Josef H. Reichholf Ornis

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Inhaltsangabe zu „Ornis“ von Josef H. Reichholf

Ornis meint die Vogelwelt, aber auch "die Ornis" selbst, die Ornithologen. Einige wenige, die als Ornis beginnen, schaffen es sogar, ihr Hobby zum Beruf zu machen - wie der Autor. Mit 13 Jahren fing er sein erstes ornithologisches Notizbuch an. Ornis vermittelt seine ungebrochene Begeisterung für die Vögel. Er zeigt darin, was sie sind und warum sie so erfolgreich wurden. Aber auch, wo die Probleme liegen - bei uns und global. Ornis ist ein Buch über Vögel und Menschen und über die Zukunft der Vögel. Was macht Vögel so faszinierend? Was sie können, das schaffen oder übertreffen wir nur mit aufwändigen technischen Hilfsmitteln. Manche Vögel prunken in schönstem Gefieder, andere singen phantastisch. Viele zieht es in die Großstädte. Die Vögel begeistern uns. Als Amateur-Ornithologen betätigten sich sogar Prominente: Amerikanische Präsidenten und Kaiserliche Hoheiten, aber auch James Bond. Ornithologen dringen in die letzten unerforschten Winkel der Erde vor. Ein unstillbarer Drang zieht sie hinaus, um wann immer es geht, bei jedem Wetter, Vögel zu beobachten. Sie jagen nach Seltenheiten, üben sich in schwierigsten Ferndiagnosen und wissen oft besser Bescheid über die Vorgänge in der Natur als die dafür zuständigen Behörden. Denn die Vögel zeigen mit ihren Vorkommen, ihrer Häufigkeit und Änderungen in ihren Verbreitungsmustern höchst zuverlässig an, was in unserer Umwelt geschieht.

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    Ornis
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. May 2014 um 12:29

    Breite Darstellung der Ornithologie Auch wenn die Beobachtung, das Erforschen von Vögeln nicht mehr unbedingt zu den verbreitetesten Hobbys zählt (anders als zu Zeiten der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und weit in dieses hinein, nicht nur in den angelsächsischen Ländern), es gibt sie durchaus noch. Jene Vielzahl von Menschen, denen die „Vogelkunde“ intensive Beschäftigung bedeutet, die, weitgehend dann professionell, „in die letzten unerforschten Winkel der Erde“ vordringen. Josef H. Reichholf war und ist einer von diesen. Von Jugend an fasziniert von den Vögeln, Zoologe geworden, von 1974 bis zu seinem Ruhestand vollzog er dies im Rahmen der Ornithologie als Leiter der Sektion Ornithologie an der Zoologischen Staatssammlung in München. Seine ganz persönliche Faszination an diesen gefiederten Wesen legt er in diesem Buch nun vor und verschafft zugleich dem Leser einen breiten Einblick in die Vielfalt der Ornithologie selbst. Neben nämlich naturwissenschaftlichen Darstellungen im Buch, was „die Natur der Gefiederten“ ausmacht (Artenbestimmung, Aufbau des Körper, Brut und Fortpflanzung, Verdauung, Sinneswahrnehmungen der Vögel) kommen im Buch zum einen durchaus breit seine eigenen Schwerpunkte zum Tragen (die „Feder“, das „Prachtgewand“, das „Rätsel der Entstehung) und zum anderen wirft Reichholf einen ebenso ausführlichen Blick auf die ganz praktische Arbeit des Ornithologen (Monitoring, Abgrenzung der Arten, Vogelgesang, Wintervogelzählung u.a.). Das nun „Vögel beobachten - immer und überall faszinierend“ ist, das ist sicherlich Neigungsabhängig, durchaus aber vermag der Leser im lebendig dargelegten Buch ohne Weiteres nachzuvollziehen, was Reichholf selbst an Faszination antreibt. Viele grundlegende Informationen vermittelt er dabei. Was Amseln mit der Klimaerwärmung zu schaffen haben, warum Kraniche als „erfolgreiche Vögel“ bezeichnet werden können, wie ein „Vogelzug“ von statten geht (und warum). Zu guter Letzt unterlässt es Reichholf auch in bester Weise nicht, auf das „moderne Leben“ der und mit den Vögeln hinzuweisen. Wie viele Arten bereits verschwunden sind, das Vogeljagd Konsequenzen nach sich zieht, die bei näherer Ansicht kritisch zu sehen sind, wie eine „Leben miteinander“ funktionieren kann und manches mehr. Alles in allem eine sehr breite und umfassende Darstellung der Ornithologie und der „Vögel an sich“. Ein Buch, das für jeden, der sich der Ornithologie zugewendet empfindet, eine wunderbare Lektüre darstellt, dass andererseits natürlich für jene Leser, die dieser „Faszination“ eher neutral gegenüber stehen wenig austrägt. Man muss somit Vögel schon mehr als nur „von Ferne“ mögen, um mit diesem Buch ganz auf seine Kosten zu kommen.

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