Josef Haslinger

 3.9 Sterne bei 158 Bewertungen
Autor von Opernball, Das Vaterspiel und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Josef Haslinger

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Opernball

Opernball

 (68)
Erschienen am 25.02.2006
Das Vaterspiel

Das Vaterspiel

 (24)
Erschienen am 01.04.2002
Phi Phi Island

Phi Phi Island

 (23)
Erschienen am 01.12.2008
Jáchymov

Jáchymov

 (18)
Erschienen am 13.12.2012
Opernball: Roman

Opernball: Roman

 (6)
Erschienen am 10.07.2012
Politik der Gefühle

Politik der Gefühle

 (4)
Erschienen am 01.10.1995
Zugvögel

Zugvögel

 (4)
Erschienen am 01.09.2007
Klasse Burschen

Klasse Burschen

 (2)
Erschienen am 22.03.2001

Neue Rezensionen zu Josef Haslinger

Neu

Rezension zu "Opernball" von Josef Haslinger

Thriller, Gesellschaftskritik, Medienkritik
Kapitel7vor 2 Monaten

Auf den Wiener Opernball wird ein Anschlag mit Giftgas verübt, bei dem tausende Menschen sterben. Alles wird live im Fernsehen übertragen, Millionen Zuschauer sehen die Gäste des Opernballs sterben. Hinter dem Attentat steckt eine kleine rechtsradikale Gruppe.
Der Journalist Kurt Fraser versucht den Anschlag aufzuarbeiten, bei dem er selbst seinen Sohn Fred verloren hat. Aus seinen Gesprächen mit verschiedenen Personen ergeben sich nach und nach die Hintergründe der Tat.

Zu Beginn des Buches hat sich die Katastrophe bereits ereignet. Kurt Fraser, Dokumentarjournalist, reflektiert über die Ereignisse des vergangenen Wiener Opernballs. Kurts Sohn war einer der Kameramänner des Events und zählt zu den Opfern.

Jedes der Kapitel des Buches ist ein Abschnitt aus einem der Gespräche, die Kurt mit Personen geführt hat, die in irgendeiner Form mit dem Anschlag verbunden sind. In diesen Interviews erzählen diese Personen aus ihrer Sicht, wie ihr Weg sie zum Opernball geführt hat und wie sie die Ereignisse rund um den Ball erlebt haben. 
Seine Gesprächspartner sind:

Der „Ingenieur“: Einziger Überlebender der Attentäter und enger Vertrauter des „Geringsten“, des Oberhaupts der rechtsradikalen Gruppe. Fritz Amon, Revierinspektor: Mitglied der Wiener Polizei mit zweifelhaften politischen Ansichten. Schimpft gerne über „Chaoten“ und „Giftler“. Ist am Abend des Opernballs auf der Straße gegen Demonstranten im Einsatz. Claudia Röhler, Hausfrau: Begleitet ihren alten Vater zum Ball und überlebt deshalb, weil sie wegen eines versauten Kleids vorzeitig ins Hotel zurückkehrt. Richard Schmidleitner, Fabrikant: Ein reicher und leicht dekadenter Industrieller, der den Ball für geschäftliche Vorteile nutzen wollte. Überlebt weil er einen ausländischen Stargast vom Flughafen abholt, als sich das Attentat ereignet. Dazu kommen  Kurt Frasers eigene Gedanken zu seiner Karriere als Journalist und der Beziehung zu seinem Sohn.


Auf diese Weise ergeben sich nach und nach aus verschiedenen Perspektiven immer mehr Einblicke und Hintergründe.
Die Gruppe der „Entschlossenen“, wirkt an sich in ihrem Denken und mit ihren Saufgelagen banal und primitiv, doch ihr fanatischer Anführer, der „Geringste“, treibt sie bis hin zu eben jenem Attentat auf den Opernball. Als einer der ihren den Plan an die Polizei verrät, glaubt diese ihm nicht. Vielmehr gibt es in der Polizei selbst rechte Tendenzen, eine zweifelhafte Auffassung von Recht und Ordnung, sowie Machtmissbrauch.
Und dann ist da schließlich noch Kurt Fraser selbst. Er hat sich seinen Namen mit Kriegsdokumentationen gemacht, möglichst schockierende Bilder und die Sensationslust der Medien sind sein täglich Brot. Nun aber kommen ihm zuletzt sogar Zweifel, ob nicht sein Fernsehsender etwas mit dem Anschlag zu tun haben könnte, um eine Sensation zu senden.

Josef Haslingers Opernball ist definitiv ein lesenswertes Buch. Es gelingt ihm, den einzelnen Figuren jeweils ihren ganz eigenen Ton zu geben. Die sehr subjektiven Schilderungen mit einigen zynischen Kommentaren lassen beim Lesen trotz des düsteren Themas immer wieder grinsen. 
Auch wenn der Anschlag selbst bereits am Beginn des Romans steht, bleibt das Buch bis zuletzt spannend. Man will wissen, wie das Attentat gelingen konnte und wie die Interviewpartner es überlebt haben.
Ich muss allerdings auch erwähnen, dass mich der Aufbau mit den verschiedenen Erzählperspektiven zunächst etwas verwirrt hat, da er zu Beginn nicht erklärt wird.


Dies ist ein Teil meiner Rezension zu Opernball. Der komplette Text ist auf meinem Blog zu finden: https://kapitel7.de/josef-haslinger-opernball/

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Rezension zu "Phi Phi Island" von Josef Haslinger

Lesenswerter Augenzeugenbericht
GrauerVogelvor 2 Jahren


Die ganze Rezi gibt es hier: 
http://pieni-lepakko.blogspot.de/2017/02/rezension-phi-phi-island.html


Josef Haslinger erlebte 2004 zusammen mit seiner Familie den Tsunami auf der thailändischen Insel Kho Phi Phi. In diesem Buch schildert er seine Erlebnisse.


Der Autor vermischt jeweils die Berichte während des Unglücks und seinem erneuten Besuch ein Jahr später. Manchmal fand ich das etwas verwirrend, es passt aber gut, weil meistens von einem konkreten Ort, den der Autor während der zweiten Reise wiedererkennt, auf die Erinnerung während des Tsunamis rückgeblendet wird.


Die meisten Gebäude auf der Insel wurden einfach vom Wasser weggeschwemmt, es gab unzählige Tote und Verletzte und noch mehr Vermisste. Erst die Todesangst, dann die eigenen Verletzungen und anderen Verletzten um einen herum, der Anblick all der Leichen und später der Verwesungsgestank dazu und all die Verwüstung müssen bei allen, die das überlebt haben, ein Trauma hinterlassen haben. Kein Wunder also, dass der gewöhnliche Alltag für alle zunächst eine Herausforderung darstellte.

Auf jeden Fall hat so ein Bericht eine ganz andere Kraft, als sämtliche Fernsehberichte es je haben könnten und von all diesem Elend, das hier geschildert wird, hat man damals nicht ansatzweise einen Eindruck gewinnen können. Auf jeden Fall eine empfehlendswerte Aufarbeitung des Themas!

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Rezension zu "Opernball: Roman" von Josef Haslinger

Felix Austria?
Arunvor 3 Jahren

Opernball von Josef Haslinger

Eine fiktive Geschichte, in der ein Anschlag auf eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse in Österreich den „Wiener Opernball“ eine tragende Rolle spielt.

Handlung.
Der Journalist Kurt Frazer welcher seinen Sohn bei einem Terroranschlag auf den Opernball verliert versucht die Hintergründe der Tat aufzuklären. Bei seinen Recherchen werden dabei die gesellschaftlichen und politischen Untiefen der Alpenrepublik beleuchtet.

Meine Meinung.
Ein kraftvoller und vielschichtiger Roman, der uns ein lebendiges Bild von Österreich vermittelt.
Quer durch alle Gesellschaftsschichten reichen die vielfältigen Handlungsträger.
Aktuelle aber auch weiter zurückliegende Politik ist ein Thema.
Neben der „Bewegung der Volkstreuen“ deren Anführer seine abstrusen Ideen und Ansichten aus einem Konglomerat von religiösen Büchern, abgerundet durch das Machwerk von Adolf Hitler „Mein Kampf“ bezieht, gibt es noch einen tiefgründigen Überblick zur Medienlandschaft sowie zu den diversen Strömungen in der Parteienlandschaft.

Fazit.
Der Autor breitet ein Füllhorn von Informationen mit großem Wiedererkennungswert aus.
Seine Sozialkritik verpackt er in eine windungsreiche und spannende Handlung.
Ein Buch nach meinem Geschmack.

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