Josef Haslinger

 3.9 Sterne bei 165 Bewertungen
Autor von Opernball, Das Vaterspiel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Josef Haslinger

Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Niederösterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 1995 erschien sein Roman ›Opernball‹, 2000 ›Das Vaterspiel‹, 2006 ›Zugvögel‹, 2007 ›Phi Phi Island‹. Sein letztes Buch ›Jáchymov‹ erschien im Herbst 2011. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und den Rheingau Literaturpreis. 2010 war er Mainzer Stadtschreiber.Literaturpreise:Theodor Körner Preis (1980)Österreichisches Staatsstipendium für Literatur (1982)Förderungspreis der Stadt Wien (1984)Stipendium des Deutschen Literaturfonds (1985)Österreichisches Dramatikerstipendium (1988)Elias Canetti-Stipendium der Stadt Wien (1993-94)Stipendium des Deutschen Literaturfonds (1994)Förderungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur (1994)Preis der Stadt Wien und Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels (2000)Mainzer Stadtschreiber (2010)Rheingau Literatur Preis (2011)

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Josef Haslinger

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Buchformat:
Cover des Buches Opernball9783104001203

Opernball

 (76)
Erschienen am 10.07.2012
Cover des Buches Das Vaterspiel9783104002125

Das Vaterspiel

 (25)
Erschienen am 30.06.2010
Cover des Buches Phi Phi Island9783104032467

Phi Phi Island

 (23)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Jáchymov9783596186525

Jáchymov

 (18)
Erschienen am 13.12.2012
Cover des Buches Politik der Gefühle9783596123650

Politik der Gefühle

 (4)
Erschienen am 01.10.1995
Cover des Buches Mein Fall9783100300584

Mein Fall

 (3)
Erschienen am 29.01.2020
Cover des Buches Zugvögel9783104032474

Zugvögel

 (4)
Erschienen am 25.09.2014
Cover des Buches Klasse Burschen9783104032672

Klasse Burschen

 (2)
Erschienen am 26.06.2014

Neue Rezensionen zu Josef Haslinger

Neu

Rezension zu "Mein Fall" von Josef Haslinger

Schockierende Geschichte
CorinaPfvor 4 Monaten

Inhalt: 

Josef Haslinger kommt als Kind ins Internat in Stift Zwettel. Er möchte wenn er groß ist Pfarrer oder Priester werden. Er ist Sängerknabe, aber was ihn in Sift Zwettel erwartet mit dem hätte niemand gerechnet. Josef wird schnell der Liebling eines Paters und dieser beginnt immer mehr von ihm zu wollen und Josef kann sich dem nicht wiedersetzten...

 Schreibstil: 

Dies ist die wahre Geschichte über Josef Haslinger dem Autoren. Er schrieb das Buch für die Dokumentation für die Stelle für die Missbrauchsopfer der katholischen Kriche. Das Buch war für mich schwer zu lesen, da es immer wieder Abschweifungen gab in die Vergangenheit von Herrn Haslinger jedoch dies  immer wieder Einblicke in seine Kinderheit  gab. Auch waren sehr viele Ausdrücke der katholischen Kirche dabei, die ich nachschlagen musste und so den Lesefluss etwas hemmte. Ich durfte beim Lesen dieses Buches nicht abgelengt werden, da es eine nicht ganz so leichte Schreibstil war.

 Protagonist: 

Josef Haslinger möchte mit diesem Buch dokumentieren, was alles in seiner Interantszeit passiert ist. Man spürt aber immer wieder, dass er die Täter in Schutz nehmen möchte. Ich spürte aber auch seinen Zwiesplat bei der Geschichte, er weiß dass die Patres ihn und andere Schüler ausgenutzt haben und trotzdem, nahmen sie einen wichtig Teil seiner Familie ein.  


Fazit: 

Das Buch konnte mich voll für sich einnehmen. Ich las es in kurzer Zeit durch. Ich kenne Stift Zwettl sehr gut da ich in der näheren Umgebung zur Schule gegangen bin und ich selber als Religionslehrer einen Mönch aus diesem Stift hatte. Das Buch ließ mich schuockierend zurück und imemr wieder frage ich mich wieso so oft darüber hinweggesehen wird. In diesem Buch werden nicht nur sexuelle missbräuche aufgedeckt sondern auch physische sowie psychische.  Vieles wird danach unter den Teppich gekährt und die Opfer sehen sich nicht mal als solche, da sie so manipuliert wurden.  Ich gebe dem Buch 5 Sterne.

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Rezension zu "Mein Fall" von Josef Haslinger

Emotional und auch sachliche Darstellung
HEIDIZvor 5 Monaten

Der Schriftsteller Josef Haslinger, ich durfte ihn vor Jahren während einer Lesung zu seinem Buch "Jachymov" in Erfurt erleben, hat eine Kindheit und Jugend erlebt, die man niemandem wünscht. Er geht seine Geschichte offen und ehrlich an - beschreibt emotional, aber nicht gehässig- nein, wie soll ich sagen - anklagend - sondern irgendwie auch sachlich, was er erlebt hat und wie diese Erlebnisse ihn prägten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man als Kind und Jugendliche solches verkraften kann. Hochachtung vor diesem Menschen und den vielen anderen Menschen, die gleiches oder ähnliches erleben mussten und ihr Leben in den Griff bekommen haben. Erst nachdem die Schänder, so nenne ich sie, tot waren, hat sich Haslinger erlaubt, seine Geschichte preiszugeben, "anzuklagen" und sich an Stellen zu wenden, von denen er dachte, sie würden ihm helfen, aber irgendwie ist das doch nicht ganz so einfach.


Es war wirklich emotional, dieses Buch zu lesen, es war aber auch erklärend und nachvollziehbar, wenn man solche Erlebnisse überhaupt nachvollziehen kann, wie ein Kind - also der Sicht des Opfers - solche schrecklichen Erlebnisse verkraftet und für sich annimmt.


Gut, dass Haslinger aufgeschrieben hat, was er erlebte - sicher auch ein Stück weit, um zu verarbeiten - aber vor allem, damit andere lesen können, Leser/innen, die einfach Interesse haben, oder denen evtl. gleiches oder ähnliches passierte.







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Rezension zu "Opernball" von Josef Haslinger

Interessant, aber zäh.
Gulanvor 6 Monaten

Ein Februar in Wien. Der traditionelle Opernball steht an. Diesmal wird der Ball nicht vom ORF übertragen, sondern der europäische Privatsender ETV hat sich erstmals die Rechte gesichert und überträgt live nach ganz Europa. Die Übertragung leitet Kurt Fraser, sein Sohn Fred bedient eine der Kameras aus dem Saal. Draußen toben die üblichen Demonstrationen gegen den Opernball von linken Gruppen, die Polizei hat alle Hände voll zu tun. Da kommt es im Opernhaus zu einem terroristischen Anschlag einer rechtsradikalen Gruppe, live übertragen: Plötzlich brechen die Ballbesucher zusammen, Giftgas wurde ins Lüftungssystem eingeleitet. Mehrere tausend Tote sind zu beklagen. Auch die Täter sind unter den Opfern. Doch Kurt Fraser reichen die offiziellen Erklärungen nicht. Der Journalist (und Kriegsberichterstatter) will wissen, wie es so weit kommen konnte und beginnt seine eigenen Nachforschungen.

Der Aufbau dieses Romans ist relativ ungewöhnlich. Kurt Fraser, Sohn nach England vertriebener Wiener Juden, tritt als Rahmenerzähler auf. Er beginnt das Buch mit der Schilderung des Attentats, wie er es aus dem Übertragungswagen erlebt hat, vor allem die Gewissheit, dass sein Sohn unter den Opfern ist. Danach geht er in der Rahmenerzählung weiter zurück, berichtet von seinen Einsätzen als Kriegsreporter, vom schwierigen Verhältnis zu seinem Sohn aus geschiedener Ehe und nähert sich aus der Vergangenheit wieder dem Attentatstag an und berichtet anschließend von seinen Recherchen. Unterbrochen wird dieser Rahmen immer wieder durch Protokolle. Bei seinen Recherchen hat Fraser die Aussagen mehrerer Personen protokolliert, die er nun abwechselnd einbaut. Dabei handelt es sich um (fiktive) transkribierte Tonbandaufzeichnungen. Die jeweiligen Personen erzählen aus ihrer Perspektive und beleuchten so die Ereignisse vor, während und nach dem Attentat. Der wohl wichtigste Interviewpartner ist der „Ingenieur“, ein Mitglied der „Bewegung der Volkstreuen“, die den Anschlag verübt haben. Ebenfalls häufig zu Wort kommt Fritz Amon, ein Polizist, der bei den Demonstrationen außerhalb der Oper eingesetzt war und Einblicke aus dem Polizeiapparat liefert. Schließlich berichten mit der Hausfrau Claudia Röhler und dem Fabrikanten zwei Teilnehmer des Opernballs, die überlebten, weil sie kurz vor dem Anschlag vorzeitig die Oper verließen.


Als mich der Blick des Geringsten traf, war mir, als wäre es der Blick Gottes. Er hätte in dieser Stunde alles von mir verlangen können, ich hätte es getan. Es war die Gewißheit einer großen Bestimmung, und der Geringste war nicht einfach ein Freund, sondern er war mein Lebensspender. Er allein war in der Lage, mir meine Bestimmung bewusst werden zu lassen. (Auszug Seite 144).


Der „Ingenieur“ ist der „Gesprächspartner“ mit dem größten Anteil. Wie der Leser erst ganz am Schluss erfährt, hat ihn Kurt Fraser in einem Versteck auf Mallorca aufgestöbert und ihn dazu gebracht, die Geschichte seiner „Bewegung“ zu erzählen. Eine kleine Gruppe von Rechtsradikalen mit der Sorge vor der Vermischung ihrer weißen Volksgemeinschaft und mit einem Anführer, dem „Geringsten“, der die Gruppe mit theoretischem Input versorgt und mit kühler Autorität führt. Die Gruppe sucht sich ein Hauptquartier auf einem ländlichen heruntergekommenen Hof, zelebriert Sonnenwendfeiern mit der örtlichen bäuerlichen Bevölkerung, putscht sich mit gewalttätigen Angriffen auf Ausländer auf, beginnt sich im aufkommenden Internet zu vernetzen. Nach dem ersten größeren Anschlag auf Wohnungen von Ausländern werden zwei aus der Gruppe verhaftet, der Rest zerstreut sich. „Der Geringste“ emigriert in die USA, kehrt aber nach einiger Zeit gestärkt zurück, mit dem Ziel, ein wirkliches Fanal zu setzen.

Der Roman überzeugt meines Erachtens in zwei Dingen: Seine Gesellschaftskritik und Medienkritik ist auch fast fünfundzwanzig Jahre später nach wie vor aktuell. Eine übersättigte Gesellschaft, sensationslüsternde Medien mit ausgeprägterem Hang zur Meinung anstatt zur Fakten basierten Hintergrundinformation, diffuse Ängste vor dem Fremden, eine Politik, die dies aufgreift, eine Polizei, die auf dem rechten Auge blind ist (oder sogar Schlimmeres). Eine rechtsradikale Szene, die sich vernetzt, die neue Ideologien entwickelt und in die Mitte der Gesellschaft zielt. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Geradezu hellsichtig spiegelt der Roman eine sehr gegenwärtige Entwicklung wider – gerade auch in Österreich.

Was ihm aber leider bei mir nicht gelungen ist: Diese inhaltlichen Pluspunkte in eine angenehme sprachliche Form zu bringen. Den pseudo-dokumentarischen Stil mit den Perspektivwechseln durch die Gesprächspartner Frasers empfand ich als sehr zäh und wenig fesselnd. Die Figuren erzählen und erzählen, verlieren sich in Details und Nebensächlichkeiten, weil Fraser (bzw. Haslinger) sie einfach so drauf los plaudern lässt. Ein Spannungsbogen ist für mich nicht erkennbar. Die SZ hat diesen Roman in seine Kriminalbibliothek aufgenommen, aber ein wenig kann man die Einordnung schon anzweifeln. „Opernball“ mag ein guter Gesellschaftsroman sein, als Spannungsliteratur hat er mich hingegen nicht überzeugt.

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