Joseph Brodsky

 4,4 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Ufer der Verlorenen, Erinnerungen an Petersburg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joseph Brodsky

Joseph Brodsky, 1940 in Leningrad geboren, wurde nach einem Prozess wegen "Parasitentums" und fünfjähriger Zwangsarbeit 1972 aus der Sowjetunion ausgebürgert. Mit Hilfe des Dichters W. H. Auden emigirierte er in die USA, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1996 lebte. 1987 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Im Hanser Verlag erschien 2006 Brief in die Oase, eine umfangreiche und repräsentative Auswahl aus Brodskys dichterischem Werk.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Joseph Brodsky

Cover des Buches Ufer der Verlorenen (ISBN: 9783596149605)

Ufer der Verlorenen

 (8)
Erschienen am 01.05.2002
Cover des Buches Erinnerungen an Petersburg (ISBN: 9783446202900)

Erinnerungen an Petersburg

 (4)
Erschienen am 10.03.2003
Cover des Buches Von Schmerz und Vernunft (ISBN: 9783596141760)

Von Schmerz und Vernunft

 (3)
Erschienen am 01.02.1999
Cover des Buches Erinnerungen an Leningrad (ISBN: 9783596295395)

Erinnerungen an Leningrad

 (3)
Erschienen am 01.02.1990
Cover des Buches Der sterbliche Dichter (ISBN: 9783596145973)

Der sterbliche Dichter

 (3)
Erschienen am 01.06.2000
Cover des Buches Fünf - Minuten - Gedichte (ISBN: 9783446197107)

Fünf - Minuten - Gedichte

 (2)
Erschienen am 17.05.1999
Cover des Buches Römische Elegien und andere Gedichte (ISBN: 9783596295401)

Römische Elegien und andere Gedichte

 (2)
Erschienen am 01.06.1990
Cover des Buches Brief in die Oase (ISBN: 9783446207332)

Brief in die Oase

 (2)
Erschienen am 04.02.2006

Neue Rezensionen zu Joseph Brodsky

Cover des Buches Erinnerungen an Leningrad (ISBN: 9783596295395)HomersEvils avatar

Rezension zu "Erinnerungen an Leningrad" von Joseph Brodsky

Erinnerungen an Leningrad
HomersEvilvor 2 Jahren

Das schmale Büchlein „Erinnerungen an Leningrad“ besteht aus zwei Essays - „Weniger als man“ und „In eineinhalb Zimmern“. In diesen Aufsätzen setzt sich Brodsky mit seiner Vergangenheit, seiner Kindheit, seinen Eltern und seinem Heimatland - der UdSSR - auseinander. 


Schon früh wird Joseph Brodsky klar, dass dieses totalitäre System in das er als Kind jüdischer Eltern rein geboren wurde nicht zur freiheitlichen Gestaltung des eigenen Lebens taugt. Anders als seine Eltern, die sich „arrangiert“ haben, die die Kulturrevolution unbeschadet überstanden, der Belagerung St. Petersburg und der damit verbundenen Hungersnot im zweiten Weltkrieg trotzten und nun, nach all diesen Strapazen, sich einem stetig wachsenden Antisemitismus ausgesetzt sahen, ist dieses Land, dieses System mit all seinen kleinen und großen Hindernissen keine lebenswerte Option. Brodsky eckt an und wird schließlich des Landes verwiesen. In den USA findet er eine neue Heimat. Dort kann er ein unbeschwertes Leben führen, jedoch mit dem Verzicht erkauft - die eigenen Eltern niemals wiederzusehen. Er selbst kann nicht zurück, seine Eltern dürfen nicht raus. Der letzte Wunsch der Eltern, den Sohn vor dem eigenen Tode noch einmal wiederzusehen bleibt verwehrt. Der ungeliebte Staat gewinnt am Ende.


>>Ach, jene wöchentlichen Anrufe in die UdSSR! Der ITT ist es noch nie so gut gegangen.

Wir konnten bei diesen Gesprächen nicht viel sagen; wir mußten entweder zurückhaltend oder unaufrichtig euphemistisch sein. Es ging meistens um das Wetter oder die Gesundheit, nie um Namen, sehr viel um gesunde Ernährung. Die Hauptsache war, gegenseitig die Stimme des anderen zu hören und uns somit auf animalische Weise unserer Existenz zu versichern. Das meiste war ohne Bedeutung, und es ist ein Wunder, daß ich ich mich an keine Einzelheiten erinnere, außer an die Antwort meines Vaters am dritten Tag des Krankenhausaufenthalts meiner Mutter. „Wie geht es Masja?“ fragte ich. „Na ja, Masja wird nicht mehr, weißt du“, sagte er. Das „weißt du“ sagte er, weil er selbst bei diesem Anlaß euphemistisch sein wollte.<<


Brodskys Erinnerungen sind klar, glaubhaft und von solch einer Natürlichkeit durchzogen, die einen auch schon mal den Boden unter den Füßen weg ziehen kann. Erinnerungen an ein Leben, ein Schicksal, an geliebte Menschen und Orte, denen jedoch bis zu Brodskys eigenem Lebensende jedwede Möglichkeit eines Wiedersehens verwehrt wurde. Absolut lesenswert!

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Cover des Buches Gedichte (ISBN: 9783596292325)

Rezension zu "Gedichte" von Joseph Brodsky

Rezension zu "Gedichte" von Joseph Brodsky
Ein LovelyBooks-Nutzervor 11 Jahren

Wunderschöne Gedichte, mal tiefsinnig, mal offensichtlicher, doch immer mit viel Gefühl und Wortgewandtheit.
Für Zwischendurch eine süße Leckerei und auf lange Sicht der Genuss jeden Wortes.

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Cover des Buches Erinnerungen an Petersburg (ISBN: 9783446202900)Liisas avatar

Rezension zu "Erinnerungen an Petersburg" von Joseph Brodsky

Rezension zu "Erinnerungen an Petersburg" von Marianne Frisch
Liisavor 14 Jahren

Schon lange wollte ich Joseph Brodskys »Erinnerungen an Petersburg« lesen. Und es war ein Genuss ihm "zuzuhören", wenn er, der vertriebene Dichter, in Gedanken und Erinnerungen zurückkehrt in das Petersburg seiner Kindheit, zurück in die Gemeinschaftswohnung, in der er zusammen mit seinen Eltern anderthalb Zimmer bewohnte. Es ist berührend zu lesen wie er sich seiner Mutter und seines Vaters erinnert. Er macht nicht viele Worte darum, aber man spürt die Liebe und Dankbarkeit, die durch die Worte hindurchschimmern.

Er beschreibt nur einen kleinen Teil Petersburgs, wie eine Art Mikrokosmos, der aber im Grunde alles enthält bis hin zu den großen Fragen des Lebens. Den Fragen nach der Herkunft, über den Tod, wie man richtig lebt und stirbt, wie man mit Verlusten fertig wird, mit Schmerz und Trennung und was Heimat bedeutet. Ein Gedanken anregendes und bewegendes Buch.

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