Josef H. Reichholf Einhorn, Phönix, Drache

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Inhaltsangabe zu „Einhorn, Phönix, Drache“ von Josef H. Reichholf

Lebendige Legenden - Von der Wirklichkeit unserer Fabeln und MythenWie wirklich sind unsere Fabelwesen? Woher kommen sie und welche Mythen wurden um sie gestrickt? Anhand altüberlieferter Sagen und Märchen unterschiedlichster Kulturen und mit einem verblüffend großen zoologischen Fachwissen geht Josef H. Reichholf der Sache anhand der drei geheimnisvollsten Fabeltiere auf den Grund: Das Einhorn, sagenhaftes Tier der Antike mit der wundersamen Kraft im Horn, ist zoologischen Diagnosen zufolge ein reales Tier, dem später mythische Eigenschaften angedichtet wurden. Der Phönix, auferstanden in Herrlichkeit aus der Asche, hat seinen Ursprung im Flamingo. Und der feuerspeiende Drache im Schuppenkleid, das rätselhafteste der Rätseltiere, war niemals ein Tier, sondern Mensch!Eine faszinierende Reise durch Zeit, Mythologie und Naturgeschichte.

Eine gelungene Kombination aus Natur- und Kulturgeschichte.

— Lesemanie

Ein hoch interessantes Sachbuch, das die Quellen komprimiert darstellt.

— Monkberg

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    Einhorn, Phönix, Drache

    ioreth

    23. August 2013 um 21:00

    Eigentlich ist das Thema total spannend, natürlich interessiert mich was der Ursprung von Sagentieren ist. Ich bin ebenso Naturwissenschaftlerin wie Fantasy-Fan, wäre schlimm wenn ich noch neugierig wäre. Der Autor stellt einige der bekanntesten Sagentiere vor und macht sich dann auf die Suche nach ihren Anfängen, sowohl kulturgeschichtlich als auch biologisch. Welches Tier war wichtig genug um Vorbild für das Einhorn zu sein, und lebte zur rechten Zeit im Ursprungsgebiet der Sage. Warum hat sich die Vorstellung im Laufe der Zeit geändert. Ein guter Ansatz, aber obwohl das Buch in Kapitel nach den Tieren unterteilt ist schwimmen die Abhandlungen mehr ineinander als klare abgegrenzte Texte darzustellen. Der Autor schweift immer wieder ab und kommt erst zum Thema zurück wenn man schon fast nicht mehr weiss um welches Tier es ursprünglich ging. Das Lesen wird das durch eindeutig erschwert und auch der Erkenntnisgewinn bleibt leider auf der Strecke wenn man verwirrt über drei Vogelwelt Ägyptens liest, während man über legt ob Einhörner nun Nashörner oder sonst was sind.

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  • Rezension zu "Einhorn, Phönix, Drache" von Josef H. Reichholf

    Einhorn, Phönix, Drache

    michael_lehmann-pape

    23. April 2012 um 13:10

    Eine Reise in den Ursprung der Fabeltiere Dass sich ein Evolutionsbiologe und Professor für Ökologie und Naturschutz, der bis dato eine Reihe durchaus lesenswerter Sachbücher, nicht nur über sein Kernthema, die Ökologie, vorgelegt hat, sondern unter anderem sich auch der „Schönheit“ schon zugewendet hat, sich nun in die Regionen von Märchen und Fabeln begibt, lässt durchaus aufhorchen. Der Phoenix, das Weihnachtstier, der Eisvogel, der Drache, das Einhorn, wohlbekannt aus alten Sagen und Fabeln, aber mit einem realen Kern versehen? Dieser Frage geht Reichholf als Evolutionsbiologe sachlich und breit nach. „Lässt sich etwas erfinden, für das es kein Vorbild gibt?“, ist seine Leitfrage und, wie er im Buch durchaus fundiert und gut lesbar nachweist, die Antwort lautet „Nein“. Es gibt sie, die Vorbilder für jene „Fabelwesen“. Und mehr noch, Reichholf bleibt bei dieser rein biologischen Frage nicht stehen. Ebenso wendet er sich der Frage zu, was denn überhaupt den Reiz dieser Kreaturen ausmacht, dass Sie über die Jahrhunderte, Jahrtausende hinweg in allen Generationen von Menschen „nicht tot zu kriegen“ sind. Auch wenn die realen Vorbilder überhöht, entstellt wurden durch Sagen und Erzählungen, es gibt sie und sie sind wichtig, real wie überhöht. Produkte der Kunst, aber auch des Triebes des Menschen, zu „fabulieren“, allgemein gültiges, Wichtiges, Wesentliches in fantasiereichen Geschichten zum tragen zu bringen. So stimmt ebenso, was Reichenholf zu Grunde legt und nachweist: „Die Faszination, die von Drachen, Einhörnern ...... und anderen Fabelwesen ausgeht, enthüllt .... wesentliche Aspekte unserer Menschennatur“. Dass der Mensch mehr von Gefühlen als von der Vernunft angeleitet wird, dass das Geheimnisvolle stärker lockt als das Aufgeklärte. Das viel Unbewusstes auch mitschwingt in dem, was Menschen den Fabeltieren „andichteten“, Wichtiges Unbewusstes. So geht Reichholf einige der bekannten Fabeltiere hindurch, zeigt auf, wo die realen Wurzeln liegen (Phoenix – Flamingo; Einhorn – Oryx usw.), zeigt ebenfalls auf, wo eine reale Herleitung nicht möglich ist (interessanterweise beim doch naheliegendem Drache – Echse Vergleich, der aber nicht zu halten ist) und verweist dann aber ebenso interessant auf die Deutungen, die Menschen in ihrem „Fabulieren“ den entsprechenden Tieren gegebene haben und wie in diesem Deuten Überhöhungen der Realität, fantasiereiche Durchbrechungen, durchaus sinnvoll ihren Platz gefunden haben (bis hin z.B. zur Deutung des Phoenix als Reinigung Christi im Rahmen der Renaissance). In Form und Stil bildet das Buch ein fundiertes Sachbuch, wie ein Roman liest es sich nicht und auch Legenden und Sagen nehmen keinen breiten Raum ein. So verbleibt Reichholf im eher nüchternen und teils auch trockenem Stil, bietet aber einen nachvollziehbaren und überzeugenden Einblick in den Ursprung mancher Fabelwesen und warum und wie aus Ihnen wurde, was man heute von Ihnen in Form von Sagen, Legenden und Fabeln kennt. Tiere, die von Anfang an etwas Besonderes und Bedeutsames für die Menschen einer bestimmten Region hatten und durch dieses je Besondere als „Transporteure“ tieferer Botschaften dienten.

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