Josef Winkler Natura morta

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Inhaltsangabe zu „Natura morta“ von Josef Winkler

»Feigen, frische Feigen!« ruft vor den Toren des Vatikans eine dicke Römerin neben einem kahlgeschorenen Mann, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck »Mafia. Made in Italy« trägt und auf einem Stab einen kleinen Plastiknegerkopf in die Höhe hält, den er den vorbeigehenden Pilgern zeigt. Aufdringlich, geradezu überwältigend fühlbar, riechbar, hör- und sehbar beschreibt Josef Winkler in seiner »römischen Novelle« die Stadt, wo sie am lebendigsten ist: wochentags das Markttreiben auf der Piazza Vittorio Emanuele; sonntags das Warten und Lungern vor dem Vatikan.Unter den Wartenden befinden sich die Feigenverkäuferin und ihr schöner Sohn, der sonst für einen Fischhändler auf der Piazza Vittorio Emanuele arbeitet. Auch dort auf dem Markt, zwischen all den Menschenleibern, toten und zerteilten Tieren, Südfrüchten und Gemüse, taucht allenthalben – einbezogen in ein pausenloses Kreuzfeuer gelangweilter, taxierender und begehrender Blicke, neckender und unverschämter Zurufe – dieser Piccoletto mit den langen Wimpern auf. Wie diese Welt dann – einen endlosen Augenblick lang – in einer unheimlichen Beschleunigung und Verdichtung in den Sog von Piccolettos Schicksal gerissen wird, ist atemraubend.

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  • Rezension zu "Natura morta" von Josef Winkler

    Natura morta

    Thaila

    14. August 2010 um 10:46

    Josef Winkler hat sich in seiner Novelle "Natura morta" ein großes Thema gewählt: Tod und Vergänglichkeit. Diesem Thema nähert er sich über das Alltägliche einer Straßenszene. Mittelpunkt des Textes ist ein Markt in Rom, der mit einer überbordenen Sinnlichkeit beschrieben wird. Vorallem die Fleisch- und Fischstände, die Akte des Ausnehmens und Zertrennen werden in aller Ausführlichkeit beschrieben. Verwesung und Sterben von Nahrung zieht sich als Leitmotiv durch die Novelle. Und so beschleicht den Leser zunehmend der Verdacht, dass auch der Mensch in diesem Text nur Fleisch ist, dessen Sterben unvermeidlich ist. Ebenso kaltblütig wie die abgezogenen Hasen und Schafsköpfe beschrieben werden, nähert der Autor sich der Leiche eines verunglückten Jungen. Und so sind die Figuren auch nur Schatten, die durch den Text ziehen, ohne wirkliche Spuren zu hinterlassen. "Natura Morta" ist in jedem Fall eine intensive Lektüre. Winklers Verschränkung des Alltäglichen mit den großen Themen des Lebens, seine sinnlichen Beschreibung, das ist große Kunst - aber ein Lesegenuß war dieses Buch für mich nicht. Und so schwankt mein Eindruck auch im Nachhinein zwischen Ekel und Faszination.

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  • Rezension zu "Natura morta" von Josef Winkler

    Natura morta

    Meg

    26. July 2009 um 18:14

    Feuchtgebiete meets Schlachthof Schauplatz ist ein römischer Markt an heißen Sommertagen. Protagonisten sind die einzelnen Händler, ihre Ware wird ebenso wie ihr eigenes Aussehen genauestens beschrieben. Der Junge Piccoletto ist der Angelpunkt dieser Schilderungen, immer wieder kehrt die Handlung zu ihm zurück. Thematisiert wird seine Sexualität und die, der ihn umgebenen Personen. Eine doppeldeutige Fleischeslust sozusagen, denn die Auslagen der Händler werden mit ähnlich intensiven Wörtern beschrieben. Es wird geschlachtet, aufgeschlitzt, ausgeweidet und anschließend das nackte Fleisch mit Blumen und Früchten garniert. Platz in den Schilderungen finden auch die Zigeuner, Flüchtlinge und Mittellosen, die entweder selbst Waren anbieten, um Lebensmittel betteln oder sie sich aus den Abfällen zusammen suchen. Die Kirche und der Glaube dürfen in ihrer Allgegenwärtigkeit im römischen Alltag natürlich auch nicht fehlen. Die Ausstattung des Heiligenkitschladens wird ebenso ausführlich beschrieben, wie die sexuellen Übergriffe des Standbesitzers auf den Lehrjungen. Ein Buch, dass einem definitiv den Appetit verderben kann, aber auch genauer darauf achten lässt was um einen herum passiert – etwa, ob denn die Hand dort im Hosensack nur ruhig verweilt und welche Einblicke weitgeschnittene Sommerkleidung liefern kann.

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