Das Herz der Finsternis

von Joseph Conrad 
3,7 Sterne bei205 Bewertungen
Das Herz der Finsternis
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Inhaltsangabe zu "Das Herz der Finsternis"

Das Herz der Finsternis ist eine der großen, klassischen Erzählungen Joseph Conrads, einzigartig in ihrer Dichte, Symbolik und sprachlichen Kraft.
Eingebettet in eine atmosphärisch dichte Rahmenhandlung erzählt der ehemalige Matrose Marlow von seiner Reise mit einem Flussdampfer den Kongo hinauf in das innere Herz Afrikas. Dort soll er im Auftrag der Kolonialverwaltung einen geheimnisvollen Mann namens Kurtz treffen, um den sich in der Heimat merkwürdige und beunruhigende Gerüchte ranken. Kurtz, ein Mann mit großen Talenten und großem Charisma, hat sich in dieser Umgebung verändert, ist zu einem grausamen Despoten geworden, gefürchtet und abgöttisch verehrt zugleich. Es scheint die Frage auf, ob die europäische Zivilisiertheit nur eine dünne Hülle ist, durch Konvention und Selbsttäuschung aufrechterhalten, die aber leicht zerbrechen und in Finsternis geraten kann.
Die Erzählung diente unter anderem als Vorlage für Francis Ford Coppolas Filmklassiker Apocalyose Now.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783943889802
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Buch
Umfang:160 Seiten
Verlag:Regenbrecht Verlag UG (haftungsbeschränkt)
Erscheinungsdatum:16.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 7 Monaten
    Eine Erzählung - ein Klassiker

    Gebundene Ausgabe: 125 Seiten

    Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (2004)

    ISBN-13: 978-3937793184 

    Originaltitel: Heart of Darkness

    Preis: 4,90€

    von anderen Verlagen auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich


    Eine Erzählung - ein Klassiker


    Ich finde es immer schwer, einen Klassiker zu bewerten. Joseph Conrad selbst hielt seine Erzählung „Herz der Finsternis“ für misslungen, Kritiker empfinden sie als sein bestes Werk. Nun ja, die Geschmäcker sind eben verschieden. Zumal sich seit der Erstveröffentlichung 1899 auch einiges in unserer Gesellschaft verändert hat.


    Ich muss sagen, mich hat die Geschichte an sich sehr beeindruckt, diese Reise im Kongo zum Herz der Finsternis, das am Fuß der Stanley-Fälle so ziemlich in der Mitte Afrikas in einem undurchdringlichen Urwald liegt, fast zweitausend Kilometer von der Küste entfernt. Die antikolonialistische Botschaft kommt deutlich heraus, ebenso wie das Grauen, das den Erzähler, Charlie Marlow, auf der Fahrt gepackt hält. Sein Ziel ist die innere Station der Kolonialgesellschaft, wo ein gewisser Herr Kurtz weilt. Je näher man sich ihm nähert, desto größer wird dieser Mann in jeder Hinsicht. Er ist angeblich der beste, genialste, fürsorglichste, aber auch grausamste Mensch, den es gibt. 


    Ich erinnerte mich an sein mieses Flehen, seine miesen Drohungen, das kolossale Ausmaß seiner trostlosen Gelüste, an die Gemeinheit, die Qual, die Angst seiner Seele. (S. 113)


    Conrads Erzählung ist wortstark und sprachgewaltig, aber nicht ganz einfach zu lesen. Charlie Marlows Bericht ist eingebettet in eine kaum vorhandene Rahmenhandlung und wirkt zuweilen ein bisschen öd, wie ein Monolog. Absätze gehen oft über eine ganze Seite - auf Kosten der guten Lesbarkeit. Das muss man mögen. Ich mag es nicht. 


    Meine Buchausgabe der Süddeutschen Zeitung enthält noch ein Nachwort von Urs Widmer, das ich als sehr bereichernd empfand.


    "Herz der Finsternis" ist die Vorlage für Filme wie "Aguire - Der Zorn Gottes" oder "Apocalypse Now".



    ★★★☆☆


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    Stryke83s avatar
    Stryke83vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sprachgewaltiges Zeitzeugnis! Nichts für Zwischendurch und mehr als ein Abenteuerroman!
    Herz der Finsternis (J. Conrads) - Ein irritierend anregendes Leseerlebnis aus der Vergangenheit

    Ich hatte dieses Buch schon mehrfach in der Hand (auch ohne mir bewusst zu sein, dass es schon über 100 Jahre alt ist). Als freudiger Leser von Abenteuerliteratur ist es nur naheliegend es dann auch (nun im Wissen um sein Alter) nun auch mal zu lesen. Im Vorfeld erfuhr ich von seinem hohen Stellenwert in der Weltliteratur und das beeinflusst natürlich das Meinungsbild im Laufe des Lesens... Dennoch versuche ich mich an einer kurzen Rezension. Gemeint für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich auch ins "Herz der Finsternis" zu begeben:

    Das Buch wurde kürzlich neu übersetzt; dennoch bleibt der Sprachstil des vorletzten Jahrhunderts in gewisser Weise erhalten, was dem ein oder anderen das Lesevergnügen hier und da verleiden könnte. Dem Handlungsverlauf ist teilweise schwierig zu folgen. Aber: Die Vielschichtigkeit dieser Geschichte macht es zu mehr als einem historischen Abenteuerroman! Und das macht die Bedeutung dieser kurzen, aber großen Geschichte aus. Wer "nur" spannende Abenteuer lesen möchte ist hier sicherlich falsch. "Das Herz der Finsternis" sollte nicht im Vorbeigehen gelesen werden. In der ersten Hälfte des Buches habe ich mich sehr schwer getan. Man muss höllisch aufpassen, nichts zu verpassen (v.a. weil das Buch in nur drei Kapiteln aufgeteilt ist und auch fast ohne Absätze auskommt).

    Gerade im letzten Drittel jedoch floss das Lesen nur so vorbei (hat man sich dann an den Stil gewöhnt? oder ist die Zuspitzung der Ereignisse schuld?). Die Suche des Protagonisten Captain Marlow
    nach dem berüchtigten Mr. Kurtz konfrontiert ihn mit verschiedenen (namenlosen!) Vertretern des europäischen Kolonialismus sowie den von ihm betroffenen Ureinwohnern. Ein Hauptthema dieser Geschichte. Beschrieben aus der Sicht eines echten Zeitzeugen. Für mich ein besonderer Aspekt bei der Bewertung dieser Geschichte. Wir haben die Möglichkeit eine Sichtweise auf diese Geschehnisse aus erster Hand zu erfahren und zu bewahren.

    Wer einen stimulierenden, irritierenden, sprachgewaltigen und sehr vielschichtigen Abenteuerroman lesen möchte, der die Zeit, als es noch "weiße Flecken" auf Landkarten gab, nachzeichnet, und dabei über Fragen von Menschlichkeit, Zeitgeist und Wahn/Wirklichkeit nachdenken möchte, ist hier genau richtig! Soviel sei vorweg genommen: Das Ende ist nachvollziehbar und geht nicht in einem wirren Gedankenschwall unter! Das machte für mich sehr viel aus!

    Unter diesen Gesichtspunkten sind die von mir gegebenen 4 Sterne fast noch zu wenig... Aufgrund meines holprigen Starts konnte ich mich zu diesem letzten Stern aber ganz knapp nicht mehr durchringen. Aufgrund der Einzigartigkeit dieser Geschichte gibt es von mir aber eine dicke Leseempfehlung!


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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    einfach nicht mein Stil

    Der Stil des Autors wird gerne lobend gervorgehoben, naja, ich fand's ganz atmospherisch und aus dem Spiegel der Zeit heraus betrachtet wahrscheinlich interessant. Außerdem hat es autobiographische Züge, da Conrad lange zur See gefahren ist. Wenn man sich dann vorstellt mit einem alten Kahn den teils unerforschten Kongo lang zu tuckern, auf der Suche nach einem allseits verschrienen Elfenbeinhändler, wird einem schon mulmig - aber in meinem Fall war es dann auch nicht mehr, leider. Am besten einfach mal reinlesen und wenn der Stil gefällt, auch ruhig bis zum Ende.

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    marcelsarmans avatar
    marcelsarmanvor 4 Jahren
    Rezension zu "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad

    Kapitän Marlowe erhält von einer europäischen Schifffahrtsgesellschaft den Auftrag als Kapitän auf dem Kongo in das
    "Herz der Finsternis" zu fahren. Aber der Flußdampfer ist zunächst beschädigt und muss repariert werden, während dieser
    Monate der Reparatur lernt er andere europäische Angestellte der Gesellschaft kennen, die alle das Ziel haben vom lukrativen
    Handel mit Elfenbein zu profitieren. Der sagenhafte Mr. Kurtz, der ein besonders tüchtiger Leiter einer Station im Landesinnern
    ist, ist dabei in aller Munde. Kurtz wird die Fähigkeit nachgesagt besonders viel vom weißen Gold (Elfenbein) horten zu können.
    Schließlich macht sich Marlow auf den Weg ins Landesinnere, um den legendären Kurtz zu finden. Die  gefährliche Reis führt dabei
    durch eine ebenso unberührte wie wilde Natur. Die Gefahr an Fieber zu erkranken ist dabei ebenso groß, wie den Dampfer auf Grund zu setzen oder von den Eingeborenen überfallen zu werden und die Anspannung an Bord steigt von Tag zu Tag.
    Marlow lernt die brutale Wirklichkeit Afrikas zur Kolonialzeit kennen und je näher das Herz der Finsternis kommt, umso abgestumpfter
    und unmenschlicher werden die Sitten an Bord.
    Bewertung: Das Buch ist schwer zu lesen. Die Rahmenhandlung besteht darin, dass ein Zuhörer den Bericht von Kapitän Marlow notiert.
    Die Sprache wirkt mitunter etwas holprig und einige Sätze sind teilweise sehr lang und schwer nachvollziehbar.
    3 Sterne

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    A
    Arunvor 4 Jahren
    Begrenzte Sichtweise

    Herz der Finsternis von Joseph Conrad

    Habe dieses Buch schon letztes Jahr gelesen, angeregt durch die Rezension von Gulan möchte ich auch einige Zeilen dazu schreiben.

    Dieser „Weltberühmte“ Roman von Joseph Conrad der auf eigenen Erlebnissen fußt erschien schon

    1899, die erste Buchausgabe ist von 1902. Der Umfang der Erzählung beträgt 126 Seiten.

    Hätte mir dieses Buch, auf das in vielen anderen Büchern und Verfilmungen Bezug und als Motiv genommen wird, viel umfangreicher vorgestellt.

    Meine Ausgabe ist eine Neuübersetzung aus dem Jahre 2005.

    „Heart of darkness“ so der Originaltitel diente thematisch als Vorlage für den Film „Apocalypse now“ von Francis Ford Coppola – einer meiner Lieblingsfilme.

    Wollte schon immer mal die Vorlage lesen. Im Film wurde die Handlung nach Südostasien (Vietnam und Kambodscha) verlagert, der Handlungsort im Buch ist Afrika (Kongo)

    Die Inhaltsangabe des Buches lautet:

    Kapitän Marlow berichtet von seiner Fahrt ins Innere eines unbekannten Kontinents. Die Reise in den Dschungel öffnet ihm nicht nur die Augen über die dunklen Abwege europäischer Eroberungen; sie wird zur Entdeckungsreise: ins Ungewisse der eigenen Existenz, in die Untiefen des Halb- und Unterbewusstseins, ins finstere Labyrinth von Lüge und Schuld.

    Mein Lesevergnügen hielt sich aber eher in Grenzen, ein Stoff von dem ich mir eigentlich viel mehr versprochen hatte. Irgendwie gefiel mir der Stil nicht und die Spannung ließ auch zu wünschen übrig.

    Im Anschluss an die Erzählung schließt sich noch ein 10 Seitiges Nachwort von Tobias Döring Lehrstuhlinhaber für Englische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München an.

    Da habe ich doch mal erstaunt die Augen gerollt welche Eindrücke aus dem Buch herausgelesen werden können.



    Kommentare: 9
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    Gulans avatar
    Gulanvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Flussfahrt auf dem Kongo: Klassiker über die Abgründe des Kolonialismus und der menschlichen Seele.
    Das Grauen, das Grauen!

    Ende des 19.Jahrhunderts: Der englische Kapitän Marlow heuert bei einer Handelsgesellschaft an und wird nach Afrika geschickt. Dort erreicht er eine Handelsstation, wo er einen Flussdampfer übernehmen soll. Dieser ist allerdings bei seiner Ankunft leckgeschlagen und muss über drei Monate repariert werden. Die Handelsstation ist Hauptumschlagplatz für Elfenbein. Marlow bekommt die Praktiken des Kolonialismus hautnah mit. Als der Dampfer repariert ist, bricht Marlow mit dem Stationsdirektor und einer Gruppe Kolonialisten sowie schwarzen Einheimischen auf zu einer entlegenen Station, die vom berühmt-berüchtigten Mr. Kurtz geleitet wird. Kurtz hat sich allerdings seit langem nicht mehr bei der Hauptstation gemeldet, sondern nur noch Elfenbein geschickt. Die Besatzung des Dampfers begibt sich auf eine ungewisse Reise in die Wildnis, immer tiefer ins „Herz der Finsternis“.

    Joseph Conrad veröffentlichte diese Novelle bereits im Jahre 1899. Sie hat im Laufe der Zeit zahlreiche Personen inspiriert, u.a. auch Francis Ford Coppola für seinen Film „Apocalypse Now“. Die Geschichte ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der der Kapitän Marlow einer Bootsbesatzung auf der Themse diese Geschichte aus seinem Leben erzählt. Conrad erzählt in seiner Geschichte die Praktiken des Kolonialismus und kritisiert diese deutlich. Er lehnt jedoch nicht den Kolonialismus und dessen Ziel der Verbreitung der Zivilisation an sich ab, sondern die vorhandene Praxis von Ausbeutung und Unterdrückung. Daneben hat das Buch auch eine psychologische Komponente, die Reise in die Tiefe des Urwalds ist zugleich ein Blick in die Tiefe der menschlichen Seele. Sprachlich ist das Buch durchaus anspruchsvoll. Mehrfach war mir nicht klar, ob sich bestimmte Szenen tatsächlich abspielen oder nur in Marlows Unterbewusstsein.

    Die beiden Hauptfiguren sind der Kapitän Marlow und der Stationsleiter Kurtz. Marlow ist ein ehrlicher und etwas biederer Mann, der aus Abenteuerlust das Engagement in Afrika annimmt. Er lehnt die Gier nach Elfenbein und die damit verbundene Unterdrückung der Einheimischen und Intrigen zwischen den Kolonialisten ab. Seitdem er zum ersten Mal von Kurtz hört, der als äußerst begabte, aber auch verschlagene Persönlichkeit beschrieben wird, übt dieser eine große Faszination auf ihn aus. Lange Zeit wird im Buch nur über Kurtz gesprochen, er wird zu einer Art Mythos, was sich während der Reise durch den unwirtlichen Urwald noch verstärkt. Als der Dampfer schließlich Kurtz' Station erreicht, wird schnell klar, dass Kurtz sich zum gewalttätigen Herrscher über die Eingeborenen gemacht und mit ihrer Hilfe Raubzüge nach Elfenbein durchgeführt hat. Nun finden sie ihn aber todkrank mit schwerem Fieber vor. Trotzdem ist die Situation an der entlegenen Station sehr angespannt und undurchsichtig. Der innere Konflikt von Marlow kommt hier nochmal deutlich zum Vorschein, der zwischen Faszination von Kurtz starker Persönlichkeit und Abscheu von dessen Rücksichtslosigkeit und Brutalität schwankt.

    Ein wirklich interessanter Klassiker über die Abgründe des Kolonialismus und der menschlichen Psyche. Besonders der Mittelteil mit der Flussfahrt in den Urwald in gespenstischer, mysteriöser Atmosphäre hat mir gut gefallen.

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    Annesias avatar
    Annesiavor 5 Jahren
    Das Grauen

    Das Herz der Finsternis, Buchvorlage zum Film "Apocalypse Now" ist wohl eines der berühmtesten Bücher die sich mit dem Thema Kongo außeinandersetzten. Joseph Conrad hat einen genialen Schreibstil und er beschreibt alles sehr plastisch. Mir hat es sehr gut gefallen aber doch hab ich mich beim Lesen schwer getan. Es ist bei Leibe keine einfache Lektüre aber das Lesen lohnt sich wirklich.

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    54bookss avatar
    54booksvor 6 Jahren
    Rezension zu "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad

    Starke, detailreiche Erzählung, die aber unbedingt aufgearbeitet werden will und auch gut danach den Film "Apocalypse now" verträgt, um die vielfältigen Eindrücke richtig einzuordnungen. Muss man wohl auch mehrmals lesen um den ganzen Zauber zu erfassen.
    Habe eine Doppelrezension zu Buch und Film hier veröffentlicht: http://wp.me/p37mWY-9E

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    awogflis avatar
    awogflivor 7 Jahren
    Rezension zu "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad

    Dieses Buch diente als literarische Vorlage zum Film Apocalypse Now und spielt im Gegensatz zum Film in Afrika zur Zeit der Kolonialisierung und Ausbeutung des Kongos durch die Belgier. Das Setting klingt zwar ziemlich unterschiedlich konnte aber leicht in die Zeit des Vietnamkrieges transportiert werden: undurchdringlicher Urwald, Eingeborene, Krieg um Ressourcen wie Elfenbein, Überlegenheitswahn der Weissen Rasse... lassen die Parallelen eindeutig erkennen.

    Conrad beschreibt in wundervoller Bildsprache den Dschungel, die bleierne Schwere, den Verfall, die Ressentiments gegen die "Wilden" und die Gier. Kurz vor Ende drückt sich der Autor jedoch bedauerlicherweise davor zu beschreiben, was der Irre Kurtz (eigentlich der Hauptprotagonist des Buches) wirklich getan hat und welche Motive des Wahnsinns ihn dazu getrieben haben, stattdessen werden diese Aspekte immer nur angedeutet, verdrängt und nie wirklich thematisiert. Fast scheint es, Conrad fürchtet sich davor, in die Abgründe dieser verwirrten Seele hinabzusteigen.

    An diesem Punkt setzte Francis Ford Coppola im Film an und hat uns mit Marlon Brando als General Kurtz eine umwerfende Studie des Wahnsinns als Eigenleistung fernab der literarischen Vorlage geliefert.

    Wegen des Fehlens quasi dieses Kapitels "des Wahnsinns" musste ich Conrad im Buch einen Stern abziehen, der Schluss des Romans ist wieder traumhaft und von einer bestechenden Dramaturgie.

    Fazit lesenswert!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad

    Dieser kleine Roman ist wie der Tropenwald, in dem die Geschichte spielt. Umso tiefer der Leser in die Finsternis vordringt, umso gruseliger wird die Stimmung in dieser Erzählung. Dies ist niicht nur eine Seefahrergeschichte und hier geht es auch nicht nur, um Grausamkeiten der europäischen Kolonialherrschaften in Afrika. Dieser Roman ist vielmehr eine Reise in die Tiefen der menschlichen Seele.
    Die Hauptfigur Kurtz, die erst im letzten Drittel des Buches auftaucht, und für mich trotzdem der Hauptcharakter ist, hat sich nicht nur mit den Eigenheiten des Dschungels arrangiert, nein, er hat auch seine zivilisatorische Überlegenheit dazu missbraucht, sich die einheimischen Schwarzen unterwürfig zu machen.
    Conrad verarbeitet in diesem Buch seine eigenen Erfahrungen und dieses Buch ist wiederum Grundlage für den Film "Apocalypse Now" mit Marlon Brando.

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