Josef Winkler Das Zöglingsheft des Jean Genet

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Inhaltsangabe zu „Das Zöglingsheft des Jean Genet“ von Josef Winkler

Josef Winklers Zöglingsheft des Jean Genet ist eine Liebeserklärung des Büchner-Preisträgers an den berühmten Dieb und Schriftsteller und eine persönliche Einführung in Genets Werk. Im ersten Kapitel ist der Erzähler auf der Suche nach Genets Totenbett. Im Schlußkapitel sucht er lange nach dem Grab in Marokko. Dazwischen berichtet Winkler in mehreren Kapiteln vom Leben und Schreiben Genets. Sein Blick richtet sich insbesondere auf den »Zögling«, das heißt auf Genets Kindheit und Jugend.

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  • Rezension zu "Das Zöglingsheft des Jean Genet" von Josef Winkler

    Das Zöglingsheft des Jean Genet
    einMalTee

    einMalTee

    02. October 2010 um 12:47

    Eine Liebeserklärung des österreichischen Schriftstellers zum französischen Dieb Josef Winkler hat es sich vor einiger Zeit zur Aufgabe gemacht die Kindheit seines großen Vorbildes Jean Genet äußerst detailliert zu Papier zu bringen. Aus vielerlei Gründen. Zum Einen war Winklers eigene Kindheit von Negativerlebnissen überhäuft, zum Anderen teilt er mit Genet auch die Neigung zum Homosexuellen. Genet wurde als Findelkind ab- und nach seiner ersten Aufnahme in einer Familie oft weitergegeben. Er saß ungewöhnlich oft im Gefängnis, stets wegen Diebstahl. Und wieso tat er es immer wieder? Weil er kein Geld hatte und wissensdurstig war; Bücher konnte er sich nicht leisten. Das Lesen der kleinen Kindheitsbiografie von Winkler lässt den Leser erstaunen, bewundern und lässt ihn hin und wieder auch ein wenig in Angst aufschrecken. Denn beide Schriftsteller sind absolute Meister in ihrem Fach und finden bilderreiche und absolut gefühlsnahe Ausdrucksformen für ihre Befindlichkeit und können ihre Gedanken mit einer Heftigkeit an den Tag legen, die einzigartig ist. Winkler las wohlmöglich alles, was nötig war, um sich Genets Leben so gut wie möglich vorzustellen und wiederzugeben. Und er ging viele Schritte weiter. Er verliebte sich in Genets Leben und Lebensführung. Er suchte an allen Stationen des Lebens von Genet nach Beweisen, dass er dort war, was ihn schlussendlich zu seinem Grab in Marokko führt. Immer wieder sind Zitate aus Genets Werken zu lesen. Insbesondere aus seinen frühen Gedichten (wie Notres-Dames-des-Fleurs), die viel Bewunderung bekamen aber auch von seinen Widersachern abgelehnt worden sind. Winkler selbst beginnt ein Kapitel mit einem Gedicht; mal wieder (wie in zahlreichen seiner anderen Bücher) mit dem Thema Glauben. In nur hundert Seiten kann man vom Suchen und Finden lesen. Vom Ankommen und Abgestoßen werden. Und auch über Akzeptanz und viel Rückendeckung. Denn Genet wurde mit Hilfe von bekannten Schriftstellern (u.a. Jean Paul Satre) vor einer lebenslangen Gefängnisstrafe bewahrt. Wer einen ungewöhnlichen und sehr persönlichen Einblick in Genets Jugend und frühes Schaffen wagen möchte, ist mit diesem kurzen, intensiven Buch sehr gut beraten. Ein kleiner Preis für ein vielschichtiges Buch.

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