Josef Winkler

 4.1 Sterne bei 98 Bewertungen
Autor von Natura morta, Roppongi und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Lass dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe
Neu erschienen am 01.09.2018 als Hörbuch bei Diwan Hörbuchverlag.

Alle Bücher von Josef Winkler

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Josef WinklerNatura morta
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Natura morta
Natura morta
 (24)
Erschienen am 16.09.2002
Josef WinklerRoppongi
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Roppongi
Roppongi
 (11)
Erschienen am 07.12.2009
Josef WinklerIch reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot
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Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot
Josef WinklerLeichnam, seine Familie belauernd
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Leichnam, seine Familie belauernd
Leichnam, seine Familie belauernd
 (8)
Erschienen am 28.04.2003
Josef WinklerFriedhof der bitteren Orangen
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Friedhof der bitteren Orangen
Friedhof der bitteren Orangen
 (7)
Erschienen am 19.02.2001
Josef WinklerDomra
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Domra
Domra
 (5)
Erschienen am 27.03.2000
Josef WinklerWenn es soweit ist
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Wenn es soweit ist
Wenn es soweit ist
 (5)
Erschienen am 29.04.2002
Josef WinklerDas wilde Kärnten
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Das wilde Kärnten
Das wilde Kärnten
 (5)
Erschienen am 22.08.1995

Neue Rezensionen zu Josef Winkler

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Rezension zu "Domra" von Josef Winkler

Rezension zu "Domra" von Josef Winkler
einMalTeevor 7 Jahren

Varanasi ist die heiligste Stadt im Hinduismus. Viele Gläubige pilgern dort hin, um ein rituelles Bad im Ganges zu nehmen. Gleich daneben werden unzählige Leichen verbrannt; es gilt als besonders erstrebenswert als Hindu dies zu tun und danach seine Asche im Ganges verstreuen zu lassen. Eine Gruppe aus der Kaste der Unberührbaren hat die Aufgabe dieser Verbrennungszeremonie, die Dom oder Domra. Keine schöne Aufgabe aufgrund des allgegenwärtigen Verwesungsgestanks, aber eine heilige.
Der Österreicher Josef Winkler war mit seiner Lebensgefährtin Christina Schwichtenberg öfter in Indien und immer wieder in Varanasi. Mit einer suchtvollen Faszination beschreibt er ähnlich wie in „Friedhof der bitteren Orangen“ in vielen kleinen Episoden das tägliche Kommen und Gehen an den verschiedenen Ghats am Ganges. Er sitzt immer ein wenig abseits mit seinem für ihn heiligen Notizbuch und schreibt alles auf, was er sieht, hört, riecht und sonst wie mitbekommt.
Daraus entsteht ein komplexes Bild der rituellen Gänge der Domra zu den großen und vielen Scheiterhaufen, um unzählige Leichen zu verbrennen. Jene, die nicht gewollt oder nach einem bestimmten Muster verstorben sind, werden eingewickelt in weiße Baumwolltücher in den Fluß geworfen; Kinder etwa, die zu früh starben, oder Unehrenhafte wie Kindermörder.
Jungen und Mädchen stochern in den lodernden Feuern herum, Tiere streunern durch die Gegend, Männer und Frauen trauern hochemotional um ihre verstorbenen Familienmitglieder oder Angehörigen.
Immer und immer wieder schreibt Winkler extrem, wortgewandt und direkt die Prozeduren auf, wie die Domra die Leichen auf einer siebensprossigen Bambustrage zum Ufer bringen, eine Fackel entzündet aus dem ewig brennenden und heiligen Feuer holen und den Leichnam anstecken.
Das Buch ist geprägt von Wiederholungen, so prägt sich das große Bild im Kopf des Lesers ein. Es wird auch erweitert durch Fotografien von Christina Schwichtenberg, die oft schlicht, manchmal aber auch sehr direkt ins Auge fallen.
Für Indienfaszinierte und Freunde der hohen Sprachkunst ein Muss, da es mitreißend, abschreckend und erstaunlich wirklich ist.

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Rezension zu "Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel" von Josef Winkler

Rezension zu "Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel" von Josef Winkler
einMalTeevor 7 Jahren

Dieses Buch mit dem wunderbaren Nebentitel „Die Wutausbrüche der Engel“ sollte neue Informationen über die Biographie von Josef Winkler von ihm persönlich geben. Entsprechend sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut, das im September erschienen ist.
Nun ist die berechtigte Frage, wem es neue Erkenntnisse bringen soll. Dem Leser, der sich schon mit Winkler auseinander gesetzt und viel von ihm gelesen hat, bringt es nicht viel Neues; ich zähle mich dazu.
Wer ihn und seinen Schreibstil nicht oder nur ansatzweise kennt, für den wäre es nun ein gelungener Einstieg. Es ist nicht so direkt und hart wie seine ersten Werke – insbesondere die „Das wilde Kärnten“-Triologie.
Doch natürlich schreibt Winkler auch aus seinem Leben; wie er es immer schon tut. Doch das „wie“ ist hier ein anderes. Es sind keine heftigen Übertreibungen, Wunschvorstellungen und Phantasmen zu lesen. Wer unter anderem „Das Zöglingstheft des Jean Genet“ gelesen hat, für den ist die immense Bedeutung des Franzosen für den Autor auch keine Überraschung. Im Gegensatz dazu beschreibt er seinen Hang zur Kunst des weißrussischen Malers Chaim Soutine. Durch Winklers Bekannten Georg Rudesch entbrannte sich in ihm eine Leidenschaft zum jüdischen Künstler, von der vorher nichts zu erfahren war.
Gewohnterweise kann er es auch nicht lassen von seinem Vater, seiner Mutter, den Begräbnissen in seiner Heimat, dem Doppelselbstmord im kreuzförmig aufgebauten Dorf oder den Bestattungsritualen am Ganges zu schreiben.
Neu ist also nicht viel in diesem Buch. Als Einstieg ist es sehr zu empfehlen. Und für den Winkler-Fan ist es ein Muss!

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Rezension zu "Die Verschleppung" von Josef Winkler

Rezension zu "Die Verschleppung" von Josef Winkler
einMalTeevor 7 Jahren

Kärnten als Ort der Begegnungen.
Nachdem Josef Winkler relativ früh seinen Heimathof in Kärnten verlassen hat, kehrte er ein paar Jahre später wieder zurück. Allerdings zu einer anderen Bleibe. Dort wollte er ein neues Buch schreiben und den ruhigen Ort als Inspirationsquelle nutzen.
Dabei lernte er die Ukrainerin Njetotschka Wassiljewna Iljaschenko kennen. Ihre Lebensgeschichte zeichnet Winkler auf und macht daraus einen interessanten und erschreckenden biographischen Bericht über die Zustände in Ukraine unter dem Kommunismus, sowie ihre Verschleppung nach Österreich im Zuge des Zweiten Weltkrieges.
Spannend ist die Geschichte eines scheinbar willkürlichen Opfers der Kolchosführung und der Nazis.
Aufgewachsen ist Njetotschka bei fleißigen und erfolgreichen Eltern, denen ihr hart erarbeiteter Wohlstand enteignet wurde. Da ihr Vater aus dem Kolchos austrat, litt die Familie extrem darunter und wusste oft nicht, was sie am nächsten Tag essen sollte. Als Kind war das für Njetotschka ein einschneidendes Erlebnis, ihre Mutter hat sich völlig für sie aufgeopfert und nie den Kopf hängen lassen. An dem glücklichen Zeitpunkt, als es wieder bergauf ging, alle Arbeit hatten und die Deutschen als erhoffte Retter in die russischen und ukrainischen Dörfer kamen, ging der schlimmste Lebensabschnitt der Jugendlichen los. Eines Nachts wurde sie geweckt, als arbeitsfähig empfunden und über eine vierwöchige „Reise“ in einem Viecherwagen nach Österreich gebracht. Plötzlich war die liebevolle Mutter weg, an der sie so hing. Der einzige Trost: Die Schwester musste auf einem benachbarten Hof arbeiten.
Was Njetotschka Wassiljewna Iljaschennko erlebt hat ist in jedem Fall lesenswert. Gerade die Schilderungen des Landlebens in der Ukraine vor etwa siebzig Jahren ist interessant, sowie die Einwirkungen des Regimes auf den Alltag.
Es ist allerdings kein „normales“ Winkler-Buch, das sich um Traditionen, Homosexualität, Hass und Rituale dreht. Dennoch hat der nüchterne Schreibstil definitiv Winklers großartigen Ausdruck. Dieses Werk ist nicht nur ein Blick nach Kärnten und in die Ukraine, sondern auch ein Ausschnitt aus europäischen Verhältnissen in der Mitte des letzten Jahrhunderts.

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