Schauerromane liebe ich schon, seit ich diverse Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe gelesen habe und somit kam ich nicht umhin mich mit E.T:A. Hoffmann zu beschäftigen. Mein erstes Werk war der Sandmann, der mich gefesselt und fasziniert hat.
Es ist die Geschichte des jungen Nathanael, den Zeit seines Lebens die Geschichte des Sandmanns verfolgt, der nachts den Kindern die Augen herausreißt. Diese Figur des Sandmanns sieht er als Kind in dem Advokaten Coppelius, der zusammen mit Nathanaels Vater düstere, alchemistische Werke vollbringt, in deren Zusammenhang der Vater sein Leben verliert. Später als Student meint er ihn in dem Wetterglashänder Coppola wiederzuerkennen, was ihn sehr beunruhigt und ihn in düstere Gedanken versinken lässt. Die Geschichte beginnt mit drei Briefen, in den die (Haupt)Akteure eingeführt werden, neben Nathanael und Coppelius/Coppola noch Clara, Nathanaels große Liebe und Lothar, Claras Bruder und Nathanaels bester Freund.
Im weiteren Verlauf wird die Geschichte dann aus der Perspektive eines weiteren Freundes von Nathanael beschrieben, der die Situation mit etwas Abstand betrachten kann So gelingt es auch den geistigen Verfall von Nathanael, sene Gefühle der Fremdbestimmtheit von einer dunklen Macht und das zunehmende Abdriften in den Wahnsinn besser zu beschreiben. Dabei sind die Augen ein zentrales Motiv der Geschichte, genauso wie die Furcht der Menschen vor Fortschritt, Wissenschaft und Technik. Und natürlich die Abgründe der menschlichen Psyche.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es hat mich gebannt und gefesselt, ich habe es zweimal gelesen, um den Motiven besser folgen zu können und finde es auch weiterhin sehr lesenswert. Ein Buch, bei dem man mit jedem Lesen etwas Neues entdecken, etwas zum interpretieren und nachdenken finden kann. (Und da habe ich Hoffmanns eigene Geschichte noch gar nicht mit aufgearbeitet.) Ähnlich wie die Geschichten von Poe vermag das Buch zu fesseln, zu gruseln und trotz der nicht ganz einfachen Sprache baut sich die Spannung wunderbar auf. Wer düstere Geschichten mag und nicht vor der Sprache des 19.Jahrhunderts zurückschreckt, dem sei der Sandmann wärmstens empfohlen





