Joseph Conrad Spiel des Zufalls

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Inhaltsangabe zu „Spiel des Zufalls“ von Joseph Conrad

Joseph Conrad begann die Arbeit an ›Spiel des Zufalls‹ im Dezember 1906, unterbrach sie bereits im Januar 1907, nahm sie, von dem Zeitungsverleger Gordon Bennett um einen Fortsetzungsroman für ›The New York Herald‹ gebeten, im Juni 1911 wieder auf und schloß sie am 26. März 1912 ab. Das Buch erschien bei Doubleday in New York und Methuen in London.

'Das große Publikum', heißt es in der ›Vorbemerkung des Autors‹, 'spricht so ausgiebig auf das Buch an wie auf kein anderes meiner Bücher. Ich sah, daß ich mit ihm eine Anzahl Menschen zu erfreuen vermocht hatte, die sonst nur emsig mit ihren eigenen sehr realen Angelegenheiten befaßt waren.' Auch heute, mehr als siebzig Jahre nach seiner Veröffentlichung, dürfte der nun in neuer Übersetzung vorliegende Roman viele Leser erfreuen. Er ist angelegt auf Spannung, auf starke moralische und psychologi-sche Kontraste. Der große Erzähler bedient sich einer virtuosen Technik, die sich in ihrer Gebrochenheit, in der Vielfältigkeit des Ansetzens durchaus von der anderer Romane Conrads unterscheidet; so auch Stimmung und Lebensauffassung, Atmosphäre, Stadt- und Landschaftsbilder. Conrads Wesen, Conrads Kunst aber bleiben in den zwei Teilen dieser Geschichte unverkennbar, einer Geschichte in Extremen.

Flora de Barral wähnt, nicht geliebt, kaum gerettet werden zu können. Der noble Kapitän Anthony indessen rettet sie und sorgt für ihren Vater, aber er glaubt nicht, An-spruch auf Liebe erheben zu dürfen, glaubt nicht geliebt zu werden. Ein lebensfremder Idealismus erlegt den Gefühlen Zwang auf. Erst der dramatische Moment höchster Gefährdung und Erprobung löst den Bann und den Krampf.

Zuvor erschien das Gute im Prinzip, in einer abstrakten Lebenshaltung verharren zu müssen, das Böse sein Spiel treiben zu können. Böse ist nicht nur jener Betrüger de Barral, dessen Tochter so spät erst vom Leid und zur wirklichen, wirkenden Liebe befreit wird. Böse ist die englische Gesellschaft in dem hier geschilderten Ausschnitt, böse sogar der Suffragettenkampf um die Rechte der Frau. Und sarkastisch sind Kapitän Marlows Kommentare zum Geschehen - auch in diesem Buch ist er einer der Vermittler der Erzählung. Doch hinter dem Sarkasmus steht der Sinn fürs Rechte, mögen auch die Taten und Erfahrungen der Menschen nicht von höherer Fügung bestimmt sein, sondern vom Spiel des Zufalls. Es fordert Bewährung. (Quelle:'Fester Einband/01.04.1984')

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    Spiel des Zufalls

    Boris

    30. June 2017 um 11:46

    Seltsam...ging mir bei anderen Büchern von Conrad noch nie so. Völlig aus der Zeit gefallen scheint mir dieser Band. Kann Conrad keine Frauen beschreiben? Zumindest hier missglückt dies hier grandios. Die Geschichte von Flora de Barral, die einen Kapitän heiratet um ihren aus dem Gefängnis entlassen Vater auf einem Schiff eine Zuflucht zu bieten, wird so umständlich und langatmig erzählt, das es mir sehr schwer viel bis zum Ende der 500 Seiten durchzuhalten. Da hilft auch die eigentlich, schon bei Conrad bewehrte Erzählkonstruktion nichts: der Erzähler trifft Marlow und der erzählt von Begegnungen mit den handelnden Personen. Der Text wird von Sentenzen Marlows über die Eigenschaften und "den" Frauen und "den" Männern und was diese tun und Denken überschwemmt...ich erspare Mir Zitate! Natürlich spricht nur Marlow und nicht der Erzähler, aber diese Geschlechterbilder waren auch 1917 nicht richtig und sind heute...ich sage mal unfreiwillig "komisch" um nicht böseres sagen zu müssen. Schade, dann doch lieber wieder Lord Jim oder Nostromo....

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