht… Aber gut, bei mir bekommen die meisten Autoren eine zweite Chance und da es hier ein paar Sachen gab, die mir gut gefielen, wird “Die Stadt der Blinden” sicherlich irgendwann gelesen…

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    • 2
  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    die_Leserin

    07. September 2010 um 00:01

    Am ersten Tag eines beliebigen Jahres in einem beliebigen Land starb niemand. Und dies sollte auch die nächsten sieben Monate lang bleiben. In der ersten Hälfte seines Buches beschäftigt sich Saramago mit dem plötzlichen Aussetzen des Todes und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik. Wie reagieren König, Premierminister, die Kirche, Einrichtungen der medizinischen Versorgung, Versicherungsanstalten, Bestattungsunternehmen und vor allem jene Familien, die ab nun und bis in alle Zeit einem geliebten Familienmitglied beim Sterben zusehen müssen ohne auf Erlösung hoffen zu können? Mag die Lage in jenem bedauernswerten Land noch so katastrophal sein, der Leser amüsiert sich dennoch prächtig. Unvermeidbar bei Saramagos ironischer, aber treffender Beschreibung der Selbsteingenommenheit aller Politiker. Wie schon in seinem Buch "Die Stadt der Sehenden" erfährt auch "Eine Zeit ohne Tod" eine plötzliche Wendung in der Handlung ab etwa der Hälfte des Buches. Mit einem Mal entscheidet sich der Tod zurück zu kehren, ist gar eine energische Dame (der Tod hat im Portugiesischen offensichtlich den weiblichen Genus inne), und erklärt der Menschheit, von der sie so gefürchtet und gehasst wird, dass sie ihr eine Lektion über die Notwendigkeit ihrer Existenz erteilen habe wollen. Sie erweist sich darüber hinaus als einsichtig und gesteht in der Vergangenheit wohl oft zu plötzlich dem ein oder anderem das Lebenslicht genommen zu haben. Daher soll ab nun jeder Staatsbürger acht Tage vor seinem Todestag eine briefliche Warrnung erhalten. Gerade als der Tod (die tod) die neue Bürokratie eingeführt hat (ohne zu erkennen wie grausam es ist, einem Menschen die Ungewissheit zu nehmen) unterläuft ihr ein fataler Fehler. Ein Brief wird zu spät abgeschickt. Sein Empfänger hätte bereits seit acht Tagen tot sein müssen. Ein Versehen. Ein Übersehen. Ein literarisches final destination. Die Personifizierung des Todes beschwört eine neuerliche Katastrophe hervor. Jose Saramago ist ein Meister im Aufzeigen der Schwächen und Abstrusitäten von Gesellschaftssystemen. Strukturen, die schon im Alltag mehr schlecht als recht funktionieren, führen im Ausnahmezustand unweigerlich zur Katastrophe.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. July 2010 um 20:30

    In "Eine Zeit ohne Tod" beschäftigt sich der 1998 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Schriftsteller José Saramago mit einer Vision. Weniger wird uns eine flüssige Geschichte erzählt mit Akteuren, die uns ans Herz wachsen. Lediglich im zweiten Teil des Buches gibt es so etwas wie einen Handlungsstrang mit Hauptpersonen. Da begegnen wir tod und einem Cellisten, die sich zueinander hingezogen fühlen. Denn tod ist eine Frau. Vielmehr ist dieses Werk die ausgefeilte Darstellung der Idee, wie es wäre, wenn eines Tages kein Mensch mehr sterben würde und die darauffolgenden Tage und Wochen auch nicht. Welche Maßnahmen wären vonnöten, wer würde wie darunter leiden? Was würden die Menschen tun, wenn sie das Dahinsiechen todkranker Angehöriger mit ansehen müssen? Wie reagiert die Regierung auf diesen Zustand? Die Zeit ohne Tod ist in dem Roman jedoch begrenzt. Nach einem halben Jahr kündigt tod selbst an, wieder auf der Bildfläche zu erscheinen - von einem Tag auf den anderen und was passiert dann? Sterben alle gleichzeitig, die das letzte halbe Jahr über ihren Zenit hinweg gelebt haben? Sollte der Tod nicht angekündigt werden? Einer spannenden Frage hat sich Saramago hier gewidmet. In überspitzter Form wird die Überalterung der Menschheit beleuchtet. Da der Autor das Fernbleiben des Todes auf nur ein Land beschränkt und auch die Tiere und Pflanzen außen vor läßt, werden auch andere Fragen aufgeworfen. Was bedeuten Grenzen für ein Land ohne Tod? Müssen diese bewacht oder verteidigt werden? Kann das die Armee übernehmen und wie schützt der Staat seine Bürger vor kriminellen Banden, die sich schnell mit dem Ausnahmezustand arrangieren und ihren Vorteil daraus ziehen (im Buch genannt die "Maphia")? Ein durchaus spannendes Buch mit vielen Ansätzen zum weiteren Nachdenken. Nur leider liest es sich nicht ganz so flüssig, da es fast ohne Punkt und die Anführungszeichen der wörtlichen Rede daherkommt. Auch der nur sehr gering vorhandene Rahmen von Figuren, an deren Lebensweg man solch eine Geschichte aufhängen könnte, macht den Roman zu keiner leichten Lektüre. Dennoch eine ausdrückliche Empfehlung zum Lesen von mir.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    babeslucy

    09. July 2009 um 18:32

    Am Anfang gefiel es mir echt gut, in der Mitte irgendwann fand ich es total komisch das sich der Stil total gedreht hat von der Sichtweise des Landes etc... auf die persönliche Seite von "die Tod" hat sich erst auf der letzten Seite wieder gelegt und mir das Gefühl vermittelt, in der Hälfte des Buches wäre alles verschrieben Gewesen also packen wir etwas zweites ins Buch. Sonst gefiel es mir sehr gut.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    olgica

    04. June 2009 um 16:00

    Am Neujahrstag stirbt niemand. Am nächsten Tag auch nicht. Am darauffolgenden ebenfalls nicht. Die Menschen des Landes wundern sich erst, fühlen sich dann aber durch ihre neue Unsterblichkeit beflügelt und reizen ihr Leben aus. Allerdings entstehen auch viele Probleme, da Krankenhäuser und Pflegeheime bald mit im Sterben liegenen Menschen überfüllt sind. Durch einen Brief, der mit "tod" unterzeichnet ist, erfahren die Menschen schließlich warum niemand mehr stirbt. Der Autor José Saramago befasst sich mit dem alten Menschheitswunsch der Unsterblichkeit auf kritische Art. Er zeigt die Probleme einer Welt ohne Tod auf. Nebenbei kritisiert er sehr offen Politik und Gesellschaft. Leider ist die Idee besser als die Umsetzung. Es fehlt an Spannung und der Erzählstil ist oftmals seltsam.

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  • Rezension zu "Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago

    Eine Zeit ohne Tod

    stories!

    14. April 2009 um 11:53

    Es ist der erste Januar in einem nicht näher benannten Land und die Menschen hören auf zu sterben. Der Tod hat seine Arbeit eingestellt. Saramago hat einen philophischen und sehr unterhaltsamen Roman geschrieben, der uns überspitzt zeigt, was passiert, wenn wir alle im länger leben wollen und dem Anti-Aging-Wahn weiter und weiter verfallen.

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