José Saramago Kleine Erinnerungen

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Inhaltsangabe zu „Kleine Erinnerungen“ von José Saramago

Die Poesie des Optimismus José Saramago weiß, wie es ist, in Armut aufzuwachsen. Wenn man in jedem Frühjahr die Bettdecken verpfänden muss. Wenn die Großeltern mit den kleinen Ferkeln im Bett schlafen, um sie vor der Kälte zu schützen. Oder wenn man sich mit der ganzen Familie einen Teller Suppe teilen muss. Seine Eltern, beide tüchtige, aber ungebildete Landarbeiter, konnten dem kleinen «Zezito» — so Saramagos Spitzname — das Gymnasium nicht finanzieren, der zukünftige Literaturnobelpreisträger musste zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker machen. Doch seine Liebe zum geschriebenen Wort entdeckte er früh, und sie ließ ihn nicht mehr los. «Die Begebenheiten, die Saramago preisgibt, leuchten wie Kieselsteine im Fluss.» (Süddeutsche Zeitung)

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  • Ein schmales Büchlein,

    Kleine Erinnerungen
    knuddelbacke

    knuddelbacke

    29. May 2014 um 09:21

    In Jose Saramagos schmalen Bändchen entführt uns der portugiesische Literaturnobelpreisträger in das Portugal seiner Kindheit und Jugend. In kleinen, meist kurzen Kapiteln gewährt uns Jose Saramago einen autobiographischen  Einblick in Begebenheiten aus seiner Kindheit und frühen Jugend. Es sind , wie der Titel bereits verrät, kleine Erinnerungen, etwa an erste Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, Anekdoten aus seiner Schulzeit und alltägliche Geschichten aus einer durch Armut geprägten Kindheit. Er gewährt dem Leser einen Einblick in seine bescheidene Vergangenheit , nimmt Bezug auf Ereignisse die Einfluss auf spätere Werke von ihm genommen haben, und lässt einem vor allem staunen - staunen darüber, wie  ein Mann trotz (oder vielleicht gerade wegen) solch einfachen Wurzeln zum wichtigsten Autor der portugiesischen Gegenwartsliteratur werden konnte. Ich muss gestehen, dass ich das schmale Bändchen nicht gerade mit großen Erwartungen vor 2 Tagen aus meinem Bücherregal genommen habe. Ich hatte eigentlich nur eine einfache Lektüre für die Zugfahrt gesucht und musste zu meiner Freude feststellen, dass ich das kleine Büchlein völlig zu Unrecht unterschätzt habe. In kleinen Anekdoten bietet Saramago dem Leser einen Einblick in das Portugal seiner Kindheit. Eine bunte Mischung aus einfachen Kindheitserinnerungen und jugendlichen Anekdoten bieten dem Leser eine angnehme Mischung. Das Besondere bei dieser Lektüre war für mich die Erfahrung, dass es oftmals nicht vieler Worte bedarf, um dennoch viel auszudrücken. Beim lesen der kleinen Alltagsgeschichten stahl sich immer öfter ein zartes Lächeln auf mein Gesicht. Besonders symphatisch fand ich das Geständnis Saramagos, dass er sich bei der ein oder anderen Begebenheit gar nicht sicher sei, ob sich Dieses oder Jenes tatsächlich so ereignet hat, oder ihm seine Erinnerungen nur einen Streich spielen:  „Manchmal frage ich mich, ob bestimmte Erinnerungen wirklich meine eigenen sind oder vielleicht eher fremde, in denen ich unbewusst mitgespielt habe und die mir erst im Nachhinein über Beteiligte vermittelt wurden…“ .Mein Fazit: Ein bezauberndes Buch des portugiesischen Nobelpreisträgers, welches mit zarten und bescheidenen Tönen einen Einblick in die Vergangenheit eines großen Mannes gewährt.

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  • Frage zu "Die Stadt der Blinden" von José Saramago

    Die Stadt der Blinden
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Gestern ist der Schriftsteller und Nobelpreisträger José Saramago gestorben. Mit "Die Stadt der Blinden" konnte er mich für Literatur begeistern wie seither kein anderer Autor. Welches seiner Bücher hat euch besonders gut gefallen und warum?

    • 4
  • Rezension zu "Kleine Erinnerungen" von José Saramago

    Kleine Erinnerungen
    HeikeG

    HeikeG

    24. March 2009 um 11:50

    Annäherungen und Erkundungen . Zweifelsohne fließen in Romane und Erzählungen viele persönliche Erlebnisse und Erinnerungen des jeweiligen Autors ein. Ausgeschmückt, hinzugedichtet, erweitert, drapiert und ausstaffiert treten diese ihren Weg ins Buch und letztendlich zum Leser an. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um einen "Debütanten" oder einen "hoch dekorierten, gestandenen" Schriftsteller wie den 86-jährigen portugiesischen Literaturnobelpreisträger José Saramago handelt. . In seinem soeben erschienenen schmalen Buch "Kleine Erinnerungen" erwähnt er an einigen Stellen solche Begebenheiten, die ihn später zu einigen seiner Romane inspiriert haben. Sei es nun ein denkwürdiger Ausflug nach Mafra in die monumentale Basilika mit ihrem gehäuteten heiligen Bartholomäus, die ihn zu "Das Memorial" animierte. Oder aber der von Zeit zu Zeit stattfindende Besuch eines etwas streng riechenden blinden Verwandten, dessen Ausdünstungen er seitdem mit Blindheit verbindet und dies vermutlich in "Die Stadt der Blinden" seinen Niederschlag fand. Der frühe und für ihn nicht geklärte Tod seines Bruders Francisco sowie seine späteren Recherchen in Personenstandsregistern regten ihn wiederum zum Roman "Alle Namen" an. . Doch dies sind nur kleine Randnotizen des vorliegenden autobiografischen Buches, das von Reminiszenzen Saramagos aus einer Zeit, in der er Kind war berichtet. Sie reichen von den frühesten im Gedächtnis haften gebliebenen Retrospektiven mit ca. 2-3 Jahren bis ins jugendliche Alter. Auch wenn "Kleine Erinnerungen" nicht die vergleichbare Tiefe und Substanz seiner großartigen Romane hat, so ist es doch ein kleines-großes und vor allem liebevolles Werk. . "Lass dich von dem Kinde verführen, das du einmal warst." Diesen Satz aus dem "Buch der Ratschläge" stellt der bescheidene Autor, der zurzeit an einem neuen Roman arbeitet, seiner Erzählung voran. Und im wahrsten Sinne des Wortes verführt und bezaubert José Saramago den Leser. Er schreibt voller Liebe von seinem Geburtsort Azinhaga, am Ufer des Flusses Almonda, der wiederum "einen knappen Kilometer südlich der letzen Häuser" mit dem Tejo zusammentrifft. . "Dort kam ich zur Welt, dort wurde ich, weil die Not meine Eltern nach Lissabon trieb, als knapp Zweijähriger wieder herausgerissen und in eine andere Art zu fühlen, zu denken und zu leben eingeführt, als sei mein Geborenwerden an diesem Ort ein gerade noch aufzugebender misslicher Zufall, ein Versehen des Schicksals gewesen. Zu spät. Von aller Welt unbemerkt, hatte das Kind Ranken und Wurzeln geschlagen, hatte dieser zarte Keim, der ich damals war, die Zeit genutzt, seine winzigen, unsicheren Beinchen auf den Lehmboden zu setzen, um von diesem unauslöschlich das Siegel der Heimat eingebrannt zu bekommen [...]. In dem geheimnisvollen Buch des Schicksals und den dunklen Wirren des Zufalls stand geschrieben, und ich allein wusste das, ohne mir dessen bewusst zu sein, dass ich nach Azinhaga zurückkehren sollte, um fertig geboren zu werden. Meine ganze Kindheit und frühe Jugend über war dieses arme, einfache Dorf [...] der Geburtsort, in dem ich noch immer ausgetragen wurde, der schützende Beutel, in dem dieses kleine Beuteltier steckte, um im Guten und vielleicht auch im Schlechten das aus sich zu machen, was es heimlich, still und leise nur für sich alleine machen konnte. " . Mal heiter und mit subtilem Humor, hin und wieder mit einem Schuss Ironie, manchmal traurig, melancholisch oder nachdenklich, hier mit verschmitztem Lächeln und da voller Zuneigung, erzählt der große Schriftsteller von den kleinen Dingen des Lebens, den Abenteuern und "kaum nennenswerten Heldentaten" des heranwachsenden Jungen. Das tut er auf so wunderbare Art und Weise, mit subtil erzeugten Schwingungen, die ein angeregtes Leseerlebnis hinterlassen und einen hinreißenden Blick in intime Momente der Vergangenheit des portugiesischen Autors gewähren. . So erfährt der Leser wie José Saramago zu seinem Familienname kam, der keineswegs der väterliche war, sondern ein Spitzname, dem er einem betrunkenen Standesbeamten zu verdanken hat. Auch seine erste "poetische Komposition" gibt der Autor zum Besten. Es ist ein volkstümlicher Vierzeiler, den der damals 17-jährige auf einen kleinen, herzförmigen Teller brennen lies, um seine Liebschaft (und spätere Frau) Ilda Reis zu beglücken: "Lass es niemand hören / denn es ist geheim / dies Herz aus Ton soll dir gehören / mein eignes ist schon dein." . Und immer wieder schlägt er feinfühlige Töne an, die einen wohligen Schauer auf der Haut des Lesers zurücklassen: "... vor mir stand, als wollte er mir den Werg versperren, ein hoher Baum, der vor dem klaren Nachthimmel zunächst sehr dunkel wirkte, Da erhob sich eine Bö. Sie ließ die zarten Grashalme, das scharfe grüne Schilf erzittern und kräuselte das schlammige Wasser einer Pfütze. Wie in einer Wellenbewegung richtete sich das breit gefächerte Geäst des Baumes auf und stieg rauschend den Stamm empor, bis auf einmal alle Blätter ihr verstecktes Gesicht dem Mond zuwandten und die Buche (es war eine Buche) bis in ihre obersten Wipfel in weißem Glanz erstrahlte. Es war nur ein Augenblick, nichts weiter als ein Augenblick, doch die Erinnerung an ihn wird so lange währen wie mein Leben." . Marianne Gareis, der Übersetzerin aus dem Portugiesischen, ist es zu verdanken, dass diese dezenten, sensitiven Töne dem deutschsprachigen Leser ohne Verluste zugängig geworden sind. . Fazit: Bilder, Gerüche, Geräusche, Düfte, Empfindungen weiß der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago auf eindrucksvolle Art und Weise wiederzugeben. "Kleine Erinnerungen" ist eine wunderbare Reise in die Vergangenheit, zu seinen Wurzeln und familiären Bindungen. Ein leises, zartes Buch, das eine ganz andere Seite des Literaturnobelpreisträgers zeigt.

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