Josef Reichholf

 3,9 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Josef Reichholf

Prof. Dr. Josef H. Reichholf ist Evolutionsbiologe und Ökologe mit Schwerpunkten Ornithologie und Schmetterlingskunde (Lepidopterologie). Er&nbsp,war Leiter der Abteilung Wirbeltiere an der Zoologischen Staatssammlung München und lehrte an der TU München und an der Ludwig-Maximilians-Universität. Er war Präsidiumsmitglied im WWF Deutschland. Gegenwärtig engagiert er sich als „Botschafter der Deutschen Wildtier Stiftung“. Für sein Wirken erhielt er zahlreiche Preise.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Josef Reichholf

Cover des Buches Das Rätsel der grünen Rose (ISBN: 9783865811943)

Das Rätsel der grünen Rose

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Erschienen am 26.09.2011
Cover des Buches Stadtnatur (ISBN: 9783865810427)

Stadtnatur

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Erschienen am 27.04.2007
Cover des Buches Der Tanz um das goldene Kalb (ISBN: 9783803126573)

Der Tanz um das goldene Kalb

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Erschienen am 22.02.2011
Cover des Buches Mein Leben für die Natur (ISBN: 9783100629470)

Mein Leben für die Natur

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Erschienen am 26.11.2015
Cover des Buches Schmetterlinge (ISBN: 9783835416468)

Schmetterlinge

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Erschienen am 08.03.2017

Neue Rezensionen zu Josef Reichholf

Cover des Buches Einhorn, Phönix, Drache (ISBN: 9783100629487)A

Rezension zu "Einhorn, Phönix, Drache" von Josef H. Reichholf

historisch - biologische Betrachtung von Fabeltieren
annluvor 4 Jahren

*In jedem Fabelwesen steckt somit etwas, das sie unter der vorhandenen Vielzahl anderer Lebewesen auszeichnet und geradezu prädestiniert für die Mythologisierung.*


Fabeltiere, märchenhafte Tierwesen und mythische Tiere sind es, denen sich dieses Buch widmet. Seien es Phoenix, Drache oder Einhorn, die antike Tierwelt aber auch Schwäne, Lerchen, Wolpertinger und das Weihnachtstier. Aus zoologischer Sicht – verknüpft mit geschichtlichen Hintergründen – betrachtet der Autor die Frage woher unsere Fabelwesen kommen.



Das Buch widmet sich einer Vielzahl an Tieren, die in Mythen, Geschichten und Erzählungen vorkommen. Dabei wird nehmen die einen ganze Kapitel ein, während andere nur mal eben kurz erwähnt werden. Im Vordergrund stehen dabei immer die zoologischen Details. Der erste Abschnitt widmet sich dem Phoenix. Die These welches Tier dahinter stecken könnte, wird bald aufgestellt um sie dann mit – für meinen Geschmack zu ausführlichen – zoologischen Hintergründen zu versehen. Dabei nehmen auch die Phoenizier einen Großteil des Kapitels in Anspruch.


Auf mich hat dieser erste Teil eher abschreckend gewirkt, war er mir deutlich zu lang und ausschweifend (da manchmal vom Thema abkommend). Auch der nächste Abschnitt, der sich dem Eisvogel und den Schwänen widmet war ein gänzlich anderes Thema, als ich mir vom Buch erwartet hatte. Zu sehr konzentrierte er sich auf das Zoologische.


Erst die darauf folgende Sammlung an (verhältnismäßig) kürzeren Betrachtungen zu den Lerchen in Shakespeares Werken – hätte ich in diesem Kontext nicht erwartet – dem sehr interessanten Kapitel um das Weihnachtstier und der Betrachtung warum der Mensch Fabelwesen für sich erfindet konnte mich mit dem Buch versöhnen.


Im Abschnitt um die antike Tierwelt, der von den Legenden um Herakles eingeleitet wird, habe ich dann auch das gefunden, was ich vorher stark vermisst habe – das Eingehen auf die Mythen und nicht nur auf die Tiere, die in diesen vorkommen. So hat mir dieser Abschnitt besonders gefallen.


Das Einhorn war das nächste namensgebende Fabeltier, das behandelt wurde. Die Klärung, worum es sich beim ursprünglichen Einhorn handelte erfolgte recht schnell. Danach wurde ein Bogen zur ägyptischen Tierwelt geschlagen, was ich sehr interessant fand.


Das Kapitel um die „Himmelstiere“ (Sternzeichen) befasste sich überraschend gar nicht mit Tieren, sondern mit den Zeitrhythmen des Menschen und welchen großen Einfluss die jahreszeitlichen Rhythmen und die Änderungen die diese in der Natur hervorrufen auf den Menschen hatten und haben. So machte dieser Abschnitt einen Exkurs in die Kulturgeschichte des Menschen.


Als letzter Abschnitt widmete sich der Autor dem Drachen. Auf diesen Abschnitt war ich besonders gespannt, da ich Drachen und Reptilien spannend finde. Der Autor konnte mich mit seiner Theorie zum Drachenmythos überraschen. So war dieser Abschnitt wieder deutlich historischer geprägt, als gedacht.


Fazit: Das Buch hat einen schlechten ersten Eindruck auf mich gemacht, da ich den Beginn als deutlich zu langatmig empfand und nicht das angetroffen habe, was ich erwartet hatte. Dann aber wurde es interessanter und ich hab so einiges Neues erfahren. Die Kombination aus sehr reichhaltigen zoologischem Wissen und geschichtlichen Fakten kam mir sehr gut recherchiert vor.

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Cover des Buches Einhorn, Phönix, Drache (ISBN: 9783100629487)I

Rezension zu "Einhorn, Phönix, Drache" von Josef H. Reichholf

Ganz schön viel Gefasel
iorethvor 9 Jahren

Eigentlich ist das Thema total spannend, natürlich interessiert mich was der Ursprung von Sagentieren ist. Ich bin ebenso Naturwissenschaftlerin wie Fantasy-Fan, wäre schlimm wenn ich noch neugierig wäre. Der Autor stellt einige der bekanntesten Sagentiere vor und macht sich dann auf die Suche nach ihren Anfängen, sowohl kulturgeschichtlich als auch biologisch. Welches Tier war wichtig genug um Vorbild für das Einhorn zu sein, und lebte zur rechten Zeit im Ursprungsgebiet der Sage. Warum hat sich die Vorstellung im Laufe der Zeit geändert. Ein guter Ansatz, aber obwohl das Buch in Kapitel nach den Tieren unterteilt ist schwimmen die Abhandlungen mehr ineinander als klare abgegrenzte Texte darzustellen. Der Autor schweift immer wieder ab und kommt erst zum Thema zurück wenn man schon fast nicht mehr weiss um welches Tier es ursprünglich ging. Das Lesen wird das durch eindeutig erschwert und auch der Erkenntnisgewinn bleibt leider auf der Strecke wenn man verwirrt über drei Vogelwelt Ägyptens liest, während man über legt ob Einhörner nun Nashörner oder sonst was sind.

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Cover des Buches Einhorn, Phönix, Drache (ISBN: 9783100629487)L

Rezension zu "Einhorn, Phönix, Drache" von Josef H. Reichholf

Rezension zu "Einhorn, Phönix, Drache" von Josef H. Reichholf
Lesefreund6203vor 10 Jahren

Eine Reise in den Ursprung der Fabeltiere

Dass sich ein Evolutionsbiologe und Professor für Ökologie und Naturschutz, der bis dato eine Reihe durchaus lesenswerter Sachbücher, nicht nur über sein Kernthema, die Ökologie, vorgelegt hat, sondern unter anderem sich auch der „Schönheit“ schon zugewendet hat, sich nun in die Regionen von Märchen und Fabeln begibt, lässt durchaus aufhorchen.

Der Phoenix, das Weihnachtstier, der Eisvogel, der Drache, das Einhorn, wohlbekannt aus alten Sagen und Fabeln, aber mit einem realen Kern versehen? Dieser Frage geht Reichholf als Evolutionsbiologe sachlich und breit nach.

„Lässt sich etwas erfinden, für das es kein Vorbild gibt?“, ist seine Leitfrage und, wie er im Buch durchaus fundiert und gut lesbar nachweist, die Antwort lautet „Nein“.

Es gibt sie, die Vorbilder für jene „Fabelwesen“. Und mehr noch, Reichholf bleibt bei dieser rein biologischen Frage nicht stehen. Ebenso wendet er sich der Frage zu, was denn überhaupt den Reiz dieser Kreaturen ausmacht, dass Sie über die Jahrhunderte, Jahrtausende hinweg in allen Generationen von Menschen „nicht tot zu kriegen“ sind. Auch wenn die realen Vorbilder überhöht, entstellt wurden durch Sagen und Erzählungen, es gibt sie und sie sind wichtig, real wie überhöht. Produkte der Kunst, aber auch des Triebes des Menschen, zu „fabulieren“, allgemein gültiges, Wichtiges, Wesentliches in fantasiereichen Geschichten zum tragen zu bringen.

So stimmt ebenso, was Reichenholf zu Grunde legt und nachweist: „Die Faszination, die von Drachen, Einhörnern ...... und anderen Fabelwesen ausgeht, enthüllt .... wesentliche Aspekte unserer Menschennatur“.

Dass der Mensch mehr von Gefühlen als von der Vernunft angeleitet wird, dass das Geheimnisvolle stärker lockt als das Aufgeklärte. Das viel Unbewusstes auch mitschwingt in dem, was Menschen den Fabeltieren „andichteten“, Wichtiges Unbewusstes.

So geht Reichholf einige der bekannten Fabeltiere hindurch, zeigt auf, wo die realen Wurzeln liegen (Phoenix – Flamingo; Einhorn – Oryx usw.), zeigt ebenfalls auf, wo eine reale Herleitung nicht möglich ist (interessanterweise beim doch naheliegendem Drache – Echse Vergleich, der aber nicht zu halten ist) und verweist dann aber ebenso interessant auf die Deutungen, die Menschen in ihrem „Fabulieren“ den entsprechenden Tieren gegebene haben und wie in diesem Deuten Überhöhungen der Realität, fantasiereiche Durchbrechungen, durchaus sinnvoll ihren Platz gefunden haben (bis hin z.B. zur Deutung des Phoenix als Reinigung Christi im Rahmen der Renaissance).

In Form und Stil bildet das Buch ein fundiertes Sachbuch, wie ein Roman liest es sich nicht und auch Legenden und Sagen nehmen keinen breiten Raum ein. So verbleibt Reichholf im eher nüchternen und teils auch trockenem Stil, bietet aber einen nachvollziehbaren und überzeugenden Einblick in den Ursprung mancher Fabelwesen und warum und wie aus Ihnen wurde, was man heute von Ihnen in Form von Sagen, Legenden und Fabeln kennt. Tiere, die von Anfang an etwas Besonderes und Bedeutsames für die Menschen einer bestimmten Region hatten und durch dieses je Besondere als „Transporteure“ tieferer Botschaften dienten.

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