Josef H Reichholf Der Bär ist los

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Inhaltsangabe zu „Der Bär ist los“ von Josef H Reichholf

Wenn Wildtiere in unpassender Umgebung auftauchen, sind meist die Menschen, nicht die Tiere das Problem. Der Fall „Bruno” – die entstandene Hysterie und der folgende Abschuss des ersten Bären in Bayern seit der Ausrottung des Bären im frühen 19. Jahrhundert – zeigte dies deutlich. In unseren Nachbarländern, wo wieder Bären, Luchse, Wölfe, Elche und Geier leben, pflegt man einen ruhigeren Umgang mit den zurückgekehrten Wildtieren. Werden Europas Großtiere auch bei uns eine Chance bekommen? Der renommierte Biologe und Naturschützer Josef H. Reichholf beleuchtet kritisch die Lage – und auch die Verantwortlichen. Der "Fall Bruno" spaltete die Bevölkerung in Gegner und Befürworter des Abschusses. Die kleine Minderheit der Bärengegner setzte sich durch. Aber war "Bruno" wirklich ein Problembär? Musste er sterben? Ist der Braunbär doch in der gesamten Europäischen Union als eine vom Aussterben bedrohte Tierart eingestuft und unter größtmöglichen Schutz gestellt. Haben größere Tiere wie Bär und Wolf, Elch und Luchs oder der Bartgeier eine Zukunft in deutschen Landen? Ist unsere Natur zu aufgeräumt, zu durchdrungen von Menschen und zu hoffnungslos überlastet mit Nutzungsrechten und privaten Ansprüchen, um ein einigermaßen entspanntes Verhältnis zwischen Mensch und Tier zuzulassen? Gibt es sie überhaupt noch, die viel zitierte "freie Natur"? Wer vertritt unsere Interessen an der Natur? Bär "Bruno" ist kein Einzelfall. Er drückt einen Wandel aus, den Naturschützer und breite Schichten der Öffentlichkeit jahrzehntelang herbeisehnten und mit Spendengeldern unterstützten. Jetzt, wo die "Großen" unserer europäischen Tierwelt tatsächlich wieder bereit wären zu kommen, sind die Politiker überrascht, rat- und hilflos. Wenn größere Tiere zum "Problem" werden, stehen viele wirkliche Probleme im Hintergrund. Sie reichen von der jägerischen Gier nach Abschuss und der maßlosen Bevorzugung von Privatinteressen vor den öffentlichen Belangen bis hin zum Fehlen unabhängiger Institutionen für ein Wildtiermanagement, das in anderen Staaten längst eine Selbstverständlichkeit ist. Naturschutzexperte Josef H. Reichholf zeigt Wege auf, wie das Comeback der großen Wildtiere im "Pakt mit der Jagd" funktionieren kann.

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  • Rezension zu "Der Bär ist los" von Josef H Reichholf

    Der Bär ist los
    sabatayn76

    sabatayn76

    17. August 2011 um 20:13

    Ursus arctos, Canis lupus und Lynx lynx Inhalt: Nach einem Vorwort zur Lage der Großtiere (sog. 'Problemtiere') in Mitteleuropa geht der Autor näher auf Braunbären, Wölfe und Luchse, Füchse und Wildkatzen sowie Adler und andere Greifvögel ein. Er beschreibt zudem Mythen, die zu Verehrung, Verniedlichung und Ausrottung von Großtieren geführt haben. Prof. Dr. Josef H. Reichholf endet mit einem Kapitel über die Zukunft der Großtiere und einem Ausblick ('Raubtierdämmerung'). Mein Eindruck: In einfachen Worten und sehr gut verständlich erzählt der Autor von Großtieren. Dabei ist sein Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch überaus lehrreich. Seine Erläuterungen sind anschaulich, spannend und bieten einen guten Überblick zu assoziierten Themen. Mein Resümee: Ein unterhaltsames Buch, bei dem man eine Menge über Großtiere lernen kann.

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