Josef H. Reichholf Die Zukunft der Arten

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Inhaltsangabe zu „Die Zukunft der Arten“ von Josef H. Reichholf

Wie steht es um unsere Natur?Auch wenn viele Berichte dies nahezulegen scheinen, die Lage ist nicht hoffnungslos. Die Natur wandelt sich ständig. Was steckt hinter dieser Dynamik? Welche Rolle kommt den menschlichen Eingriffen in die Umwelt zu? Welcher Naturschutz ist sinnvoll? Josef H. Reichholf gibt einen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen Zustand der Natur, zeigt Irrtümer und Fehleinschätzungen auf und plädiert vehement für neue Wege im Naturschutz.

Lenkt den Blick weg von aufgebauschten Kurzzeitphänomenen hin zum stetigen, unprognostizierbaren Wandel

— bibliophilist1985
bibliophilist1985

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  • Rezension zu "Die Zukunft der Arten" von Joseh H. Reichholf

    Die Zukunft der Arten
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    18. January 2015 um 22:03

    Reichholf kann mit Fug und Recht als Instanz im biologischen Sektor bezeichnet werden und liefert mit seinen fundierten Analysen unerwartete Zusammenhänge zu Tage. Am anschaulichsten lässt sich die widersprüchliche und teils schwer einzuschätzende Lage anhand von Klimaveränderungen und gescheiterten Schutz-, Renaturierungs- und Wiederansiedlungsbemühungen beschreiben. Dass eine von Menschen gemachte Klimaerwärmung im Gange ist und man die Auswirkungen nicht ermessen kann, wird dabei nicht in Abrede gestellt. Es geht eher mehr um den oft nur vermeintlich negativen Effekt für die Biodiversität in allen Klimazonen, was nicht zutrifft. In Extremzonen wie den Polen, den äquatorialen Bereichen und durch Wetterextreme, die sich durch Veränderung noch verstärken, geprägten Gebieten, trifft die Gefahr des Aussterbens allzu spezialisierter Arten zu. Durch die totale Anpassung an einen Lebensraum können bereits geringe Veränderungen zu einem Verschwinden führen. Im Gegenteil dazu ist in gemäßigten Klimazonen mit ausgeprägten Jahreszeitenwechseln, wie in weiten Teile Mitteleuropas, eine Verschiebung von Wetterzonen ein bekanntes Phänomen. Der stete Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeit hat die Fauna und Flora seit jeher vor Herausforderungen gestellt und, in der ausgeprägtesten Form einer Eiszeit, viel natürliches Artensterben verursacht. Daher ist eine Verschiebung der Klimazonen samt Temperaturveränderungen nicht, wie häufig proklamiert, etwas zwingend Negatives. Im Gegenteil sind gerade die Randareale und Überlappungszonen von Bereichen mit unterschiedlichen Klimaeinflüssen häufig die artenreichsten und vielfältigsten, in denen auch evolutionäre Prozesse eher vonstatten gehen als in geschlossenen Systemen. Sämtliche Neozoen und Neophyten als Eindringlinge und potentielle Gefährdung einheimischer Arten abzustempeln, hat etwas von einer Ummünzung der leider allzu verbreiteten Xenophobie auf die Tier- und Pflanzenwelt. Abgesehen davon, dass alle Arten ursprünglich Einwanderer waren, ist die europäische Umwelt, bedingt durch die Eiszeiten, ein an Vielfalt relativ armes Gebiet und viele Arten sind noch relativ junge Einwanderer. Und ab wann sollte man einer neuen Art den Status einer einheimischen und bestens integrierten Bereicherung für vorhandene Ökosysteme verleihen? Invasive Arten können in Ausnahmefällen, wie bei Kaninchen, Ratten, Springkraut, Knöterich und Riesenbärenklau, eine massive Bedrohung für andere Spezies darstellen. Es gelingt aber nur einem erschwindend geringem Teil neuer Lebensarten überhaupt in ein fremdes Terrain zu gelangen, dort Fuß zu fassen und als Draufgabe noch den Titel „Schädling“ verpasst zu bekommen. Ausgehend von diesen sehr raren Ausnahmeerscheinungen allem Neuen gegenüber skeptisch zu sein, ist daher kontraproduktiv. Viel eher sollten verstärkte Bemühungen des Staates an einer Eindämmung oder überhaupt Prävention überhandnehmender, einseitiger Populationsverschiebungen, bedingt durch potentiell monopolistische Pflanzen und Tiere, erfolgen. Reichhold macht industrielle Landwirtschaft und Jagd als 2 große Umweltprobleme aus und kritisiert die Abschottung von Naturschutzgebieten, da Naturinteressierte und speziell Kinder auf diese Weise wenig Bezug zur Umwelt aufbauen können. Auch prangert er die Fokussierung auf Extremwerte bei Prognosen und die Überbetonung der Klimaerwärmung an, die oft zur Verdrängung und Kaschierung systemimmanenter Missstände herangezogen werden. Beim Lesen empfiehlt es sich, die allzu fachspezifischen Passagen über Tierarten und die Symbiosen und Kreisläufe zu überlesen, um die Perlen herauszupicken. Speziell für Laien, die eher an den gesamten Prozessen als an einzelnen Tier- und Pflanzenarten interessiert sind, spart dies Zeit und dient der Frustvermeidung. Denn bei „Die Zukunft der Arten“ handelt es sich eher um Fachliteratur als um ein auf Verkaufszahlen getrimmtes, zugängliches Sachbuch und um Frustrationen vorzubeugen, sollte man sich dessen vor der Lektüre bewusst sein. Ein großes Problem offenbart sich bei der Frage nach den Motiven bei der Finanzierung von Umweltschutzorganisationen. Dass diese viele Missstände aufzeigen und wichtige, ehrenamtliche Arbeit leisten, sei dabei nicht in Frage gestellt. Es ist viel eher zu überlegen, wer von welchem Trend und welcher Lehrmeinung in ökologischen Fragen profitiert. Die Mode gebietet es ja jedem halbwegs von sich eingenommenen Konzern, in den obligaten Nachhaltigkeits- und Verantwortungsbewusstseinsfloskeln seiner Unternehmens- und Verhaltenskodexe (code of conduct, freiwilllige Selbstkontrolle, usw.) sich so realitätsfern wie irgendwie möglich zu positionieren. Was bietet sich da besser an als die Instrumentalisierung idealisierter Natur- und Umweltschützer? Eine Partnerschaft als Förderer von WWF, Greenpeace und Umweltschutzinitiativen macht sich nicht nur im Unternehmensportfolio blendend und steigert die Kaufbereitschaft von gewissenhaften Zielgruppen( da man es sich nicht nehmen lässt, der Selbstlosigkeit auf jeder Verpackung mittels dezenter Hinweise auf die Partnerschaft Ausdruck zu verleihen), sondern kaschiert auch blendend die sonstigen Geschäftsfelder. Der größte Nutzen liegt in der Ablenkung von den wirklichen Problemen, indem man auf emotional beladene Pandababys und Klimaerwärmung setzt. Wie oft haben Sie in letzter Zeit Medienberichte über Eutrophierung, Fracking, Antibiotikaeinsatz in der industriellen Tierzucht, Ölschlammgewinnung, Futtermittelimporte, Flächenversiegelung, die Auswirkungen monopolistischer Belandwirtschaftungsformen, Gentechnik, Regenwaldabholzung, Vergiftung und Leerfischung der Meere und genereller Umweltzerstörung gehört? Und jetzt visualisieren Sie die unerhört flauschigen und putzigen Küken einer wunderschönen, durch die Klimaerwärmung vom Aussterben bedrohten Vogelart. Ah, viel besser. 10 Euro und sie stirbt nicht aus. Tag gerettet. Die gleiche Problematik findet man im Universitäts- und Forschungssektor, der immer abhängiger von privaten Fördermitteln und somit erpress- und lenkbar wird und sich in guter Gesellschaft mit anderen, entscheidenden Bereichen befindet, denen es genau so ergeht. Schade, dass die irreversiblen Schäden, die dieses Gesellschaftsmodell anrichtet, mit dem größten Artensterben aller Zeiten einen traurigen Höhepunkt finden.

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