José Saramago Geschichte der Belagerung von Lissabon

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der Belagerung von Lissabon“ von José Saramago

«Dieser Roman ist so voller Ironie und Lust am Spiel der Sprache, dass man sich gern zur Lektütre verführen lässt.» (Frankfurter Rundschau) Ein Korrektor probt den Aufstand: Statt brav ein Buch über die Historie Lissabons auf Fehler durchzusehen, ändert er es eigenmächtig. Die Aktion revolutioniert sein Leben. Er wird zum besessenen Schriftsteller, der nun seine eigene Geschichte der Belagerung von Lissabon schreibt. Ein Sieg der Phantasie über die Fakten. Und gleichzeitig ist dies der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte.

Eine doppelte Liebesgeschichte, eine tatsächliche und eine zur Stadt Lissabon. Saramagos Sprache ist beeindruckend, die Story weniger.

— franzzi

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Berühre mich. Nicht.

Irgendwie hatte ich ganze andere Erwartungen an dieses Buch.Die Spannung war schon da, aber es kam erst zum schluss.

Katarzyna85

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    Geschichte der Belagerung von Lissabon

    franzzi

    Der bessere Klappentext: José Saramago schreibt ungemein wunderbar. Dieses Mal über die Folgen, die ein Nein an der Stelle eines Jas haben kann - in einer historischen Quelle wie im echten Leben. Sein Held spielt das alte Gedankenspiel: "Was wäre, wenn...?". Diesen Roman umschleicht allerdings auch das Gedankenspiel: "Was wäre, wenn José Saramago seine Geschichte nicht so kaugummiesk in die Länge gezogen hätte?" Worum es geht: Der Titel ist tatsächlich Programm. Es geht um die Geschichte der Belagerung von Lissabon. Genau genommen, um zwei Geschichten der Belagerung von Lissabon. Einst gehörte Lissabon den Mauren und die (späteren) Portugiesen wollten das mit Hilfe der Kreuzritter ändern. Sie überreden die Kreuzritter zu einem Ja. Das schreibt ein Historiker auf, und ein Lektor namens Raimundo Silva, Saramagos Held, korrigiert es. Sowohl das Buch, als auch das Ja. Aus einem plötzlichen Impuls heraus fügt er ein nicht ein, wo keines hingehört und verweigert den Eroberungswilligen so nachträglich die kreuzritterliche Hilfe. Als der Verlag diese Manipulation entdeckt, sind alle entsetzt. Alle, bis auf die neue Lektorenbetreuerin Maria Sara. Die möchte jetzt nicht nur den eigenbrötlerischen wie belesenen Silva kennenlernen, sondern auch dessen alternative Geschichte der Belagerung von Lissabon. Eine Liebesgeschichte beginnt, naja, oder sie lässt sich lange erahnen, ehe sie dann irgendwann beginnt zu beginnen. Worum es wirklich geht: Saramago verwebt mehrere Liebesgeschichten. Die von ihm erdichtete zwischen dem Lektor und seiner Vorgesetzten, die der Portugiesen zu ihrer Hauptstadt und die vom Lektor erdachte zwischen einem Soldaten und einer Rittersgespielin. Dazwischen verwebt er Überlegungen und Denkanstöße zur Manipulierbarkeit allen menschlichen Wissens und zur Glaubwürdigkeit historischer Quellen - wie viele Raimundo Silvas hat es in der Weltgeschichte wohl gegeben? Klingt nach einer schönen Mischung, nicht wahr? Eigentlich. Zumal José Saramago in seiner "Stadt der Blinden" gezeigt hat, was sein eigentümlicher Schreibstil vermag, der mit den vielen Einschüben, der mit den vielen Kommas und den wenigen Punkten, der ohne direkte Sprecherzuordnung im Dialog. Er erzeugt mitreißende Dynamik, dieser Stil, er macht das Lesen so schnell und durcheinander, wie das Leben mitunter ist. Dachte ich. Doch diese Geschichte beweist: Auch ein atemloser Schreibstil übertüncht eine unentschlossen plätschernde Geschichte nicht. Die Poesie rettet den Leser zum Ende des Buchdeckels, aber sie rettet nicht das wohlige Gefühl, das sich beim Lesen kluger und eigenwilliger Bücher so oft einstellt. Schade. Wie es klingt: "Nur gemach, wie Maria Sara sagen, in ein Jahr paßt nicht mehr hinein als in eine Minute, nur weil es Jahr und Minute sind, entscheidend ist nicht die Größe des Gefäßes, sondern was ein jeglicher von uns da hineingeben kann, mag einiges auch überlaufen und verlorengehen." (382) Mehr Zitate habe ich, wie so oft, in der Lesechronik gesammelt: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/franzzi/lesestatus/1110082599/

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  • Rezension zu "Geschichte der Belagerung von Lissabon" von José Saramago

    Geschichte der Belagerung von Lissabon

    Geisterhoernchen

    11. November 2010 um 19:49

    Gutes Buch, aber.....man muss Interesse für Historisches aufbringen und zudem seinen, in diesem Buch realisierten und nicht in allen seinen Büchern verwendeten Satzbau mögen, der fast nur aus Nebensätzen mit vielen Kommas und nur ganz wenigen Punkten besteht. Es ist auch nur aus dem Kontext ersichtlich, wer gerade spricht. Man muss sich also ganz schön konzentrieren und es ist absolut kein Buch für nebenher.

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  • Rezension zu "Geschichte der Belagerung von Lissabon" von José Saramago

    Geschichte der Belagerung von Lissabon

    Wolkenatlas

    01. September 2008 um 13:46

    NEIN statt JA, Nein - statt ja... der Anfang einer Liebesgeschichte, wie sie wahrscheinlich nur José Saramago schreiben kann. Er versteckt seine "Story" hinter einer "Was wäre wenn die Kreuzritter NEIN gesagt hätten" (NEIN zu Hilfe bei der Vertreibung der Mauren aus dem besetzten Lissabon). Es knistert ab der ersten Begegnung zwischen dem Korrektor (eine am Anfang eher typische Saramago Figur - allein lebend, etwas weltfremd) und der Frau Doktor (seiner Chefin - eine "Powerfrau", geschieden). Es ist ein Vergnügen, die langsame Annäherung (der erste Kuß fällt nach ca. 350 Seiten - von ca. 430) der beiden mitzuverfolgen. Ein wunderbares Buch, geschrieben mit einer sprachlichen Eleganz, die ihresgleichen sucht...

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