Joseph Kiermeier-Debre

 3,8 Sterne bei 332 Bewertungen
Autor*in von Schillers Frauen, Goethes Frauen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Joseph Kiermeier-Debre (geb. 1946 in Ergoldsbach) ist ein deutscher Literatur-, Theater- und Kunstwissenschaftler, Hochschullehrer, Museumsleiter, Kurator, Programmmacher und Autor. Kiermeier-Debre lebt in Unterthingau.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Joseph Kiermeier-Debre

Cover des Buches Schillers Frauen (ISBN: 9783423137690)

Schillers Frauen

(1)
Erschienen am 01.05.2009
Cover des Buches Goethes Frauen (ISBN: 9783423140256)

Goethes Frauen

(0)
Erschienen am 01.11.2011
Cover des Buches Wilhelm von Gloeden (ISBN: 9783412200657)

Wilhelm von Gloeden

(0)
Erschienen am 01.10.2007

Neue Rezensionen zu Joseph Kiermeier-Debre

Cover des Buches Der Sandmann (ISBN: 9783423026840)
Nosimis avatar

Rezension zu "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann

Nosimi
Was unsere Augen uns sehen lassen und der grauenvolle Sandmann nehmen will

Schauerromane liebe ich schon, seit ich diverse Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe gelesen habe und somit kam ich nicht umhin mich mit E.T:A. Hoffmann zu beschäftigen. Mein erstes Werk war der Sandmann, der mich gefesselt und fasziniert hat.


Es ist die Geschichte des jungen Nathanael, den Zeit seines Lebens die Geschichte des Sandmanns verfolgt, der nachts den Kindern die Augen herausreißt. Diese Figur des Sandmanns sieht er als Kind in dem Advokaten Coppelius, der zusammen mit Nathanaels Vater düstere, alchemistische Werke vollbringt, in deren Zusammenhang der Vater sein Leben verliert. Später als Student meint er ihn in dem Wetterglashänder Coppola wiederzuerkennen, was ihn sehr beunruhigt und ihn in düstere Gedanken versinken lässt. Die Geschichte beginnt mit drei Briefen, in den die (Haupt)Akteure eingeführt werden, neben Nathanael und Coppelius/Coppola noch Clara, Nathanaels große Liebe und Lothar, Claras Bruder und Nathanaels bester Freund.


Im weiteren Verlauf wird die Geschichte dann aus der Perspektive eines weiteren Freundes von Nathanael beschrieben, der die Situation mit etwas Abstand betrachten kann So gelingt es auch den geistigen Verfall von Nathanael, sene Gefühle der Fremdbestimmtheit von einer dunklen Macht und das zunehmende Abdriften in den Wahnsinn besser zu beschreiben. Dabei sind die Augen ein zentrales Motiv der Geschichte, genauso wie die Furcht der Menschen vor Fortschritt, Wissenschaft und Technik. Und natürlich die Abgründe der menschlichen Psyche.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es hat mich gebannt und gefesselt, ich habe es zweimal gelesen, um den Motiven besser folgen zu können und finde es auch weiterhin sehr lesenswert. Ein Buch, bei dem man mit jedem Lesen etwas Neues entdecken, etwas zum interpretieren und nachdenken finden kann. (Und da habe ich Hoffmanns eigene Geschichte noch gar nicht mit aufgearbeitet.) Ähnlich wie die Geschichten von Poe vermag das Buch zu fesseln, zu gruseln und trotz der nicht ganz einfachen Sprache baut sich die Spannung wunderbar auf. Wer düstere Geschichten mag und nicht vor der Sprache des 19.Jahrhunderts zurückschreckt, dem sei der Sandmann wärmstens empfohlen

Cover des Buches Der Sandmann (ISBN: 9783423026840)
Julia_x3s avatar

Rezension zu "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann

Julia_x3
Der Sandmann

Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann zählt zur schwarzen Romantik. 

Ich empfand dieses kleine Buch sehr schwer zu lesen. Den Sprachgebrauch ist man nicht gewohnt. Schön fand ich allerdings, das es bei ganz unüblichen Wörtern eine Fußnote gab in der die Bedeutung in diesem Stück erläutert wurde. Trotzdem war dies für mich insgesamt sehr verwirrend zu lesen und auch zu verstehen. Ich musste mich anderweitig darüber informieren, ehe mir der vollständige Sinn klar wurde. 

Dabei merkte ich, das ich es so ähnlich auch verstanden habe wie es rüber kommen sollte.

Aus dem Punkt heraus betrachtet, fand ich den Inhalt genial. 


Cover des Buches Der Sandmann (ISBN: 9783423026840)
B

Rezension zu "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann

blerta
Die tiefen Abgründe der menschlichen Seele

Nathanael, der schon seit seiner Kindheit die Geschichte des Sandmanns kennt, hat nach einer traumatischen Begegnung mit diesen Erinnerungen, die ihn überwältigen, zu kämpfen.

Ich denke, diese Geschichte lässt sich mit einer beachtlichen Bandbreite von Adjektiven beschreiben: von faszinierend zu skurril bis über zu lehrreich. Meiner Meinung nach deckt sie das wirklich alles ab.

Zuerst möchte ich aber noch auf den Aufbau eingehen: Ich fand es sehr spannend, die drei Charaktere Nathanael, Clara und Lothar durch die Briefe zu Beginn kennenzulernen. Nicht nur stellt man als Leser:in fest, wie reflektiert Nathanael über sich selbst denken kann, sondern erfährt auch gleich, wie die anderen beiden zu Nathanaels Wahrnehmung des Sandmanns stehen. Beim Lesen muss man sich zwar ein wenig aufgrund des Schreibstils konzentrieren, aber ich kam dennoch flüssig durch die Seiten.

Nathanael ist ein aussergewöhnlicher Protagonist. Er war schon seit seiner Kindheit sehr sensibel und spürt schnell, wenn etwas nicht harmonisch ist. Deshalb ist es so wahnsinnig spannend, ihn dabei zu erleben, wie er dieses Gespür verliert und sich in eine Richtung entwickelt, die man zu Beginn definitiv nicht erwartet hätte.

Das Buch greift vor allem Gegensätze auf: Wahrheit und Illusion, Wahnsinn und Normalität. Dies ermöglicht dem Autor auf die Abgründe der menschlichen Psyche und des Unbewusstseins einzugehen. Nathanaels Geschichte zeichnet sich durch Undurchdringlichkeit aus – und zwar auf mehreren Seiten: Weder Nathanael noch Clara noch die Leser:innen kommen dem wahren Kern der Geschichte auf die Spur, weil man ganz einfach nie wissen kann, wer die Wahrheit erzählt und wer tatsächlich dunklen Mächten verfallen ist.

Ausserdem geht Hoffmann auch auf ethische Fragen ein, die auf den Unterschied zwischen Automaten und Menschen eingehen. Unglaublich, wie viel Diskussionsstoff man auf so wenigen Seiten entfachen kann!

Gegen Ende wird die Geschichte zwar immer skurriler, aber gleichzeitig auch interessanter, weil sie so viele Schichten beinhaltet, die man unterschiedlich deuten kann. Einfach unglaublich faszinierend. 

Fazit
Diese Geschichte lässt einen mit sehr vielen offenen Fragen zurück, was aber charakteristisch für diese ist, weil sie so viele Interpretationsansätze liefert. Sie zeigt Kontraste von Wahrheit und Illusion auf, lässt die Wahrheit aber nicht durchsickern. Auch wenn die Geschichte skurril ist, so geht sie doch tief in die Psyche des Charakters ein und zeigt einem auf, wie undurchdringlich manche Fragen sein können.

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