Joseph Kanon

 3.8 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von The Good German, Leaving Berlin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joseph Kanon

Joseph Kanon wurde 1946 in Pennsylvania geboren und studierte in Harvard und am Trinity College in Cambridge. Er leitete u.a. jahrelang einen renommierten amerikanischen Verlag, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Sein Buch "Die Tage vor Los Alamos" wurde 1997 mit dem Edgar Award für das beste Debüt ausgezeichnet, ihm folgten viele weitere beachtete Romane. Kanon lebt mit seiner Frau, der Literaturagentin Robin Straus, in New York.

Alle Bücher von Joseph Kanon

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Joseph KanonLeaving Berlin
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Leaving Berlin
Leaving Berlin
 (6)
Erschienen am 12.10.2015
Joseph KanonStadt ohne Gedächtnis
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Stadt ohne Gedächtnis
Stadt ohne Gedächtnis
 (6)
Erschienen am 02.05.2007
Joseph KanonIn den Ruinen von Berlin
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In den Ruinen von Berlin
In den Ruinen von Berlin
 (4)
Erschienen am 01.11.2003
Joseph KanonDie Istanbul Passage
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Die Istanbul Passage
Die Istanbul Passage
 (3)
Erschienen am 09.06.2014
Joseph KanonDie Tage vor Los Alamos
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Die Tage vor Los Alamos
Die Tage vor Los Alamos
 (4)
Erschienen am 24.06.2010
Joseph KanonDer verlorene Spion
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Der verlorene Spion
Joseph KanonThe Good German
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The Good German
Joseph KanonIstanbul Passage
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Istanbul Passage
Istanbul Passage
 (0)
Erschienen am 28.03.2013

Neue Rezensionen zu Joseph Kanon

Neu
Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Leaving Berlin" von Joseph Kanon

Spionagethriller aus dem Berlin des Jahres 1949
Buecherschmausvor 2 Jahren


Ein interessanter und spannender Ansatz für einen packenden Thriller. Im kriegsversehrten Berlin des Jahres 1949 beginnt der Kalte Krieg, der Westteil der Stadt kann nur noch durch eine Luftbrücke versorgt werden, der Schwarzmarkt blüht, das Volk leidet. In diesem Umfeld spielt Joseph Kanons Spionagethriller.


Der exilierte deutsche Schriftsteller Alex Meier wird wegen seiner politischen Einstellungen aus den USA ausgewiesen und geht nach Ostberlin. Dort wird ihm von der CIA angeboten, Rückkehrmöglichkeit gegen Spionagetätigkeit. Alex stimmt zu, kommt aber in große Gewissenskonflikte, denn die, die er da ausspionieren soll, ist keine Unbekannte...
Joseph Kanon erzählt sehr atmosphärisch, was zum Teil auch daraus resultiert, dass immer wieder historische Personen wie Bertold Brecht oder Walter Janka in die Geschichte einbaut. Diese ist sehr gut recherchiert, spannend aufgebaut und spart nicht mit interessanten Details aus der damaligen Zeit. 


Entstanden ist daraus ein nicht unbedingt origineller, aber sehr spannender und lesenswerter Spionagethriller aus der Zeit des Kalten Krieges, wie es sie nach John le Carré nicht mehr allzu oft gibt.

Kommentare: 2
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M

Rezension zu "Leaving Berlin" von Joseph Kanon

Spionage-Liebesgeschichte
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Spionage-Liebesgeschichte

Berlin 1949. Die Konflikte zwischen westlichen Besatzungsmächten und östlicher Besatzungsmacht sind seit längerem offen ausgebrochen. Die Luftbrücke fliegt und versorgt die Stadt, die Strukturen der DDR beginnen, sich erkennbar zu formen, auch das „K5“, der Vorläufer der späteren Stasi, damals bereits mit Erich Mielke in herausragender Position, beginnt sich, zu formieren.

Eine Zeit, in der das östliche Deutschland auch Kunstschaffende von Ruf ins eine Reihen holt, allen voran Bertold Brecht, der sich mit seiner Frau Helen Weigel in Ostberlin einrichtet.

Und der Protagonist dieses Romans, Alex Meier, reist ebenfalls in die neue Hauptstadt der DDR, inmitten sich verhärtender Verhältnisse bei einer noch offenen Stadt. Und er reist nicht nur mit der Einladung der Führung des russischen Sektors in der Tasche, sondern auch mit einem Auftrag, der seinen neuen Gastgebern besser nicht wirklich bekannt werden sollte.

Die CIA hat ihn rekrutiert, nicht ganz freiwillig von seiner Seite aus, die Ohren weit offen zu halten. Als Druckmittel wird sein Sohn benutzt, der im Rahmen der Trennung von seiner Frau droht, ihm verloren zu gehen.

Was die Strippenzieher sehr wohl wissen, Alex Meier aber erst vor Ort erfahren wird ist, dass seine Jugendliebe, seine enge Freundin aus der Familie, die ihm selbst zur Familie und zu Freunden damals geworden war, ebenfalls in den neuen Machtkreisen in Ostberlin verkehrt. Eng verbandelt ist mit einem hochrangigen russischen Offizier.

Es kommt, wie es kommen muss und doch ein wenig anders, als erwartet. Zwar entflammt Meiers Leidenschaft für Irene wieder, aber hinter den Kulissen scheinen noch ganz andere Kräfte zu wirken. Irenes Bruder, Erich, damals ebenfalls im engen Kreis um Alex Meier herum, gelingt die Flucht aus einem Kriegsgefangenlager in Wismut. Mit brisanten Informationen über das, was dort an gefährlicher, tödlicher Arbeit unter Bedingungen moderner Sklaverei vorangetrieben wird.

Und findet ein Versteck durch Irene und Alex Meier.

Irenes „offizieller“ Geliebter, der russische Offizier wird informiert. Während bereits ein Anschlag auf Alex Meier von ihm gerade so überstanden worden war.

Finte und Gegenfinte, undurchschaubare Interessen, Spionage und Gegenspionage, all dies eskaliert darin, dass Blut fließen wird und Tote hinterlassen werden. Die Frage ist nur, wer eigentlich wirklich welches Spiel hüben und drüben spielt und ob und wie es Alex Meier gelingen kann, dem allen zu entkommen.

Kanon stellt eine intensive, den Leser mit in diese Zeit des beginnenden kalten Krieges und der „Stadt in Trümmern“ hineinnehmende Atmosphäre durchs seine breit beschreibenden und bildkräftige Sprache her, lässt die kaum beleuchteten Straßen im Winter 1949, gesäumt von Ruinen, wiederauferstehen. In seiner dabei oft dialogisch vorangebrachten Geschichte rückt das Augenmerk allerdings ebenso breit auf das Zwischenmenschliche, die Aufarbeitung der Vergangenheit, die alten Leidenschaften und Freundschaften, die sich im neuen Nachkriegsleben nicht wirklich bewähren werden.

Gewisse Längen sind bei dieser breiten Sicht auf das Liebesverhältnis doch im Raum, auch wenn der ein oder andere Spannungsmoment von Kanon lebendig im Buch dargestellt wird (wie auch vor allem eine Kampfszene im Schlafzimmer detailliert und mitreißend den Leser mit in Atem hält).

Flüssig verfasst gibt dieser Thriller Einblick in die unmittelbare Nachkriegszeit in Berlin, das gegenseitige Belauern der Mächte dort, die Tricks, mit denen gearbeitet wird und den Blick auf Menschen mehr als Schachfiguren in einem größeren Spiel.

Trotz einiger Längen in der breiten Darstellung eine interessante und, in Teilen, spannende Lektüre.

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Haverss avatar

Rezension zu "Leaving Berlin" von Joseph Kanon

Hochspannender Spionagethriller aus dem Berlin der Nachkriegszeit
Haversvor 3 Jahren

Der amerikanische Autor Joseph Kanon lieferte mit „In den Ruinen von Berlin“ die literarische Vorlage zu dem Steven Soderbergh-Film „The Good German“ mit  George Clooney und Cate Blanchett, der mit Sicherheit einem breiteren Publikum bekannt sein dürfte. Kanon schreibt Spionagethriller, die üblicherweise in der Zeit zwischen dem Ende des zweiten Weltkriegs und den fünfziger Jahren spielen, die Handlungsorte differieren. Oft bedient er sich realer Ereignisse und Personen, um den Hintergrund seiner Geschichte realitätsnahe darzustellen.

Nun ist kürzlich Kanons neuester Roman „Leaving Berlin“ im C. Bertelsmann Verlag in der deutschen Übersetzung erschienen, und einmal mehr ist Berlin Dreh- und Angelpunkt der Story. Wir schreiben das Jahr 1949, es ist die Anfangszeit des Kalten Krieges. Großteile der Stadt sind zerstört, Nahrungsmittel sind knapp und werden im Wesentlichen auf den Schwarzmärkten verhökert. Die sowjetischen Besatzer blockieren die Verkehrswege nach Berlin, aber die westlichen Alliierten richten eine Luftbrücke ein und versorgen mit ihren „Rosinenbombern“ die Menschen im Westteil mit dem Lebensnotwendigen.

Der Ostteil Berlins ist abgeschnitten, und der im Werden begriffene neue sozialistische Staat verwaltet den Mangel. Hierher kehrt der jüdische Schriftsteller und Sozialist Alex Meier zurück. 1933 hat er in den Vereinigten Staaten Schutz vor den Nationalsozialisten gesucht, aber mittlerweile hat dort die Clique um den Kommunistenhasser McCarthy das Sagen. Und so muss Meier seine Familie und das Land verlassen, das ihm mittlerweile zur Heimat geworden ist. Für die Amerikaner ist er zwar nun persona non grata, aber die CIA macht ihm ein verlockendes Angebot: Spioniere deine Schriftstellerkollegen aus und verrate uns ihre Geheimnisse, dann darfst du zurück zu Frau und Kind in die Vereinigten Staaten. Er willigt ein, ist sich aber über die Konsequenzen seines Handeln nicht im Klaren, denn natürlich kommt zu Spionage und Verrat auch noch Mord hinzu…

Joseph Kanon ist mit „Leaving Berlin“ ein äußerst spannender und lebendiger Spionagethriller gelungen. Und das liegt nicht nur an der Tatsache, dass das Zeitkolorit stimmig transportiert und der Alltag sowie das Leben in der Stadt, die faktisch bereits geteilt ist, anschaulich beschrieben wird. Einen zusätzlichen Kick erhält die Story durch die Einbindung quasi historischer Persönlichkeiten aus dem Ostberliner Künstlermilieu wie beispielsweise Bertolt Brecht.

Wesentlich interessanter allerdings finde ich das moralische Dilemma, in dem sich die Hauptfigur Alex Meier befindet, steckt er doch in der klassischen Zwickmühle und wandelt auf schmalem Grat. Einerseits würde er alles tun, damit er zurück zu seiner Familie kann, auf der anderen Seite sind da aber auch eine alte Liebe und natürlich seine politische Überzeugung, deren Verrat permanent für ihn im Raum steht. In dieser Situation das Richtige zu tun, ohne die eigenen Werte und Überzeugungen zu verraten, stellt die eigentliche Herausforderung für den Protagonisten dar.

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